Intec F10, Cotic Escapade oder Fairlight Faran

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21. August 2009
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Berlin
Hallo,

ich bin auf der Suche nach einem Radonneur bzw. Gravelbike.Ich habe bisher keinerlei Erfahrungen auf dem Gebiet dieser Bikes und fahre bisher mit einem Cube Pure (Umbau auf Starrgabel). Nun merke ich auf dem Cube aber, dass ich so ab etwa 20-30km starke ziehende Schmerzen im linken Trapezius, die fast bis nach unten zur LWS ziehen. Teilweise so stark, dass ich den Kopf kaum noch nach links drehen kann. Auffällig ist auch, dass ich immer wieder den Drang habe die Griffposition zu ändern. Also habe ich zunächst einen kürzeren, steileren Vorbau vorbaut, mit mäßigem Erfolg. Danach kam ein SQLab Lenker mit 16° backsweep. Auch hier nicht das gewünschte Ergebnis.
Irgendwann spuckte mir dann ein Stahlradonneur oder Stahlgravelbike (weiß ehrlich gesagt nicht, wo hier die Unterschiede liegen. Also verzeiht mir bitte, wenn ich die Begriffe durcheinander werfe) durch den Kopf. Ich konnte mich aber nie durchringen, da ich bei Dropbar immer an eine tiefe, arg gestreckte Sitzposition, die auf den Rücken geht denke. Gestern war ich nun gemeinsam mit Kollegen auf einer 130km Tour und hatte bereits nach 30km fiese Schmerzen. Bei der ersten Pause fragte ich meinen Kollegen, der ein Intec F10 mit 570er Sitzrohr, OR eff 575mm fährt, ob ich mal probefahren dürfte. Meine
erster Eindruck war, dass das Rad sehr lang ist und ich sehr gestreckt sitze, beim Griff oben auf die STIs. Aber der seitliche Griff war sehr angenehm für meinen Trapezius. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, aus der drei Dinge mitnehme:
1) Dropbar bietet mir die Option, dem Drang des häufigen Umgreifen nachzukommen
2) Handposition um 90° verdreht zum "normalen" Flatbargriff scheint mit entgegenzukommen
3) das Intec F10 wirkte auf mich sehr lang mit 90mm Vorbau

Und nun erhoffe ich mir Hilfe von erfahrenen Leuten.
Was sagt ihr? Ist mein Eindruck zur Griffposition richtig oder würde die tiefere Position am Dropbar meine Probleme eher verstärken?
Und zu welchem Rad, von den drei oben genannten, würdet ihr mir raten? Das Intec empfand ich als etwas zu lang und flach. Das Cotic dürfte ähnlich sein. Zudem stört mich hier der Achsstandard der Gabel, da ich gern einen XT Nabendynamo fahren würde. Das Fairlight gefällt mir sehr gut und finde ich die regular und tall Varianten klasse. Würde beim Faran derzeit zum 56T tendieren. Wobei Fairlight als 1st Choice 58T empfiehlt. Hier ist das OR aber genauso lang wie beim Intec.
Ich bin 184cm mit 86er SL.
Sorry für den vielen Text, bin mir aber sehr unsicher und erhoffe mir von euch Ratschläge. Wenn wichtige Infos fehlen, entschuldige ich mich und liefere diese natürlich nach. Sofern ihr sie benennt.
Danke und beste Grüße
 

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Re: Intec F10, Cotic Escapade oder Fairlight Faran
Jetzt ein neues Bike zu kaufen, ohne zu Wissen welche Geo Du brauchst, ist Quatsch. Wenn Dir Dein Rad grundsätzlich passt - also nicht die völlig falsche Rahmengröße oder so hat - solltest Du mit ihm auch lange Strecken beschwerdefrei fahren können. Das Problem ist, dass auf dem Weg zum schmerzfreien fahren viele Vorbauten, Sättel und Lenker liegen können. Mit einmal tauschen ist es da meistens nicht getan. Ich hab ne ganze Kiste davon zu Hause.

Andere Möglichkeit wäre zu einem der mittlerweile vielen Dienstleister zu gehen und Dich mal vermessen zu lassen, die sagen Dir dann, welche Geometrie für Dich ideal wäre. Ganz gut und verständlich ist auch das Buch:

Richtig sitzen - locker Rad fahren: Ergonomie am Fahrrad von Juliane Neuß

Erst wenn Du wirklich weißt, welche Geo Du brauchst, macht es Sinn sich nach einem passenden neuen Bike zu schauen, sonst sind die gleichen Probleme wieder vorprogrammiert.
 
Wenn dir die Griffposition an den STIs zusagt, probiere doch mal Hörnchen an deinem Cube. Die muss man ja (testweise) auch nicht unbedingt an den äußeren Rand der Lenkers platzieren... Dann kannst du zumindest mal testen, ob die geänderte Handhaltung vielleicht schon viel bringt..
 
Wie groß ist denn der Kollege, dem das Intec gehört?

Zu dem Rad sind leider keine R/S-Daten zu finden. Auffällig ist allenfalls, dass das Steuerrohr "nur" 140 mm misst. Je nach dem, ob und wieviele Spacer verbaut sind, ist das Rad - wilde Vermutung meinerseits - für dich eher zu tief als zu lang. Ist natürlich besser, wenn man mehr Sattelüberhöhung fahren möchte.

Vergleich doch mal die Geometrie vom F10 und z.B. dem Salsa Vaya. Bei vergleichbarer Größe immer 2 cm mehr Steuerrohr. Fast alle Gravelbikes kommen mit weniger Sattelüberhöhung als Rennräder oder Cyclocrosser daher; die Sitzposition ist entsprechend entspannter. Fairlight fertigt deshalb ja zwei verschiedene Versionen von jeder Rahmengröße.

Bei DropBar-Bikes ist es ansonsten einfacher, ein zu kurzes Oberrohr durch einen längeren Vorbau auszugleichen als umgekehrt. Mit 56T liegst du beim Faran vermutlich nicht so falsch. Sieh dir auch mal Lenker wie Woodchipper oder Cowchipper, Ritchey AdventureMax usf. an, die mehr auf langes fahren in den Drops ausgelegt sind (ausgestellte Lenkerenden).
 
Sorry, die Woche war etwas stressig. Ich habe jetzt lange hin und her überlegt und viele Mails mit Dom von fairlight ausgetauscht. Um es kurz zu machen, ich habe das Faran in 58R bestellt. Warum? Das Steuerrohr des 58T ist mit 190mm schon arg lang. Tiefer geht somit nur bedingt mit einem slammed Vorbau. Höher beim regular geht immer.
@Monolithic:
Ja das Intec war wohl eher zu tief und vermittelte dadurch den Eindruck, dass es zu lang sei. Mein Kollege ist 6cm kleiner als ich und fährt das F10 ohne Spacer und 0° 90mm Vorbau. Dazu ein Dropbar mit 86mm reach (seine Aussage).
 
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