Ärger wegen Fahrradparkplatz in Wohnanlage...

nightwolf

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au-dela de Grand Est
(...) In Japan kann der Autoliebhaber in großen Städten erst wenn er einen eigenen Parkplatz vorweisen kann die Karre überhaupt zulassen. (...)
Diese Regelung ist IMHO dringend fuer DE zu uebernehmen.
Dass jeder Depp ein Auto haben kann / darf, und ihm die Allgemeinheit (bzw. letztlich ueber Stellplatzabloese die Hausbesitzer) einen Stellplatz finanzieren soll, ist nicht hinnehmbar.
 

dickerbert

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Sehe ich auch so. Bei der Umsetzung gibt es dann zwei Alternativen: Entweder sind plötzlich seeeehr viele Autos nicht mehr zugelassen und stehen auf der Straße rum, weil sie nicht mehr bewegt werden dürfen. Oder es gibt Bestandsschutz für bestehende Kfz.
Letzteres wäre dann ein zweites Konjunkturpaket, welche den Absatz der Autohersteller nochmal mehr ankurbelt als damals die Abwrackprämie. Autos als Hamsterkäufe ;-)
 

Enginejunk

Sachse im Exil
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naja, warum soll der bürgerkäfig fahrer bestraft werden wenn die wohnungsgenossenschaften es nicht gebacken bekommen genügend parkplätze zur verfügung zu stellen.
 

hnx

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Die Stadt reglementiert Anzahl der Stellplätze, muss sie auch, ist idR öffentlicher Grund. Damit hat die WEG bzw. der Bauträger nichts zu tun.

Hier in der Gegend will der Bürgermeister bei geeigneten Neubauten die Anzahl der öffentlichen Stellplätze um 20-30% reduzieren. Aus eigener Erfahrung kann ich die Aussage oben bestätigen und wäre z.B. für eine Verordnung, die Anmietung einer Wohnung nur erlaubt, wenn man auch den dazugehörigen Stellplatz (bspw. in einer TG) ebenfalls anmietet. Überflüssige Parkplätze kann man hier problemlos untervermieten, es herrscht Mangel, oder der Mieter weist nach, dass er kein Auto besitzt.
 

Enginejunk

Sachse im Exil
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das is doch schwachsinn.

dann sollten diejenigen die KEIN KFZ besitzen von einer mietminderung profitieren. wirds aber bei den von Gier zerfressenen nicht geben.

ich besitze z.b. 2 moppeds, garage gibts nicht, die moppeds stehen 6km entfernt am elternhaus in meiner werkstatt.
wir haben auch 3 bikes, kellerabteil zu klein un fahrradkeller auch.

was soll der scheiss? ich kann nicht autofahrer beschränken und gleichzeitig nix für die radfahrer, mopped und mopedfahrer tun als ersatz. in japan und allen anderen ländern mit sehr hoher einwohnerdichte gibt es funktionierende ÖPNV systeme (günstig!), genügend BEWACHTE oder gesicherte bikeparkplätze, ja sogar Bikeplätze in einem Hochregallager.

und jetz kommen die kurzsichtigen und fordern selbes system in anderen ländern??

ich bitte euch, geht doch nicht immer nur von eurem fall aus weil ihr das glück habt nur en paar km von der arbeitsstelle entfernt zu wohnen und kein mopped oder auto braucht. es gibt auch andere menschen auf der welt die nicht so glücklich sind wie ihr die darauf ANGEWIESEN sind.
 

hnx

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Da stehen wir auf der selben Seite. Es gibt zu wenig qualitativ gute Parkmöglichkeiten für alle Verkehrsteilnehmer. Über den ÖPNV brauchen wir bis sehr wenige Ausnahmen in D nicht reden denke ich, Regel: unteridisch.

Mir gings um den Punkt, dass Hausbesitzer für Parkmöglichkeiten davor verantwortlich sind, das stimmt nicht. Viel mehr wurde die Bauverordnung vielerorts so geändert, dass man nichtmal mehr für Stellplätze der Wohnungen/Häuser sorgen braucht. Die Städte können hier frei entscheiden.

