Schaltung verliert Zugspannung

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Hallo zusammen,

vor 2 Monaten habe ich mir ein ca. 10 Jahre altes Radon Hardtail gekauft. Im Nachhinein nicht der glücklichste Kauf, aber für den Einstieg reicht es erstmal.
Nachdem Kette und Kassette erneuert wurden fährt es sich auch ordentlich.

Das einzige Problem ist, dass ich nach etwas ruppigen Abfahrten Zugspannung verliere und ich beim Schalten in höhere Gänge (kleinere Ritzel) dann Kettenspringen habe.
Also zu Hause wieder aufgegangen und die Stellschraube am Schaltwerk (XT) so lange gegen den Uhrzeigersinn drehen bis alles wieder ohne springen schaltet. Das können auch schonmal drei ganze Umdrehungen sein. Ist es richtig eingestellt, schaltet es auch wunderbar. Bis zur nächsten Runde :eek:

Neue Schaltzüge und Hüllen wurden vom Vorbesitzer erst verlegt. Vielleicht hat er aber auch was falsch gemacht.
Woran kann das liegen und wie werde ich das los?
Hilft da nur komplett zu wechseln oder gibt es Kleinigkeiten, die ich übersehe.
Beim Drehen der Stellschraube sieht man keine Änderung am Innenzug. Ist das richtig?

Was mich auch wundert, ist das ich gegen den Uhrzeigersinn drehen muss, wobei in den vielen Anleitungen online im Uhrzeigersinn gedreht wird wenn die Kette nicht richtig fällt...

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen

Liebe Grüße
Moritz

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Naja, neue Züge dehnen sich am Anfang noch etwas. Das kann zu ungewollten Schaltsprüngen führen. Das sollte sich aber mit der Zeit verlieren. Bei Zügen gibt es natürlich auch Qualitätsunterschiede. Billigzüge dehnen sich sicher stärker als hochwertige Edelstahlzüge.
Bedingung ist aber in jedem Falle, dass die Schaltung korrekt eingestellt ist und die Züge und andere Komponenten ausreichend geschmiert wurden. Gerade gebrauchte Teile sollte man gründlich reinigen und neu schmieren. Und auch genau unter die Lupe nehmen und bspw. die Funktion der Stellschrauben überprüfen, ob z.B. die Gewinde noch in Ordnung sind.
Ob du jetzt nach rechts oder links drehen musst, kommt halt drauf an...
 
3 Umdrehungen sind sehr viel und das mehrmals:confused:
Kannst du jetzt noch alle Gänge schalten?
Ist der Schaltzug am Schaltwerk richtig fest und rutscht nicht durch?
Ist die Einstellschraube bzw das Gewinde dafür im Schaltwerk oder Schalthebel noch i.O., so dass die Einstellschraube auch seinen Sinn erfüllen kann?
 
Wenn man schon die Endkappen sieht :D
Hat mit dem Thema aber nix zu tun.
Ich habe z.B. Aderendhülsen als Endkappen, weil ich soviele davon im Keller habe. :)

Pflege / schmiere mal die Schaltung:
http://www.mtb-news.de/forum/t/kettenschaltungsprobleme-und-moegliche-loesungen.468161/

Und fängst mit der Grundeinstellung an:
http://www.fahrrad-workshop-sprockhoevel.de/Schaltung-Umwerfer-Workshop.htm

Eventl. hilft dir eine zusätzliche Feder:
http://www.mtb-news.de/forum/t/schaltungsprobleme-ein-zwei-moegliche-loesungen.237350/
 
Hallo,
so wie das geschildert wird, kann und darf das bei intakter Schaltung nicht sein.
1. Ist das Gewinde der Klemmschraube am Schaltwerk noch in Ordnung, d.h. wird der Innenzug dort wirklich "fest" geklemmt:
Überprüfung: Schaltzug richtig einstellen, und dann einen kleinen Lackpunkt oberhalb der Klemmung auf den Innenzug machen. Nach einer Testfahrt, wenn der besagte Fehler wieder auftritt, dürfte der Lackpunkt nicht verrrutscht sein...
2. Einstellschraube für Feineinstellung Gewinde defekt: Sollte das der Fall sein, ist es egal, ob Du drei Umdrehungen machst, es ändert nichts, oder nur kurzfristig etwas an dem auftretenden Problem: Hier mal die Schraube ausbauen, und mit Taschenlampe die Gewindegänge genau untersuchen...
(übrigens korrekt: gegen den Uhrzeigersinn drehen erhöht die Spannung).
3. Der Schaltzug bzw. die Hülle sitzt irgendwo nicht richtig mit den Endkappen in den Halterungen, und rutscht jedesmal nach...

