Westalpen: Touren im Bereich Queyras und Ecrins

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Aloha,

ich bin (bzw. wir sind) bekennende Westalpenfans. Das ganze kam eher zufällig: Nach einen Alpencross vor einigen Jahren wollten wir noch 2 Wochen Urlaub in Saalbach machen. Als es dort dann Anfang August nach mehreren Tagen Dauerregen auch noch Schnee gab, habe ich die Wetterapp auf dem Handy gestartet und geschaut wo in den Alpen Sommer ist ;-)

Die Wahl fiel auf die Gegend östlich von Grenoble. Also den T4 Bus wieder gepackt und auf nach Westen. Wir sind dann 10 Tage dort in verschiedenen Bikeparks gewesen und haben festgestellt: Die Gegend hat Potential für weitere Urlaube!

Wir waren jetzt insgesamt schon sechsmal dort unten und haben dort sowohl die Bikeparks genutzt als auch MTB- und Rennradtouren gefahren. Wir waren dabei nicht unbedingt „ortstreu“ und haben uns quasi die „ganzen“ Westalpen von Portes du Soleil bis kurz vor Digne-les_Bains und von Grenoble bis Turin angeschaut.

Eine Hammergegend mit zig Bikeparks und endlosen Tourenmöglichkeiten. Zu zweiteren möchte ich hier etwas mehr schreiben. Wobei ich natürlich auch zu den Bikeparks bei Bedarf Auskunft geben kann….

Wir waren in 2015 und 2016 u.a. in La Roche-de-Rame zwischen Guillestre und Briancon auf dem Canmpingplatz Le Verger. Von dort aus haben wir einige Touren gemacht, die ich hier vorstellen möchte.
Vorab: Die Gegend im Bereich Ecrins und Queyras ist eine echte Top Urlaubsregion für Aktivtouristen. MTB, Bikeparks, Rennrad, Klettern, Wandern, Trailrunning (gut ausgeschildertes Trailnetz, auch als MTB Abfahrt top), Klettersteige, Wildwasser, Schwimmen und am Lac de serre poncon: Surfen, Kiten, Segeln etc….hier geht fast alles :-D

Was auch toll ist: Die meisten Strecken sind recht einsam, wer auf eine Hütteneinkehr steht wird enttäuscht sein ;-). Wanderer trifft man auch nur gelegentlich, MTBler eigentlich nie ;-) Auf allen unseren Touren der letzten beiden Jahre sind uns nur zwei andere (einheimische) Biker begegnet :-O Die Wanderer sind fast ausnahmslos bikerfriendly und respektieren es durchaus, was die MTBler leisten, wenn sie ihre Räder hochschleppen. Auch wird man regelmäßig angefeuert und einem viel Spass für die Abfahrt gewünscht!

Leider bin ich dieses Jahr krank in den Urlaub gestartet und musste noch Antibiotika nehmen :-( So richtig habe ich mich nicht davon erholt, so dass wir einige Touren etwas entschärfen bzw. verkürzen mussten, weil ich ziemlich platt war. Ich hatte auch noch ein paar Touren mehr geplant, aber es ging dieses Jahr einfach nicht… Ein übler Sturz auf der ersten Tour war auch nicht besonders gesundheitsfördernd.....ich wollte in einem Geröllhang über eine scheinbar stabile Steinplatte fahren, die dann aber unter meinem Vorderrad weggekippt ist, den Lenker hat es dabei sofort um 90° umgeschlagen und ich habe einen echten Highsider mit Sturz Richtung Tal hingelegt. Die Protektoren haben das schlimmste verhindert, nur ein Stein hat sich seitlich (wo der Protektor nicht mehr so dick ist) ins Knie gebohrt, was ein ziemlich dickes Knie zur Folge hatte. Ich habe es soweit möglich mit einem feuchten Tuch gekühlt und weiter ging's ;-)

Generell kann man sich hier:
http://www.vttour.fr/sentiers/?id_massif=7 bzw hier http://www.vttrack.fr/#http://www.vttour.fr/sentiers/?id_massif=7
recht gute Infos bzgl. Touren und Fahrbarkeit von Strecken holen!

