Ich bin spät dran mit meinem Post, aber bei uns ist's grün und deshalb noch perfekt zum Biken.
Einige Dinge wurden ja schon genannt.
Die Rückenschmerzen kommen nicht nur von dem Thema Sattelüberhöhung:
1) Liegt das Lot von Deinem Knie auch über der Pedalachse? (Viele haben den
Sattel zu weit hinten und in Kombination mit dem flacheren Sitzrohrwinkel beim MTB und Deiner Sattelüberhöhung führt das dann zu einem "Klappmessereffekt" in der Sitzposition, und das muss der Rücken wegstecken.
2) Wenn der
Sattel paßt, wie lange ist Deine Länge vom
Sattel bis zum Lenker?
Maß, horizontal gemessen von der Sattelspitze bis zum Lenker auf der Verbindungslinie zwischen den Griffen (nicht bis zur Vorbauklemmung, damit ist die Biegung des Lenkers berücksichtigt:ein 9° nach hinten gebogener Lenker verkürzt die effektive Vorbaulänge ca. um 15mm)
Als erster Anhaltspunkt ist die Länge ideal, die Du erreichst wenn Du deinen Ellenbogen an der Sattelnase anlegst und die gestreckten Finger auf den Vorbau legst, dann noch drei Fingerbreiten (Zeige bis Ringfinger quer) dazu addierst bis zum Lenker (Mitte
Griffe).
Natürlich hat die Sattellänge einen geringen Einfluss und Racer sitzen etwas länger als Enduristen, aber fürs erste ist das ein guter Wert.
3) Jetzt kommt die Sattelüberhöhung dran: Ich würde empfehlen bei einem Touren-Bike ca. 3-5 cm zu nehmen, weniger ist natürlich bequemer (und besser für den Rücken)
Wichtig ist die Einstellung der Sattelnase!
Sie sollte schon etwas nach unten zeigen, da bei absolut horizontaler Einstellung die Biegung der Wirbelsäule im unteren Bereich zu stark ist, und bei einem Mountainbike dann die Schläge auf die ohnehin schon belasteten Bandscheiben und Stützmuskulaturen gehen.
Hier ist dann etwas Balance gefragt zwischen der Belastung von Schulter/Armen/Händen und dem unteren Rücken.
Zu guter Letzt empfehle ich noch einen Lenker wie oben beschrieben 9° oder noch besser 12° Biegung nach hinten (z.B.
Syntace) mit entsprechenden Barends (z.B. Ritchey WCS Ergo mit stärkerer Biegung um die Lenkerneigung zu kompensieren).
Wenn die Armauflage unergonomisch ist, wie bei vielen flatbars mit geringer Biegung, versucht man unbewußt oder bewußt den Druck von den Händen wegzubekommen, und das geht immer auf den Rücken! Durch die Barends hat man mehrere Griffpositionen.
Die beste Sitzposition nützt aber nichts, wenn die Rückenmuskulatur nicht trainiert ist.
Viel Spaß beim Basteln und Grübeln!
Frohe Weihnachten und einen guten Start in die Bikesaison 2007