KarstenCarry, minimales System für Rucksack am Rad

fatbikeGM

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Nachdem sich das Ding mittlerweile auf einer ersten Mehrtagestour bewährt hat und ich es nach wie vor für bisher einzigartig halte erlaube ich mir mal, einen eigenen Thread anzulegen.

Worum gehts?

Bei standesgemässer Bewegung des MTBs ist es von Vorteil, einen großen Teil des Gepäcks am Rücken statt am Rad zu haben. Ebenso bei der An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Umstieg, Rad verpackt etc.).

So weit, so einfach. Man nimmt halt einen Rucksack und fertig.

Bei langen Strecken auf eher ebenen Oberflächen (zB bergauf kurbeln, ein signifikanter Teil der Zeit meiner Touren) wäre es aber deutlich angenehmer, das Gepäck am Rad zu haben (weniger schwitzen, weniger Druck auf dem Sattel, Entlastung der Schultern).

Wie cool wäre es also, falls man beides haben könnte?

Mein Ziel war es dementsprechend, ein minimales System für diese Anforderung zu entwickeln. “Minimal” heißt hier zweierlei: Zum einen minimales Gewicht des Gesamt-Systems (also Rucksack + Befestigung), zum anderen minimaler Aufwand für den Wechsel zwischen den beiden Modi (was zu lange dauert nervt und wird weniger genutzt).

Nach Lektüre früherer Ansätze und einigen eigenen Experimenten mit der Kombination aus normalen Bikepacking-Taschen sowie Klickfix-Teilen war mir schnell klar, dass es auf einen “normalen” Rucksack zusammen mit einer Befestigung am Rad hinausläuft. Zorrocarry, normale Gepäckträger, Jack the Rack etc ist mir alles bekannt, hatte ich aber aufgrund von Nichterfüllung mindestens eines der beiden “Minimal”-Kriterien schnell verworfen.

Irgendwann war dann der erste, vielversprechende Prototyp fertig

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In diesem Thread soll die Geschichte weitergeführt werden.


Praxiserfahrungen Version 1

Gut
  • Immer wo es Sinn gemacht hat habe ich gewechselt, der Zeitaufwand ist also, selbst im Mittelgebirge, nicht zu groß.
  • Der einfache Rucksack war durch den ihn komplett ausfüllenden Schlafsack sehr bequem zu tragen.
  • Es ist viel angenehmer, das gleiche Volumen in den großen Rucksack zu packen als es auf die Kombi aus zwei verschiedenen kleineren Taschen zu verteilen.
  • Bergab mit Rucksack hat das fahren bei gleichem Gesamtgewicht wie sonst auch deutlich mehr Spaß gemacht als mit Lenkerrolle und großer Satteltasche, das Rad ist erheblich lebendiger
  • Lange Kurbel-Passagen waren mit dem Rucksack am Lenker gewohnt komfortabel (also genauso wie bisher immer mit Lenkerrolle und großer Satteltasche)

