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dass die Landwirte mit der Bewirtschaftung der Almen natürlich seit 100 Jahren einen kulturhistorisch immens wichtigen Auftrag erfüllen. Zur Bewirtschaftung einer Alm (und das ist ein hartes Leben von früh bis spät in die Nacht) gehört automatisch auch die Landschaftspflege.
Ohne Landwirtschaft / Bergbauern gäbe es die Kulturlandschaft in den Alpen die wir alle schätzen nicht.
Entspricht die heutige Realität denn überhaupt noch dem verklärt-romantischen Bild von der Almwirtschaft, welches gerne immer wieder zitiert wird? Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 und Einführung der Subventionslandwirtschaft wird längst nicht mehr nur nachhaltig bewirtschaftet, sondern andere Kriterien gewannen die Oberhand.
Allein die Tatsache, dass Alpwirtschaft auch heute noch anstrengend und zeitaufwändig ist, rechtfertigt nicht automatisch eine zusehends schädliche Bewirtschaftung, die mit Merkmalen wie Überweidung die Natur nur noch ausnutzt und letztendlich zerstört. Holzfäller im Regenwald haben bestimmt auch einen harten Arbeitstag, hier kommt aber niemand auf die Idee, von Schaffung einer Kulturlandschaft zu sprechen. In den Alpen hat sich durch Folgen der Überweidung in vielen Regionen die Baumgrenze schon bis zu 300m abgesenkt. Es gibt keine Verjüngung des Altwaldes mehr, und die bunte Pflanzenvielfalt der legendären Alpenwiesen ist auch deutlich reduziert.
Mit ähnlich rhetorischen Kunstgriffen, wie die Bauern, inzwischen nachweislich noch vor der Industrie und den Haushalten, die größten Wasserverschmutzer, sich als Landschaftspfleger bezeichnen, sehen Jäger sich als Heger und Pfleger der Fauna, Anglervereine, die in Naturgewässern teilweise schon reine Fischmast betreiben, als Biotopschützer usw.
Das möchte ich jetzt nicht weiter bewerten, bin aber sicher, dass sich hier so Einigen die Nackenhaare sträuben.
Hat zwar alles nicht viel mit Bike-Bergsteigen zu tun, aber genau deshalb halte ich auch den o.g. Hinweis auf die Landwirtschaft für obsolet.
Wenn hier so viele DAV/ÖAV-Mitglieder sind, stellt sich mir die Frage, ob das Bike-Bergsteigen in Sektionstreffen schon mal erörtert wurde. Immerhin m.E. eine gute Möglichkeit, die Akzeptanz dafür abzuchecken oder Fachleute nach ihrer Haltung zu befragen. Bei der DIMB habe ich allerdings eher den Eindruck bzw. die Befürchtung, dass sie mit ihrer "Legalize"-Kampagne die gemeinen Rotsocken eher verschrecken dürfte, denn die Ausrichtung geht ja ziemlich klar in Richtung Freeride bis DDD.