Singlespeeders Geschichte (Warum nicht Singlespeed?)

DerBergschreck

...fährt ohne Betäubung
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In Anlehnung an den Thread „A singlespeeder’s story (Why not Singlespeed?)“ im US Forum möchte ich hier mal etwas ähnliches versuchen - es geht um eine Sammlung von Geschichten, wie ihr die Anfänge mit dem Fahren ohne Schaltung erlebt habt.

Und da ich den Thread hier ins Leben gerufen habe, muss ich natürlich den Anfang machen.
Hier also meine Geschichte:

====================

Es ist Ostern und Marcus Mountainbike wurde passend zum Saisonanfang vom Hof geklaut. Extrem schlechtes Timing. Schnell muss ein neues her. Es muss erstens preiswert, zweitens "stylish" und drittens preiswert sein. Was soll daran wohl toll werden?

Ein paar Wochen später ist bestes Tourenwetter und Marcus kommt nach ein paar Testtouren allein (was gibt es denn da schon zu testen?) das erste Mal zu einer gemeinsamen Tour mit der Gruppe. Ich sehe Retro-Style in grün mit silbernen Anbauteilen - sehr chic. Dass es keine Federung hat, hatte ich schon erwartet. Dass es keine Schaltung hat, nicht. Singlespeed! Im Gelände. Im Mittelgebirge. Das kann nicht funktionieren.

Die Gruppe rollt los und die Schaltungen klackern - nur bei einem nicht. Nach einer Stunde im Gelände komme ich mir mit meiner Schaltung albern vor. Marcus fährt alles mit seinem einem Gang und ich rattere mit meiner Kette im Zahnrad-Dschungel herum. Er fährt fast nur vor mir und ich habe dauernd dieses eine blöde, auf dem Freilauf einsam seine Runde drehende Ritzel vor Augen. Links und rechts davon eine Hand voll Distanzringe um die gähnende Leere zu füllen. Das sieht doof aus. Das sieht ungewohnt aus. Das sieht gut aus!

An einem Steilstück muss er dann endlich doch vom Rad - und überholt mich schiebend, während ich im kleinsten Gang fast auf der Stelle trete. Wozu war nochmal eine Schaltung gut?

Nach dieser Tour ist nichts mehr so, wie es war. Es kontrolliert meine Gedanken am Tag, es verfolgt mich nachts in meinen Träumen: Singlespeed! Das zwingende an der Sache ist, dass mein Rahmen ein horizontales Ausfallende hat, also voll singlespeedtauglich ist. Es gibt keine Ausrede mehr, um das Unausweichliche zu vermeiden.

Aber noch kann ich es etwas hinausschieben. Es gibt viel zu lesen. Im Internet-Singlespeed-Forum werde ich erleuchtet. Es gibt zwei Ansätze für den Umbau: "Ein Gang ist billiger" und "Ein Gang ist trotzdem teuer". Die teure Variante hat zum Beispiel Hinterradnaben für 500 Euro oder ein einzelnes Ritzel für 100 Euro. Die billige Variante liegt bei 100 Euro "all inclusive", was genau meine Variante ist. Ich lerne, dass man am besten reine Singelspeedritzel und -kettenblätter nimmt, weil nur diese höhere Zähne haben, die dafür sorgen, dass die Kette keinerlei "Schaltambitionen" mehr hat. Denn ein Über- oder Abspringen wäre bei den rohen Kräften im Wiegetritt ziemlich unangenehm.

Der heilige Gral aber ist die Abstimmung der Übersetzung. Im Probierverfahren legt man beim Kettenschaltungsrad irgendeinen mittleren Gang ein und probiert auf diversen Testtouren, welcher passt. Man wird schnell zu dem ernüchternden Ergebnis kommen, dass es einfach keinen passenden Gang gibt. Wie also kann das funktionieren? Hier kommt die psychologische Komponente ins Spiel: wer den Schritt zum eingängigen Fahren bereits vollzogen hat, weiss, dass es ein Unterschied ist, ob man nicht schalten will oder nicht schalten kann. Um dem geneigten Interessenten exzessives Probieren und wildes Herumrechnen über Wochen zu ersparen, sollte man sich eher an die immer wieder empfohlenen Standardübersetzungen halten, weil diese den "Placebo"-Effekt des Einganggetriebes berücksichtigen.

Für 26" Laufräder im Gelände ist eine Übersetzung von 2:1 die Einstiegsdroge. Das bedeutet, dass das Kettenblatt doppelt so viele Zähne wie das Ritzel hat. Tritt man die Kurbel einmal komplett herum, hat sich das Hinterrad zweimal gedreht. Mit diesem Gang kann man gemütliche Flachlandtouren und sportliche Mittelgebirgstouren fahren. Wer im Flachland wohnt, kann bis auf 2,3:1 hoch gehen, wer im Hochgebirge fährt, wählt einen kleineren Gang.

