Die Zukunft des bikens im Pfälzer Wald

Ich war in den oben genannten Gebieten (Eiswoog, Ramsen, Altleiningen, Göllheim usw.) letztes Jahr nach längerer Abstinenz (es waren mindestens 5 Jahre MTB-Pause) unterwegs. Auf den ersten Touren, die ich eigentlich locker angehen wollte, um wieder fit zu werden, ertappte ich mich, als ich anfing, Wege „aufzuräumen“. Singletrails (farblich markierte Wanderwege) waren stellenweise komplett dicht, ich stand komplett in Brombeersträuchern, wo ich Jahre zuvor noch locker fahren konnte. Breite Wege, die Förster und Jäger nutzten, sind jetzt Singletrails. Aber trotzdem nicht fahrbar, wegen querliegenden Ästen und Stämmen. Meiner Meinung steckt da System dahinter. Ich glaube gelesen zu haben, dass man im Pfälzer Wald über 50% der Wege „aufgeben“ will. Bestes Beispiel: die Abfahrt zum Eiswoog, am Spielplatz rauskommend, von oben an alles dicht, kaum mehr fahrbar, obwohl der Weg als Wanderweg markiert ist. Diese Abfahrt ist manchem Wanderer aber schon länger ein Dorn im Auge, weil sich die Ausflügler dort durch Biker gestört fühlen. Es soll dort Leute geben, die gute Kontakte zu Förstern und Waldarbeitern, ein Schelm wer Böses dabei denkt.
 

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Re: Die Zukunft des bikens im Pfälzer Wald
Das müsstest du wahrscheinlich bei den jeweiligen Gemeinden/Forstverwaltungen nachfragen. Also wenn es offizielle Wanderwege sind.
Bei uns hier (Spessart) ist der Unterhalt von offiziell ausgewiesenen und gekennzeichneten Wanderwegen des Spessartbundes mit einer Vereinbarung zwischen dem Waldbesitzer (z.B. Bayr. Staatsforsten) und dem Spessartbund geregelt. Es gibt da so was wie "Wegepaten" für bestimmte Wege, die diese sagen wir 2 mal im Jahr oder nach einem Sturm ablaufen und größere Sachen wie umgebrochene Bäume dem Forstamt/ Revier melden. Die machen das dann im Laufe der folgenden Wochen weg.
Sollte ein Weg mal umgelegt werden oder ganz wegfallen, müssen auch die Wegemarkierungen entfernt werden.
So mein Kenntnisstand.
 
Das im Spessart hört sich logisch und sinnvoll an. Da scheint noch Interesse an der Natur, dem Wald und seiner Pflege vorhanden zu sein. Aber hier im Pfälzer Wald kann man meiner Meinung nicht von Renaturierung reden. Es vergammelt eher. Ganz nebenbei bemerkt: die ehemaligen Singletrails, die technisch anspruchsvoll waren, wuchern zu. Da braucht kein Mensch mehr ein Allmountainbike. Fahre derzeit mit meinem 120mm Fully, selbst das ist overpowert. Im Moment wäre das Cyclocross Rad das richtige. Es sind tatsächlich fast nur noch „Waldautobahnen“ vorhanden. Wie schon gesagt, was nicht zuwuchert, wird mit Baumstämmen blockiert. Hoffentlich sind da keine „grünen“ Hintergedanken im Spiel>:(. Wenn die „Planer“ da tatsächlich 50% der Waldwege „aufgegeben“ wollen und immer mehr „Gelegenheitsbiker“ (E-Biker!) und Schönwetterfahrer hinzukommen, wird es irgendwann zu eng im Wald! Und wie das ausgeht und wer die leidtragenden sind, kann man sich denken…
 
Das Modell Wegpate wäre für alle Naturtrails an hilfreicher Ansatz. Wenn so etwas seitens Forst und Wandervolk gewünscht wäre.
Denn 2-3/y den Weg zu pflegen, den ich ohnehin fahren möchte wäre auch nicht der riesen Aufwand.

Gebaute Trails sind da halt anders, weil die halt zeitaufwendig zu pflegen sind.

Aber vermutlich sind Forst und Naturschutz dankbar, wenn Wege immer mehr zurück-renaturieren.
 
Also ich bin nicht aus der Gegend aber halte solche Verschwörungstheorien wer jetzt die Agenda betreibt die Wanderwege zuwachsen zu lassen für wenig zielführend. Das könnte ich mir am ehesten bei Privatwaldbesitzern vorstellen die da aus jagdlichen Gründen ein Interesse dran haben könnten. Ob es mit dem Naturschutz zu tun hat kommt auf den konkreten Status der jeweiligen Fläche an. Aber sofern noch der Wanderweg beschildert und auf offiziellen Karten eingezeichnet ist sollte der schon noch legal irgendwie Bestand haben.

Die Wanderwege sind ja meistens durch Wandervereine entstanden. Also würde ich mich auch danach richten. Ein Wegpaten-Konzept halte ich auch für Sinnvoll. Am ehesten kommt man zu den richtigen Ansprechpartnern wenn man wie gesagt Gemeinde oder Forst dazu befragt. Theoretisch könnte man sich auch an die Lokalpresse wenden. Aber weiß halt nicht ob es nicht schlafende Hunde weckt wenn man sich da als Mountainbiker präsentiert.
 
Verschwörungstheorien???? Geht’s noch???? Dazu gab es Berichte in den regionalen Zeitungen, 50% der Wege gehen Hops! Das hat mit Verschwörungstheorien mal so gar nix zu tun. Das kommt von Forstämtern. Und da steckt ja das Wort „Amt“ schon drin, somit ist ja schon alles gesagt! Wahrscheinlich ist es mal wieder Fachkräftemangel, keiner da, der was pflegt. Ups, wieder ne Verschwörungstheorie?
 
Und noch ne Verschwörungstheorie: viele Ämter haben immer noch Homeoffice! (Warum eigentlich????) Tja, und von zu Hause aus lässt sich der Wald halt nicht pflegen/aufräumen!
 
Was steckt im Wort "Amt" denn drin bzw. was ist damit gesagt?

"Verschwörungstheorie" bezog sich vermutlich nicht auf die Tatsache, dass Wege renaturiert werden, sondern auf Formulierungen wie "grüne Hintergedanken", garniert mit etwas Hetze gegen (angeblich nur gelegentlich fahrende) E-Biker und Leute, die gutes Wetter im Wald genießen wollen.
 
Im Pfälzerwald werden die Wanderwege überwiegend (Premium-Wanderwege teils ausgeschlossen) ehrenamtlich von den jeweiligen PWV Ortsgruppen gepflegt, markiert und instand gehalten. Da die Wegewarte meist etwas älter sind und die Ortsgruppen mit dem Nachwuchs zu kämpfen haben, werden oft die Wege nicht mehr gepflegt, weil es einfach zu viele Kilometer sind. Auch ein Grund, warum der PWV eine Reduzierung der Wanderwege in Kauf genommen hat. Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht, einfach selbst seine Hometrails zu pflegen, in dem ich meine Ortsgruppe gefragt habe und natürlich auch Mitglied geworden bin. Der PWV war sogar sehr dankbar darum.
 
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