Votec und die anderen deutschen Kult/ Edelschmieden

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Hallo, nur ein paar Gedanken zu den Ereignissen und Diskussionen der letzten Zeit ...

Die Pleite von Votec war vorhersehbar, und viele andere werden folgen. So toll die Ingenieurleistungen auch sind, es gibt auch ein paar wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Und die sind: Man kann ein Fahrrad nicht zu einem beliebigen Preis verkaufen, sondern muss sich an dem von der Konkurrenz vorgegebenem Niveau orientieren. Zweitens, das Gesetz der Skalenerträge: Je mehr Bikes der Hersteller verkauft, desto mehr kann er in Forschung und Entwicklung investieren, oder umgekehrt gesehen, desto geringer sind die Fixkosten aus F&E pro Bike.

Diese zwei Gesetzmäßigkeiten kombiniert ergeben zwangsläufig, dass sich die Votecs, Rotwilds etc. gegenüber der internationalen Konkurrenz in einem Wettbewerbsnachteil befinden. Denn Trek, Cannondale usw. verkaufen um ein Vielfaches mehr, und das bedeutet:
- Entweder haben die kleinen Schmieden geringere Nettoerlöse pro Bike bei ähnlichem Entwicklungsaufwand
- Oder die „kleinen“ haben gleiche Erträge, aber bei viel geringerem Budget für Entwicklung.

So oder so, sie sind langfristig nicht konkurrenzfähig. In vielen anderen Branchen konnte man dieses Muster schon sehen.
Beispiel Antrieb: Sicher hat ein Antrieb ohne Kette viele Vorteile, aber eine Minifirma (verglichen mit zb Shimano) wie Votec ruiniert sich, wenn sie so etwas selbst entwickeln will: Die Kosten sind enorm und können über die wenigen verkauften Bikes einfach nicht hereingebracht werden. Sobald das System auf dem Markt ist, konstruieren die Konkurrenten um die Patente herum eigene Lösungen, und wieder bleibt Votec auf den Kosten sitzen. Der vielzitierte „First Mover Advantage“ ist leider nur ein Märchen, erfolgreich in solchen Märkten sind meist die Firmen, die Ideen billig kopieren. Paradox, aber man kann auch zu innovativ sein.

Ich will ja nicht zu negativ klingen, und mir sind diese Kleinschmieden sympathisch, denn sie arbeiten mit voller Überzeugung am Endprodukt, und das sind hochwertige Bikes. Aber bei der gegenwärtigen Wettbewerbsstruktur haben sie keine Chance (nach rein wirtschaftlichen Kriterien). Als einzigen Ausweg sehe ich, dass das Konkurrenzdenken untereinander aufhört, und sich ein paar der „kleinen“ zusammenschließen, um Kosten zu sparen ...

Nix für ungut
 
Hast Du noch mehr Fachwörter in deiner ersten BWL Vorlesung gehört?

Es gibt eine ganze Anzahl kleiner Schmieden, welche sich seit Jahren halten, und wo auch kein Ende in Sicht ist. Norwid in Norddeutschland oder Florian Wiesmann in Freiburg zum Beispiel. Die Liste kann aber beliebig verlängert werden.

Wichtig ist für kleine Hersteller, das sie geschickt Nischenplätze besetzen, welche von den grossen nicht abgedekt werden. Massrahmenbau, individuelle Rahmenkonfiguration und -ausstattung oder guter Support seien hier genannt. Ich persönlich würde so schnell kein Rad eines grossen Anbieters mehr kaufen, da mich die Individualität der lokalen Rahmenschmieden überzeugt hat.

Das auch grosse pleite gehen können, weil sie zu gross wurden ist wohl auch hinlänglich bekannt. (Suntour, Cannondale)

Ich denke so einfach ist es also nicht: pleite gehen können immer sowohl die grossen als auch die kleinen; falsche Markteinschätzung, Konjunkturkrisen oder Fehlentwicklungen können alle treffen.

Ein Beispiel für den "erfolglosen" Kleinen im Kampf mit dem Quasimonopolist sei dann noch zu guter Letzt angeführt: ROHLOFF!

So dass war's von meiner Seite zum Thema
 
das Gesetz der Skalenerträge: Je mehr Bikes der Hersteller verkauft, desto mehr kann er in Forschung und Entwicklung investieren, oder umgekehrt gesehen, desto geringer sind die Fixkosten aus F&E pro Bike.

Mal abgesehen von den Herstellern, den Verkaufszahlen und der drohenden Votec - Insolvenz:
Ich glaube, da muß einer noch mal in die Mikro 1 Vorlesung :rolleyes: :rolleyes:
 
denke so einfach kann man sich's nicht machen, kommt wohl einiges zusammen, bei Votec denke ich zu große Technikverliebtheit in Verbindung mit Fehleinschätzung des Marktes. Wnn ich mir so ein M-6 Light anschaue und mir vorstelle, was die abgedrehten Rohre und Frästeile im Vergleich zu nem aus Alurohren zusammengesetzten Specialized o. ä. kosten, kann es nicht aufgehen....

Ideal ist's natürlich, wenn man ne Simpel-Konstruktion für teuer Geld verkauft, dann kann man sich Rocky Mountain nennen ;-)
 
Die "kleinen" deutschen Schmieden sind im Prinzip mittelständische Handwerksbetriebe, die man nicht so ohne weiteres mit multinationalen Konzernen vergleichen kann, welche in jedem zweiten Land der Erde eine Niederlassung haben. Wenn man Deinen Prophezeiungen also glauben schenkt, dann sterben nicht nur in absehbarer Zeit alle kleinen nationalen Bikefirmen und am Ende sind dann nur noch die "Big Five" (Cannondale, Specialzed, Giant, Trek, Scott) übrig, sondern das müsste sich ja auf alle nur erdenklichen Bereiche übertragen lassen, oder wie? Es wird also scheinbar nicht lange dauern und die ganze Welt wird nur noch von einer handvoll Konzernen regiert, hm? Jaja, die böse Globalisierung ;)
 
Danke für die Bemerkungen hier, war recht interessant. Ich wurde aber in meiner negativen Einschätzung bestätigt, wenn ich mir das gebotene Halbwissen einiger Poster durchlese.