Der Satz "Wo ich mit 2:1 nicht mehr fahren kann, bin ich auch beim Schieben nicht langsamer" trifft es genau auf den Punkt. Am geschalteten Rad fährt man im ersten Gang um die fünf Stundenkilometer, was die übliche Geschwindigkeit eines Fussgängers ist. Und man möge nicht vergessen, dass es auch Anstiege gibt, die man trotz Schaltung schiebt.

Samstag Morgen, 9.15 Uhr. Beim Rasieren sehe ich durch das matte Glas des Badezimmerfensters etwas grosses Gelbes - das kann nur der Paketdienst sein. "Dingdong" macht die Türglocke und ich hechte in den Flur und nehme das Paket entgegen. Der Paketbote schaut mich irritiert an - aber woher soll er wissen, was in dem Paket ist? Als ich am Spiegel im Flur vorbei gehe, sehe ich, dass meine linke Gesichtshälfte noch ganz mit Rasierschaum bedeckt ist. Das zu Ende bringen der Rasur ist angesichts der gerade eingetroffenen Singlespeed-Teile natürlich extrem uninteressant und wird deshalb im Schnellverfahren erledigt.

Kurze Zeit später haben die wenigen neuen Teile ihren Platz am Rad gefunden und übrig bleibt ein beeindruckender und verblüffend schwerer Haufen an Schaltungsteilen, die nun erst einmal lieblos ins Kellerregal geschoben werden. Schnell die Fahrradklamotten an und das Rad aus dem Keller geschoben. Zum Glück fängt es genau in diesem Moment an zu regnen.

Von Zuhause aus geht es Richtung Gelände erst einmal auf Asphalt bergab. Ich lasse entspannt rollen, trete dann einmal ins Leere - um dann doch besser entspannt rollen zu lassen. Unten wird es flacher und mein einsamer Gang beginnt zu greifen. Die kleine Brücke mit 12% Steigung kommt böse auf mich zu - und ist unerwartet leicht abgehakt.

Im Wald angekommen wähle ich doch lieber erst mal die Seniorenstrecke mit moderat welligem Profil. Ein paar Mal drücken Daumen und Zeigefinger bei der Suche nach den Schalthebeln noch ins Leere, doch nach ein paar Kilometern geben die für diese Funktion zuständigen Gehirnzellen entspannt auf und bringen ein leicht verblödetes Lächeln aufs Gesicht. Alles so schön einfach hier.

Ich will mich endlich schieben sehen und biege auf ein knackigere Strecke ab. Nach 50 Metern bergauf zwingt mich eine dicke Baumwurzel vom Rad, doch ich bin weiter gekommen als ich dachte. Ich würge ein paar kurze Rampen hoch, die in den folgenden Wochen als Indikator für eine hoffentlich steigende Beinkraft dienen sollen - und das machen sie sehr überzeugend, denn ein paar Wochen später stellt sich an den meisten dieser Stellen die Frage: "Was war hier nochmal das Problem?"

Der Anpassungsprozess findet aber nicht nur auf der muskulären Ebene statt, sondern auch in der Kunst des "Spuren lesens". Vor schweren Stellen wird Schwung genommen und die Sitation durch das Einsetzen der Körpermasse oft auf dem letzten Meter gerettet. Das Spiel mir geringen Geschwindigkeiten wird ein häufiger Begleiter. Warum soll man seine Energie unnötig vergeuden indem man oben angekommen noch überflüssige Geschwindigkeit hat? Ein bis zwei Stundenkilometer mit perfekter Balance reichen doch vollkommen aus - allein schon aus dem Grund weil man häufig die anderen Fahrer mit Schaltung bergauf ein gutes Stück hinter sich gelassen hat.

Wo wir gerade beim Fahren in der Gruppe angekommen sind: da muss man "mit ohne Gänge" jetzt mal umdenken. Ist man es allein gewohnt die Steigungen mit Druck und Schwung hochzudonnern, verursachen am Fuss eines Anstiegs vorausfahrende Schaltungsfahrer schnell Singlespeeders Auffahrunfall. Anstatt zu treten scheinen vorne alle beim Schalten auch noch zu bremsen. Warum machen die das? Man muss das wirklich erlebt haben.

Ein paar Monate später klappts dann auch mit dem Langsamfahren besser. Es ist verblüffend, welch extrem niedrige Trittfrequenz man an moderaten Anstiegen noch treten kann ohne dass die Beinmuskulatur die weisse Flagge hisst.

So, nun aber Schluss mit Lustig! Acht Wochen mit dem einen Gang herumgealbert und sich ganz toll gefunden. Man könnte doch mal, man sollte doch mal - zum Beispiel den Rothaarsteig mit 160 km und irgendwas um die 4.000 Höhenmetern fahren. In der Hoffnung, dass das gute Wetter noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, verabrede ich mit Marcus die Premiere für eine Singlespeed Dreitagestour mit Gepäck. Das nächste Wochenende ist Ostern, das Wetter wird beängstigend gut vorhergesagt und unglücklicherweise bekommen wir auch noch freie Hotelzimmer gebucht. Jetzt kann mich nur noch eine Erkältung retten - tut sie aber nicht.