Die Photos stammen aus verschiedenen Geräten: Sony RX100III, Panasonic DMC-FT3, Sony Z und Sony Z1. Alles unbearbeitet und qualitativ sehr unterschiedlich ;-)

So: Genug geschwafelt, hier die Tourbeschreibungen inkl. Bilder:

2015-07-21_10-27-26, Collet du Peyron, Lac de L'Ascension
Eine absolute MustDo-Tour. Nicht allzu lang und schwierig, aber landschaftlich und fahrerisch ein Traum. Es geht erst gut fahrbar auf Piste bis Le Lauzet (man kreuzt hierbei mehrfach eine ausgeschilderte Trailrunningstrecke die wir am Vortag zu Fuß hoch sind, wäre auch eine tolle, kurze Abfahrt, so als Sundowner) dann links weiter hoch und nach ein paar hundert Metern steil rechts weiter. Den Teil im Wald sind wir letztes Jahr noch gefahren, dann geht es kurz etwas weniger steil über eine Wiese und dann heisst es tragen bis zum Collet du Peyron. Die Aussicht und die folgende Abfahrt ist jeden Tragemeter wert. Zuerst etwas unschön im steilen Geröllhang, dann über tolle Flowtrails entlang der Seen. Zwischendrin haben wir mal kurz den Weg verloren und mussten uns neu orientieren, was von einem kleinen Hügel aus aber recht problemlos war ;-) Letztes Jahr hatte ich kein GPS am Lenker!
Die Abfahrt ist der Hammer: Wir mussten glaube ich nur einmal kurz schieben, weil der Weg durch starken Regen in eine tiefe Schotterrinne verwandelt war.
Auf 1360m sind zwei Abfahrtsvarianten möglich, wir haben die linke genommen und die Aussicht genossen ;-) Die rechte Variante scheint steiler (Spitzkehren) und im Wald gelegen...

Blick zum Tragestück am Collet du Peyron bei der Auffahrt


Blick zurück zum Collet nach dem ersten Abfahrtsstück


Auf dem Collet du Peyron mit Blick zum Lac de L'Ascension


Traumhaft flowige Trails oben am Lac de L'Ascension


Blick auf den weiteren Abfahrtstrail


Da kommen wir her


Wahnsinnspanorama und top Trails










Bevor es in den Wald geht, gab es ein paar technische Stellen. Nichts schwieriges und mit hohem Spassfaktor :-D








....to be continued
 
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...und weil die nächste Tour so kurz war und es nur zwei Bilder sind, geht es direkt weiter ;-)


2015-07-24_10-07-33, Col des Combes
Reine Regenerationsrunde bzw. Erkundungstour nach Freissinieres (Klettersteig), größtenteils Piste und ausgeschilderte MTB Route. Die Abfahrt von Pallon war super! Eigentlich wollten wir die alte Römerstrasse runter, ich hatte dann aber keinen Bock auf Asphalt dorthin zu kurbeln (haben wir dieses Jahr dann aber gemacht) und auf der Karte war noch eine Alternative erkennbar, die sich dann echt gelohnt hat :-D Entlang einer Wasserleitung ging es relativ steil und leicht verklockt ins Tal: Hat richtig Spass gemacht!

Anfangs geht es schattig entlag des La Biayesse


Abfahrt entlang der Wasserleitung
 
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Und hier noch eine Tour aus 2015:

2015-07-25_09-47-00, Lac und Col du Lauzet, Col St.Antoine
Eine der absolut besten Abfahrten der Gegend. Bei der Auffahrt haben wir allerdings Mist gebaut. Der Trail zwischen 1800 und 2120m ist nicht fahrbar und führt durch eher feuchtes, mückenverseuchtes Gestrüpp :-( Die bessere Alternative wäre wohl die Pistenauffahrt ab St.Crepin gewesen (so wie wir dieses Jahr dann auch gefahren sind!). Der See ist glasklar und hat Badetemperatur. Die Piste hoch ist für KFZ freigegeben, eine Übernachtung dort oben ist sicherlich auch ganz nett ;-) Vom See bis zum Col St.Antoine war schieben und tragen angesagt. Dann folgte eine komplett fahrbare Abfahrt mit einem kurzen Gegenanstieg vorbei am Refuge de Furfande.
Im unteren Teil der Abfahrt kann man entscheiden, ob man nach Arvieux weiter will oder direkt ins Guiltal. Wir sind direkt abgefahren, da uns die Zeit langsam ausging. Bei 1380m haben wir den direkten Trail ins Tal genommen: Das war ein Fehler! Ein Schild am Einstieg warnt Biker und Reiter, dass der Weg zwar anfangs gut machbar aussieht, dies aber im weiteren Verlauf nicht der Fall ist. Wir wussten es natürlich besser: Wir kommen schliesslich überall runter ;-) Runter sind wir auch gekommen, allerdings eher tragend. Extrem steil, ausgesetzt und dazu noch haltloser, staubiger Untergrund. Da war definitiv nicht viel fahrbar! Evtl. geht da was, wenn es weniger staubig ist ;-)
Auf Asphalt geht es dann durch die tolle Guil-Schlucht zurück nach Guillestre und von dort auf weniger schöner Strasse zurück zum Startpunkt.
Eine andere Variante wäre noch gewesen vom Col nicht ganz bis zum Refuge abzufahren, sondern auf 2200m den Weg nach rechts zum Col Garnier zu nehmen. Die Abfahrt von dort soll toll sein und war für dieses Jahr geplant, musste aber leider ausgelassen werden :-(