Neutral
  • Der Zug vom Twinloc-Hebel zur Gabel hat sich nach Tag 2 weitestgehend verabschiedet. Das ist aber a) ein eher persönliches Problem von mir (Remote Gabel-Lockout ist ja vermutlich eher selten) und b) habe ich es mittlerweile schon behoben (also dauerhaft, nicht nur repariert: Ich habe den Zug gekürzt, anders gelegt und er trifft jetzt in einem flacheren Winkel auf die Gabelkrone so dass er “ausweichen” kann).
  • Sonstige Züge sowie der Rucksack selbst haben durch Reibung ähnlich viel oder wenig gelitten wie mit der Lenkerrolle vorher auch. Nichts was man nicht mit Tape in den Griff kriegt. Mein gewählter Rucksack ist an der Stelle, wegen des Laptop-Fachs (!) dreifach ausgeführt und flexibel, also ist auch auf der Seite alles gut.
  • Das große Gewicht am Lenker (in meinem Fall ~ 7 kg) macht das lenken deutlich träger. Das ist aber in den Situationen wo es sinnvollerweise benutzt wird kein Problem.
  • Die Längen-Markierungen mittels Tape an den Schultergurten sehen schon nach so einer kurzen Tour gammelig aus. Das könnte man aber mit farbigen Nähten besser lösen.
Schlecht
  • Dadurch, dass der Rucksack deutlich größer als eine normale Lenkerrolle ist setzt er beim Einfedern schneller auf. Man muss also für manche Teilstrecken den Modus wechseln.
  • Beim anbringen des Rucksacks am Rad wurde öfter das Smartphone in der Lenkerhalterung deutlich verschoben (bis hin zum drücken der Knöpfe und auslösen des Notrufmodus -> nervt so richtig). Das hatte ich bei meinen Tests auf der Hausrunde nicht gemerkt, da bin ich natürlich immer ohne Navi unterwegs …
  • Die Schultergurte verhindern, dass man die Innerbarends normal greifen kann. Das ist auf Dauer unkomfortabler.
  • Die “untere” Seitentasche des Rucksacks ist während der Montage am Rad nur eingeschränkt benutzbar
  • Die auf den Innerbarends aufliegenden Schultergurte drücken auf die Bremshebel. Man muss sie mit den Fingern nach jedem bremsen einmalig etwas zurückdrücken damit die Bremsen nicht leicht schleifen. Das nervt auf Dauer.
Bisher also ein durchaus durchwachsenes Ergebnis. Ich finde es auch so valide und würde es sowohl empfehlen als auch selbst weiter benutzen, hatte aber schon vor der Tour eine verbesserte Version im Kopf :)

Version 2

Statt der Schultergurte gibt es jetzt 4 dedizierte Schlaufen (kombiniert mit etwas Dyneema-Schnur) für die Befestigung an den Innerbarends und am Vorbau.
Das hat bei minimalem Mehrgewicht gleich mehrere Vorteile:

  • Kein verstellen der Schultergurte beim Modus-Wechsel mehr nötig. Es geht also viel schneller (gemessen 52 s [Rücken -> Lenker] und 38 s [Lenker -> Rücken]).
  • Die Schlaufen werden hinter den Bremshebeln zu den Innerbarends geführt. Die Funktion der Bremshebel wird in keiner Weise mehr tangiert.
  • Die Schlaufen werden unter den Bremshebeln zu den Innerbarends geführt. Es gibt also keine Gefahr mehr, dass der Rucksack bei größeren Erschütterungen nach oben abspringen kann, die Notwendigkeit der Sicherung durch den Brustgurt entfällt.
  • Das Stück Kabelhülle über der Vorbau-Schnur verhindert, dass das Seil sich großartig aufscheuert und sorgt für einen feinen Tragegriff während die anderen beiden Schlaufen eingehängt werden.
  • Die dünne Schnur erlaubt ein normales greifen der Innerbarends

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An dieser Stelle vielen Dank an meine Frau, die die Schlaufen in 10 Minuten angenäht hat! Ich als Nählaie hätte da vermutlich den halben Tag gebraucht und ziemlich geflucht …

Das Material für die Schlaufen kam übrigens direkt mit: Der Rucksack hat so Daumenschlaufen um die Länge der Schultergurte leichter einstellen zu können wenn man ihn schon anhat. Die sind mir auf meinen Testfahrten immer lästig um die Ohren geflattert, also habe ich sie abgeschnitten aber natürlich aufbewahrt.

Meine nächste Mehrtages-Tour ist vom 4.-8.9., da darf sich Version 2 dann in der Praxis bewähren :)

PS: Falls jemand KarstenCarry auch benutzt und/oder den Kontakt zu einem Taschen- oder Rucksack-Hersteller vermitteln kann, die das Ding mal professionell bauen würden wäre ich sehr stolz!
 