Ich denke in Japan braucht man auch keinen Stellplatz überall wo man halten will nachweisen, sondern nur an seinem Wohnsitz. Diese Regelung würde ich übernehmen. Einen adequaten Stellplatz pro angemeldetes Auto, Motorrad usw ist denke ich nicht falsch.

Diejenigen ohne KFZ profitieren schon heute von einer "Mietminderung", denn sie mieten den Stellplatz erst gar nicht an. Bei einer japan-ähnlichen Regelung muss natürlich auch diese Option berücksichtigt werden, indem man zB nachweist, dass man kein KFZ, Motorrad oder was auch immer besitzt (bspw über Steuer).
 

nightwolf

Surlyversteher (soweit moeglich)
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(...) ich bitte euch, geht doch nicht immer nur von eurem fall aus weil ihr das glück habt nur en paar km von der arbeitsstelle entfernt zu wohnen und kein mopped oder auto braucht. es gibt auch andere menschen auf der welt die nicht so glücklich sind wie ihr die darauf ANGEWIESEN sind.
Tut mir leid, aber die Parole vom 'aufs Auto angewiesen' ist einfach nur gelogen.

Tatsache ist:
  • Suchst Du Dir einen Arbeitsplatz naeher an daheim, verdienst dann weniger -> Dein Verlust
  • Ziehst Du naeher zum Arbeitsplatz hin, die Wohnung dort kostet mehr -> Dein Verlust
  • Wohnst Du wo es billig ist, arbeitest dort wo Du viel verdienst, und setzt die Fahrerei von der Steuer ab -> zweimal Dein Gewinn, Verlust fuer den Staat
Diese Regelung hat zu exzessiver Fahrerei gefuehrt (welche dann -siehe oben- bezeichnet wird) und ist dringend revisionsbeduerftig.

Es gibt definitiv andere Moeglichkeiten.
Leute die 'aufs Auto angewiesen' sind, haben sich in Wirklichkeit bewusst dafuer (oder zumindest gegen eine der Alternativen) entschieden, und greinen dann gerne rum, sobald an der Situation wie im dritten Stichpunkt beschrieben, sich etwas zu aendern droht, der persoenliche Gewinn z. B. durch gestiegene Benzinpreise gemindert wird.
Wie gesagt, es gibt andere Moeglichkeiten, sie rechnen sich bloss nicht in unserem tollen Staat. Ein klassischer Fehlanreiz :wut:

Meine Arbeit ist uebrigend 250km von daheim weg, ich bin Wochenpendler, und unser Familienauto benutze ich zu diesem Zweck vll drei bis fuenfmal im Jahr. Sonst Rad / Fahrgemeinschaft. Ein paarmal im Jahr fahre ich sogar die ganze Tour mit dem Kaffenback ;)
 

nightwolf

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du merkst es nicht, oder?
Bitte was merke ich nicht??

Du hast mit Japan verglichen. Der Vergleich ist komplett albern, verglichen mit Japan ist Deutschland bettelarm.
Einfach das Autofahren einschraenken, dann klappts auch mit dem Radfahren, das reicht vollkommen.
Bei dann mehr Nachfrage wird auch der OePNV ausgebaut.

Es ist so eine deutsche Unsitte, immer erst massiv Forderungen aufzustellen, bevor man bereit ist, sich auch nur einen Zehntelmillimeter zu bewegen.
'Bevor ich aufs Auto verzichte, muss erstmal ein besserer OEPNV her! Kostenlos! Von meiner Haustuer bis zur Buerotuer! Fuenf-Minuten-Takt!'
Diese Forderungen werden dann nicht sofort erfuellt und schon ist man aus dem Schneider, man kann dann sagen, 'ich wuerd ja, aber ...' .