Schotterpiste zum Lac du Lauzet


Lac du Lauzet


Kurze Tragestrecke zum Col St.Antoine




Abfahrtstrail mit Panorama












Das war's für heute und für 2015, morgen gibt es weitere Touren, dann aus dem Jahr 2016.

Bis dahin,
Daniela
 
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Weiter geht's mit einer "Klassikerrunde" ;-) Wir hatten Glück und es war nicht extrem voll, aber als wir ein paar Tage später mit den Rennrädern in der Gegend waren, haben wir dort Biker gesehen, die sich dort haben hochshutteln lassen :eek: Wir sind an dem Tag keinen Bikern begegnet, nur das Wandereaufkommen war grenzwertig :rolleyes: Wir haben nach der Straße auf dem Anstieg zum Col Vieux fast nur geschoben....war einfacher als der Wandererslalom :D

2016-08-02_10-39-06, Col de Chamoussiere, Col Vieux
Direkt ein Highlight am Anfang des Urlaubs! Vom Parkplatz in Molines-en-Queyras geht es erst auf Asphalt bis Saint Veran, danach beginnt die gut fahrbare Schotterpiste mit moderater Steigung bis kurz vor die Chapelle ND-de-Mont-Camel. Entlang der Piste gibt es eine Kupfermine und einen grünen Marmorsteinbruch zu sehen. Bevor man den L'Aigue blanche (Bach) überquert geht es links ab. Von hier ab haben wir teilweise geschoben aber auch längere Abschnitte gefahren. Es ist insgesamt nicht sonderlich steil, aber durch viele kurze Steilstufen doch ziemlich kraftraubend! Schieben war teilweise entspannender, zumal die Aussicht grandios ist ;-) Vom Col de Chamoussiere geht es im wesentlichen über einen Geröllhang bis runter zur Strasse zum Col Agnel, nicht wirklich schön zu fahren, aber es geht. Hier bin ich leider auch gestürzt :-(
Ab der Strasse war es dann hoch zum Col Vieux echt ätzend, hier fallen wohl massig Wanderer ein, weil vom Parkplatz aus mehrere recht einfache 3000er quasi als Sonntagsspaziergang erreichbar sind. Die Wege sind "eingezäunt" und ziemlich überlaufen, obwohl wir extra an einem Wochentag hin sind. Wir haben so ziemlich komplett bis zum Col geschoben, es war einfach zu voll....
Die Abfahrt ist echt Mega! Zuerst hochalpin mit moderatem Gefälle über eine Ebene vorbei an zwei Seen. Ich glaube wir mussten zweimal kurz tragen weil der Weg fehlte, sonst traumhaft. Der Oberhammer kam dann aber, als der Wald anfing: Super Trail! Technisch nicht sonderlich schwierig mit angenehmen Gefälle und zwischendrin einem sehr langen, spassigen Steinfeld (Bachbett). Ab L'Echalp dann auf Asphalt zurück :-( Nicht schön, aber relativ alternativlos!
In Abries gibt es in der Linkskurve eine Patisserie mit leckeren Törtchen ;-) Zwischen Ville-Veille und Molines gibt es am gegenüberliegenden Hang eine demoiselle coiffée! Davon gibt es in der Gegend einige :-D

Auffahrt zum Col de Chamoussiere




Blick vom Chamoussiere auf die Agnelpassstrasse. Im Hintergrund links ist der Weg zum Col Vieux zu sehen.


