syntace liteville [Teil 1]

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Hi Michi,
Ich muss auch nebenbei arbeiten....aber so eine gedankliche Auseinandersetzung lockert gut zwischendurch auf.
Wie ich sehe sind unsere Betrachtungsunterschiede gar nicht mehr so groß.
Besagter Referenzhinterbau mit 140mm Federweg muss natürlich mit mehr SAG gefahren werden um nicht am Ende zuviel Federweg zu verschenken.
Ziel ist es bei beiden Hinterbauten in der Endstellung die gleiche Kraft zu erreichen z.B. 2000N.
Mit einer entsprechenden Modulation des SAG Bereichs kann man natürlich auch mit wenig Federweg einen flachen Arbeitsbereich erzeugen welcher aufgrund der flachen Steigung der Kennlinie entsprechend Schluck und Hub-freudig ist.
Problem ist nur das der SAG Bereich des Bikes eigentlich gar nicht so klar definiert ist, weil die Radlastverteilung durch die aktive Körperbewegung beim Biken extrem schwankt. Den ohne diese Radlastvariation wäre biken im Gelände fast nicht möglich. Man probiere es selbst: Schon ein Randstein kann einen aprupt stoppen falls man bocksteif auf dem Bike sitzenbleibt. Dynamische und statisch Radlastverschiebungen durch anheben und be -und entlastung der Räder sind elementar wichtig um geschmeidig durch einen Trail zu wieseln.
Daraus lergibt sich auch die Betrachtungsweise das der Faktor "sich bewegender Mensch" auf dem Bike eine überwiegende Rolle spielt wie gut man fahrtechnisch unterwegs ist. Der passive Stoßdämpfer(gleich welchen systems) leistet im Vergleich zu den aktiven Radlastveränderungen nicht sehr viel bzw. ist stark überbewertet. In diesem Zusammenhang ist es wichtig das die Bewegungen des Hinterbaus vom Fahrer jederzeit mit einberechnet werden müssen. Dies geschieht natürlich intuitiv. Meine Erfahrung aus 15 Jahren Bikekonstruktion ist das eine "komplizierte" Hinterbaukennlinie schlechter intuitiv in den aktiven Fahrstil eingebracht werden kann wie eine geradlinige Kennlinie ohne große Schnörkel.
Eine geschmeidige Kennlinie mit einer Progression auf den letzten cm Dämpferhub ist unterbewusst sehr einfach zu verstehen und kann sehr gut in den eigenen Bewegungsablauf integriert werden. Natürlich verfügt der Mensch über eine motorisches Lernvermögen und kann sich nach einer Eingewöhnungszeit auch an nicht lineare Kennlinienverläufe der Federung gewöhnen. Wichtig dabei ist das die Reaktion des Hinterbaus immer vorausberechenbar ist und man jederzeit weiß wie der Hinterbau reagieren wird.
Da nunmal die Radlasten beim Biken im Gelände enorm schwanken ist die Anfahrrampe durchaus eine gewöhnungsbedürftige Angelegenheit , welche die Beurteilung wie der Hinterbau bei der momentan vorherschenden Radlast nun reagieren wird nicht immer erleichtert. Ähnlich ging es mir bei den ganzen SPV Systemen: man ist sich nie so ganz im klaren wie die Federung nun reagieren wird : Kann ich nun aktiv aus einer Ausfederungsbewegung heraus über eine Wurzel springen, oder bricht der Hinterbau plötzlich durch seine Platformkraft durch und sackt weg? wobei man in ungünstigen Fall voll auf die Wurzel knallen würde. Insgesamt fördert das SPV System mehr einen passiven wie aktiven Fahrstil, nach dem Motto das Fahrwerk wirds schon richten.
Aber das schöne am Biken ist ja, das alles erlaubt ist weil es im Grunde genommen keine fest in Stein gemeißelten Fahrgesetze gib wie sich ein Hinterbau/Gabel zu verhalten hat: der eine liebt ein spezielles Verhalten der andere mag es nicht...
Liebe Grüße,
Lutz
P.S.:
In Punkto Radlast sei auf ein anderen Beitrag von mir verwiesen:

"Hallo,
Eine gute Frage, welche vielleicht nicht nur mit einem Satz beantwortet werden kann.

Die große Sattelüberhöhung verbessert in der Hauptsache das Kletterverhalten und im Besonderen das Beschleunigungsverhalten, durch die Möglichkeit den Krafteinsatz Beine auf die Pedale durch einen zusätzlich wirkenden Lenkerzug zu verstärken. Um im Wiegetritt einen effektiven Zug auf den Lenker zu bringen muss der Lenker vergleichsweise tief positioniert sein. Ist der lenker "nur " weit vorne (oder "zu" weit vorne) kann man schlecht ein günstigen Zugwinkel auf die Arme entwickeln.
Würde man völlig ohne Lenkerzug Kraft auf die Pedale bringen wollen, wäre lediglich das eigene Körpergewicht als Maximalkraft möglich.

Gerade für steile Passagen und Beschleunigungsvorgänge braucht man aber erheblich mehr kraft wie nur die eigene Gewichtskraft. Die nach vorne gebeugte Haltung verbessert sozusagen nur "nebenbei" die Schwerpunktlage (und Aerodynamik).

Selbst mit einem Freerider kann man ohne weiteres alleinig mit vorbeugen des Oberkörpers eine nahezu identische Schwerpunktverlagerung erreichen wie mit einem 15cm sattel-überhöhten Bike, nur eben mit dem nachteil das mit stark angewinkelten Armen ein großteil der Zugkraft für die Haltearbeit des gebeugten Ellenbogengelenks verschwendet wird, ohne das für länger Zeit ein effektiver Zug auf den Lenker gebracht werden kann.
Die Vorspannung des hinteren Beinstreckers hervorgerufen durch eine tiefe Oberkörperhaltung halte ich für nicht so wesentlich. Über diese Effekte zu spekulieren überlasse ich lieber in medizinischen Dingen kompetenteren Personen.

