moin,
ich finde die die erläuterungen von excalibur sehr gut und auch wichtig, weil nur wer versteht wie die lager belastet werden kann auch korrekt sein bike warten und pflegen.....
meine erfahrungen zum thema lager am bike:
-die klassischen einreihigen rillenkugellager sind gewiss nicht die optimale lösung im bereich des hinterbaus (geringer drehwinkel, schmutzanfälligkeit, axiale belastungen....). trotzdem bleiben sie die wohl sinnigste lösung aufgrund von fertigungsverfahren und preis.
- sehr schön fand ich bei meinem Grossman MS-01 die nadellager in kombination mit axialgleitlager-scheiben. leider waren sie nicht besonders gut gegen schmutz geschützt.
- bei meinem Cdale SuperV haben die schwingenlager erstaunlicherweise mehrere jahre gehalten, vielleicht weil die schwinge selbst nicht übermässig steif war.
- bei meinem neuen norco 4gelenker musste ich 6 von 8 lager nach 6 monate wechseln

die schwingenhauptlager waren sogar nahezu undrehbar.
- ich habe den eindruck, dass als erst lager austattung oftmals minderwertige eingesetzt werden. vom norco hinterbau hatten die lager keine hersteller bezeichnung und meine marzocchi vordere steckachsnabe ebenfalls nicht (diese haben auch nur ca. 8 monate gehalten). beim überholen mit markenlager (SKF, FAG, KOYO, etc.) halten diese meist wesentlich länger! der preis für standard 6000er serie rillenkugellager hält sich gottseidank in grenzen.
- ich zerlege regelmässig (2-3 x im jahr) mein hinterbau und kontrolliere alles. warum 500 euro fürn hightech dämpfer ausgeben wenn die schwingenlager alle im sack sind? jedenfalls kann ich so sicherstellen, dass nicht irgendwas anderes kaputt geht weil die lager schon hinüber waren.
- bei regelmäßigen kontrollen, kann man von gedichteten lagern die dichtscheibe vorsichtig raus hebeln (dünne nadel, feinmechaniker schraubenzieher...) und sie reinigen und neu fetten. besonders bei steuerkopfllager zu empfehlen!
- ein und ausbau von rillenkugellagern ist eigentlich kein hexenwerk. man kann sie mit einer rohr/schrauben konstruktion in aller regel problemlos raus und rein ziehen. oftmals passen stücke von abgesägten steuerrohre, sattelstützen, lenker etc. eine nuss aus dem ratschen kasten findet sich fast immer zum wieder rein drücken wenn sie sauber auf den aussenring passt.
- beim festziehen von achsen am hinterbau, gucke ich immer, dass der hinterbau (bei ausgebautem federbein) immer schön leichtgängig bleibt. loctite auf die schrauben, dann kann ich auch mit geringen anzugsmomenten arbeiten und vermeide unnötige axialkräfte die schwergängigkeit und frühzeitigen verschleiss zur folge haben.
- vermeintlich fertige steuersätze können rausgepresst werden und um 90 grad gedreht nochmal eingesetzt werden und verrichten nochmal solange einen guten dienst. diese technik kann natürlich nur dann funzen wo die lager ohne axiale belastung rausgeholt werden können, sprich nicht über den innenring rausgedroschen wurden!
- schließlich sind auch die achsen eine potentielle fehlerquelle. hübsche aber minderwertige schrauben mit linsenkopf inbus habe ich schon zuhauf verbogen, da müssen dann halt "hässliche" maschinenschrauben her, zur not in 12.10 festigkeit.
- axiale passungenauigkeiten können mit 0.10 mm scheibchen ausgegelichen werden (schwer zu kriegen, teils aus dem motorrad e-teile bereich).
okok erstma genug
grüsse
ra