Wonko schrieb:
Ich habe den Satz mit "Nimm an ..." eingeleitet, um deutlich zu machen, dass es keine Behauptung, sondern eine Hypothese ist
Das war mir durchaus aufgefallen. Aber die Aufforderung, genau dies einfach mal "anzunehmen" kam ja nicht von ungefaehr, insofern habe ich (zu Recht, wie ich deiner Antwort entnehme) herausgelesen, dass das durchaus deine Meinung ist, mich aber durch die Frage abgesichert, mit dieser Einschaetzung nicht daneben zu liegen
Wonko schrieb:
Ist die Formulierung etwa so zu verstehen, dass Du "die reinen Materialeigenschaften als hinreichenden Beleg fuer die Eigenschaften des kompletten Rahmens akzeptierst"?
Nein. Aber aus meiner Sicht sollte es durchaus moeglich sein, die Eigenschaften eines Materials bei der Konstruktion zu nutzen. Waeren sie vernachlaessigbar muesste das Fazit ja lauten: Egal woraus der Rahmen ist, wenn er nur gut gemacht ist! Das wuerde aber vermutlich keiner hier so stehen lassen.
Wonko schrieb:
Hättest Du vielleicht daran Interesse, das im Rahmen einer Wette zu klären?
Ein interessanter Ansatz. Wenn ich das noetige Kleingeld haette wuerde ich mich sogar darauf einlassen. (Denn absolut sicher, dass ich die Wette gewinnen wuerde bin ich keineswegs, und selbst wenn ich mir absolut sicher bin wette ich nicht um Einsaetze, die ich nicht bringen kann).
Allerdings waeren auch die Ergebnisse dieses Tests vermutlich ziemlich fragwuerdig. Denn genau wie bei dem Tour- Test (die Kleinigkeit, dass es sich um Rennraeder handelte und nicht um MTBs mal ausser Acht gelassen) haetten wir eben nur ein Ergebnis fuer einen Rahmen jeden Typs. Das ist statistisch ueberhaupt nicht signifikant sondern reiner Zufall, bzw davon abhaengig, ob der Schweissroboter einen guten Tag hatte
Bisher habe ich eigenen Auges ca. 10 MTB- Rahmen gesehen, die (ohne massive auessere Einwirkungen, wie zum Beispiel das Einfahren in eine Tiefgarage mit Bike im Dachstaender, der kurioseste "Garantiefall", den bisher jemand bei mir reklamieren wollte) das Zeitliche gesegnet hatten.
In zwei Faellen war bei leichten Alurahmen das Unterrohr irgendwo mittendrin gerissen. In allen anderen Faellen (ich erinnere mich jetzt nur an einen kaputten Stahlrahmen, aber da spielt natuerlich auch die absolute Haeufigkeit der Verwendung eine grosse Rolle) waren die Rahmen an Stellen kaputt gegangen, an denen sie "verarbeitet worden waren", sprich es handelte sich um Risse in, oder unmittelbar im Bereich der Schweissnaehte.
Insofern koennte man wohl wirklich fast die Frage stellen, ob nicht das Material eigentlich die kleinere Rolle spielt.
Nochmal zur Wette: Wie gesagt, Stahl macht fuer mich vor allem in meinem Einsatzbereich Sinn, ich will einen haltbaren Rahmen, 500 Gramm Mehrgewicht sind mir relativ egal (in irgendeiner kuerzlich erschienen Bikezeitschrift kam man in Messungen auf eine Ersparnis von 2 Watt durch eine Einsparung von 500 Gramm am Reifen, sprich, an der guenstigsten Stelle rotierender Massen, waehrend - nach deren Messung - Gewichtseinsparungen am Fahrer mehr brachten als am Bike. 500 Gramm Einsparung am Rahmen macht also vermutlich weniger Sinn, als einfach ab und zu einen Burger weniger zu essen

)
Dafuer bin ich bereit fuer meinen Rahmen etwas mehr Geld auszugeben (und dafuer weit seltener einen neuen zu kaufen als der Grossteil der Leute hier). Wenn ich jetzt aber einen Rahmen dieses Kalibers (beispielsweise von German Moehren) in unseren Test schickte taete es mir schon allein um den Rahmen leid. Abgesehen davon waere eben die Frage, welcher Alurahmen da vergleichbar ist? Ginge es nur um ein vergleichbares Gewicht koenntest du einen Dirtjump- Rahmen kaufen, dann muesste ich mich fragen ob ich nicht besser einen (vermutlich schlechter verarbeiteten, aber dafuer ganz anders ausgelegten) Orange Hitman oder DMR Switchback (um mal zwei Schmieden zu erwaehnen, die ihre massiv ausgelegten "Rumhuepf"- Rahmen neuerdings wieder aus Stahl fertigen...) haette ins Rennen schicken sollen.
Nein, meine These war nur, wenn ich viel Geld fuer einen Rahmen ausgebe, mit dem ich meinen Einsatzbereich (lange Touren, ab und zu einen Marathon oder ein kleines Rennen zum Spass) abdecke, dann wuerde ich kein Alu kaufen, weil ich mir Sorgen um die Dauerhaltbarkeit machen wuerde.
Ich gebe dir Recht, dass ich diesen (empfundenen) Vorteil hier nicht nachweisen kann. Aber da ist man im MTB- Bereich ja sowieso an der falschen Adresse. Hier geben Leute, die selbst 80 kg und mehr wiegen hunderte Euros aus, um ein paar Hundert Gramm an ihren Bikes zu sparen. Und wenn man sich mal anschaut, womit auch die meisten "Nichtgewichtsfanatiker" hier unterwegs sind - das kann man in den allerseltensten Faellen rational begruenden.