Mit der Bahn ab nach Dillenburg und los geht die Fahrt. Der Rucksack zieht gleich am ersten Anstieg die sowieso schon niedrige Drehzahl weiter nach unten. Aber hey, was haben die Muskeln denn in den letzten Wochen fleissig gelernt? Immer schön drücken! Bei den flacheren Stellen fühlt sich die Fahrt nach Rückenwind oder E-Bike an - ist aber beides nicht der Fall. Wir rollen über Berg und Tal und ich warte auf den Moment, in dem meine Beine kollabieren. Fehlanzeige.

Abends im Hotel Lahnhof erst mal kalorienreiche Kost. Draussen noch 'ne Runde gehen. Überall weicher Rasen - nee, stimmt gar nicht, ist ja Asphalt. Komisch. Mal lieber schon früh in die Heia. Irgendwie habe ich so ein Summen in den Beinen. 22 Uhr: summ, summ, summ. 23 Uhr: summ, summ. 0 Uhr: summ. Ein Uhr: endlich Ruhe - schlafen. Im Traum noch wild zusammengeschnittene Szenen vom durch den Wald braten mit nur einem Gang, meterhohe Sprünge, die man aus Sicherheitsgründen tagsüber und auch mit Rücksicht auf die deprimierende Wirkung auf andere Mountainbikefahrer mal weg lässt - voll krass, Alter! Und ich hatte nicht mal 'nen Helm auf.

Sieben Uhr: eine verrückt gewordene MP3 Datei schreit mich aus dem Telefon an. Gar nicht nett sowas. Frühstück dagegen umso mehr. Und dann noch ganz dekadent: Wäscheservice! Frischer Blumenkräuterodersoähnlicher Duft umwabert die beiden Eingang-Radfahrer, als sie sich schaltfaul in Bewegung setzen. Seltsames Gefühl in den Beinen, kenne ich so gar nicht. Ist das jetzt gut oder schlecht? Als wir schon kurz nach Mittag fast unser Etappenziel erreicht haben, ist klar: das ist gut! Wir sitzen am Rhein-Weser-Turm eine Stunde bei einem Kaltgetränk blöd grinsend herum und entschliessen uns dann, unsere Übernachtung 30 km nach hinten zu verlegen. Der nette Mensch vom Tourismusverband Winterberg hat die Buchung am Telefon in zwei Minuten erledigt. Das nenne ich professionell!

Gute zwei Stunden später schlagen wir oberhalb von der Unterkunft in der Berghütte Hoheleye auf. Lustig hier - wir hängen erst mal ab. Der Pensionsbesitzer ist eh erst in zwei Stunden da, wir sind ja nicht auf der Flucht, wir haben Zeit. Nach der Pause unanstrengende 200 Tiefenmeter heruntergeballert und ab aufs Zimmer. Nebenan irgend eine Art von Privatzoo mit entsprechender Geräuschkulisse. Mir egal, ich habe immer Ohrenproppen dabei.

Um die Ecke ist ein verlassender Gasthof. Falsch geraten, er hat geöffnet. Doppelte Portion Bratkartoffeln mit Doppelspiegelei (sehr lecker!), Malzbier und ich glaub noch 'n Kaffee. Beim Kassieren geht die Wirtin bei der Preisverkündung erst mal in sich - Marcus meinte hinterher, dass sie sich die Preise "on the fly" ausgedacht hat. Bei mir waren es verblüffende Euro 4,70 - ich glaubs nicht!

Morgens gackern uns die Hühner in Nachbars Zoo wach. Da wir nur neun Kilometer vor dem Kahlen Asten sind, haben wir ohne Frühstück gebucht, um dies auf dem heiligen Berg einzunehmen. Gute Entscheidung, denn gleich der erste Anstieg fällt wie ein Amboss auf uns herunter und hätte ein vorher eingenommenes Frühstück sogleich wieder sichtbar gemacht.

Am Kahlen Asten hoch ins Hotel zum Frühstücksbuffet. Mit der Regel "Ein Häppchen auf den Teller, zwei in den Rucksack" haben wir für den Rest des Tages Geld gespart (bei der nächsten Tour kommt noch ne Thermoskanne zum Kaffee abfüllen mit). So relativiert sich der teurere Buffetpreis gegenüber einem Einzelfrühstück.

Einer Pause konnten wir dann doch nicht widerstehen, und zwar der an der Hochheidehütte Niedersfeld, von wo man aus 800 m Höhe über die Berggipfel des Sauerlands schauen konnte - richtig toll! Danach die schockierende Erkenntnis, dass das mit dem Kahlen Asten als höchster Berg glatt gelogen ist, denn der Langenberg ist nämlich mit seinen 843 m satte zwei Meter höher. Aber auch den haben wir geschafft.