Ein anderer Aspekt in Bezug auf den tiefen Lenker erlaube ich mir noch beizufügen:
Ich persönlich finde das selbst Steilstufen mit einem tiefen Lenker wunderbar runterzufahren sind. Bei Steilstufen abwärts kommt es in der Hauptsache darauf an den Körperschwerpunkt nach hinten /unten zu bringen - dies ist wie gesagt mit einem tiefen Lenker genauso gut möglich wie mit einer hohen Lenkerposition , solange man in beiden Fällen den Sattel gleich tief versenkt hat.
Ungünstig für eine Gewichtsverlagerung nach hinten ist ein zu weit entfernter Lenker und nicht ein tiefer Lenker.
Desshalb mein Tipp: lieber kurz und tief als zu lang (lang und tief ist nur für ein weit vorne verlagerten Wiegetritt gut, welcher aufgrund der mangelhaften Traktion beim MTB sowiso nicht in Frage kommt)
Ich gebe allerdings zu das es einem subjektiv so vor kommt das ein hoher Lenker einem Vorwärtsüberschlag entgegen wirkt. Dies ist aber definitiv nicht der Fall , lediglich die Gewichtsverlagerung des Körperschwerpunktes nach hinten beugt einem Vorwärtsüberschlag (beim Bremsen/Steilstufen etc) vor.
Aufgefallen ist mir dieser Sachverhalt als ich vor einiger Zeit einmal eine "Bikewaage" gebaut habe bei dem man den Neigungswinkel des Bikes mit aufsitzendem Fahrer verändern konnte. Die Radlast(vorne /hinten) wurde mittels zweier Digital-Waagen unter den Reifen gemessen.
Es war für die maximale mögliche Steilstellung der Waage praktisch vollig egal ob ein CC-Bike oder ein Freerider auf diese Mess-Konstruktion gestellt wurde. Hauptsache man konnte sein Körpergewicht möglichst weit über das Hinterrad bringen.
Das Ergebnis war sehr erstaunlich und vereinfacht gesagt : ein zu langer Freerider hatte deutlich schlechtere Überschlagswerte wie ein kurzes CC Bike mit tiefen Lenker und Gewichtsverlagerungsmöglichkeit nach hinten.
Das Geheimniss mit einem Bike auch in schwierigen situationen gut zurechtzukommen lieg darin , in wie weit der Fahrer in der Lage ist seine Radlasten von vorne nach hinten aktiv zu verändern. Der Idealfall wäre eine Variation von 100% Radlast vorne zu 100% Radlast hinten egal ob steil bergauf oder bergab. Ein kurzer Radstand hilft jedenfalls bei dieser Übung....
Grüße,
Lutz Scheffer"
 
Michi@Liteville schrieb:
Hallo playbike,
ja, ich fahre das Liteville 301 momentan mit Pike, DeeMax, Fat Albert und Louise FR.
Und …, ich habe mich neu verliebt.
Bilder und Fahrbericht (zumindest aus meiner Sicht) folgen in den nächsten Tagen.

Das kompl. Gewicht ohne Pedale bei Rahmengröße -M-(mit Pike Federgabel, Deemax DH Laufrädern, 2,35er Fat Albert Reifen, Louise FR Bremsen, Syntace VRO System, Syntace Screw On Grips, Flite SLR, XT Kurbel, XT Umwerfer, Trigger Schaltern und XO Schaltwerk) liegt bei 13,2Kg :daumen:

Was meinst Du für Probleme mit Pike und Steuersatz?

Viele Grüße
Michi Grätz


@MICHI

Bilder und Bericht, ja, bitte

PROBLEME mit PIKE TEAM
das Problem ist das der Durchmesser des Aluschafts am Ende ziemlich groß ist, so dass manche Lager( King, FSA,....) nicht drüber passen.
siehe: http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?t=140061&highlight=pike

Welche Pike hast Du eingebaut?
 
Hi Lutz,
jetzt weiß ich gar nicht mehr wovon Du redest.
Sind Deine Referenz Hinterbauten ein und derselbe, der dann einmal mit mehr und einmal mit weniger Sag gefahren wird. So dachte ich, meinst Du das, kann man ja an meiner Antwort sehen.
Egal wie Du das jetzt gedacht hast, Du schreibst:
Ziel ist es bei beiden Hinterbauten in der Endstellung die gleiche Kraft zu erreichen z.B. 2000N.

Wenn bei beiden Hinterbauten in der Endstellung die gleiche Kraft aufgebracht werden muss um den Federweg kompl. zu nutzen, dann verstehe ich nicht weshalb Du eine Zeile zuvor schreibst:
Besagter Referenzhinterbau mit 140mm Federweg muss natürlich mit mehr SAG gefahren werden um nicht am Ende zuviel Federweg zu verschenken.

Dann schreibst Du folgendes:
Mit einer entsprechenden Modulation des SAG Bereichs kann man natürlich auch mit wenig Federweg einen flachen Arbeitsbereich erzeugen welcher aufgrund der flachen Steigung der Kennlinie entsprechend Schluck und Hub-freudig ist.

Das ganze hat nichts mit viel oder wenig Federweg zu tun, sondern hängt einfach davon ab wie der Konstrukteur die gesamt Kennlinie gestallten (konnte)!
Es gibt lang und kurz hubige Fahrwerke die gut „schlucken“ als auch welche die schlecht „schlucken“.

Du schreibst:
Problem ist nur das der SAG Bereich des Bikes eigentlich gar nicht so klar definiert ist, weil die Radlastverteilung durch die aktive Körperbewegung beim Biken extrem schwankt. Den ohne diese Radlastvariation wäre biken im Gelände fast nicht möglich. Man probiere es selbst: Schon ein Randstein kann einen aprupt stoppen falls man bocksteif auf dem Bike sitzenbleibt. Dynamische und statisch Radlastverschiebungen durch anheben und be -und entlastung der Räder sind elementar wichtig um geschmeidig durch einen Trail zu wieseln.