Bkick vom Col Vieux Richtung Abfahrt


Flowtrail


Eine der wenigen etwas steinigeren Stellen


Weiter auf Flowtrail




Im unteren Teil wird es "waldig"


Auf zur finalen Waldabfahrt




Vom letzten drittel der Abfahrt im Wald gibt es keine Bilder, war einfach zu geil zu fahren :D:D:D
 
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2016-08-04_10-39-40, Col de la Pousterle, Les Tetes, Lac und Col des Lauzes, Clot de Puy, Crete de Rortie, Col de L'Aiguille
Die Tour hat von allem etwas: Die Auffahrten sind einfach auf Piste, die Abfahrten ein Spitzkehrentraum und nette Wander- und Klettereinlagen gibt es auch!
Zuerst wieder Asphalt bis hoch ins Fourneltal, vorbei an der Silbermine (Besuch lohnt sich, muss vorher im Museum im Argentiere gebucht werden), bis zum ersten Col dann Schotterpiste mit gelegentlichem KFZ Verkehr, schon erstaunlich was die Touris ihren nicht geländegängigen Familienkutschen antun ;-) Ab dem Col dann Waldwege bis kurz vor den baumlosen Gipfel (Les Tetes). Im Prinzip kann man bis ganz oben alles fahren! Oben die Aussicht genießen und dann auf die erste Spitzkehrenabfahrt des Tages. Zuerst über eine sehr selten befahrene Wiese und dann in den Wald. Hier folgt Spitzkehre auf Spitzkehre :) Ich konnte zwar nicht alle fahren, hatte aber trotzdem einen riesen Spass!
Die zweite Auffahrt ist ebenfalls ziemlich leicht. Am Lac des Lauzes mussten wir uns kurz orientieren, bis wir den unscheinbaren Pfad mit der Trailrunningnummer 14 gefunden haben ;-) Ab hier gab es dann alles: Fahrstücke, Schiebestücke, Tragestücke, Kletterpassagen und imposante Tiefblicke. Es geht mehr oder weniger entlang der Crete, mal rechts, mal links, mal buchstäblich mitten durch ;-) Es lohnt sich die kurzen Seitenpfade zu Fuß zu erkunden: Hier gibt es immer wieder spannende Tiefblicke und grandiose Aussichten! Die Wegführung ist dank der Trailrunningbeschilderung einfach! Die Abfahrt nach Pallon dann wieder ein Spitzkehrentraum.
Von Pallon hat man dann die Wahl entweder entlang des Wasserrohres etwas steiler oder in eher flowigen Spitzkehren über die Römerstrasse bergab: Wir haben diesmal die Römerstrasse genommen, dazu muss man einen guten Kilometer auf Asphalt Richtung Süden bis die alte Strasse links abzweigt. Die Strasse wurde nach der Römerzeit als Prozessions-/Kirchweg zur Chapelle de Rame genutzt die am Ende zu finden ist. Entlang der Strasse gibt es einige Schilder mit Erklärungen und auch den Hinweis auf ein römisches Haus dessen Grundriss auf einem Feld im Tal zu erkennen ist.
Fazit eine tolle Tagestour, allerdings ohne hochalpinen Charakter!

Les Tetes


Abfahrt vom "Gipfel"


Wenig befahrener Wiesentrail


Im Wald: Unzählige Spitzkehren


Auf der Crete. Hier geht es mehr oder weniger direkt entlang des Kamms weiter


Eine der Kletterstellen


Nix für breite Lenker :-D
 
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2016-08-11_10-54-37, Col de Serenne, Col de la Coulette, Crete de Vars, Col de la scie
An dieser Tour scheiden sich die Geister. Ich würde sie so jedenfalls nicht nochmal machen!
Geparkt haben wir in Vars-St.Catherine, die Auffahrt bis zu einem Bauernhof ist gut machbar. Da der Weg kurz vor dem Hof explizit für alle (Wanderer und MTB) gesperrt ist, muss man auf einen Trail ausweichen, der größtenteils schiebend zu bewältigen ist, es gibt aber auch einige fahrbare Passagen. Bei 2555m hat man die Wahl über die Crete des Couniers zu gehen oder den Weg am Hang zu nehmen. Da es in Richtung Crete wenig fahrbar aussah und es extrem windig war, haben wir den Hangweg genommen: Gute Wahl! Im Prinzip fahrbar, jedoch teilweise so ausgesetzt und schmal, dass wir manchmal doch lieber geschoben bzw. getragen haben ;-)
Vom Col de Serenne sind es dann nur wenige Meter bis zum Lac des 9 Couleurs, wenn wir das gewusst hätten (hatte die Karte leider nicht genau genug studiert) wären wir da noch kurz hin, so haben wir nur in einer windgschützten Ecke Pause gemacht und sind in die Abfahrt gestartet.
Die Abfahrt bis auf 2300m ist total relaxed, wir sind dann links weiter Richtung Col de la Coulette. Hier gibt es eine Edelweisswiese, so dass es sich auf jeden Fall lohnt hier hoch zu kommen! Alternativ hätte man aber auch direkt weiter bis zum Refuge de Basse Rua abfahren können. Dann allerdings ohne Edelweisswiese.
Wie man ab dem Col de la Coulette weitermacht sollte man sich gut überlegen:
- Wir sind über die Crete de Vars gewandert. Tolle Aussichten, aber ausgesetzt und steil. Hoch komplett extrem steil zu tragen und auf der Crete viel schieben und tragen. Wir sind insgesamt nur wenig gefahren.....Die Abfahrt vom Col de la scie war dann echt toll. Spitzkehren im Wald, je tiefer man kommt, desto flacher und flowiger wird es :) Anschliessend sind wir kurz vor dem Refuge de Basse Rua dem Wanderweg Richtung St.Catherine gefolgt, das war definitiv die falsche Entscheidung. Der Weg ist kurz fahrbar, endet aber in einer elendigen Schiebe- und Trageorgie: Immer ein paar Meter steil hoch und runter. Totaler Mist! Wieder nur kurze Passagen gut fahrbar. Bei 1900m haben wir dann den Abzweig rechts runter genommen, weil die Spitzkehren auf der Karte ziemlich verlockend aussahen. Dies war der nächste große Fehler: Wir haben komplett runter geschoben bzw. getragen. Zu steil und unsere Bereifung hatte keinerlei Grip auf dem staubigen Waldboden. Es wäre wohl besser gewesen nicht den Wanderweg nach St.Catherine zu nehmen, sondern komplett bis zum Refuge de Basse Rua abzufahren und die Strasse/Piste zurück nach St.Catherine zu nehmen!