Nun ging alles ganz schnell. Die Gefälle wurden immer länger, die Steigungen immer kürzer und irgendwo gab es noch einen ewig lang bergabrollenden Forstweg - auch mal schön! Dann im Tal: Eisdiele, Bahnhof, ab nach Hause. Haben wir's wirklich getan? Tagelang noch Bilder im Kopf - der Sommer kommt erst noch, aber dieses Ding haben wir schon mal im Kasten.

Nochmal etwas Trainingsphilosophie: ich meine mich erinnern zu können, dass Intervalltraining beim Radsport eine gute Wirkung zeigt. Anders kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass meine Beinkraft nach einigen Monaten Singlespeed fahren so deutlich zugenommen hat. Ich fahre jetzt manchmal Strecken hoch, wo die Gruppe früher mit Schaltung auch immer herumgemault hat ("Och nöö, jetzt nicht da hoch!"). Klar strengt es an und der Puls klopft herum wie ein wild gewordener Bergmann. Aber das war mit Schaltung auch nicht anders. Geht also auch.

Natürlich kann man auch beim eingängigen Fahren die Intensität einer Tour justieren - nämlich indem man den Punkt, ab dem man schiebt, verändert. Auf einer "Ich mach mich fertig" Sommerabendrunde wird niemals nie nicht geschoben. Auf der gemütlichen Kaffeefahrt mutiert man dann eben öfter zum Radwanderer im wahrsten Sinne des Wortes.

Und in Wirklichkeit verfügt der Singlespeeder ja über drei Gänge: Sitzen, Stehen und Schieben. Na denn...

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OK, das war meine Geschichte.
Habt ihr auch eine? Dann lasst mal hören!
 
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sehr schön geschrieben. kurzweilig zu lesen und paar nette eindrücke die ich auch so bestätigen kann.
ich persönlich finde ssp fahren irgendwie angenehm entspannend ABER nicht gruppenkompatibel.
so ist zumindest meine wahrnehmung weil ich kleine rampen hochknalle und das ganze nicht weil ich so ein tier bin sondern aus reinem selbstschutz ;)
bergab mittreten finde ich eh uninteressant, bin dann aber wohl langsamer als meine mitfahrer.
wichtig finde ich vorne starr zu fahren, das macht definitiv sinn am berg, vor allem im wiegetritt.
 

stollenreifenheizer

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Nun ja, es fing damit an das mit das Schaltgraffel gehörig aufn Zeiger ging, und mein erstes Projekt war ein Raleigh Scirocco, hat mich 10 jahre lang von a nach b gebracht, mit noch einer damaligen zahmen Übersetzung von 42/16.
Gänzlich ohne schaltung fahre ich dann doch nicht, hab noch nen orginal bianchi renner, und meine JedesWetterSchlampe hat auch dezente 7 gänge.
Was mir aber am meisten spass macht ist das puristische dieser Räder, desweiteren machts auch Laune rennradler dank einer gesunden Übersetzung ab und an mal abzuledern.......auch Motorroller jagen macht viiieeel spass.:lol::lol::lol:
Aber diese Schlichtheit der Räder fasziniert mich am meisten.....vorallem aber auch kombiniert mit hochwertigen Komponenten.
Lustig ist es auch immer wieder wenn ich dann mit meinem SSP-MTB unterwegs bin......."geht das überhaupt" oder "da fehlt doch was" sind die harmlosen Varianten....auch da besonders genial.......kann nicht viel verdrecken weil nicht viel dran ist, dann isses was für mich....
Gruß
Stolli
 

Drood

Deichschaf
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Bei mir war es ein Buch, indem unter anderem einiges über Graeme Obree http://de.wikipedia.org/wiki/Graeme_Obree
in seinen jungen Jahren geschrieben war, mit beeindruckenden Fotos. Unter anderem ein Bild, wie der junge Graeme mit seinem Bahnrad (!!!) ein Crossrennen fährt. Grund war, dass er eben nur ein Rad hatte. Mit dem ist er bei Bahnrennen, normalen Rennradrennen und eben Crossrennen angetreten. Ein Gang und fixed - Bahnrad eben. Er ist einfach gefahren, hat sich keine Gedanken über den richtigen Schaltpunkt gemacht - was man nicht hat, macht einem keine Sorgen - und hat seine Siege eingefahren.

Das hat mich so nachhaltig beeindruckt, dass ich seither (jetzt über drei Jahre) ohne Schaltung fahre und nichts, aber auch gar nichts vermisse.

Dazu kommt, dass mir die klare Linie der schaltungslosen Fahrräder ausgezeichnet gefällt.

Grüße Silke
 

Milan0

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Ich bin zu SSP gekommen, weil ich mir selbst ein Rad aufbauen wollte und keine Ahnung von Schaltungen hatte.