Du hast vollkommen Recht, jedoch hat das nicht viel mit der Kennlinie zu tun (außer das das eine Bike hinten bei Gewichtsverlagerung vielleicht etwas mehr oder weniger einfedert als das andere), sondern vielmehr damit, dass der Fleischklops relativ hoch auf dem Bike sitzt und im Verhältnis zum Bike auch noch S.. schwer ist.

Du schreibst:
Daraus lergibt sich auch die Betrachtungsweise das der Faktor "sich bewegender Mensch" auf dem Bike eine überwiegende Rolle spielt wie gut man fahrtechnisch unterwegs ist. Der passive Stoßdämpfer(gleich welchen systems) leistet im Vergleich zu den aktiven Radlastveränderungen nicht sehr viel bzw. ist stark überbewertet. In diesem Zusammenhang ist es wichtig das die Bewegungen des Hinterbaus vom Fahrer jederzeit mit einberechnet werden müssen. Dies geschieht natürlich intuitiv. Meine Erfahrung aus 15 Jahren Bikekonstruktion ist das eine "komplizierte" Hinterbaukennlinie schlechter intuitiv in den aktiven Fahrstil eingebracht werden kann wie eine geradlinige Kennlinie ohne große Schnörkel. Eine geschmeidige Kennlinie mit einer Progression auf den letzten cm Dämpferhub ist unterbewusst sehr einfach zu verstehen und kann sehr gut in den eigenen Bewegungsablauf integriert werden. Natürlich verfügt der Mensch über eine motorisches Lernvermögen und kann sich nach einer Eingewöhnungszeit auch an nicht lineare Kennlinienverläufe der Federung gewöhnen. Wichtig dabei ist das die Reaktion des Hinterbaus immer vorausberechenbar ist und man jederzeit weiß wie der Hinterbau reagieren wird.

Natürlich spielt der Faktor „sich bewegender Mensch“ auf dem Bike eine beachtliche Rolle.
Und zwar nicht nur auf dem Fully, sondern auch (oder sogar besonders) auf dem Hardtail. Das hat aber nichts mit der Kennlinie oder gar der Anfahrtsrampe zu tun.
Was muss der Fahrer bei der Hinterbaufunktion mit einberechnen???
Entweder er federt ordentlich, damit meine ich er spricht soft an oder nicht. Entweder er schluckt gut oder er fühlt sich nach weniger an. Aber schlussendlich kommt man mit allem zurecht, mit mehr oder weniger „Körpereinsatz“. Und schlussendlich hat das gar nichts mit einer Kennlinie zu tun. Ansonsten wären Hardtails unfahrbar!

Du schreibst:
Da nunmal die Radlasten beim Biken im Gelände enorm schwanken ist die Anfahrrampe durchaus eine gewöhnungsbedürftige Angelegenheit , welche die Beurteilung wie der Hinterbau bei der momentan vorherschenden Radlast nun reagieren wird nicht immer erleichtert.

Die Anfahrrampe hast Du (zumindest beim Luftdämpfer) immer! Oder haben das die Canyon Bikes nicht?! Ich jedenfalls habe noch keine gesamt Kennlinie (auch nicht von einem Canyon Bike) ohne gesehen.

Zu SPV will ich hier jetzt gar nicht sagen, das ganze gleitet eh schon zu weit ab. Aber zu Deinem letzten Satz kann ich Dir nur beipflichten:
Aber das schöne am Biken ist ja, das alles erlaubt ist weil es im Grunde genommen keine fest in Stein gemeißelten Fahrgesetze gib wie sich ein Hinterbau/Gabel zu verhalten hat: der eine liebt ein spezielles Verhalten der andere mag es nicht...

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Schön, die Kinematikgötter mal fachsimpeln zu sehen.
Im Prinzip sagt ihr doch zum Arbeitsbereich (lang, möglichst linear oder mit leichter progression), Durchschlagschutz (5% des Federwegs und sehr progressiv) dasselbe.
Ihr unterscheidet euch im Kern nur in der Aussage zum Sag.
Wobei auch die Argumentation von Lutz mit dem aktiven Fahrer zu Michis geringem Sag passt.

Mich würde bei eurem "Gehirnjogging" die von Lutz angerissene Geschichte mit der Bremsmomentabstützung interessieren.

Ansonsten bleibt aus meiner Sicht lobend zu erwähnen, dass ihr beide als rühmliche Ausnahmen bei euren Konstrutionen Kleinigkeiten, wie versenkbare Stütze, Möglichkeit für breite Reifen und Anti-Klemmerstreben, Flaschenhalterösen, Dämper nicht im Dreck, normaler Sitzrohrwinkel und mehr mit beachtet. Lasst das weiterhin nicht aus den Augen! Die Mags scheint das seit den Antistressbikes vor ein paar Jahren nicht mehr zu interessieren.


Gruss, Tom
 
@michi

Hallo, kannst Du schon etwas über die Lieferzeit sagen, wenn man in der nächsten Woche bestellt?

Konntest Du dich schon mal wegen dem PIKE Problem schlau machen?
 
Hallo Playbike,
ich weiß, einige von euch warten auf den Fahrbericht mit Pike. Ich hoffe ich komme diese Woche noch dazu ... .
Bezüglich des Lagerproblems mit der Pike, bzw. deren Schaftrohr:
Sowohl mit dem Original Steuersatz als auch mit dem Reset Steuersatz gibt es keinerlei Probleme beim Einbau.
Viele Grüße
Michi Grätz
 
Fahrbericht des Liteville 301 mit Rock Shock Pike.

Hallo zusammen,
ich wünsche allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2005.

Habe es im „alten“ Jahr doch nicht mehr geschafft den Fahrbericht zu schreiben, aber somit wird es mir im neuen Jahr nicht gleich langweilig ... ;)

Ich denke zur Gabel selbst muss nicht mehr viel gesagt werden. Das Schnellspann-Steckachs-System finde ich persönlich genial, würde sogar jeder XC Gabel gut zu Gesicht stehen wenn es noch ein bisschen Gewichtsoptimiert wird.
Zum Testen hab ich das Bike das bei der BSN getestet worden ist genommen. Die Rahmenlänge ist -M-, obwohl ich sonst ein Liteville 301 in –XL- fahre (Ausstattung wie getestet). Sitzhöhe ist ja kein Problem. :D
Für alle die es interessiert, ich bin 1.86cm groß, habe eine Schrittlänge von 90cm und wiege 90Kg. :(
Der Grund für den kürzeren Rahmen ist der, dass mir persönlich die Fahreigenschaften des kürzeren Rahmen für diesen Einsatzzweck am optimalsten erscheinen.

