Nachdem ich vor knapp einer Woche mein 2019er Spectral CFR 9.0 SL (L) in Empfang nehmen durfte, gehöre ich nun auch zur „Canyon Community“.
Eigentlich komme ich von Liteville und da wollte ich mit was Neuem auch wieder hin. Aber der (unerhörte) Preis des Spectrals im September-Sale, die Optik und der Komponenten Mix haben mich schwach werden lassen.
Nach einer sehr schnellen Lieferung und einer recht unkomplizierten Montage ging es gleich zur ersten Testfahrt. Es sollten nur ein paar Meter auf der Straße vorm Haus werden. Gut eine Stunde später fand ich mich allerdings auf dem großen Feldberg wieder…
Ich bin überrascht wie gut das Ding bergauf geht.
Eigentlich wollte ich nicht gleich am ersten Tag, noch dazu bei Regen, dem Ding auf dem Zahn fühlen, aber der Feldberg-Flowtrail führt nun mal fast bis vor meine Haustür…
Überraschung Nummer zwei: auch mit einem neuen Bike geht die rote Linie auf Anhieb, wenn auch deutlich vorsichtiger wie sonst. Aber geiles Teil. Kommt der eierlegenden Vollmilchsau schon ziemlich nahe.
2 kleinen Abtörner gabs allerdings in den ersten Tagen:
Die Bremse vorne hat vom ersten Meter an unglaublich gequietscht und vor allem die mittleren Gänge haben trotz penibler Einstellerei gesprungen und gerasselt. Fast als wäre ein 11 Fach Schalter an einer 12 Fach Kassette verbaut. (Nein, der Umsteller an den Hebeln stand auf 12…)
Ersteres Problem war schnell entlarvt. Die
Bremsbeläge waren out oft the box verölt. Bremsenreiniger und neue Beläge haben das Problem gelöst. Bleibt zu hoffen das die Jungs bei der Erstmontage geschlampt haben und nicht ein undichter Nehmerkolben in den nächsten Tagen das Problem zurückbringt.
Das mit der Schaltung war ein härterer Fall. Das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben.
Ich stelle seit 25 Jahren quasi im Schlaf Kettenschaltungen ein. Umso mehr war es eine Enttäuschung das ich die 12-fach XTR nicht gebacken bekommen hab.
Ich hab das Procedere rauf und runter exerziert: Begrenzer eingestellt, Zugspannung korrekt, Abstand korrekt, Hebel in der richtigen Position, Kassette rauf und wieder runter, Schaltwerk zerlegt, verlauf des Zugs im Rahmen bzw. in der Abdeckung gecheckt, jedes einzelne Glied der Kette gecheckt… nichts hats genützt. Das Ding ließ sich schalten wie eine verbogene Altus in den frühen 90ern.
Irgendwann hab ich den Innenzug aus der Hülle raus (ich war überzeugt dass dies nicht nötig ist, da nagelneu…) und siehe da: die braune Beschichtung (Teflon?) des Zugs hatte sich Innen an mehreren Stellen gelöst und hat Verdickungen entlang des Zuges gebildet. Ich wusste es schon immer. Beschichtungen sind Mist. Das gilt zumindest für Innenzüge und Gitarrensaiten.
Edelstahlzug rein und sofort lief alles wunderbar.
Jetzt weiß ich wieder: Wenn die Schaltung hakt, als erstes den Zug checken…