Zuletzt bearbeitet:
Spannendes Thema. Kann selbst noch nichts beitragen, da ich bisher RR/Gravel mit Bikepacking-Setup fahre. Aber am Horizont stehen auch MTB-Touren mit Fully und Lösungen dafür sind immer gut 👍 Außerdem sind neue Ideen und Experimente super!
 
Ich suche auch ständig nach der optimalen Lösung, um Gepäck bergauf-gerade/bergab umzuverteilen, damit beides gut funktioniert.
Beim Rucksack vorne am Lenker bin ich aber ein wenig skeptisch, würde aber zunächst gerne wissen, was genau Du
a) Bergauf
b) im Downhill

im bzw. am Rucksack transportierst?
 
Ich suche auch ständig nach der optimalen Lösung, um Gepäck bergauf-gerade/bergab umzuverteilen, damit beides gut funktioniert.
Beim Rucksack vorne am Lenker bin ich aber ein wenig skeptisch, würde aber zunächst gerne wissen, was genau Du
a) Bergauf
b) im Downhill

im bzw. am Rucksack transportierst?
Das hier war auf der letzten Tour alles im Rucksack (Eigengewicht 300g):
  • Schlafsack (unkomprimiert) 1100 g
  • 2x Tarpstange 140 cm 200 g
  • Isomatte (ohne Beutel & Pumpsack)
  • Kompressionsshirt
  • Merino Unterhose
  • Merino Buff
  • Regensachen (große Außentasche)
  • Merino Pullover
  • Wollsocken
  • Essen (2,2 kg ungekühlt, 700 g gekühlt)
  • Titan-Schaufel (linke Aussentasche)
  • Säge
  • Titan-Grillrost
  • Kulturbeutel
  • Ridgeline Organizer & 2 Mini Gear Hammocks
Alles zusammen warens ziemlich genau 7 kg am ersten Tag, später eher weniger (Essen verbraucht und weniger / leichter nachgekauft). a) und b) unterscheiden sich bei mir nicht, im Rucksack sind immer die selben Sachen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht ansatzweise, warum sich so viel Sorgen um Gewicht am Lenker gemacht wird. Im richtigen Gelände: Ja klar, da behindert das. Aber doch nicht in den Situationen um die es hier geht, oder? Ich wusele zB sogar mit 12 kg vorne an meinem Faltrad noch ohne Probleme durch den Strassenverkehr.
Warum also?
 
Danke für die Liste.
Doch - auf Dauer nervt das Gewicht am Lenker.
Habe das vor Jahren auch mal ausprobiert.
Sicher funktioniert das irgendwie, aber ab einem gewissen Gewicht (2,5-3kg) beeinträchtigt es das Verhalten der Gabel zu sehr und auch das Lenkverhalten.
Das kommt dann immer zum Tragen wenn man mal kleine Zwischen-Downhills (bis 50hm) fährt für die es sich einfach nicht lohnt umzurüsten.
 
kleine Zwischen-Downhills (bis 50hm) fährt für die es sich einfach nicht lohnt umzurüsten.
Deswegen ist mir die sehr geringe Zeit (< 1 min) zum umrüsten so wichtig. Wo ich fahre sind die Trails sehr oft weniger als 50 hm.
Ich sehe es mittlerweile aber auch eher andersrum: Ich habe den Rucksack normalerweise an und geniesse dann den Luxus, ihn bei langen Kurbel-Etappen nicht tragen zu müssen. Glas halb voll vs halb leer oder so 😉

Vielleicht ist für dich aber auch CombiCarry, mein erstes Experiment in die Richtung besser geeignet: „Normale“ Bikepacking-Taschen (Lenkerrolle, große Satteltasche) befinden sich die meiste Zeit am Rad und lassen sich in ~ 5 min für die große Abfahrt auf den Rücken packen.
 
Ja - ich denke auch, dass das ganze stark vom wirklichen Einsatzgebiet abhängt und durchaus Sinn machen kann.
Ich finde schon dass von der Lastverteilung für alpine Trails die Richtung von ZorroCarry die richtige ist, aber von der technischen Umsetzung es vielleicht bessere Lösungen gibt - gerade mit Blick auf verstellbare Sattelstützen.
 