Also Gabel eingebaut, und hier nochmals an alle die es interessiert: Sowohl mit dem Reset- als auch mit dem original Liteville Steuersatz gibt es keine Probleme beim Einbau der Pike.
Die eingebaute Gabel hat die original Feder eingebaut, könnte für mein Gewicht aber evtl. eine härtere Feder vertragen. Die Gabel hat beim Aufsitzen (mit meinen 90Kg) 20mm Sag. (Gleich wie der Hinterbau). Zugstufe noch eingestellt, die leichten DT Swiss Laufräder gegen einen Satz Mavic DeeMax mit Fat Albert 2.35“ getauscht, eine Louise FR montiert und los geht’s. Ach ja, noch schnell an die Waage gehängt und die Winkel gemessen: 13,2Kg ohne Pedale sind mit dieser Ausstattung absolut o.k. Die Winkel ändern sich auf 68° Lenkwinkel und 72° Sitzwinkel (in unbelastetem Zustand).

Die DeeMax habe ich deshalb montiert weil breite Felgen (gerade in Verbindung mit breiten Reifen) auch bei meinem Gewicht mit sehr geringem Druck gefahren werden können (fahre vo. 1,2 bar und hi. 1.8 bar) und einen enormen Einfluss auf das Fahrverhalten haben.

Also auf die Strasse und los gekurbelt. Das erste Feeling ist sehr viel versprechend. Trotz des relativ flachen Lenkwinkels ist das Bike sehr agil und ich fühle mich sofort wohl.
Die Kiste rollt sehr gut, muss aber auch sagen, dass ich 70% meiner Jahreskilometer mit solchen Laufrädern unterwegs bin. Der Hinterbau arbeitet wie gewohnt ohne Wippen, jede Kurbelumdrehung heißt Vortrieb.
Was mich jetzt brennend interessiert: Wie klettert die Kiste mit der „langen“ Gabel? Ein sehr steiles Stück Asphalt, das ich schon oft gefahren bin, dient als Referenz Strecke. Aus Zeitmangel habe ich den Hebel zur Aktivierung der Blockierung nicht montiert. Deshalb ist es doppelt spannend.
Für mich die größte Überraschung: Im Kletterverhalten ist fast kein Unterschied zur zuvor eingebauten Fox mit 100mm Federweg zu spüren. Erst in extrem steilen Passagen neigt das Vorderrad zum „steigen“. Aber die Pike kann ja bei Bedarf auch noch abgesenkt werden.
Die nächste Überraschung: Im Wiegetritt wippt die Pike eher weniger als die Fox (natürlich nur wenn diese auch nicht Blockiert ist)
Nach ein paar Kilometern also ab ins Gelände, ein nasser, mit hohen Wurzeln gespickter Singletrail. Sattel runter und Vollgas Berg ab. Ich fahre das Liteville 301 jetzt seit mehreren Jahren, aber immer nur mit 100mm Luftgabeln. Erst jetzt weiß ich aber was ich versäumt habe. In Verbindung mit der Pike und den fetten Laufrädern kommt das ganze Potential des Fahrwerks erst ans Licht. Selbst auf die fettesten Brocken und Wurzeln kann ich voll „drauf halten“, ohne das ich ein „unsicheres“ Gefühl bekomme. Das Fahrwerk saugt die Hindernisse förmlich auf. Auch Steilstufen sind mit der Pike um Welten sicherer und einfacher als mit der 100mm Fox zu fahren, wohl auch wegen der anderen Kennlinie (Pike gegen Fox).

Also unterm Strich will ich sagen: Alle die keine Rennen fahren (müssen), die sich sowieso ein komplett neues Bike aufbauen (wegen der erforderlichen Steckachse vo.) und denen es auf ein paar hundert Gramm hin oder her nicht ankommt, verbaut eine Pike in euer Liteville 301 und ihr habt ein so variables Bike wie ihr es euch wirklich nicht vorstellen könnt.

Anstatt der Mavik DeeMax werde ich persönlich jedoch DT Swiss 240 Naben und Alexrims Supra D Pro verbauen. Die sind noch etwas breiter, wiegen aber deutlich weniger. Damit komme ich dann auf ein Gesamtgewicht von ca. 12.9Kg ohne Pedale.

In meinen Augen schlägt das Liteville 301 in dieser Ausstattung auch jedes long travel Enduro! Warum? Weil das Fahrwerk enormen Vortrieb ohne Wippen verspricht, die Ausstattung (besonders Gabel und Laufräder) enorm robust ist und das Gesamtgewicht trotzdem sehr niedrig bleibt. Damit steht selbst sehr langen Touren nichts im Weg.

Im Gegensatz zur gefahrenen Liteville 301 Version sind in den meisten long travel Enduros nicht einmal ordentliche Laufräder (dem Einsatzzweck entsprechend) verbaut, sondern leichte XC Laufräder, wie z.B. DT Swiss XR 4.1d. Und wer kann mit solch leichten Laufrädern eine „Linie“ fahren wie es das 150mm Fahrwerk zulassen würde? Ich jedenfalls bin total begeistert und alle, die die Möglichkeit haben am Gardasee zu sein, sind hiermit herzlich eingeladen ein Liteville 301 in dieser Ausstattung probe zu fahren.

Viele Grüße
Michi Grätz
 

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Alles schön und gut, aber 115 mm Federweg bleiben nun mal 115 mm Federweg. Wie kommt der Hinterbau mit dem Schluckvermögen der Gabel mit?
 