Mögliche Alternativen:
- Vom Col de la Coulette gibt es noch eine Abfahrt direkt zum Refuge de Basse Rua, dann Strasse/Piste zurück nach St.Catherine.
- Oder aber vom Col direkt nach Westen zurück nach St.Catherine.
- Als weitere Alternative wäre es auch noch denkbar auf die Crete zu wandern, dann bis zum Col de la scie und von dort nicht nach Osten Richtung Refuge, sondern nach Westen Richtung St.Catherine.
-> Es gibt zu dieser Tour reichlich Varianten, genauso wie wir sie gemacht haben würde ich sie jedenfalls nicht empfehlen. Die Tour als solches war zwar toll, dennoch würde ich versuchen den Fahranteil bei einer erneuten Befahrung durch eine geänderte Streckenführung zu erhöhen ;-)

Auffahrt zum Col de Serenne


Blick zurück auf den Hangweg zum Col de Serenne. Rechts sieht man schon den Abfahrtstrail


Abfahrt auf teilweise kaum zu erkennendem Trail


Am Fuße der Crete de Vars. Erst geht es links den Pfad hoch, es wird dann immer steiler, bis man ganz oben rechts den Kamm erreicht.


Die Crete war größtenteils zu "erwandern"


Pfad knapp unterhalb der Crete


Zu einer Seite fällt die Crete steil ab :-O


Fahrbarer Abschnitt auf der Crete


Das war's dann für heute. Aber ich komme wieder, keine Frage :-D

Gruß,
Daniela
 

scylla

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Wenn man den Scie einfacher haben mag ist es eigentlich ganz einfach :D
Serenne so wie ihr das gemacht habt, dann zum Coulette, kurz Richtung Westen abfahren (S0/S1 im flachen Hang) bis auf Höhe der Cabane Pineel, von dort wieder hochschieben zum Scie, runter zum Refuge Basse Rua, und dort dann statt des querenden hoch-runter Wanderwegs einfach die Straße zurück nach Vars nehmen.
 
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Wenn man den Scie einfacher haben mag ist es eigentlich ganz einfach :D
Serenne so wie ihr das gemacht habt, dann zum Coulette, kurz Richtung Westen abfahren (S0/S1 im flachen Hang) bis auf Höhe der Cabane Pineel, von dort wieder hochschieben zum Scie, runter zum Refuge Basse Rua, und dort dann statt des querenden hoch-runter Wanderwegs einfach die Straße zurück nach Vars nehmen.

Ja, über mangelnde Alternativen in Bereich Coulette und Scie kann man sich nicht beschweren.
Wir haben es uns da wohl richtig gegeben :D Aber: Wenn es einfach wäre, wäre es nicht biken sondern Fußball :lol:
 

Lenka K.

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Schöner Bericht!