Mittlerweile sind die Eingänger bei mir in der Überzahl und mir gefällt auch die Schlichtheit. Dazu kommt, wenn man einmal fixed unterwegs war, kann man nicht mehr ohne!
 
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Auch wenn meine Geschichte, wie ich wieder zum SSP gekommen bin nicht so schön wie die von bergschreck, aber ich möchte Sie trotzdem mal hinterlassen...

Mein erstes Rad vor 30 Jahren war ein 24er Mifa mit Rücktritt. Es hatte sonst nichts und es gab ja in Dresden auch nicht viel. Ich bin gefahren und habe über nichts nachgedacht, weil ich nichts anderes kannte. Es war einfach toll zu fahren und frei zu sein.
Zwei drei Jahre später habe ich im Keller das 28er Sportrad meiner Mutti entdeckt. Lila, aber mit Freilauf und zwei Bremsen. Ich kam kaum auf den Sattel, geschweige denn im stehen mit dem Fuß zur Straße, aber da es ein Damenrad war, ging auch das. Nachdem ich auch hier mit einem Gang gefahren bin fing ich an zu optimieren. Erstmal alles ab was nicht nötig war. Schutzbleche, Licht und Gepäckträger. Man war das toll, ich habe mich gefühlt wie Olaf Ludwig.
Damit bin ich Touren bis 120 km gefahren, ohne denken dafür aber mit schieben. Ich habe das Rad demontiert und alle Kugeln in den Lagern poliert und gefettet. Was da alles ging...
Irgendwie bin ich dann bei der Suche nach einer neuen Kurbel im Keller eines Schulkameraden auf Rennräder gestoßen. Mit drei Gängen und schlauchreifen. Ich habe gespart und mir dieses Rad gekauft.
Und so bin ich zur Schaltung gekommen.
In den 25 Jahren darauf habe ich jede Menge Räder aufgebaut, immer auf der Suche nach dem Optimum. Aber irgend etwas fehlte.
Mit der Zeit wurde aus dem fahren aus Freude eine trainieren und fahren auf Zeit. Dann kamen Frau und Kinder, die alle gern radeln, aber natürlich auch Zeit verdient haben und brauchen. Die Arbeit und alles andere wollten auch gemacht sein und Training natürlich auch. Und so ging die Freude am Rad fahren verloren, trotz tollster Technik.
Der Gipfel war ein burnout im letzten Jahr. Ich wollte nichts mehr machen, nichts hat Spaß gemacht.
Ich habe mir viele Gedanken gemacht warum ich mal mit meinen Hobbys angefangen habe, da gab es keinen Druck und keine Erwartungen die man erfüllen musste, es war einfach Freude und Freiheit.
Also bin ich einen Tour mit der Familie gefahren und habe mir einen Gang ausgesucht in dem ich alles gefahren bin.
Dann eine Rennrad Runde mit einem Kumpel und wieder das selbe. Und da war es wieder im Keim, dieses Gefühl.
Dann kam vor drei Wochen meine Genehmigung zur Reha. Also Rad mitgenommen, Werkzeug eingepackt und dann hier einen SSP Rahmen bekommen (Danke Rammos!) und umgebaut. Keine Schaltung, keine Federgabel zum verstellen. Man kommt eine, der Lenker groß und leer vor...
Drauf gesetzt und gefahren...und mich gefreut wie ein Kind. Es Warnsignal toll. Nicht nachdenken ob man den richtigen Gang hat, oder die Gabel blockieren muss. Einfach fahren und genießen. Und diese Stille! Nichts was rasselt, klappert oder Geräuche macht.
So bin ich jetzt wieder dort wo ich vor 30 Jahren falsch abgebogen bin. Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, das ich für alpentouren ein Alfine Hinterrad aufbauen werde, ich hoffe ihr verzeiht mir das...

So ist das SSP ein Teil meiner Therapie und ich denke auch ein wichtiger...
 

DerBergschreck

...fährt ohne Betäubung
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Drauf gesetzt und gefahren...und mich gefreut wie ein Kind. Es Warnsignal toll. Nicht nachdenken ob man den richtigen Gang hat, oder die Gabel blockieren muss. Einfach fahren und genießen. Und diese Stille! Nichts was rasselt, klappert oder Geräuche macht.
So bin ich jetzt wieder dort wo ich vor 30 Jahren falsch abgebogen bin.

Ich glaube, dass sich tief in einem dieses kindliche Gefühl beim Fahren mit einem Eingangrad deshalb bemerkbar macht, weil man einen grossen Teil der Komplexität plötzlich los wird. Es gibt ja diesen schönen Spruch „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“. In der Kindheit war alles einfach und man hat sich nicht soviele Gedanken gemacht.