Hi Tyrolens,
weshalb schreib ich mir die Finger wund wenn es dann eh keiner liest?!
Der Hinterbau hat im Vergleich zu anderen Hinterbauten sehr viel nutzbaren Federweg, weil ...
(wenn es Dich wirklich Interessiert, dann kannst Du es in meinen Antworten nachlesen)
.. und deshalb harmoniert er auch erstklassig mit den 140mm der Pike.

Bitte nicht böse sein, aber ich hab keine Lust (und auch nicht die Zeit) alles doppelt und dreifach zu schreiben.
Lies Dich einfach mal durch, ist ja auch ganz interessant und informativ.

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Hi Tyrolens,
noch ein kleiner Nachtrag.
Vor noch nicht allzu langer Zeit wäre es mir auch schwer gefallen zu glauben dass so unterschiedliche Federwege harmonieren können. Hätte das jemand behauptet, wäre ich das Teil einfach Probe gefahren und hätte mir mein eigenes Bild von der "Sache" gemacht. Das wird aber, zumindest momentan, nicht jedem möglich sein.
Allerdings wäre ich ein Idiot, wenn ich euch hier erzählen würde wie gut die Pike mit dem Liteville 301 harmoniert, und in Wirklichkeit wäre das dann nicht der Fall.
Dann hätte ich Kunden die laut meiner Aussage ihr Bike so aufgebaut haben und damit unzufrieden sind weil die Gabel nicht mit dem Hinterbau harmoniert.
Und das will ich auf keinen Fall!

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Mir ist die positive Wirkung einer halbwegs schluckfreudigen Raderhebungskurve und einer optimierten Dämpferanlenkung durchaus bekannt. Nicht umsonst fühlt sich ein Santa Cruz Blur nach deutlich mehr als 115 mm Federweg an. Und das liegt mit Sicherheit nicht an der VPP-Crux. ;)
Trotzdem kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ein 115 mm Hinterbau, sei er auch noch so optimiert, mit einer 140er Gabel mithalten kann.
Die Dämpferanlenkung des Hinterbaus mag zwar u.U. besser sein als die der Gabel, aber die Raderhebungskurve ist im Vergleich zu der der Gabel einfach suboptimal. Und das gilt meiner Meinung nach auch für ein Santa Cruz Blur oder Liteville 301, aber auch für mein eigenes Rad, dass trotz 130 mm Federweg am Hinterbau und durchaus gut funktionierendem Dämpfer nicht wirklich mit der Gabel mitkommt.

Es hilft halt alles nix. Du mußt ganz einfach ein Liteville mit mehr Federweg bauen. :D


Eine Frage noch: Du schreibst, dass du den Fat Albert mit 1,2 bar vo. und 1,8 bar hi. fährst. Hast du keine Angst vor Durchschlägen? Der Fat Albert hat ja nicht unbedingt die stabilste Karkasse. Bei meinem C24.1 light würde ich mich das nicht trauen. Auch wenn ich ne Mavic 321 verbaut hätte...
 
Tyrolens schrieb:
Mir ist die positive Wirkung einer halbwegs schluckfreudigen Raderhebungskurve und einer optimierten Dämpferanlenkung durchaus bekannt. Nicht umsonst fühlt sich ein Santa Cruz Blur nach deutlich mehr als 115 mm Federweg an. Und das liegt mit Sicherheit nicht an der VPP-Crux. ;)
Trotzdem kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass ein 115 mm Hinterbau, sei er auch noch so optimiert, mit einer 140er Gabel mithalten kann.
Die Dämpferanlenkung des Hinterbaus mag zwar u.U. besser sein als die der Gabel, aber die Raderhebungskurve ist im Vergleich zu der der Gabel einfach suboptimal. Und das gilt meiner Meinung nach auch für ein Santa Cruz Blur oder Liteville 301, aber auch für mein eigenes Rad, dass trotz 130 mm Federweg am Hinterbau und durchaus gut funktionierendem Dämpfer nicht wirklich mit der Gabel mitkommt.

Es hilft halt alles nix. Du mußt ganz einfach ein Liteville mit mehr Federweg bauen. :D

Ciao oder besser buongiorno :)
Ich kann es bestätigen, dass ein sehr gut funktionierender 115 mm Hinterbau sehr gut mit einer 140 mm Gabel mithalten kann. Ich fuhr ja die Marzocchi Z1 FR 130 in Verbindung mit dem Blur, hinten hatte ich noch spürbare Reserven und nie das Gefühl, der Hinterbau wäre überfordert.
Auch fuhr ich einmal mangels aufgebautem "Freerider" mein damaliges 105 mm Hinterbau Viergelenkbike, auch mit der Z1 FR 130 mm und dort dasselbe Bild: Ich hatte nie das Gefühl, dass der Hinterbau nicht mehr mitkommt. Das Ganze an einem harten 1600 Höhenmeter Downhill mit allen möglichen "wüsten" Arten von Untergrund.
Vielleicht hat Dein 130 mm Hinterbau eine nicht sehr günstige Kennlinie oder der Dämpfer macht konstruktionsbedingt in der Druckstufe zu stark zu oder....

Gruss
Dani
 
Dani schrieb:
Ciao oder besser buongiorno :)
Ich kann es bestätigen, dass ein sehr gut funktionierender 115 mm Hinterbau sehr gut mit einer 140 mm Gabel mithalten kann. Ich fuhr ja die Marzocchi Z1 FR 130 in Verbindung mit dem Blur, hinten hatte ich noch spürbare Reserven und nie das Gefühl, der Hinterbau wäre überfordert.
Auch fuhr ich einmal mangels aufgebautem "Freerider" mein damaliges 105 mm Hinterbau Viergelenkbike, auch mit der Z1 FR 130 mm und dort dasselbe Bild: Ich hatte nie das Gefühl, dass der Hinterbau nicht mehr mitkommt. Das Ganze an einem harten 1600 Höhenmeter Downhill mit allen möglichen "wüsten" Arten von Untergrund.
Vielleicht hat Dein 130 mm Hinterbau eine nicht sehr günstige Kennlinie oder der Dämpfer macht konstruktionsbedingt in der Druckstufe zu stark zu oder....