Du machst es Dir bequem. Das ist beliebt, aber falsch.
(...) Ich denke in Japan braucht man auch keinen Stellplatz überall wo man halten will nachweisen, sondern nur an seinem Wohnsitz. (...)
So hab ich das auch aufgefasst ;)
 
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In Japan kann in großen Städten ohne Stellplatz gar kein Auto zugelassen werden. Die Vorschriften sind sehr streng und werden übergenau kontrolliert.
Bei Einfuhr von einem Fahrzeug wird der Wagen so gut wie komplett demontiert und hinterher wieder zusammengebaut: rein zum sehen das die Karre in gutem Zustand ist. Die Zulassungsregeln sind sehr hart und müssen ultra genau befolgt werden.

DIE Vorschriften in Deutschland zu übernehmen: würde bedeuten das fast Zweidrittel der gesamten Fahrzeugflotte gar nicht mehr fahren dürfen.... ;)

In der Tat gibts in Mietwohnungen meistens viel zu wenig Stellplätze für Radler. Da werden vorher viel lieber irgendwelche Gemeinschaftsräume (die nur am Rande genutzt werden...) oder ein erweiterter Stellplatz für Besucherautos angelegt.
Es gibts ja noch nicht mal gute Einrichtungen für Fahrradstellplätze: da ist in der Regel Eigeninitiative vom Bauherren gefragt. Und wenn man Eigentümer einer Wohnung in einem großen Gesamtobjekt ist: stossen jede Forderungen nach mehr Stellplätzen für Radler in der Eigentümergemeinschaft auf taube Ohren. Das ist nicht gewollt - und bedeutet für den Antragsteller in der Regel eine Art von Stigmatisierung. Erst in urbanen Gemeinschaften bessert sich das, aber noch immer liegt das Hauptaugenmerk auf den Parkplätzen für Autos.
 
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@nightwolf
Dann versuch mal, in einer Kleinstadt mit, sagen wir weniger als 15000 EW, bzw. aus irgendeinem Dorf in der Umgebung, als bspw. Schichtarbeiter, mit den Öffis ins Industriegebiet zu gelangen.
Klar, kann auch in ne Großstadt ziehen, ist aber kein Argument.
Geil finde ich auch immer Interviews mit Reisenden wenn in Berlin oder sonstwo gestreikt wird, wenn sich dann aufgeregt wird dass man jetzt 15 Minuten warten muss. Hierzulande ist man froh wenn man überhaupt einmal pro Stunde eine Verbindung hinbekommt. Von Wochenend- oder gar Nachtverbindungen mal ganz zu schweigen.
Da lernt man den Luxus der Flexibilität und Schnelligkeit dann eben schätzen und nimmt die Mehrkosten in Kauf, für mich ist es einfach eine Kosten Nutzen Abwägung.
Aber das werden verwöhnte Städter eben nie verstehen :D
 

hnx

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Hier ists anders, zu viele Radlkeller, zu viele Radlstellplätze draussen. Im Prinzip auch zu viele TG-Stellplätze, weil die Mieter sich zwar eine verhältnismäßig teure Wohnung plus 1-X Wagen leisten, aber dann kein Geld für TG-Platz ausgeben wollen. Dafür nehmen sie dann die regelmäßig verteilten Scheine der Rennleitung wg Falschparkens im überfüllten öffentlichen Raum in Kauf.
 
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Dafür nehmen sie dann die regelmäßig verteilten Scheine der Rennleitung wg Falschparkens im überfüllten öffentlichen Raum in Kauf.
Ist hier auch so, allerdings weil es zuwenig Stellplätze gibt. Im Innenstadtbereich eine Katastrophe, als Anwohner ohne Garage oder der Möglichkeit sein Fahrzeug aufs Grundstück zu stellen bekommt man regelmässig Nervenzusammenbrüche. Entweder weil man am Arsch der Welt parken muss oder weil andere parken wie die letzte Sau.
 