Die Konsumgesellschaft bedient ja hauptsächlich die Gefühle „Angst“ und „Gier“ und wenn man sich mit einem einfachen, preiswerten Rad ohne Schaltung „in den dunklen Wald traut“, hat man diese beiden Gefühle ja schon mal zuhause gelassen. Toll ist einfach diese diebische Freude, dass man etwas macht, was nach gängiger „Mainstream“-Meinung ja gar nicht möglich sei (obwohl unsere Vorfahren mit genau solchen Rädern unterwegs waren). Es muss wohl dieses Ursprüngliche sein, dass in einem auf diesen Knopf drückt.

Inzwischen habe ich zwei Singlespeeder, das alte Karate Monkey fahre ich im Alltag, dazu ist ein neues gekommen, dass als „flotte Lotte“ für den Einsatz auf Asphalt, Forstwegen und leichten Trails aufgebaut ist. Das Krampus für den Traileinsatz hat zur Zeit 1x10, aber es ist durchaus möglich, dass ich das auch nochmal auf SSP umbaue.
 
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DerBergschreck, hast du richtig gut geschrieben. Habe es mir direkt dreimal durchgelesen. Einmal weil ich es sehr mitreißend und amüsant fand, zum Anderen, weil ich den Rothaarsteig auch für dieses Jahr angedacht habe. Hatte tatsächlich kurz über 1x9 nachgedacht. Hauptsächlich, weil noch ein Schalter dabei wäre. Wenn ich hier weiter lese, dann wag ich es vielleicht doch.
Wilier, die Suche nach dem Optimum kennt wohl fast jeder hier. Immer neuer und besser als es zuvor war. Liegt ja auch in der Natur des Menschen sich immer weiter zu verbessern. Es wird mittlerweile einem ja auch so wunderschön einfach gemacht: Internet und Magazine propagieren regelrecht, das es immer besser sein muß. Dabei haben die SSP abseits von dem eine ganz eigene Richtig entwickelt. Nicht drüber nachdenken in welchem Gang man fährt, welchen Dämpfermodus man ambesten hat oder wie der Sattel zu stehen hat. Wir machen es einfach wie Früher: Ein Gang, ungefedert und der Sattel bleibt wo er ist...und wenn ein Berg kommt, dann tritt man einfach rein. Entweder man schafft es hoch oder man steigt ab. Aber wenn man es schafft. Dann ist man wieder genau so glücklich wie man es als kleiner Junge mit seinem BMX Rad damals war. Zumindest ist es so bei mir. Mein MTB ist eigentlich mein BMX meiner Jungend, nur größer.
Dazu Kommt natürlich auch noch der bisher so oft angesprochene ästhetischer Aspekt: Ein Rad muß aufgeräum, clean wirken. Es muß sich auf die wesentlichen Dinge beschränken. Mein BMX hatte auch nur die nötigsten Dinge und es fuhr richtig gut. Abgesehen davon, das sich Schutzbleche, Licht etc nach diversen Stunts sich sowieso bei mir verabschiedet hatten. Das waren einfach sorglosere Zeiten. Ein Zeit ohne Multitool und Reserveschlauch, dafür mit vermutlich mehr Kilometern...
Jeder der es bisher noch nicht ausprobiert hat: Sucht euch einen mittleren Gang, vergesst dann den Schalter und fahrt. Danach werdet ihr sicherlich feststellen, das ihr viel bewußter fahrt. Eure Strecke wird ein ganz neues Gesicht bekommen. Wie sagt ein großer Sportkonzern es: JUST DO IT!
 

randinneur

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so (oder so ähnlich;)):

Es begab sich in den späten 90er Jahren, dass mein erstes richtiges Mountainbike seinen Weg über das noch sehr jungfräuliche Internetz zu mir fand. Ein Focus "Black Hills" mit nem XT Schaltwerk. Auch wenn der Rahmen mir eigentlich zu groß und der Rest der Komponenten eher schrottig waren. ICKS TEE musste auf dem Schaltwerk stehen!!!

Irgendwann im Arbeitsleben bekam das Bike aber eine neue Bedeutung. Mein vorher vor sich hin loderndes Bike-Interesse wurde entfacht. Das Fahrrad wurde für mich zu einer Art Befreiung. Die perfekte Maschine, angetrieben nur von Muselkraft und Freude an Bewegung. Diese Faszination ließ sich nicht mehr bändigen. Seitdem ist es für mich Fortbwegungsmittel im Alltag, Freizeitbegleiter, Herausforderung, Sportgerät, Schraubobjekt, Passion und - zugegeben - auch ein Ausdrucksmittel einer Weltanschauung.