Gruss
Dani


Dass es an meinem Rahmen liegt, kann ich mir nicht so recht vorstellen. ;) Eher schon könnte der Dämpfer der Übeltäter sein. Mal sehen, wie der im Sommer bei waren Temperaturen funktioniert.
Und das Liteville werde ich ohnehin probefahren. Ich bin gespannt!
 

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Hi Tyrolens,

Tyrolens:
Es hilft halt alles nix. Du mußt ganz einfach ein Liteville mit mehr Federweg bauen.

Michi:
Ein Liteville mit mehr Federweg wird kommen. Unabhängig von dieser Diskussion.

Tyrolens:
Eine Frage noch: Du schreibst, dass du den Fat Albert mit 1,2 bar vo. und 1,8 bar hi. fährst. Hast du keine Angst vor Durchschlägen? Der Fat Albert hat ja nicht unbedingt die stabilste Karkasse. Bei meinem C24.1 light

Michi:
Wenn ich ehrlich bin fahre ich mit den Alexrims Supra D Pro (selbst mit dem Big Jim in 2.25) hinten sogar nur 1.5 bar. Habe seit 2 Jahren (seit ich die DH Felgen fahre) keinen Durchschlag mehr gehabt.

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Tyrolens schrieb:
Dass es an meinem Rahmen liegt, kann ich mir nicht so recht vorstellen. ;) Eher schon könnte der Dämpfer der Übeltäter sein. Mal sehen, wie der im Sommer bei waren Temperaturen funktioniert.
Und das Liteville werde ich ohnehin probefahren. Ich bin gespannt!

Hi Tyrolens
welchen Dämpfer hast Du denn verbaut?

Gruss
Dani
 
Dani schrieb:
Hi Tyrolens
welchen Dämpfer hast Du denn verbaut?

Gruss
Dani


Einen Romic D Double Adjustable.

link: http://www.romicmfg.com/Shock Pg.htm


Vielleicht braucht der Dämpfer noch ein paar Km Einfahrzeit (lief bis jetzt nur um die 300 km), bis er richtig funktioniert. Oder es war bis jetzt einfach zu kalt. Gebaut ist der Dämpfer ja für kalifornische Temperaturen und nicht für arktische Winter in den Alpen. ;)
 
Hi Tyrolens,
mein letztes "gekauftes" Bike sollte hi. laut Hersteller (nein, ich sag nicht welcher) 165mm Federweg (mit Fox Vanilla RC) haben, hatte aber nur 140mm. Gefahren habe ich es mit einer Z1 mit 130mm von 2002. Und obwohl der Federweg hi. größer war als vo. "kam der Hinterbau nicht mit der Gabel mit".

Ne Frage zu Deinem Turner
1; Hat der Romic Dämpfer eine Einbaulänge von 190mm oder 200mm.
2; Hast Du den Rahmen bereits mit dem Dämpfer bekommen (bestellt)?
3; Falls Du den Rahmen nicht mit dem Romic gekauft hast, hat das Turner
original einen 190er oder einen 200er Dämpfer verbaut?

wenn es Dir nicht zu blöd ist hätte ich noch ein paar Fragen.
Was ist Das für ne Rahmengröße, wie weit ist die Stütze ausgezogen und was wiegst Du?

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Michi@Liteville schrieb:
Hi Tyrolens,
mein letztes "gekauftes" Bike sollte hi. laut Hersteller (nein, ich sag nicht welcher) 165mm Federweg (mit Fox Vanilla RC) haben, hatte aber nur 140mm. Gefahren habe ich es mit einer Z1 mit 130mm von 2002. Und obwohl der Federweg hi. größer war als vo. "kam der Hinterbau nicht mit der Gabel mit".

Ich hab´s nachgemessen. Er hat exakt 130 mm Federweg. ;)

Ne Frage zu Deinem Turner
1; Hat der Romic Dämpfer eine Einbaulänge von 190mm oder 200mm.

190 mm

2; Hast Du den Rahmen bereits mit dem Dämpfer bekommen (bestellt)?

Der Romic war serienmäßig dabei. Die 2005er Modelle kommen übrigen mit einem Fox RP3.

3; Falls Du den Rahmen nicht mit dem Romic gekauft hast, hat das Turner
original einen 190er oder einen 200er Dämpfer verbaut?

Orginal einen mit 190 mm. Einer mit 200 mm hätten aber auch noch Platz...

wenn es Dir nicht zu blöd ist hätte ich noch ein paar Fragen.
Was ist Das für ne Rahmengröße, wie weit ist die Stütze ausgezogen und was wiegst Du?

Darauf werde ich sehr oft angesprochen. ;)

Rahmengröße: 15,5"
Sattelstütze: Tune Starkes Stück, 410 mm lang, mit noch ca. 130 mm im Sitzrohr. Mein Gewicht: inkl. Ausrüstung 60 kg.
Weil du nicht gefragt hast, aber es sicher von Relevanz ist: Sattelstützendurchmesser: 27,2 mm


Grüsse
Thomas
 
Hallo Tyrolens
den Romic bin ich noch nie gefahren, daher ein paar präzisere Fragen:
Wie äussert sich das, dass der Hinterbau nicht mit der Gabel mitkommt?
-weniger sensibel
-auf grosse Schläge harter Endanschlag / Durchschlag
-zu wenig schnell bei vielen Schlägen hinereinander
-wird hart bei schnellen Schlägen
-federt bei grossen Schlägen fast zu schnell aus (es katapultiert Dich fast von Sattel nach dem Schlag
wieviel Sag fährst Du am Dämpfer?

Gruss

Dani
 
Dani schrieb:
-weniger sensibel

Ja und zwar beim überfahren großer Hindernisse (z.B. 10 cm hoher Wurzeln) bei mittleren Geschindigkeiten (10 bis 15 km/h)

-auf grosse Schläge harter Endanschlag / Durchschlag

Erst dann, wenn das Hinterrrad wieder von Hindernis hinunterrollt. Dann fällt das Hinterrad quasi in ein tiefes Loch. Am Sattel sitzend äußert sich das so, dass sich der Sattel (samt Hinterbau) nach Überfahren des Hindernisses ziemlich schnell in Richtung untergrund bewegt, während mein Allerwertester dieser Bewegung erst etwas spätre folgt und dann ganz leicht auf den Sattel plumst. Aber keine Durchschläge. Der Endanschlag wird generell knapp nicht erreicht.
Bei der Gabel ist das nicht so. Die hat immer Kontakt zum Untergrund und überrollt Hindernisse mit 100% Bodenkontakt.