Bin grad aus Le Verger zurückgekehrt, allerdings waren wir zum Klettern dort. Müsste mal das Radl mitnehmen (und für ein paar Tage aufs Klettern verzichten :(), die Touren sehen wirklich toll aus! :daumen:

Le Verger ist auch im Herbst ein guter Tipp, im Gegensatz zu den meisten Campingplätzen ganzjährig offen und einen Aufenthaltsraum gibt's auch noch. Ende September/Anfang Oktober ist die Gegend übrigens wie ausgestorben und die Temperaturen auch für Hitzeempfindliche gut erträglich.
 
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Weiter geht's....

2016-08-13_12-15-44, Tete de Paneyron, Col de Vars, Batterie de vallon claous
Noch so eine Tour, die ich so nicht wiederholen würde ;-) Gestartet sind wir in St.Paul-sur-Ubaye, dann kurz Asphalt bis Les Prats. Ab da hatte ich gehofft, dass die auch auf der Karte schon recht steile Piste halbwegs fahrbar wäre, dem war leider in weiten Teilen nicht so :-( Grobes, loses Geröll und teilweise bröckeliger Schiefer boten wenig Grip um die Pedalumdrehungen in Vortrieb umzusetzen, so dass relativ viel geschoben werden musste! Der Tacho zeigte fast die ganze Zeit Steigungsprozente jenseits der 20% Marke an.
In einer Beschreibung im Netz hieß es: "Ab 2400m weglos zum Gipfel, teilweise fahrbar." Der erste Teil stimmt: Es sind tatsächlich knapp 400 weglose Höhenmeter. Fahrbar war aber bis auf wenige Meter auf einem kleinen Zwischenplateau nix. Im Gegenteil: Es ging größtenteil einen extrem steilen Hang (wäre im Winter sicherlich eine tiefschwarze Piste ;-)) hoch, es wurde minimal einfacher, als wir auf einen Kamm wechseln konnten, hier war es etwas weniger steil aber noch längst nicht angenehm....
Der Tete de Paneyron bietet eine tolle Aussicht, aber leider keine tolle Abfahrt. Zuerst geht es im steilen Schieferhang abwärts, dann wird es wiesiger und man fährt in einer tiefen, schmalen Spur. Technisch eher einfach, aber irgendwie nicht wirklich flowig zu fahren :-( Ab dem Col de Vars dann kurz auf der Strasse abwärts und in einer Linkskurve den Abzweig auf eine Schotterpiste nicht verpassen. Erst weiter abwärts, dann bis zur Batterie vallon claous auf Schotter wieder aufwärts. Nur leichte Steigung, wir haben weder Protektoren noch Kinnbügel vom Helm ausgezogen.
Als Freunde von Lost Places hatten wir uns auf eine Erkundung der Batterie gefreut und wurden leider enttäuscht. Die Batterie ist seit den 70ern in Privatbesitz und nicht zugänglich :-( Die Abfahrt hat die Enttäuschung aber schnell vergessen lassen: Wieder ein toller, schier endloser Spitzkehrentrial ins Tal :-D Dann ein kurzes Schotterstück, etwas Wiesentrail und zuletzt ein paar Meter Asphalt, dann waren wir wieder am Bus.
Fazit: Die Aussicht vom Paneyron lohnt, die Abfahrt von der Batterie de vallon claouse auch, der Rest ist ziemlicher Murks. Als Alternative könnte man entweder vom Col de Serenne zum Paneyron oder aber auf Asphalt bzw. der Piste westlich der Passstrasse von St.Paul hoch zum Col de Vars fahren und von dort mit (oder auch ohne) Räder hoch zum Paneyron und dann weiter zur Batterie und die tolle Abfahrt auf jeden Fall machen.

Panorama satt bei der Auffahrt. Dies ist der Punkt, an dem die Schotterpiste aufhörte:


Auf den weglosen 400hm zum Gipfel


Endlich oben, lachen geht schon wieder :-D


Nach dem ersten Schiefersteilstück gab es tatsächlich etwas Trail


Abfahrtstrail


Im weiteren Verlauf wurde es wiesiger und die Rinne immer tiefer


Vor verschlossenem Tor an der Batterie de vallon claous


Im Wald dann teilweise Geröll, aber trotzdem schöne Spitzkehren. Insgesamt gut zu fahren. Ist eine ausgewiesene MTB Abfahrt mit einer Trailbreite von teilweise gerade mal 20cm, 2m Regel ist hier unbekannt ;-)
 