Das Focus musste also als Arbeitsgerät herhalten. Immer. Bei jedem Wetter. Fast jeden Tag. Die Antriebskomponenten bröselten nur so vor sich hin. Kassetten mussten im Halbjahrestakt gewechselt werden, im Winter vereist das Schaltwerk, diese Sysiphos-Arbeit der Reinigung und Pflege vom Antrieb, verklebte und verschmierte Schaltröllchen, rostende Schaltzüge, verklemmende Umwerfer. KEEEEINNNNNNEEEENNNN BOOOOOCCCCKK MEEEEEHRRRRR DAAARRAAAUUFFFF!!!:mad::mad::mad::mad::mad::mad::mad::mad::mad:

Singlespeed hieß die Lösung. Lange schon ein Begriff für ein paar Individualisten, wurde das also grade zum großen Trend auserkoren. Ich schwamm nur zu gerne mit. Also: Ich hab mich "gezwungen" nicht mehr zu Schalten und mich so an eine Übersetzung zu tasten, die für mich passte. Das Internet war nicht mehr ganz so jungfräulich und nach drei Klicks waren alle notwendigen Komponenten für die Erlösung von meiner 27-fachen Nemesis im virtuellen Warenkorb.

Dann dieses unbeschreibliche Gefühl: Knips, Knips, Knips. Mit dem Saitenschneider machetenhaft durch das Gewühl von Bowdenzügen zu schnippeln, sich des Umwerfers zu entledigen, langsam und genussvoll das Schaltwerk aus dem Auge zu schrauben und die abgegrabschten Gripshifts vom Lenker zu ziehen. Ahhhh - Aufatmen.

Nach der Erlösung die Erleuchtung: Selbst mit Gepäck und bergauf. Es geht!!! Dann ging alles ganz schnell: Erst ein Singlespeed-Rennrad, dann Fixed Gear, dann SSP-Mountainbike. Ein 200km Brevet? Geht. Mehrtägige Touren mit leichtem Gepäck? Läuft. Schaltern auf dem Hinterrad hängen? haut hin. Und Berge???? klappt auch. Naja, Irgendwie jedenfalls.

Ich mag Schalten an sich. Hab ich eine Schaltung - benutze ich sie gern. Habe ich keine, fehlt mir aber nichts. In Zeiten, in denen die Schaltungen elektronisch werden, Gänge immer mehr, Federwege immer größer und Rahmen immer leichter, ist der eine Gang mein gemütlicher Platz vor dem Kamin. Ich setz mich hin, schau mir das bewundernd an und denke für mich: Danke. Aber Nööö.

cheers!
 

DerBergschreck

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Schön geschrieben!
Stimmt: dieses Abschrauben der Schaltung war schon ein besonderer Moment. Warum ist man nur mit den ganzen Teilen, die nun im Kellerregal liegen, jahrelang am Rad herum gefahren?;)
 

Drood

Deichschaf
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Schön geschrieben!
Stimmt: dieses Abschrauben der Schaltung war schon ein besonderer Moment. Warum ist man nur mit den ganzen Teilen, die nun im Kellerregal liegen, jahrelang am Rad herum gefahren?;)

Jep, genau - und das öffnen der Umwerfer-Befestigung am Sattelrohr ist das Größte, man befreit das Fahrrad regelrecht!
 

DerBergschreck

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Nachdem ich mit Singlespeed im Gelände seit ein paar Jahren Erfahrung habe, wollte ich das eingängige Fahren auch mal auf "normalen" Radtouren ausprobieren, wie ich sie früher mit Rennrad und Randonneur gemacht habe. Das waren immer so um die 120 km und etwas über 1.000 Höhenmeter am Tag. Ich bin jetzt 53 und die letzte dieser Touren habe ich mit 46 gemacht, bevor ich ins Gelände "abgebogen bin".
Nach ein paar Testtouren dann am Vatertagswochenende Do/Fr mit einer Übernachtung von Bielefeld quer durchs hügelige Lipperland nach Osten bis in den Solling. Ich hatte von damals einige harte Anstiege in Erinnerung, wo ich mich schon von vorneherein auf Schieben eingestellt habe. Alles halb so schlimm. Das waren dann 120 km/1.550 hm und 110 km/1.050 hm - und ich bin alles gefahren. Bei Bad Driburg stand auch noch das 12% Schild, aber ich vermute mal, dass das nicht korrekt ist, weil ich da auch recht gut hochgekommen bin.
Fortsetzung folgt - geplant ist eine Mehrtagestour durch Thüringen/Hessen mit Grosser Inselsberg und Wasserkuppe und ne andere mit Lahn, Mosel und Eifel - mit ein paar Geländeabschnitten. Ich bin nach der Testtour wieder richtig neu angefixt!
 

DerBergschreck

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Starke Nummer gib mal paar Infos zu dem radel

Müsstest du doch eigentlich kennen:


Mein Karate Monkey. Übersetzung von 34/16 und die 2,2" Racekings machen auf gemischten Asphalt/Geländetouren wirklich ne gute Figur. Bei ner angenehmen 85er Trittrequenz kommen 25 km/h heraus, was für meine Touren genau passend ist:daumen:

Bin mit Rucksack gefahren, habe mir aber zum Testen mal eine Shugaa Mors Satteltasche bestellt. Die Aussicht ohne Rucksack fahren zu können, ist doch sehr verlockend. Ich hatte inkl. Rucksack 3,6 kg dabei, aber habe noch "Luft" zum reduzieren ausgemacht. Gestern 'ne Windjacke mit abnehmbaren Ärmeln gekauft, die Dinger sind einfach optimal. Da ich eh nicht bei Dauerregen fahre (mit meiner 10 Dioptrien Brille mit Wassertropfen drauf sehe ich dann nicht mehr viel), ist ne Windjacke, die lediglich "wasserabschreckend":D ist, vollkommen ausreichend.
 