Ich habe jetzt nicht den Bedarf für sowas, komme ganz gut mit dem klassischen Setup hin. Was mich stören würde: auf den Bildern liegen die 7kg schon arg auf den Bremsen auf und wenn ich es richtig sehe, ist das auch nicht zusätzlich verzurrt (z.B. am Steuerrohr). Die Befestigung an Inner-Barends ist auch speziell, weil man die extra braucht.
 
Ich habe jetzt nicht den Bedarf für sowas, komme ganz gut mit dem klassischen Setup hin. Was mich stören würde: auf den Bildern liegen die 7kg schon arg auf den Bremsen auf und wenn ich es richtig sehe, ist das auch nicht zusätzlich verzurrt (z.B. am Steuerrohr). Die Befestigung an Inner-Barends ist auch speziell, weil man die extra braucht.
Natürlich ist es „speziell“, deswegen lohnt es sich ja überhaupt nur drüber zu reden, oder?

Verzurrt werden muss nichts extra: Selbst V1 hielt schon bombenfest durch die Befestigung am Vorbau. Das wird so auch von Abschleppsystemen für Kinder ala Kommit / Trax genutzt, deswegen kam ich drauf. V2 ist prinzipbedingt noch sicherer. Dazu und zum Cable-Rub habe ich auch vorher im Thread schon geschrieben.

Obwohl manche die Innerbarends zusätzlich brauchen (ich hatte sie schon, deswegen kam ich überhaupt auf die Idee) liegt das Gesamtsystem (also Rucksack + Innerbarends) mit 410 g bei 25 l Volumen unter zumindest meinem „klassischen„ Setup (2x Ortlieb). Das hat nämlich 780 g bei ebenfalls 25 l.
Und so kannst du endlich der Stylepolizei die Innerbarends verkaufen („das ist nur mein Ultraleicht-Gepäckträger“) 😉
Diese Stylepolizei würde ich übrigens gerne mal treffen, ebenso die Cheerleader für die stylischsten Fahrer 👮‍♀️👯

Spass beiseite: Die Ortlieb-Variante (oder andere ähnliche Taschen) hat natürlich auch Vorteile. Die Taschen sind zB deutlich robuster, die Lenkerrolle ist kleiner (-> mehr Federweg nutzbar) etc.
Man kann sie aber halt nicht unter 1 Minute auf den Rücken schnallen und umgekehrt. Und darum, ebenso wie das niedrige Gewicht gehts hier (siehe Titel des Threads) 🤷‍♂️
 
Den Thread hier habe ich gerade erst gefunden, deswegen die späte Antwort.

Ich kann, wie an anderer Stelle schonmal erwähnt, diesen 300-Gramm-Rucksack von Decathlon hier sehr empfehlen: Link

Den habe ich letzte Woche anderthalb Tage am Stück mit 7 kg getragen (um mir mein zu dem Zeitpunkt unangepasstes Twinloc vorne mit KarstenCarry nicht komplett zu schrotten) und es war bequem genug.
Der Trick mit den ultraleichten Rucksäcken liegt halt in der Bepackung: Da es kein wirkliches Rückenpolster gibt braucht man etwas anderes weiches. Dafür taugt imho perfekt der unkomprimierte Schlafsack, der zuerst in den Rucksack kommt (das hattest du @umtreiber vermutlich schon in einem meiner anderen Beiträge gelesen, aber vermutlich nicht alle die hier dabei sind).

Ich habe sogar schon erfolgreich mit einem 90 g Rucksack experimentiert, da allerdings mit weniger Beladung (3-5 kg).

Alles schön und gut. Aber irgendwas müssen ja die anderen Rucksackhersteller falsch machen wenn man für 25€ einen wasserdichten Multisport-Ultralight-Rucksack bekommt.

