Das mit den Naben ist mir noch nicht so ganz klar, mit meinem begrenzten technischen Wissen, bin ich der Meinung das die Naben einen erheblichen Einfluss auf die Laufeigenschagtne haben. Wenn da schlechte / günstige Komponenten (Lager...) verbaut sind, läuft das Rad wesentlich schwerer.
Lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn es technisch nachvollziehbar ist.
Trotzdem bleibe ich weiterhin bei meiner Vermutung (ich kann es genauso wenig mit Zahlen belegen wie Ihr) das die Naben auch einen merklichen Einfluss auf das Laufverhalten haben.
Ein letzter Versuch, dir das verständlich zu machen.
Keine Ahnung was du so wiegst, aber das Rad könnte ein L sein und auch die Sattelstütze ist einigermaßen weit draußen, so dass ich jetzt mal 80kg für dein Körpergewicht annehme.
Das Rad wird vielleicht 13 oder 14 kg wiegen und dazu noch deine weitere Ausrüstung (Klamotten,
Helm, Trinken...), so dass ich jetzt einfach mal von rund 100kg Gesamtmasse ausgehe. Das wären dann ca. 1000N Gesamtgewicht, die über beide
Reifen auf den (näherungsweise ebenen) Untergrund wirken.
Keine Lust mir jetzt die tatsächlichen Geometriedaten anzuschauen, und wie das Verhältnis von Kettenstrebenlänge zu Radstand ist, aber ich würde hier der Einfachheit mal eine Lastverteilung von 40:60 zwischen vorne und hinten annehmen, so dass rund 400N Last auf dem Vorderrad liegen (genau genommen müsste man das Gewicht der Vorderrades abziehen, da diese Gewichtskraft nicht über die Lager der Nabe in den Boden geleitet werden sondern dirket, aber das sparen wir uns mal).
Keine Ahnung wie schnell du so fährts, aber wir gehen jetzt mal von 15km/h aus, was rund 4,2m/s sind. Ein
Reifen mit einer Breite von 2,25 Zoll und einer angenommenen Abplattung von ca. 10mm hat daher einen effektiven Radius von ca. 358mm, was einen effektivem Rollumfang von 2250mm ergibt. Zusammen mit der Geschwindigkeit ergibt sich eine Umdrehungszahl von 111 1/min.
Im Vorderrad sind zwei Kugellager verbaut. Laut
DT Swiss sind dies 6902 Lager. Auf jedes Lager wirkt daher eine radiale Kraft von ca. 200N und das Lager dreht sich mit 111 Umdrehungen pro Minute.
Wenn man sich nun mal die Reibungsverluste des Lagers mit den obigen Werten berechnet, dann erhält man folgendes:
Das Reibmoment liegt somit bei 21Nmm. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort
Millimeter.
Wenn man nun die Verlustleistung eines Lagers ausrechnet, ergibt sich aus dem Reibmoment von 21Nmm und der Winkelgeschwindigkeit von 11,6rad/s ein Wert von 0,24W.
Da sich in der Vorderradnabe zwei Kugellager befinden, haben diese zusammen ca. 0,5W Verlustleistung.
In der Hinterradnabe sind die gleichen Lager varbaut, so dass sich zusammen mit der höheren Achslast hier für die Lager folgende Verluste ergeben:
Das Reibmoment von knapp 23Nmm hat eine Verlustleistung von rund 0,26W zur Folge.
Hinzukommen würden jetzt noch die Verluste der beiden Lager im Freilauf, aber die Werte werden auch nicht sonderlich groß abweichen.
Beide Laufräder zusammen haben somit eine Verlustleistung von ca. 1,5W verursacht durch die Lagerreibung.
Keine Ahnung wie fit du bist, aber wenn ich mir den mit der Nagelschere auf Maß getrimmten Rasen so ansehe, dann vermute ich ein Alter bei dir, das den Zenit der Leistungsfähigkeit schon längst hinter sich gelassen hat. Ich würde daher mal von ganz grob 150W ausgehen, die du über einen längeren Zeitraum durchschnittlich abgeben würdest.
Die Verlustleistung in den Lagern der Nabe beträgt somit gerade einmal 1% deiner Gesamtleistung. Die restlichen 99% deiner Leistung verteilen sich hauptsächlich auf die Überwindung der Rollwiderstände der
Reifen, des Luftwiderstandes und der Hubarbeit, wenn du bergauf fährst.
Laut der Aussage von
@DOKK_Mustang haben die von ihm durchgeführten Messungen keine nennenswerten Unterschiede verschiedener Lager ergeben.
Und selbst wenn das Lager die doppelte Reibung der hier berechneten hätte, dann wären das immer noch nur 1,5W mehr Leistung. Du müsstest also in der Lage sein, einen Unterschied von nur einem Prozent nur durch Gespür herauszufinden.
Ich hatte das bereits in einem meiner ersten Beiträge hier versucht zu erklären, dass wenn du deine beiden Zwillingssöhne, wo jeder 10kg wiegt, und einer von ihnen hat eine Tafel Schokolade in der Hosentasche versteckt, nur durch hochheben herausfinden müsstest, welcher von beiden das wäre.
Das ist einfach absolut unrealistisch, auch wenn manch andere ebenfalls behaupten, sie wären dazu in der Lage.
Sehr interessant ist auch sich mal die Aufschlüsselung der einzelnen Komponenten anzusehen.
Die Dichtungen haben nämlich mit Abstand den größten Anteil an der Reibung. Und gerade hochwertige Naben zeichnen sich durch zusätzliche Abdichtungen aus, um das Eindringen von Wasser und Schmutz zu verhindern. Daher ist sogar gut möglich, dass eine hochwertige Nabe sich "schlechter" dreht als eine einfacher aufgebaute Nabe mit weniger Dichtelementen.
Dies zeigt sich auch darin, dass die Lager der hinteren Nabe nur eine um 10% höhere Reibung aufweisen als die Lager der Vorderradnabe obwohl die hintere Nabe 50% mehr Last tragen muss. Die Reibung der Dichtung ist hier unabhängig von der zu tragenden Last.