-zu wenig schnell bei vielen Schlägen hinereinander

Nein. Zugstufe ist voll geöffnet.

-wird hart bei schnellen Schlägen

Nein.

-federt bei grossen Schlägen fast zu schnell aus (es katapultiert Dich fast von Sattel nach dem Schlag

Eher zu langsam. Wie schon gesagt. Wenn das Hinterrad von großen Hindernissen runterrollt, also bei der "Landung", scheint das Rad sich nicht schnell genug dem Untergrund anzupassen.
Bei Sprüngen gibt´s dieses Problem übrigens nicht. Da arbeitet der Hinterbau perfekt. Nur eben beim Runterrollen/Runterfahren von großen Hinternissen.

wieviel Sag fährst Du am Dämpfer?

Mit 25%. Die Dämpferfeder ist minimal vorgespannt.
 
Hi Tyrolens,
ich denke Du, bzw. Dein Bike hat folgende Probleme.

Problem 1:
Die gesamt Kennlinie des Turners ist wie bei vielen Bikes, auf der Progressiven Seite. D.h. Du könntest mehr Sag fahren (weichere Feder), dann hättest Du eine etwas flachere Kennlinie und würdest den Dämpfer bis zum „Anschlag“ bringen. Größere Brocken würde Dein Fahrwerk aber auch nicht viel besser „schlucken“, denn der Arbeitsbereich würde sich (zur einfachen Vorstellung) einfach nur gegen Ende hin verschieben. Sensibler ansprechen würde der Hinterbau auch nur wenn Du nicht auf dem Bike sitzt und auf den Sattel drückst. In dem Moment wo Du mit Deinem Gewicht das Bike belastest, ist es das selbe wie zuvor. Mehr Sag bringt also nicht wirklich etwas.

Frage:
Hast Du den Federweg ohne Dämpfer mit einem Maßstab gemessen oder mit eingebautem Dämpfer (ohne Feder). Hast Du vertikal nach oben oder schräg, z.B. zum Sattel gemessen?
Ich gehe mal davon aus Du hast ohne Dämpfer gemessen, sonst würdest Du nicht auf 130mm kommen. Noch mal zum einfacheren Verständnis: Dämpfer ausgebaut, anstatt dem Dämpfer ein Maßband anhalten, den Hinterbau um 50mm (am Dämpfer) einfedern und am Hinterbau ablesen um wie viel dieser einfedert. Dann hast Du den Federweg bei 50mm Dämpferhub.

Problem 2:
Du fährst einen Stahlfeder Dämpfer. Das an sich ist kein Problem. Aber: Der Hub wird bei Stahlfeder Dämpfern immer ohne Anschlag Gummi angegeben. Und da sich dieser nicht auf 0 komprimieren lässt, haben Stahlfeder Dämpfer nie den angegebenen Hub!!! Es fehlen immer (je nach Dicke des Anschlag Gummis) 3 – 10mm. Und bei dem Übersetzungsverhältnis von Deinem Bike sind das dann gleich 12mm, die vom Federweg abgezogen werden müssen.

Problem 3:
Was ich weiß wird der Romic auch in Bikes mit Übersetzungsverhältnissen von 1:3 oder größer verbaut (wenn Turner nicht eine spezielle Abstimmung von Romic bekommt). Dein Turner hat zwar ein relativ humanes Übersetzungsverhältnis, aber in Verbindung mit Deinem geringen Gewicht ist der Dämpfer sehr wahrscheinlich (Deinen Beschreibungen nach) sowohl in der Druckstufe als auch in der Zugstufe Überdämpft.


Gut möglich dass ein Fahrer mit 80 oder mehr Kilos „Dein Problem“ auf Deinem Bike gar nicht spürt wenn er es (natürlich mit entsprechender Feder) fährt.

Die Abhilfe:
Such Dir jemand der Dir den Dämpfer auf Dein Gewicht abstimmt, oder Wechsel auf ein anderes Dämpfer Fabrikat, dann aber gleich ein Dämpfer der vom Hersteller auf Wunsch „getunt“ wird.

Unsere Rahmen werden z.B. serienmäßig mit von DT Swiss getunten „super schnellen“ Dämpfern ausgeliefert, damit „leichte Jungs und Mädels“ nicht das von Dir beschriebene Problem haben.

Vielleicht konnte ich Dir ja helfen.

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Hallo,

ich hätte gerne (wenn möglich) ein paar kurze und knappe Angaben
zum Liteville 301 Rahmenkit 1:

1. Breite für das Innenlager (68, 73 mm)
2. Länge des verbauten DT Swiss Dämpfers (152, 165, 190, 200 mm)
3. Gewicht der verbauten 34,9mm Syntace P6 Sattelstütze
4. Gewicht der verbauten Syntace Lock 38 Schnellspann-Sattelklemme
5. Gewicht des verbauten Steuersatzes

Gruss
Karsten
 
Hallo,

ich hätte gerne (wenn möglich) ein paar kurze und knappe Angaben
zum Liteville 301 Rahmenkit 1:

1. Breite für das Innenlager (68, 73 mm)
73mm
2. Länge des verbauten DT Swiss Dämpfers (152, 165, 190, 200 mm)
190mm
3. Gewicht der verbauten 34,9mm Syntace P6 Sattelstütze
ca.290g bei 480mm länge
4. Gewicht der verbauten Syntace Lock 38 Schnellspann-Sattelklemme
hab ich nicht im Kopf :(
5. Gewicht des verbauten Steuersatzes
100g

Viele Grüße
Michi Grätz
 
Michi@Liteville schrieb:
Hi Tyrolens,
ich denke Du, bzw. Dein Bike hat folgende Probleme.

