Original geschrieben von juweb
Lieber Sketcher
deine "Meine WELT ist heil der Rest ist mir egal" Einstellung ist ja toll. Vor allem total solidarisch! Es lebe das Eichsfeld, die heile Welt. Fakt ist aber, per Gesetz ist in Thüringen, und dazu zählt auch das katholische Eichsfeld, das Biken auf Wegen die schmaler als zwei Meter sind verboten. Das es in der Praxis keine Probleme gibt, weiß ich auch. Aber die kommen, da bin ich mir sicher. Wenn die ersten Unfälle passieren (was keiner hofft) oder die ersten Waldbesitzer erkennen, was sie für Rechte haben. Und dann bist Du ganz schnell anderer Meinung.
Gerade werden massiv die Möglichkeiten für Reiter eingeschränkt. Reiten nur noch auf extra Reitwegen. Die Reiter und ihre große Lobby rühren dagegen die Trommel. Und hintenrum erfährt man (habe mal im Ministerium angerufen) dass sie permanent Stimmung gegen Mountainbiker machen. In etwa so: Warum sollen nur wir von den Wegen, die Mountainbiker machen genausoviel oder wenig Schaden wie wir mit unseren Pferdehufen.
Also Sketcher, ich glaube, es wäre schon sinnvoll, sich über die Gesetzeslage zu informieren bevor wir blöd aus der Wäsche schauen. Und wenn erstmal im Gesetz steht, dass man nur noch auf 2 Meter breiten und festen Wegen fahren darf, dann handeln wir Biker praktisch immer illegal. Wir würden völlig zu unrecht und unnötig kriminalisiert. Wenn etwas passiert, dann sind wir immer schuld. Auch wenn uns ein Wanderer mit Absicht ins Rad springt oder den Krückstock in die Speichen schiebt! Jeder Richter müßte gegen uns entscheiden und wenn auch in Thüringen die ersten Fälle auftreten wird das Gesetz auch allg. Praxis werden und mehr Leute draussen auf den Single Trails darauf auchten.
Mich kotzt das an.
Die Folge wäre das wir uns extra Bikewege erkämpfen müßten. Lieber wäre es mir aber schon jetzt etwas zu tun und die unterschwelligen Einschränkungen schon jetzt zu verhindern.
Aber da sich meiner Ansicht nach zu viele so sicher fühlen wie Du, wir also noch nicht mal unter uns ein Problembewußtsein haben, deshalb werden wir auch nie innerhalb der Biker eine starke Lobby bekommen und ausserhalb schon gar nicht. Die DIMB wird auch weiterhin ein Schattendasein führen anstatt wie die IMBA als politische Größe mit Unterstützung der Biker zu genau solchen Gesetzesentscheidungen als Fachverband mit Sachverstand befragt zu werden. Statt dessen holt sich das Land Thüringen Rat beim ADFC, der im Gegensatz zu DIMB oder BDR natürlich kein Problem damit hat die Rechtslage so zu stabillisieren, das Single Trails fahren noch mehr aus dem erlaubten Bereich rückt.
Noch duldet Dich Dein Förster. Er hat das neue Gesetz noch nicht in der Hand und noch nicht umzusetzen. Aber es wird wohl kommen, weil jeder macht halt lieber seins...
PS: Jeder der sich etwas im Motorradgeländesport auskennt, weiß, das es dort genauso anfing und ablief. Und das die stark individualistischen Sportfreaks nie zusammenfanden. Jeder handelte in etwa so. Wenn ich dort nicht mehr fahren darf, na dann kann ich ja noch dort fahren. Wenn die Veranstaltung in X stirbt, dann bleibt ja noch die in Y. Erst nach Jahren erkannte man die allgemeine Tendenz und die Menge der betroffenen Leute realisierte das plötzlich, dass man ja doch eine große, auch politisch gewichtige Bürgerschaft darstellt. Denn der Aufkleber "Wer schützt uns Motorsportler vor den Umweltschützern" wurde in den 80ern massenhaft verkauft und plötzlich sahen die Einzelkämpfer auf den Autobahnen, dass sie nicht allein mit ihrem Problem dastanden. Das Endurofahrer und MXer, Autocrosser und Ralleypiloten, Bergrennfahrer und Rundstreckenpiloten alle das selbe Problem haben. Aber man erkannte es zuspät und deshalb ist heute der gesetzliche Aufwand zur Schaffung von Motorsportgeländen bzw. -veranstaltungen so imens hoch. Jetzt sind wir allgemeinen Outdoorsportler dran und merken er genau so wenig, denn neben uns Bikern und den Reitern werden z.B. auch die Hundeschlittensportler aus den Thüringer Wäldern verdrängt...