nightwolf

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(...) DIE Vorschriften in Deutschland zu übernehmen: würde bedeuten das fast Zweidrittel der gesamten Fahrzeugflotte gar nicht mehr fahren dürfen.... ;)
Das waere ja kein Fehler :D
(...) In der Tat gibts in Mietwohnungen meistens viel zu wenig Stellplätze für Radler. (...)
In unserer Familienwohnung im mittelfraenkischen Staedtchen: Fahrradkeller bei Einzug voller ungenutzter Gurken, diese Situation konnte ich im Laufe der Jahre bereinigen. Hier gehts also.
In meiner Buerowohnung zwischen den Huegeln des Nordschwarzwaldes: Da habe ich noch keinen echten dergestalt nutzbaren Abstellraum fuer Fahrraeder gefunden :(
Man koennte das Rad irgendwo in der Tiefgarage anlehnen, aber das hilft im Winter nichts: Hier hat man es mit der Sparsamkeit uebertrieben, das Tor besteht nur aus Loechern, eine Art Rahmen mit Maschendrahtzaun zum Runterklappen, so braucht man keine Entlueftung - haben sie sich gedacht. Leider ist es dadurch in der TG genauso kalt wie draussen und somit wird es nix mit dem frostfreien Abstellplatz.
Ich trag das Rad immer in die Wohnung hoch. Wenn dadurch das Treppenhaus eingesaut wird: Pech gehabt. Ein Versuch, sich bei meinem Vermieter zu beschweren, wird jedenfalls ins Leere laufen, denn ich bin auch dort Eigentuemer :lol:

Ich bin kein Freund der rot-gruenen Regulierungswut, aber diese hier ist angesichts solcher Fehlplanungen wie siehe oben leider notwendig.
Manche Regelungen brauchts halt, wenn es am Hirn fehlt :(
(...) aber dann kein Geld für TG-Platz ausgeben wollen. (...)
Kenne ich auch. Das war z. B. bei unserer frueheren Wohnung so. Da waren einige TG-Plaetze fremd vermietet.

Dann wurde zweihundert meter weiter neu gebaut, kurz danach hatten wir Flyer im Briefkasten, ob wir einen TG-Stellplatz haben wollen, bei denen sind welche uebrig geblieben ...
 

Geisterfahrer

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Wenn man selber wirtschaftlich und beruflich in der guten Situation ist, dass man es sich erlauben kann, ohne Auto auszukommen oder jedenfalls aufs Pendeln zu verzichten, ist es leicht, den moralischen Zeigefinger zu erheben.
Mach das mal mit einem dreigeteilten Arbeitsplatz, bei dem Du täglich in einer anderen Stadt bist zuzüglich jeder Menge Außentermine auf dem platten Land.
Oder als Familienvater mit geringem Einkommen, oder als alleinerziehende Mutter oder... oder... oder...
Man kann nicht in jedem Fall einfach von sich auf andere schließen und sagen: "Wenn es bei mir geht, dann geht es auch bei jedem anderen. Wer es anders macht, macht halt etwas falsch."

Ich komme beruflich mittlerweile auch ohne Auto aus. Aber deswegen würde ich nie behaupten, dass das jeder andere genauso gut kann. Mag bei einigen sicher so sein, dass sie zu bequem oder zu unflexibel sind. Aber viele befinden sich einfach in völlig anderen Lebenssituationen, und ihnen stehen manche Möglichkeiten einfach nicht offen, sei es finanziell oder aufgrund anderer Notwendigkeiten.

Ich denke, das meinte Engingejunk oben mit "Du merkst es nicht".
 