Das mit der Packidee mit dem Schlafsack mach ich z.b. nicht. Meiner ist im Kompressionsbeutel und Müllsack wegen Regen. Pack-Volumen und Regenschutz sind somit optimal. Ausserdem hat die Daunen ja keine "Stützfunktion". Aber ich denke wir machen grundsätzlich verschiedene Arten von Touren, darum ist auch der Gear-Ansatz ein anderer.
 
irgendwas müssen ja die anderen Rucksackhersteller falsch machen wenn man für 25€ einen wasserdichten Multisport-Ultralight-Rucksack bekommt.
Nicht „falsch“ sondern teilweise „anders“ aber halt auch „kleiner“ (Skalierung).

Ist das der perfekte Rucksack für alles? Sicher nicht. Besonders abriebfest ist der gewählte Stoff etwa nicht (ich hab mir zB nach 3 Tagen wegen ungünstiger Verteilung des Inhalts ein Loch reingewetzt und unterwegs repariert). So wasserdicht wie ein Ortlieb-Kanu-Drybag auch nicht. Und dass er kein nennenswertes Rückenpolster hat hast du ja schon festgestellt.
Was du mit „Stützfunktion“ meinst verstehe ich nicht.
Den wasserdichten Liner kannst du aber natürlich zusätzlich auch bei diesem Rucksack, und dieser Art, den Schlafsack zu packen, nehmen (mache ich nächstes Mal auch). Die ULer nehmen gerne Müllsäcke (groß, dicht, leicht, billig).

So wie ich das sehe kannst du auf diesen oder ähnliche Ausrüstungsgegenstände verzichten oder eben dich anpassen. Irgend jemand hat im Ultraleicht-Trekking-Forum mal sinngemäss geschrieben „Bei Ultraleicht ersetzt du auch Ausrüstung durch Fähigkeiten.“
Und den Klassiker „You pack your fears“ kennst du bestimmt schon.

Ich bin jedenfalls echt begeistert von dem Ding (trotz seiner Einschränkungen) und freue mich, dass es auch noch so günstig ist. Dabei ist mir Geld in der Größenordnung von Camping-Ausrüstung weitestgehend egal. Mich interessiert primär die optimale Lösung.

Ob unsere Touren so unterschiedlich sind weiss ich nicht. Ziemlich sicher fährst du krasser bergab als ich (das ist nicht schwer 😉). Mehrere Tage hintereinander bei Dauerregen bin ich aber auch schon unterwegs gewesen. Und entsprechend plane ich auch jede Tour.
 
Also das fällt mir jetzt erst auf:

Einen 1,1kg Schlafsack in einen 300gr Rucksack fürs Bikepacking zu stopfen muss man erstmal bringen.
Wenns umgekehrt wäre würde ich es ja verstehen ...
Dieser Rucksack hat zudem nur ein rudimentäres Trage-System und liegt zudem komplett auf dem Rücken auf ohne jegliche Abfluß- oder Lüftungsfunktion.
Gut für morgens zum Bäcker aber bei einer sportlichen MTB-Tour?
 
Verzurrt werden muss nichts extra: Selbst V1 hielt schon bombenfest durch die Befestigung am Vorbau. Das wird so auch von Abschleppsystemen für Kinder ala Kommit / Trax genutzt, deswegen kam ich drauf. V2 ist prinzipbedingt noch sicherer. Dazu und zum Cable-Rub habe ich auch vorher im Thread schon geschrieben.
Der Vergleich passt nicht. Am Seil erfolgt der Zug nur nach vorne. Aber 7kg, die auf und ab wippen, möchte ich nicht vorne dran haben bzw. auf den Bremsen, und auch nicht nur per dünnem Seil. Das ist eigentlich auch nur ein Kompromiss, weil Gurte nicht gut verarbeitet werden können.
mit 410 g bei 25 l Volumen unter zumindest meinem „klassischen„ Setup (2x Ortlieb). Das hat nämlich 780 g bei ebenfalls 25 l.
Das Gewicht ist nicht der Punkt, sondern das man sich was ans Rad schrauben muss, um eine Befestigung zu haben (was sich nicht mal eben abbauen lässt).
Bei mir sind ca. 2kg am Lenker, komprimiert und gut verzurrt in einer Lenkertasche. Da ist bei mir dann die Grenze erreicht.
 
