Ganz so viel direkte Werbung für die Piko möchte ich nicht machen .-) aber den guten Erfahrungen kann ich mich nur uneingeschränkt anschließen.
Sicher, es ist eine Frage der persönlichen Einstellung, die es mindestens in folgenden Varianten gibt:
(a) Will ich mir aller paar Monate etwas kaufen und es stört mich nicht, wenn es defekt ist, weil ich dann wenigstens einen Grund habe, mir etwas neues zu kaufen? (> Discountware aus Fernost)
(b) Bin ich Fan einer bestimmten Marke? (> Dann kommen wohl nur deren Produkte in Betracht .-)
(c) Rechne ich kühl und kaufe lieber einmal teuer als paarmal billig weil umweltfreundlicher und langfristig ökonomischer? (> Dann kommt ein Qualitätsprodukt Made in Germany in Betracht.)
Offen gestanden geht mir die Weckwerfmentalität auf den Geist, auch diese Haltung dies konjunkturfeindlich ist .-) Habe mich daher für letzteres entschieden.
Allerdings möchte ich auch nicht mit den fanatischen "Lupine-Jüngern" in einen Topg geworfen werden, daher hier mal ein paar praktische Erfahrungen aus 1,5 Jahren Piko-Nutzung:
Meine ist eine X6, also das Vorjahresmodell mit minimal kleinerer Leistung (900 statt 1100 Lumen und 5,6Ah-Akku statt 6,6Ah), wie es sie noch vereinzelt in Restbeständen gibt, z.B.
http://www.bike24.de/1.php?content=8;navigation=1;product=35298)
Sehr angenehm empfinde ich Größe und geringes Gewicht auf dem
Helm. Auch das durch 2 LEDs nebeneinander relativ breite Leuchtfeld gefällt mir persönlich.
Ein Kaufkriterium war für mich daneben, dass ich die Piko neben der Radeln auch für andere Zwecke als Kopflampe mit Stirnband gut einsetzen kann: Skilaufen im Winter, Wandern, Montagen nachts oder an dunklen Orten.
900 Lumen reichen mir für Waldwege aus. (Hightspeed-Downhiller können vermutlich mehr gebrauchen, haben dann aber auch meist noch eine kräftige Lampe am Lenker.) Gestern bin ich z.B. die Hälfte einer 120km-Tour auf der mittleren Stufe, also 360lm, auf Nebenstraßen und Waldwegen gefahren. Volle Leistung ist mir oft schon zu viel. Gerade wenn die Luft recht feucht ist, was nun mal in der dunklen Jahreszeit häufig vorkommt, dann bringen mehr Lumen gar nicht mehr Sicht, weil die Wassertröpfen reflektieren und es bei zu viel eigentlich blendet. Dies wird von der Fraktion der "Maximale-Lumenzahl-muss-es-sein"-Anhänger oft vergessen. So mein praktisches Fazit als jemand, der viel in den Mittelgebirgen unterwegs ist. In den Wüsten dieser Welt sieht dies möglicherweise anders aus .-)
Sehe gerade, dass neuerdings auch einen Diffusor als Zubehör gibt, dessen Ausleuchtung interessant aussieht:
http://www.taschenlampen-forum.de/lupine/28279-lupine-piko-x-duo-x4-1200-lumen-test-messungen-bilder.html
Hat jemand hier damit schon Erfahrungen gesammelt?
Apropos Neuerungen: Ein Upgrade von 900lm auf 1100lm lohnt sich vermutlich nicht wirklich, oder?