Enginejunk

Sachse im Exil
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richtig. hatte nur schlichtweg keine lust es ausführlich zu schreiben da ich vermutete das es eh nix bringt, da spar ich mir die arbeit das mühsam am handy einzutippen.
 

nightwolf

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Wenn man selber wirtschaftlich und beruflich in der guten Situation ist, dass man es sich erlauben kann, ohne Auto auszukommen oder jedenfalls aufs Pendeln zu verzichten, ist es leicht, den moralischen Zeigefinger zu erheben.
Aha, in meiner Situation mit 250km Wochenpendelstrecke habe ich es also leicht. Das sagst Du doch damit? Oder Du hast meinen Beitrag garnicht gelesen? ;)
Du redest jetzt grad so, als haette ich keine Strecken zurueckzulegen und wuerde alle, die das muessen, fuer 'selber schuld' erklaeren.
Nebenbei, in gewisser Hinsicht sind sie das ja auch.
Mach das mal mit einem dreigeteilten Arbeitsplatz, bei dem Du täglich in einer anderen Stadt bist zuzüglich jeder Menge Außentermine auf dem platten Land.
Das ist eine Extremsituation, die vielleicht auf 1% zutrifft. Dennoch wird dieses 'Argument' immer als 'quasi allgemeingueltig' dahergebracht.
Das erklaert keinen modal split mit 60% PKW.
Lustig: Mir vorwerfen, ich wuerde verallgemeinern, aber selber die Situation solch einer Minderheit als Rechtfertigung eines allgemeinen Fehlverhaltens hervorkramen.
(...) Ich denke, das meinte Engingejunk oben mit "Du merkst es nicht".
Ich merke 'es' sehr wohl, aber ich merke sogar, dass es bei den weitaus allermeisten eher Bequemlichkeit ist als tatsaechliche Notwendigkeit.
richtig. hatte nur schlichtweg keine lust es ausführlich zu schreiben da ich vermutete das es eh nix bringt, da spar ich mir die arbeit das mühsam am handy einzutippen.
Du kannst mich gerne ueberzeugen, ich lasse mir jederzeit gerne etwas beibringen, nur manche 'Argumente' sind schlichtweg nicht ueberzeugend.

Siehe die Geschichte mit den '1%ern' weiter oben. Wie oft hab ich die schon gehoert ... :rolleyes:

Das Auto wirklich brauchen tut nur eine kleine Minderheit, der grosse Rest der angeblich 'aufs Auto angewiesenen' koennte seine Lebenssituation aendern, will das aber nicht, Gruende Bequemlichkeit und Fehlanreiz durch Pendlerpauschale.

Dabei bleibt es fuer mich, ich habe es auch ausfuehrlich erklaert und keiner konnte es widerlegen. Es wurden nur unzutreffende Parolen widergekaeut.
 
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Fehlanreiz durch Pendlerpauschale.
Ich hab schon oben nicht Verstanden wie man durch die Pendlerpauschale einen "Gewinn" machen soll. Ich wohne in der zweitgrößten Stadt Bayerns (also Mittelfranke) und habe früher auf dem Dorf gearbeitet. 20 KM einfach.
Pendlerpausche sind daher 20km x 230 Tage x 0,30 Cent = 1380 Euro Werbungskosten, damals also irgendwas über 400 Euro über der Werbungskostenpauschale. Von der Steuererstattung konnte man nichtmal Ansatzweiße die KFZ-Versicherung bezahlen. Von Benzin [230 Tage x 40km x (8l/100km) x 1,5 Euro = 1104 Euro], KFZ-Steuer, Wartung und Wertverfall mal ganz abgesehen.

Das ist eine kleine finanzielle Entlasung mehr aber auch nicht. Auch solltest du dir mal durch den Kopf gehen lassen wieviel der Stadt Steuern an meinen 1104 Euro Benzin + KFZ-Steuer verdient hat. Das übertraf meine Steuererstattung bei weitem und wird auch bei der Mehrheit der anderen Pendler so sein. Aber soweit hast du bei deiner Argumentationskette wohl nicht gedacht.
Steueranteil von 1104 Euro = ca 651 Euro + Kfz Steuer damals ca 108 Euro. Jetzt rechne mir vor wie der Staat hierbei einen Verlust macht wenn man nur Werbungskosten in Höhe von 1380 Euro Ansetzen kann. Ich bin gepannt.