Also das fällt mir jetzt erst auf:

Einen 1,1kg Schlafsack in einen 300gr Rucksack fürs Bikepacking zu stopfen muss man erstmal bringen.
Wenns umgekehrt wäre würde ich es ja verstehen ...
Dieser Rucksack hat zudem nur ein rudimentäres Trage-System und liegt zudem komplett auf dem Rücken auf ohne jegliche Abfluß- oder Lüftungsfunktion.
Gut für morgens zum Bäcker aber bei einer sportlichen MTB-Tour?
Der Rucksack ist gewichtsoptimiert, der Schlafsack nicht.
Und was genau hat das jetzt mit dem Thema zu tun?

Für mich taugt der Rucksack, wie beschrieben. Für andere vielleicht nicht.
Das System um das es hier im Thread geht funktioniert aber auch für viele andere Rucksäcke. Wer drauf steht ein schweres „Tragesystem“ zu haben der benutzt halt das.
Btw: Hier mal O-Ton aus der Beschreibung zum explizit als MTB-Rucksack für Mehrtagestouren gebauten Vaude Bike Alpin Pro 28:
„Das innovative, hinterlüftete Aeroflex Control Rückensystem bietet dir einzigartigen Komfort: Zur guten Belüftung bei schweißtreibender Bergauffahrt spannst Du das Rückensystem. Für die Bergabfahrt lässt sich das System zum Körperkontaktrücken wandeln. Dadurch wird der Lastschwerpunkt näher an den Körper gebracht und unterstützt somit dein Bike-Handling auf unebenen, kurvigen Trails.“

Denk mal drüber nach, inwiefern das hier relevant sein könnte …
 
Der Rucksack ist gewichtsoptimiert, der Schlafsack nicht.
Und was genau hat das jetzt mit dem Thema zu tun?
Das thema ultralight bzw Gewicht hast du ja ins spiel gebracht und auch vorgerechnet, daher ist das nicht so abwegig.
Für mich taugt der Rucksack, wie beschrieben. Für andere vielleicht nicht.
Das System um das es hier im Thread geht funktioniert aber auch für viele andere Rucksäcke. Wer drauf steht ein schweres „Tragesystem“ zu haben der benutzt halt das.
Btw: Hier mal O-Ton aus der Beschreibung zum explizit als MTB-Rucksack für Mehrtagestouren gebauten Vaude Bike Alpin Pro 28:
„Das innovative, hinterlüftete Aeroflex Control Rückensystem bietet dir einzigartigen Komfort: Zur guten Belüftung bei schweißtreibender Bergauffahrt spannst Du das Rückensystem. Für die Bergabfahrt lässt sich das System zum Körperkontaktrücken wandeln. Dadurch wird der Lastschwerpunkt näher an den Körper gebracht und unterstützt somit dein Bike-Handling auf unebenen, kurvigen Trails.“

Denk mal drüber nach, inwiefern das hier relevant sein könnte …
Macht es vaude jetzt "anders" oder "falsch"?

jetzt mal wieder ernst: die Hauptaufgabe von einem rucksack ist ja am Rücken, darum heisst er ja so und muss auch dort gut funktionieren für den entsprechenden Einsatzbereich... biken, trailrunning, klettern usw.. über brötchen-holen-rucksäcke mag ich hier garnicht reden. Wenn dein system bereits nachh drei tagen durchgescheuert ist und wasser eindringt ermutigt mich das nicht zur Nachahmung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Vergleich passt nicht. Am Seil erfolgt der Zug nur nach vorne. Aber 7kg, die auf und ab wippen, möchte ich nicht vorne dran haben bzw. auf den Bremsen, und auch nicht nur per dünnem Seil. Das ist eigentlich auch nur ein Kompromiss, weil Gurte nicht gut verarbeitet werden können.