Wenn sich das Auge dran gewöhnt hat und die Strecke wenig Risiken birgt (Waldwege langsam oder Straßen mit mittlerer Geschwingkeit oder zu Fuß im Gelände), dann kann auch schon die 50lm-"Sparflamme" reichen. (Gut, dass Lupine im Laufe der Zeit eingesehen hat, dass volle Power nicht alles ist, sondern "power is nothing without controll" und mehrere Dimmstufen eingebaut hat.) Je nach Helligkeitstufe komme ich mit meinem alten 6Ah-Akku zwischen 4 und 90h Stunden, d.h. ich könnte auf "Sparflamme" rund 1 Woche (im Winter) bis 2 Wochen (im Sommer) rund um die Uhr durchfahren ohne Laden zu müssen. Die Kombination aus Piko und dem 6Ah-Akku empfand ich auch in Hinsicht auf das Gewichts-Leistungs-Verhältnis so gut, dass ich diesen Sommer beide auf einem Ultramarathon mitgenommen hatte, bei dem ich mir fast jedes Gramm überlegt hatte, und dabei ein paar Mal die Nacht durchgefahren bin. Das Ladegerät hatte ich daheim gelassen und am Ende war der Akku immer noch nicht leer. Letztlich brauchte ich mehr Schlaf als geplant .-)
Welche Kombination die Richtige für Dich ist, musst Du selbst entscheiden nachden der vorgesehenen Verwendung. Ich persönlich würde raten, nicht den kleinsten Akku zu nehmen sondern die X6 oder neuerdings X7-Variante, also einen mit ca. 6Ah, und ihn am Körper verstauen (=weniger Gewicht auf dem
Helm und längere Laufzeit im Weinter durch bessere Kälteisolation). Diese Akkus haben noch den zusätzlichen Vorteil, dass über die LED-Anzeige auf dem Akku die Restkapazität per Knopfdruck gut angezeigt wird. (Man kann auch das Blinkschema auswendig lernen, also Anzahl des Blinkens > Spannung > Kapazität, was mir aber zu umständlich ist.) Früher gabe es auch mal einen Mini-Not-Akku, der im Ernstfall noch ein paar Minuten Lichtreserve geben würde. Diesen habe ich aber nie gebraucht und anscheinend ist er auch nicht mehr im Programm. Zumindest finde ich ihn im Shop nicht mehr.
Nicht so toll empfand ich immer die Standardhelmhalterung (
http://lupine.de/produkte/halter/helmhalter_piko/) da das Klettband etwas kurz geraten ist oder die Rippen meines
Helm nicht so recht passen. Daher bin ich jetzt den
Gopro-Adapter (
http://lupineshop.com/index.php?page=product&info=451) und eine
Gopro-Halterung umgestiegen, die auch noch etwas an Höhe bringt, was ich angenehm empfinden und das Gefühl habe, dass es den Blendeffekt in feuchten Nächten verringert.
Generell sind Lupine-Leuchten ziemlich ausgereift und auf der Höhe der Zeit. Ausnahme: Die Funkfernbedienung der Betty. Von Lampen verstehen die Lupine-Leute zwar etwas, aber von Funk haben sie offenbar keine Ahnung. Niemand, der noch bei Trost ist, verwendet heutzutage noch das 433-MHz-ISM-Band, in dem sich dank diverser Sekundärnutzer alles Mögliche untereinander stört! Wenn da ein Primärnutzer in der Nähe ist und auf den Knopf drückt, bleibt es duster. Die maximal 2m-Sichtentfernung wären einer höheren Frequenz viel eleganter und sicher zu überbrücken. Hoffe, von Lupine liest hier jemand mit .-)
Interessanterweise ist diese Angabe aus der 2013-Bedienungsanleitung der Betty verschwunden, stand aber noch 2012 drin. Kann mir nicht vorstellen, dass die Funkfernbedienung klammheimlich umgestrickt wurde. Wahrscheinlicher ist eher, dass es Lupine eingesehen hat, dass Angaben wie "433.92MHz (EU-Version)" nicht zum perfekten Image passen könnten.
Aber 4500lm sind mir persönlich sowohl von der Lichtmenge als auch von Preis zuviel. Nüchtern betrachtet kommt die Betty daher für mich nicht in Frage, muss ja nicht mit einem Autoscheinwerfergeschoss ohne Abblendlich durch die Nacht rollen. Auch wenn mich der Vergleich mal gereizt hätte, aber die Nightrides sind ja immer ganz schnell ausgebucht. Wahrscheinlich gibt es mehr Tester als Käufer .-)
Fazit: Die Piko als Helmlampe kann ich als sinnvolle Investition für ein paar Jahre Spass im Dunkeln nur empfehlen...