Des weiteren Solltest du dir mal Überlegen was es für den Arbeitsmarkt heißen würde, würden die Deutschen weniger Auto fahren, wir sind ja doch irgendwo einer unserer besten Kunden, auch wenn Neufahrzeuge natürlich häufig Firmenwagen sind.
 
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Ich wohn selber auf dem Land und pendel mittlerweile mit dem Zug in die Arbeit. Aber für fast alles andere brauch ich das Auto - ersuch mal z.B. Abends etwas mit Freunden zu unternehmen ohne Auto. Viele meiner Freunde haben einen Arbeitsweg von vielleicht 15 Minuten mit dem Auto - versuch das mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu den Zeiten wo die unterwegs sind (Schichtarbeit) fährt da nichts. Und wenn etwas fährt dann dürfte sich der Arbeitsweg auf 1 - 2 Stunden belaufen wegen Umsteigen bzw. Warten auf Anschlüsse, etc. Und die wohnen wohlgemerkt vielleicht 15km weg von der Arbeit. Was sollen die machen? Noch näher an die Arbeit ziehen?
 

nightwolf

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Ich hab schon oben nicht Verstanden wie man durch die Pendlerpauschale einen "Gewinn" machen soll (...)
Das steht auch nirgends ;)
(...) Aber soweit hast du bei deiner Argumentationskette wohl nicht gedacht. (...)
Du hast meine Argumentationskette nicht verstanden (?), zumindest bist Du aber ueberhaupt nicht darauf eingegangen - stattdessen hast Du eine andere aufgemacht.
Das ist schonmal der grundsaetzliche Fehler ;)
Ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein, dass Du die Fixkosten des Autos nicht allein dem Arbeitsweg anlasten darfst, denn das Auto wird sicherlich auch noch anders genutzt - Das wuerde zu weit fuehren.

Stattdessen lieber hier nochmal die drei Alternativen:
  • Suchst Du Dir einen Arbeitsplatz naeher an daheim, verdienst dann weniger -> Dein Verlust
  • Ziehst Du naeher zum Arbeitsplatz hin, die Wohnung dort kostet mehr -> Dein Verlust
  • Wohnst Du wo es billig ist, arbeitest dort wo Du viel verdienst, und setzt die Fahrerei von der Steuer ab -> zweimal Dein Gewinn, Verlust fuer den Staat (...)
Und nun nochmal genauer erklaert:
Der zweimal Gewinn, den der Pendler macht, ist einmal das guenstige Wohnen am Ar§ der Fee, und zum zweiten das gute Gehalt in der Stadt.
Den Verlust kann er (zumindest teilweise) dem Staat anlasten.

In den anderen beiden Faellen kann er die jeweiligen Verluste -einmal durch geringeres Einkommen, einmal durch hoehere Kosten fuer die Wohnung- nirgends geltend machen.

Da sehe ich eine klare Bevorzugung des Pendelns sowohl gegenueber dem Hinziehen als auch gegenueber dem heimatnahen Arbeiten.
Das konnte mir noch keiner widerlegen.
Und die Beobachtung der Realitaet bestaetigt es: Alles pendelt, natuerlich mit dem Auto, ueberall Stau :(
 
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Tatsache ist:
  • Suchst Du Dir einen Arbeitsplatz naeher an daheim, verdienst dann weniger -> Dein Verlust
  • Ziehst Du naeher zum Arbeitsplatz hin, die Wohnung dort kostet mehr -> Dein Verlust
  • Wohnst Du wo es billig ist, arbeitest dort wo Du viel verdienst, und setzt die Fahrerei von der Steuer ab -> zweimal Dein Gewinn, Verlust fuer den Staat
Zum ersten Punkt: Ich wohne immernoch da wo ich in oben geannten Beispiel gewohnt habe, habe mir aber einen Arbeitsplatz gesucht der näher an meinm Daheim ist. Dort verdiene ich mehr und habe weniger Kosten fürs Auto --> mein Gewinn.