Das Gewicht ist nicht der Punkt, sondern das man sich was ans Rad schrauben muss, um eine Befestigung zu haben (was sich nicht mal eben abbauen lässt).
Bei mir sind ca. 2kg am Lenker, komprimiert und gut verzurrt in einer Lenkertasche. Da ist bei mir dann die Grenze erreicht.
Der Vergleich passt sogar wunderbar, denn das Teil um das es in diesem Fall geht zieht am Vorbau auch nur nach vorne.
Ansonsten: Das dünne Seil hat eine Traglast von 165 kg, da gibt es also ein bisschen Reserve, selbst bei dynamischer Last 😉
Wenn ich Gurte gewollt hätte, hätte ich die genommen. Wenn ich dickeres Dyneema-Seil gewollt hätte ebenso.

Auf den Bremsen liegt nichts, das Gewicht hängt an den Innerbarends und am Vorbau.
Ich hatte gehofft, das wäre klar, aber vielleicht muss ich noch bessere Bilder machen.

Man muss sich gar nix ans Rad schrauben, man kann aber. Mit allen hier beschriebenen Vor- und Nachteilen.
Wägt man die gegeneinander ab? Klar.
Du hast das schon getan und es ist nichts für dich? Voll ok.
Dann (ver-)lass den Thread halt für Leute die das interessiert, oder?
 
Das thema ultralight bzw Gewicht hast du ja ins spiel gebracht und auch vorgerechnet, daher ist das nicht so abwegig.

Macht es vaude jetzt "anders" oder "falsch"?

jetzt mal wieder ernst: die Hauptaufgabe von einem rucksack ist ja am Rücken, darum heisst er ja so und muss auch dort gut funktionieren für den entsprechenden Einsatzbereiche.... biken, trailrunning, klettern usw.. über brötchen-holen-rucksäcke mag ich hier garnicht reden. Wenn dein system bereits nachh drei tagen durchegescheuert ist und wasser eindringt ermutigt mich das nicht zur Nachahmung.
Nochmal: Was hat was ich in meinen Rucksack reinpacke mit der Validität des Thread-Themas zu tun?
Wem die 110 g Gewicht der Innerbarends zu viel sind um den Rucksack am Rad montieren zu können dem kann ich nicht helfen. Und die, die es prinzipiell gut finden, aber Angst haben, dass es sie abseits des Bikepackings bremsen oder uncool aussehen könnte lade ich ein, ein entsprechendes Teil zu bauen, das sich schneller demontieren lässt 😀

Vaude hat teilweise die selben Ziele (belüftet bergauf, körpernah bergab) wird ihnen aber anders gerecht weil sie es halt komplett im Rucksack lösen (müssen).
Sie machen es also anders, mit anderen Vor- und Nachteilen. Die Rucksäcke sind bestimmt gut und für viele Leute genau das richtige.

Durchgescheuert ist der konkrete Rucksack, den ich hier immer als Beispiel nehme weil ich ihn so mag, vor allem weil er natürlich empfindlich ist und ich ihn leider falsch bepackt habe (Metall direkt hinter dem Aussenstoff an einer Stelle die in dynamischem Kontakt mit dem Rad kommt).
Noch unterwegs kam ein Patch drauf und nächstes Mal packe ich anders.
Leben und lernen.
Vielleich stelle ich auch fest, dass es sich lohnt, manche Stellen zu verstärken. Das wäre auch ok.
 