Problem 1:
Die gesamt Kennlinie des Turners ist wie bei vielen Bikes, auf der Progressiven Seite. D.h. Du könntest mehr Sag fahren (weichere Feder), dann hättest Du eine etwas flachere Kennlinie und würdest den Dämpfer bis zum „Anschlag“ bringen. Größere Brocken würde Dein Fahrwerk aber auch nicht viel besser „schlucken“, denn der Arbeitsbereich würde sich (zur einfachen Vorstellung) einfach nur gegen Ende hin verschieben. Sensibler ansprechen würde der Hinterbau auch nur wenn Du nicht auf dem Bike sitzt und auf den Sattel drückst. In dem Moment wo Du mit Deinem Gewicht das Bike belastest, ist es das selbe wie zuvor. Mehr Sag bringt also nicht wirklich etwas.

Als Beispiel mein gestriger Ausflug auf eine Rodelbahn. Keine Sprünge, die größte Belastung waren ein paar Bodenwellen. Der Dämpfer federte um gemessene 37 mm ein, also 10 mm Anschlag Gummi plus 3 mm Luft.
Somit glaube ich persönlich schon, dass die den Federweg recht gut ausnütze.

Frage:
Hast Du den Federweg ohne Dämpfer mit einem Maßstab gemessen oder mit eingebautem Dämpfer (ohne Feder). Hast Du vertikal nach oben oder schräg, z.B. zum Sattel gemessen?
Ich gehe mal davon aus Du hast ohne Dämpfer gemessen, sonst würdest Du nicht auf 130mm kommen. Noch mal zum einfacheren Verständnis: Dämpfer ausgebaut, anstatt dem Dämpfer ein Maßband anhalten, den Hinterbau um 50mm (am Dämpfer) einfedern und am Hinterbau ablesen um wie viel dieser einfedert. Dann hast Du den Federweg bei 50mm Dämpferhub.

Gemessen wurde lotrecht an der Hinterachse mit ausgebautem Dämpfer, das Rad fix eingespannt. Der Anschlag Gummi wurde nicht beachtet.

Problem 2:
Du fährst einen Stahlfeder Dämpfer. Das an sich ist kein Problem. Aber: Der Hub wird bei Stahlfeder Dämpfern immer ohne Anschlag Gummi angegeben. Und da sich dieser nicht auf 0 komprimieren lässt, haben Stahlfeder Dämpfer nie den angegebenen Hub!!! Es fehlen immer (je nach Dicke des Anschlag Gummis) 3 – 10mm. Und bei dem Übersetzungsverhältnis von Deinem Bike sind das dann gleich 12mm, die vom Federweg abgezogen werden müssen.

Stimmt. Der Anschlag Gummi ist ca. 10 mm dick. Im normalen Fahrbetrieb bleiben somit 40 mm Hub, bei Sprüngen u.dgl. wahrscheinlich max. 45 mm.
Druch das Übersetzungsverhältnis wirkt sich das natürlich stärker auf den Federweg aus. Nur finde ich diesen Anschlag Gummi als Schutz für den Dämpfer nicht so schlecht. Den bevor der Dämpfer z.B. bei einem Sprung auf Block geht, soll er auf den Gummi auflaufen.
Und sonst wäre so ein Gummi ja schnell ausgebaut :D
Welchen Endanschlag haben eigentlich Luftdämpfer? Elastomer oder Luftpolster, oder?
Auf dem von dir geposteten Diagramm kommt der Luftdämpfer auch auf keine 50 mm Hub, der Hinterbau auf knapp 105 mm Federweg.

Problem 3:
Was ich weiß wird der Romic auch in Bikes mit Übersetzungsverhältnissen von 1:3 oder größer verbaut (wenn Turner nicht eine spezielle Abstimmung von Romic bekommt). Dein Turner hat zwar ein relativ humanes Übersetzungsverhältnis, aber in Verbindung mit Deinem geringen Gewicht ist der Dämpfer sehr wahrscheinlich (Deinen Beschreibungen nach) sowohl in der Druckstufe als auch in der Zugstufe Überdämpft.


Gut möglich dass ein Fahrer mit 80 oder mehr Kilos „Dein Problem“ auf Deinem Bike gar nicht spürt wenn er es (natürlich mit entsprechender Feder) fährt.

Romic baut (angeblich, sicher weiß man das ja nie) die Dämpfer immer auf den jeweiligen Rahmen angepaßt. Ob Turner die Dämpfer bei den kleinen Rahmengrößen auf niedrigeres Gewicht tunen läßt, ist mir nicht bekannt. Aber immerhin werden die Dämpfer für die großen Rahmengrößen auf ein höheres Fahrergewicht getuned.
Müßte in meinem Fall zumindest die Zugstufe nicht unterdämpft sein???

Die Abhilfe:
Such Dir jemand der Dir den Dämpfer auf Dein Gewicht abstimmt, oder Wechsel auf ein anderes Dämpfer Fabrikat, dann aber gleich ein Dämpfer der vom Hersteller auf Wunsch „getunt“ wird.

Beim nächsten Dämpferservice wird das sowieso gemacht.
Ein anderer Dämpfer werde ich demnächst testweise verbauen.

Unsere Rahmen werden z.B. serienmäßig mit von DT Swiss getunten „super schnellen“ Dämpfern ausgeliefert, damit „leichte Jungs und Mädels“ nicht das von Dir beschriebene Problem haben.

Sehr löblich, das. ;)


Vielleicht konnte ich Dir ja helfen.

Nicht vielleicht, sondern sicherlich!
Hast du eigentlich irgendwann sowas wie einen Tag der offenen Tür?


Grüsse
Thomas


EDIT: War heute wieder auf der Rodelbahn unterwegs. Der Dämpfer hat den vollen Hub (also 40 mm) ausgenützt, die Zugstufe habe ich mit 10 von 30 Klicks gedämpft, um das Hoppeln auf den zahlreichen Bodenwellen zu unterbinden.
 
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