MIPS vs. WaveCel: MIPS zweifelt Angaben von Bontrager an

Erst letzte Woche stellten Trek und Bontrager die neue WaveCel-Helmtechnologie vor. Diese soll nach eigenen Angaben dem klassischen EPS-Schaum um ein Vielfaches überlegen sein. Nun meldet sich der schwedische Hersteller MIPS zu Wort und gibt an, die beworbene Funktion von WaceCel in eigenen Tests nicht reproduziert zu haben.


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Zudem zweifelt MIPS an, dass man aufgrund der vielen unterschiedlichen Sturzmuster und körperlichen Eigenschaften von Radfahrern überhaupt Angaben über die Wahrscheinlichkeit einer Gehirnerschütterung machen kann.
Das dürfte nachvollziehbar sein.
Wobei der beste Schutz gegen eine Gehirnerschütterung sein kann, selbiges vorher zu gebrauchen ..
 
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Nö - ist es nicht wenn man einen wissenschaftlichen Ansatz (den MIPS ja selbst explizit hervorhebt) für die Bewertung zugrunde legt.

Bei dem aktuellen Marktanteil von MIPS und dem Fehlen von wirklichen Alternativen dazu haben sie es auch sicher nicht nötig sich wieder ins Gespräch zu bringen.


Naja, völlig alternativlos ist das Konzept nicht. Leatt und Oneal statten ihr Helme mit eigenen Systemen aus und auch der neue FOX Rampage wird mit einem eigenen System (FLUID) ausgestattet. Ich denke viele Firmen haben das Lizeniserungsmodell von MIPS satt und wenden sich davon ab.

Für mich klingt die Reaktion von MIPS eher nach "getroffene Hunde bellen"...
 

lupus_bhg

Selbsttätiger Entlüfter
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Wir bei MIPS haben mehr als 22.000 Tests durchgeführt und wir wissen, dass nicht alle Helme gleich sicher sind – nicht einmal diejenigen, die behaupten, Drehbewegungen zu behandeln. Obwohl wir aus Verbrauchersicht hoffen, dass Bontragers Behauptungen zutreffend sind, sind wir neugierig, inwiefern sie den in unserem Labor durchgeführten Tests entsprechen. Wir sind ein Unternehmen von Wissenschaftlern, daher nähern wir uns diesem Thema im Sinne einer Zusammenarbeit, die der wissenschaftlichen Forschung innewohnt. Wenn wir gemeinsam das Radfahren für die Fahrer sicherer machen können, dann haben wir unsere Mission, die sichersten Helme herzustellen, erfüllt.
Die „Übersetzung“ tut ja beim Lesen weh.
 

R.C.

Release Candidate
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Einfach jeweils einen Vertreter von MIPS und Bontrager den eigenen Helm tragen lassen und einen Baseballschlaeger in die Hand. Die 'Technologie', die als erstes bewusstlos wird, hat verloren.
 
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Also dass es Materialien - vielleicht sogar WaveCel - gibt die Schlagenergie besser absorbieren können als EPS glaub ich sofort.
Je nach Versuchsanordnung kann man ganz leicht Ergebnisse produzieren, die in die gewünschte Richtung gehen.
MIPS wird bei solchen Tests im eigenen Haus wohl eher kritische Anordnungen für ein direktes Konkurrenzprodukt wählen, während Trek/Bontrager ihr Produkt sicher in günstigem Licht erscheinen lassen wollen.
 
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freetourer

Mein Enduro ist härrrrter als Dein DH
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Naja, völlig alternativlos ist das Konzept nicht. Leatt und Oneal statten ihr Helme mit eigenen Systemen aus und auch der neue FOX Rampage wird mit einem eigenen System (FLUID) ausgestattet. Ich denke viele Firmen haben das Lizeniserungsmodell von MIPS satt und wenden sich davon ab.

Für mich klingt die Reaktion von MIPS eher nach "getroffene Hunde bellen"...

Da hast Du natürlich Recht - es gibt andere Sachen am Markt. Was die Verbreitung aktuell angeht ist MIPS jedoch weit vorne.
Für kleine Brands insofern alternativlos als dass eine Neuentwicklung wahrscheinlich zu teuer wird.

Dass MIPS so offen und vehement gegen WaveCel kommuniziert ist ja durchaus nachvollziehbar.

Zum einen argumentiert Bontrager/Trek/WaveCell in ihrem Marketing direkt gegen MIPS und zum anderen ist es ja durchaus wissenschaftliche Tradition andere Theorien/Ergebnisse/Studien derart offen anzugehen.

Also dass es Materialien - vielleicht sogar WaveCel gibt die Schlagenergie besser absorbieren können aus EPS glaub ich sofort.
....

Ohne Frage - den Versuch kann man ja easy zu Hause mit einem bereits defekten Helm starten und im Gegenzug mal den Protektorschaum seines Knieschoners/Rückenprotektors nehmen.

Einige Helmhersteller verbauen ja mittlerweile Protektorschaum in ihren Helmen.
 