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Nachdem ich mit Singlespeed im Gelände seit ein paar Jahren Erfahrung habe, wollte ich das eingängige Fahren auch mal auf "normalen" Radtouren ausprobieren, wie ich sie früher mit Rennrad und Randonneur gemacht habe. Das waren immer so um die 120 km und etwas über 1.000 Höhenmeter am Tag. Ich bin jetzt 53 und die letzte dieser Touren habe ich mit 46 gemacht, bevor ich ins Gelände "abgebogen bin".
Nach ein paar Testtouren dann am Vatertagswochenende Do/Fr mit einer Übernachtung von Bielefeld quer durchs hügelige Lipperland nach Osten bis in den Solling. Ich hatte von damals einige harte Anstiege in Erinnerung, wo ich mich schon von vorneherein auf Schieben eingestellt habe. Alles halb so schlimm. Das waren dann 120 km/1.550 hm und 110 km/1.050 hm - und ich bin alles gefahren. Bei Bad Driburg stand auch noch das 12% Schild, aber ich vermute mal, dass das nicht korrekt ist, weil ich da auch recht gut hochgekommen bin.
Fortsetzung folgt - geplant ist eine Mehrtagestour durch Thüringen/Hessen mit Grosser Inselsberg und Wasserkuppe und ne andere mit Lahn, Mosel und Eifel - mit ein paar Geländeabschnitten. Ich bin nach der Testtour wieder richtig neu angefixt!

Sehe ich genauso. Bin gestern auch seit langem wieder fixed gefahren und war wiedermal erstaunt wie gut es doch geht. Kleine Runde mit 45km und 500HM, dabei zwei längere Anstiege und fiese Rampen. Das Ganze dann mit 47/17 und man fühlte sich noch gut. Damit kann ich in der Ebene so 30-34kmh fahren und verhungere nicht im Windschatten anderer Rennradler. Bergauf kanns weh tun, bergab auch, aber hey man fährt halt fixed :D
 
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185
Nachdem ich mit Singlespeed im Gelände seit ein paar Jahren Erfahrung habe, wollte ich das eingängige Fahren auch mal auf "normalen" Radtouren ausprobieren, wie ich sie früher mit Rennrad und Randonneur gemacht habe. Das waren immer so um die 120 km und etwas über 1.000 Höhenmeter am Tag. Ich bin jetzt 53 und die letzte dieser Touren habe ich mit 46 gemacht, bevor ich ins Gelände "abgebogen bin".
Nach ein paar Testtouren dann am Vatertagswochenende Do/Fr mit einer Übernachtung von Bielefeld quer durchs hügelige Lipperland nach Osten bis in den Solling. Ich hatte von damals einige harte Anstiege in Erinnerung, wo ich mich schon von vorneherein auf Schieben eingestellt habe. Alles halb so schlimm. Das waren dann 120 km/1.550 hm und 110 km/1.050 hm - und ich bin alles gefahren. Bei Bad Driburg stand auch noch das 12% Schild, aber ich vermute mal, dass das nicht korrekt ist, weil ich da auch recht gut hochgekommen bin.
Fortsetzung folgt - geplant ist eine Mehrtagestour durch Thüringen/Hessen mit Grosser Inselsberg und Wasserkuppe und ne andere mit Lahn, Mosel und Eifel - mit ein paar Geländeabschnitten. Ich bin nach der Testtour wieder richtig neu angefixt!

Aber du bist nicht ernsthaft die Serpentinen in Bad Driburg hochgekachelt? Oder über den Wald? Ist schon realisitisch mit den 12%...
 
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Da ich auch aus der Ecke komme:

Gauseköter (Paderborn->Detmold) ist machbar mit 47/17. Von Detmold->Paderborn wirds haarig kann weh tun.

Wenn du Driburg den Stellberg hochfährst (parallel zur B64) ist das eigentlich sehr gut machbar.

Falls das hier jemand aus der Ecke PB liest - wie wäre es mal mit ner kleinen SSP Runde über die Straßen? Bin zu allen Schandtaten bereit :D
 

DerBergschreck

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Da ich auch aus der Ecke komme:
Gauseköter (Paderborn->Detmold) ist machbar mit 47/17. Von Detmold->Paderborn wirds haarig kann weh tun.

Von der Seite hat die Steigung meines Wissens um die 16%. Das ist schon ziemlich aua.
Aber 47/17 ist für solche Sachen schon eine heftige Übersetzung:eek:
 
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