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2016-08-15_10-51-24, Lac du Lauzet, Col de Moussiere
Eine ziemlich coole, leicht Tour mit hohem Spassfaktor! Komplett fahrbar geht es auf Asphalt und Piste (für KFZ freigegeben) bis zum See. Der See ist glasklar und hat Badetemperatur ;-) Hier kann man auch perfekt Pause machen. Eine kurze Strecke Richtung Col ist dann noch fahrbar, dann heißt es tragen! Es geht recht steil aber gut gehbar 150hm hoch bis zum Col. Bei uns war es extrem windig im Aufstieg und ich war überrascht, wieviel Segelfläche so ein auf den Schultern liegendes Rad hat: Mich hat es mehrerer Male fast Richtung Tal geweht :-O
Die Abfahrt mal wieder flowig, technisch einfach erst über einen waldlosen Hang, dann Spitzkehren im Wald (kommt mir irgendwie bekannt vor, hatten wir in diesem Urlaub recht häufig ;-)) Der untere Teil ist dann sogar ausgeschilderte MTB Route! Unterwegs gibt es wieder ein paar demoiselles coiffées zu sehen. Da wir für die Abfahrt noch eine zweiten Trail nördlich von St.Crepin ausgewählt hatten, mussten wir den MTB Trail kurz vor dem Ende verlassen und auf einem anderen Trail zurück zur Strasse queren. Der Weg war gut fahrbar. Auf der bereits von der Auffahrt bekannten Strasse ging es dann wieder bis kurz hinter Le Villard bergauf, dann links auf Schotter und bei Les Guions versteckt in den Trail. Der hat es in sich: Es handelt ich um einen biologischen Lehrpfad (Sentier des Thuriferes, Wacholder). Wir haben uns irgendwie wie auf Korsika gefühlt als wir über den trockenen Kalkboden zwischen den knorrigen Wacholderbäumen Richtung Tal gedüst sind ;-) Ein toller Trail mit gut fahrbaren Kehren und viel Flow!

Lac du Lauzet


Das wasser ist wirklich so klar wie er von aussen aussieht :-D


Nach dem See ist ein kurzes Geröllfeld zu queren


Tragestrecke zum Col de Moussiere




Blick vom Col auf die Aufstiegsstrecke


Abfahrt, rechts sieht man einen kleinen Gegenanstieg


Genialer Flowtrail im Wald, im unteren Drittel wieder offiziell als MTB Strecke markiert


Auch hier gab es wieder demoiselles coiffees


Vom Trail durch den Wacholder gibt's keine Bilder, da sind wir so in eins durchgesurft. War wie auf Korsika. Auf dieser Seite kann man sich einen Eindruck holen: http://www.singletrack.fr/sortie/Se...ml?PHPSESSID=ec3d3dedac13a02fc740367a6cf1b3ee

Das war's dann schon wieder für heute. Die letzte Tour gibt es dann morgen ;-)
 
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2016-08-18_11-44-45 und 2016-08-18_17-34-26, Montgenevre
Die Akkus waren jetzt definitiv leer bei uns: Außer biken stand ja auch Rennrad, Trailrunning und Klettern auf dem Sportprogramm, deshalb wurde die letzte Tour ziemlich optimiert was Uphillhöhenmeter angeht ;-) Wir haben erst ein paar Abfahrten im Bikepark gemacht und haben uns dann auf die Enduroabfahrt nach Briancon begeben. Zurück gibt es einen Bus, das Ticket muss man aber schon vorab in Montgenevre an der Liftkasse kaufen und eine feste Rückfahrtzeit buchen, da nicht alle Busse Räder mitnehmen können.
Wir waren vor ein paar Jahren schonmal in Montgenevre im Bikepark, seitdem hat sich nicht viel getan, was die Strecke im südlichen Teil angeht. Sie sind nicht besonders schwierig oder toll, aber ganz nett zum absurfen mit dem Enduro. Die Strecken und Northshores waren in recht gutem Zustand und auch die Anzahl der Bremswellen hielt sich in Grenzen. Die Abfahrt vom Gipfel (Ende der zweiten Bahn) lohnt nicht! Die Zeit für die ewig lange Liftfahrt kann man besser auf den Strecken im unteren Teil verbringen ;-)
Falls man auf der Abfahrt nach Briancon noch am Fort de L'Infernet vorbei will, sollte man deutlich mehr als 2 Stunden für die Abfahrt einplanen, da nochmals 120hm zu erkurbeln sind! Wir mussten einen Bus früher als eigentlich geplant nehmen und hatten nur 2 Stunden für die Abfahrt, das Fort mussten wir leider auslassen und hatten so genug Zeit für die Abfahrt und die Erkundung der vielen verlassenen Gebäude entlang der Strecke.
Die Abfahrt geht erst über eine waldlose Hochebene mit zahlreichen Gebäuden bzw. Ruinen, die man sich unbedingt ansehen sollte. Kurz vor dem Fort mussten wir unterhalb nach rechts in die eigentliche Abfahrt abzweigen und hatten dann richtig Spass: Ein echter Traumtrail und ein absolut gelungener Abschluss für einen tollen Urlaub. Es geht mal wieder flowig in Spitzkehren im Wald auf ausgeschilderter MTB Strecke (schwarze Markierung) gen Tal. Die Wegführung ist eindeutig. Auf 1700m wird die erste Forstpiste gekreuzt, dann geht es weiter bis auf 1440m wo man erneut auf eine Forstpiste trifft, der man bis zum Fort des Tetes folgt. Ab jetzt wird die Wegführung unübersichtlich, da es teilweise keine Schilder gibt. Wir haben nach folgender Devise entschieden: Ist es ein Trail? Geht es abwärts? - Nehmen wir :-D
Letztendlich sind wir so im Parc de la Schappe nur wenige Meter vom Bahnhof in Briancon rausgekommen und hatten sogar noch ein paar Minuten, die wir zum Törtchenverzehr in einer Patisserie nutzen konnten ;-)
Per Bus ging es dann zurück nach Montgenevre wo wir noch zwei Abfahrten auf den nördlichen Pisten gemacht haben. Die Lifte im Süden laufen bis 16:30Uhr, die im Norden bis 18:30Uhr, so dass wir auf einer netten blauen Trailabfahrt noch etwas Flow genießen konnten ;-)