Der Vergleich passt sogar wunderbar, denn das Teil um das es in diesem Fall geht zieht am Vorbau auch nur nach vorne.
Durch die Bewegung und das Auf und Ab (bzw. Schwerkraft) zieht der Rucksack Richtung Boden, also nach unten. Daher lastet da schon auch Gewicht auf den Bremsen. Viele Hersteller haben das ja auch erkannt und bieten dafür Lösungen an.
Beim Kommit erfolgt der Zug nach vorne, schließlich ist es ja ein Abschleppseil.
Ansonsten: Das dünne Seil hat eine Traglast von 165 kg, da gibt es also ein bisschen Reserve, selbst bei dynamischer Last 😉
Geht doch nicht um die Tragkraft. Aber warum nimmt kein Hersteller ähnliche Seile, sondern es werden ausschließlich Gurte verarbeitet?
Auf den Bremsen liegt nichts, das Gewicht hängt an den Innerbarends und am Vorbau.
Das ist bei allen Lenkertaschen ein Punkt und wir entsprechend (gut oder weniger gut) adressiert. Du hängst da locker das 2,5fache Gewicht dran mit ein paar Schnüren und plötzlich soll das kein Problem sein? Würde mich wundern, sieht auf deinen Bildern auch anders aus.
Dann (ver-)lass den Thread halt für Leute die das interessiert, oder?
Wenn es mich nicht interessieren würde, würde ich mir die Zeit sparen, was dazu zu schreiben.
 
Nochmal: Was hat was ich in meinen Rucksack reinpacke mit der Validität des Thread-Themas zu tun?
das hier:
Der Trick mit den ultraleichten Rucksäcken liegt halt in der Bepackung: Da es kein wirkliches Rückenpolster gibt braucht man etwas anderes weiches. Dafür taugt imho perfekt der unkomprimierte Schlafsack, der zuerst in den Rucksack kommt (das hattest du @umtreiber vermutlich schon in einem meiner anderen Beiträge gelesen, aber vermutlich nicht alle die hier dabei sind).
:ka:

Wem die 110 g Gewicht der Innerbarends zu viel sind um den Rucksack am Rad montieren zu können dem kann ich nicht helfen.
Ich hatte den Thread so verstanden dass du ein "Bikepacking-Rucksack-Transportsystem" entwerfen möchtest. Wenn es sich aber nur die Montage von zwei Barends handelt, um die man irgendeinen Rucksack rundum wurschtelt, dann ...
 
Aber warum nimmt kein Hersteller ähnliche Seile, sondern es werden ausschließlich Gurte verarbeitet?
Weil man nur Bänder mit verstellbaren Schnallen aufgrund der größeren Kontaktfläche sinnvoll kombinieren kann. Damit ist Längenänderung möglich.

Bänder lassen sich leichter vernähen, sind teils billiger.

Für Schnüre gibt es das bis ca. 3mm Durchmesser, hat jeder am Zelt.

Es gibt jedoch UL Rucksäcke, die das an gering belasteten Stellen mit Schnüren/Kordeln verstellbar mit diesem Teil umsetzen: https://www.extremtextil.de/leinenspanner-lineloc.html
 
Richtiger IBC-Thread. Einer hat ne gute Idee, alle jammern an Peripheriedetails rum, ohne im Kern etwas zur Verbesserung beizutragen. Probleme statt Potentiale:rolleyes:

Mir gefällt die Idee grundsätzlich gut, die Innerbarends sind für mich aber noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Der wertloseste Beitrag kam bisher von Dir, da war nichtmal Kritik am Tragsystem dabei, sondern nur an anderen Forenmitgliedern.

Immerhin hat fatbikeGM in mindst. 4 Threads sein Tragesystem beworben, da kann dann auch mal Feedback zurückkommen oder?
 
Ich finde die Idee echt gut und die Inmerbarends als Befestigungshilfe völlig i.O. Allerdings müsste man das Verhindern des Durchscheuerns sicher in den Griff bekommen.
@MadCyborg: Du hattest doch dir mal Gedanken gemacht über einen Halter am Vorbau? Wäre das in Kombination nicht eine sauber Lösung? Vielleich könnte man den Rucksack gegen einen mit Tragesystem ersetzen?
 
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