Gruß Jan
 
Guten Morgen,

erstmal danke für eure Antworten.
Was ich vergessen habe zu sagen ist, das ich das Fahrrad nach Erhalt erstmal zur Inspektion gebracht habe. Dort wurde alles überprüft und eingestellt (Ob die Züge richtig sitzen vlt nicht).Die Schaltung schaltet auch perfekt, vorausgesetzt die Spannung stimmt. Als das Phänomen zum ersten mal auftrat bin ich auch nochmal in die Werkstatt. Die Zugspannung wurde wieder eingestellt und ich wurde gefragt ob ich da rum gespielt hätte :p
Aber nach 5 mal nachspannen müssen sich selbst günstige Züge doch mal gesetzt haben ?!


Hallo,
so wie das geschildert wird, kann und darf das bei intakter Schaltung nicht sein.
1. Ist das Gewinde der Klemmschraube am Schaltwerk noch in Ordnung, d.h. wird der Innenzug dort wirklich "fest" geklemmt:
...
Gruß Jan

Das klingt doch erstmal nach einem Plan, den ich am Wochenende überprüfen werde.
Gibt es diese Einstellschrauben separat zu kaufen?
Muss ich beim Ausbau der Schraube die Endkappe entfernen? Der Zug geht ja schließlich durch die Schraube.

Beste Grüße
Moritz
 
Sollte das Gewinde hinüber sein, müsstest Du eine längere Schraube einsetzen, und diese mit einer Mutter von hinten kontern, denn wenn das Gewinde im Schaltwerk hinüber ist, dann fasst dort auch eine neue Schraube nicht mehr. Durch die Schraube wird nur der blanke Innenzug geklemmt, dazu muss nichts anderes gelöst werden (Endkappe o.ä.).

Gruß Jan
 
Die Schaltzughülle hat eine Endkappe, und diese liegt in dem Einsteller nur "lose" drinnen, d.h. ziehst Du die Hülle heraus, geht die Kappe normalerweise mit heraus. Einsteller kann man nachkaufen, je nach verwendetem Schalthebel. Wenn der Schaltzug gelöst oder gar ganz ausgebaut ist, dreht denn das Innenteil im "Gnubbel" sauber hoch und runter, wenn man etwas verstellt? Entgegen dem Uhrzeigersinn drehen bedeutet, das Innenleben des "Gnubbels" dreht sich hoch, und im Uhrzeigersinn drehen bedeutet, das Innenleben dreht sich herunter. Sofern das Gewinde im Schalthebel vermurkst ist, nützt ein neuer "Gnubbel" natürlich nichts.
...aber es gibt Schaltzugeinsteller, die man sogar "mitten" im Schaltzug einbauen kann, also unabhängig vom Schalthebel.
 
Kommt halt immer drauf an. Einfach nachschneiden hat hie und da schon mal was gebracht, ich mach das immer erst mal so. Bei so kleinen Gewinden sind die Chancen natürlich nicht besonders.
Helicoil ist auch ne Möglichkeit, klar. In der Regel muss das aber die Werkstatt machen. Ich weiß gar nicht, in welchen Größen es die Helicoil-Einsätze nach unten gibt. ich selbst habe sie nur bis M6.
Dann ist halt die Frage, ob sich das rechnet. Evtl. kann man dann gleich ein neues Schaltwerk kaufen bzw. bei ebay auf Schaltwerksuche gehen (bei retro-Teilen)...
 
...durch das Nachschneiden erreichst Du maximal, dass die Schraube alleine noch hält, aber niemals dann noch den Schaltzug.

Warum so kompliziert? Helicoil oder Schaltwerk neu kaufen?
Einfach längere Schraube mit Gegenmutter einsetzen...fertig!
 
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