Blick vom Sommet des Anges/Fort du Gondran in Richtung Abfahrt


Wenig einladend ;-)


Fort du Gondran


Impression mit Stacheldraht


Eine der Ruinen auf der Abfahrt


Abfahrtspanorama


am oberen Bildrand das Fort de l'Infernet


Weitere Ruinen....hier gibt es auch noch eine funktionierende Toilette ;-)


Abfahrt im Wald


So Leute, das war's von mir zu dem Thema (für dieses Jahr) :) Viel Spass beim lesen und Bilder betrachten, ich für meinen Teil könnte direkt schon wieder hin ;-)
Falls wer Fragen hat und Tips braucht nur, her damit. kenne mich dort mittlerweile recht gut aus und habe hier ja auch nur die Touren der letzten beiden Jahre beschrieben!

Gruß,
Daniela
 
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sehr schöne Berichte und vor allem sehr schöne Bilder :daumen: da würde man am liebsten ins Bild springen.

eine Frage stellt sich mir wirklich sehr oft, wenn ich Reiseberichte lese: woher kennt ihr alle die Trails / Touren? :rolleyes:
 
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sehr schöne Berichte und vor allem sehr schöne Bilder :daumen: da würde man am liebsten ins Bild springen.

eine Frage stellt sich mir wirklich sehr oft, wenn ich Reiseberichte lese: woher kennt ihr alle die Trails / Touren? :rolleyes:

Danke :daumen:

...zwischen den "großen" Urlauben mit vielen Touren im Sommer liegt ein Jahr, viel Zeit um Karten zu studieren, das Internet zu durchforsten und sich z.B. durch das im ersten Beitrag verlinkte Tourenportal zu klicken ;)
Dann GPS Tracks erstellen und abfahren. Vor Ort dann evtl. umplanen, wenn ein Abzweig verlockend aussieht und die Entscheidung entweder lieben oder verfluchen :D Das alles macht aber den Reiz aus dort zu fahren wo man nicht alle 500m eine Hütte und ausgeschilderte Touren hat 8-)
Mit der Zeit kommt die Erfahrung und die Fehlentscheidungen/Fehlplanungen bzgl. Streckenwahl werden weniger 8-)
 
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2016-08-18_11-44-45 und 2016-08-18_17-34-26, Montgenevre


Weitere Ruinen....hier gibt es auch noch eine funktionierende Toilette ;-)



Gruß,
Daniela


da reich ich gerne das Bild nach, direkt hinter der Kasernenruine

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Zentralschweiz
Hallo Daniela, die Bilder machen Spass!
Wir sind dieses Jahr im Spätsommer auch wieder dort (Briancon, Queyras, Ubaye, Barcelonnette) und haben unsere Gravel-Bikes dabei. Hast Du Tips für gravel-taugliche Touren bzw. wie man solche findet? Über ein paar Wurzel/Block-passagen kann man das Velo ja mal runtertragen, aber auf Dauer...
Ich schaue mir grade vttour an, ist aber etwas unübersichtlich.

Grüsse - Martin
 
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