Zum zweiten Punkt: Wäre ich näher zu meinem Arbeitsplatz gezogen und würde ich zur Miete wohnen, würde die Wohnung weniger kosten und/oder größer sein --> mein Gewinn

Zum dritten Punkt: Ich wohne günstig, lebe finanziell nicht schlecht und dem Staat entgehen die Steuereinahmen aus dem Sprit + die Mehrwertsteuer das Mehr an Ersatzteilen, welche das Pendeln mit sich gebracht hat, Als ausgleich bekommt er die Mehrwersteuer für ein Paar Schuhe da ich inzwischen zur Arbeit laufe --> tatsächlich zweimal mein Gewinn aber ein noch größerer Verlust für den Staat :)
 

nightwolf

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(...) tatsächlich zweimal mein Gewinn aber ein noch größerer Verlust für den Staat :)
Wenn Du das so einfaedeln kannst, dann hast Du ja alles richtig gemacht :daumen:

Ich gehe im Allgemeinen erst mal davon aus, dass dort, wo man viel verdienen kann (z. B. in Muenchen bei einem bayerischen Motorenwerk), auch die Wohnungen teuer sind, und dort, wo Wohnungen billig sind, es wenig bis gar keine Arbeitsplaetze gibt.

Wie gesagt, wenn man es persoenlich sich besser einrichten kann -> sehr gut.
 
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Was aber nur daran liegt, das in absolut jedem Forum in dem es Wohnkosten geht jeder nur München als Beispiel nennt, was halt ein ziemliches Extrembeispiel ist und für die Mehrheit der Deutschen ziemlich irrelevant, da sie dort nicht leben. Aber alle die dort nicht leben verdienen sicherliche auch keinen Hungenlohn. (Auch wenn nicht alle die dort nicht wohnen keinen Hungerlohn verdienen.)

Um Mal wieder zum Thema zurückzukommen. Mehr Kfz-Parkplätze wären toll (wohne ziemlich zentral mit 2 Autos aber keinem Stellplatz). Einem Fahrradparkplatz in einer Wohnanlage kann ich hingegen nichts abgewinnen, weil ob die Räder jetzt aus dem normalen Innenhof oder einem Innenhof mit Fahrradparkplatz gestohlen werden ist letztendlich egal. Ich stelle meine Räder lieber in mein mit Panzerriegel gesichertes Kellerabteil :)
 

Geisterfahrer

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Aha, in meiner Situation mit 250km Wochenpendelstrecke habe ich es also leicht. Das sagst Du doch damit? Oder Du hast meinen Beitrag garnicht gelesen? ;)
Doch, ich habe gelesen. Ich habe gelesen, dass Dir bzw. Deiner Familie zumindest eine Eigentumswohnung gehört und Du es Dir leisten kannst, zusätzlich eine Arbeitswohnung anzumieten bzw. sie Dir sogar gehört. Du gehörst also mit Sicherheit nicht zu denen, die mit 1300 € netto auskommen müssen und nicht schon von Haus aus ein gewisses Vermögen/Immobilienbesitz mitbringen. Das meinte ich.

Was das "Beitrag nicht gelesen" angeht, so könnte ich eine ähnliche Mutmaßung anstellen:
(...) Mag bei einigen sicher so sein, dass sie zu bequem oder zu unflexibel sind. (...)
Ich habe nicht behauptet, dass es niemand kann, sondern dass bei vielen die Möglichkeit nicht besteht. Dazu habe ich mal drei Beispiele aufgezählt und ging davon aus, dass Du Dir davon ausgehend sicherlich noch weitere ausdenken kannst.

Ich denke allerdings, dass die Argumente mittlerweile weitestgehend ausgetauscht, die gegenseitigen Positionen klar gemacht sind. Ist ja nicht erforderlich, dass am Schluss eine Synthese erfolgt und alle der gleichen Meinung sind. Der kundige Leser kann sich seine Meinung selbst bilden.
 
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