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Bei der Aussage 99 von 100 Gehirnerschütterungen werden vermieden platzt mir ehrlich gesagt die Hutschnur. So ein riesen Bullshit! Ich hatte auch schon eine durch einen "normalen" Fahrradsturz. 8 Monate Horror-Trip. Messen konnte man nichts. Weder in der Ambulanz im Spital und der Neurologe sagte er brauche kein MRI machen, sieht er sowieso nix drauf. Also, niemand konnte was messen, aber klar... Bontrager kann diese Aussage sogar treffen, ohne dass Gehirne in ihren Tests verwendet wurden. So ein Schwachsinn! Da kann ich die Aktion von MIPS durchaus verstehen. Das ist einfach professionell unseriös von Bontrager.
 

alleyoop

faul, aber langsam!
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...und die Mediziner sind auch gespalten in Ihrer Meinung

Na immer noch besser, als in den Köpfen. scnr :lol:

Bei der Aussage 99 von 100 Gehirnerschütterungen werden vermieden platzt mir ehrlich gesagt die Hutschnur. So ein riesen Bullshit! ... ... Das ist einfach professionell unseriös von Bontrager.

Neujahrsvorsatz der Bikeindustrie 2020: "Jetzt mit 99% weniger Bullshit!" Ok, zu 99% unwahrscheinlich.. ^^

Ach so, vergessen:

Drunk+0023.jpg
 
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Die sollen in der eigenen PDF was Aerodynamic, Gewicht, Bremskraft und Steiffigkeit angeht, eigenartigerweise besser als die von namenhaften Mitbewerben wie ENVE und Zipp sein.

http://trek.scene7.com/is/content/TrekBicycleProducts/BT18_LAUNCH_Aeolus_XXX_Whitepaper.pdf
Danke für den Artikel, den hatte ich noch nicht gelesen.

Jedenfalls kann man attestieren dass Trek in punkto Engineering mit FEA, CFD und Optimierung echt viel macht.
Leute die so was können muss man erst mal bezahlen wollen, die sind nicht billig.

(Das hat jetzt mit dem Helm direkt nicht so viel zu tun, nur mal so Side-Topic ;-))
 

nobss

69er Bikejunkie
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bfu testet Helme mit MIPS

Im Auftrag der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung untersuchte die Dynamic Test Center AG die Vor- und Nachteile von MIPS (Multi-directional Impact Protection System) in Fahrradhelmen bezüglich Kopfbelastungen bei einem Sturz mit dem Fahrrad.

Resultate
Die Ergebnisse wurden einerseits anhand üblicher biomechanischer Belastungsgrenzwerte und andererseits durch die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) beurteilt. Die durchgeführten Tests zeigen eine Reduktion der Kopfbelastungen für Fahrradfahrer durch MIPS bei rotativen Bewegungen. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass die wirkenden Kräfte und Momente in der Halswirbelsäule durch MIPS reduziert werden.

Fazit
Aus den Resultaten wird ersichtlich, dass sich die Schutzwirkung eines Helms mit MIPS zwar steigern lässt, ein schlechter Helm mit MIPS aber immer noch höhere biomechanische Belastungen zulässt als ein guter Helm ohne MIPS. Ein Wechsel von der aktuellen Norm EN 1078 zur prEN 13087-11 ist aufgrund der erzielten Ergebnisse zu begrüssen.

https://www.bfu.ch/sites/assets/Shop/bfu_2.351.01_Tests von Fahrradhelmen mitohne MIPS.pdf
 

dbf

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MIPS ist ja auch nicht ausserhalb jeder Kritik. So macht MIPS die Messungen mit Gummibeschichteten (sehr guter Grip) , harten Testköpfen.
Ein Realer Kopf hat Haare (meistens) und eine zum Schädel in gewissen massen bewegliche Kopfhaut.
Das ist dann so eine Art natürlicher MIPS Effekt den jeder hat.
Fakt ist: Kein offizielles Prüfinstitut hat die MIPS Vorteile bisher wirklich bestätigen können und die Mediziner sind auch gespalten in Ihrer Meinung
Genau die selbe Frage stelle ich mir auch... da ich gerade auf Helm suche bin.
die Test sind ja wirklich mit Harten köpfen.... alle meine Helme kann ich dank meinen Haaren( Danke Papa für die Vollen harre ,-) ) leicht verschieben... ein Tet were mal interssant wo sowas berücksichtigt wird...

Ich glaube wirklich das die Stoßdempfung vom Helm das wichtigste ist... Mips ist dann evtl ein quentchen besser wenn mann die Haare und Kopfhaut mitberechnet. Ansätze wie von 100% finde ich fast inderessanter oder poc Spin weil die den stoß noch etwas mehr absobieren.
 
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Genau die selbe Frage stelle ich mir auch... da ich gerade auf Helm suche bin.
die Test sind ja wirklich mit Harten köpfen.... alle meine Helme kann ich dank meinen Haaren( Danke Papa für die Vollen harre ,-) ) leicht verschieben... ein Tet were mal interssant wo sowas berücksichtigt wird...

Ich glaube wirklich das die Stoßdempfung vom Helm das wichtigste ist... Mips ist dann evtl ein quentchen besser wenn mann die Haare und Kopfhaut mitberechnet. Ansätze wie von 100% finde ich fast inderessanter oder poc Spin weil die den stoß noch etwas mehr absobieren.
Ob deine Haare immer noch so gut rutschen wenn da im Falle eines Sturzes massiv Druck ausgeübt wird wage ich zu bezweifeln. Und wenn es ein System gibt, welches die Aufgabe egal bei welchen Druck freiwillig übernimmt gibt meine Kopfhaut das Staffelholz lieben gerne weiter... Ich hab nach >4 Jahren immer noch Probleme in der Kopfhaut. Der Mips effekt funktioniert ggf. nämlich nur einmal. Danach sind die Strukturen so geschädigt, dass sie sich anscheinend nie wieder ganze erholen. Aber vertraut nur weiter auf eure Haare und Kopfhaut.
 
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