Erstens, ein Fahrrad ist heutzutage durch und durch standardisiert. Der eine positioniert seine Dämpferaufhängung einen Zentimeter weiter oben oder unten, das war´s schon. Wenn eine Firma wirklich eine gute Idee hat, kann das meistens ohne weiteres kopiert werden. Es gibt in diesem Markt keine sinnvolle Differenzierung. Was manche mit „Nischen“ meinen, ist in Wirklichkeit nur Verliebtheit in bestimmte Hersteller. Ein Hardtail hat die Doppeldiamantform, und aus. Dazu nimmt man Alu oder von mir aus Carbon, die Fertigungstechnologie ist bekannt und steht jedem Hersteller offen. Wer heute für ein Hardtail mehr als EUR 1500 bezahlt, oder für ein CC Fully EUR 3000, der ist schlichtweg bescheuert. Klar, wenn ein Hersteller genug solche Leute findet, kann er gut leben – aber die allermeisten Leute kaufen bei nicht relevanten Produktunterschieden nach dem Preis. Nur weil einer auf seinen VW Passat „Porsche“ draufschreibt, kann er nicht das dreifache verlangen. Wer das doch versucht, dem geht´s wie VOTEC.

Und die angesprochene Konsolidierung läßt sich tatsächlich in alle erdenklichen Bereiche übertragen (das ist jetzt vorläufig weder positiv noch negativ gemeint), also das ist sowas von sonnenklar, da erspar ich mir weitere Ausführungen.

Ach ja, nochwas: meine These war sicher etwas provokant formuliert, weil ich Reaktionen hören wollte. Es wird immer tausende von Einzelerklärungen geben, wenn eine Industrie Firma nach Firma verschwindet. Meistens gibt es dabei aber relativ wenige, tieferliegende Gründe. Dafür herrscht bei einigen Postern hier wohl weniger Verständnis. Mir egal – an eurer Stelle würd ich aber noch einmal nachdenken
 
Die Form mag bei Hardtails vielleicht gleich sein, aber da gibt es trotzdem Unterschiede, die einen viel höheren Preis rechtfertigen! Das fängt beim verwendeten Material an (ein 7005er Alu Rohrsatz kostet einfach nur den Bruchteil bspw. eines Easton-Elite Rohrsatzes, der im Verlauf mehrfach seine Wandstärke verändert ... von Titan mal ganz abgesehen), geht über die Herstellung an sich (entsprechende Fachkräfte in Deutschland zu beschäftigen erzeugt nunmal viel höhere Lohnkosten, wenn sie einen Rahmen von Hand herstellen, als bspw. die "Schweiß-Roboter" in ostasiatischen Ländern) und endet meinetwegen beim "Finish" (ein Rahmen zu eloxieren oder gar zu bürsten verursacht auch höhere Kosten als eine Pulverbeschichtung und ein Satz Aufkleber).
Fazit: Nur weil Nike in China Turnschuhe von Kindern zusammenkleben lässt, wird es trotzdem weiterhin Firmen wie Church´s oder Alden geben, die Rahmengenähte Schuhe für 500 Euro aufwärts verkaufen.
Der Unterschied ist halt einfach, dass diese kleinen Handwerksbetriebe nur nicht mit ihrer Unternehmensgröße bei den Multis mithalten können, aber muss das das Ziel jeder Unternehmung sein? Bis zum Maximum zu wachsen? Ich denke nicht, also mache ich mir auch keine Sorgen um die Bike-Branche ... es wird immer kleine Schmieden geben, die einen kleinen Markt bedienen, weil es auch immer Käufer geben wird, die solche Rahmen haben wollen.
Nur, weil die Preisstrategie von Votec versagt, würde ich das nicht auf die ganze Branche ausweiten ... die wollten vielleicht einfach zu viel? Es gibt genug Beispiele für Firmen, die mit ihrer Unternehmensgröße zufrieden und erfolgreich sind - auch wenn sie in Bezug auf Umsatz und Wachstum (blablabla) nicht mit Giant & Co mithalten können!
 
Original geschrieben von Ultimate Jo
Danke für die Bemerkungen hier, war recht interessant. Ich wurde aber in meiner negativen Einschätzung bestätigt, wenn ich mir das gebotene Halbwissen einiger Poster durchlese.

Nur weil einer auf seinen VW Passat „Porsche“ draufschreibt, kann er nicht das dreifache verlangen. Wer das doch versucht, dem geht´s wie VOTEC.


Also, ich denke, daß du den Faktor Image einer Marke etwas unterschätzt. Sicherlich kann man gute oder gleichwertige Qualität oft günstiger haben, aber den meisten Leuten ist wichtig, daß ihr Bike von anderen bewundert wird. Man macht halt mit einem "Markenbike" immer mehr Eindruck als mit Red Bull, Poison, 2-danger, etc. Warum kaufen Leute Rolex Uhren, weil sie die Zeit besser anzeigen als eine Casio-Eule für 25 EUR? Gerade im MTB Sektor ist mir aufgefallen, daß teure Marken und Parts so "in" sind, wie lange nicht mehr. Natürlich können Mißmanagement und andere Faktoren zu Pleiten führen, aber sowohl der Markt, als auch die Käufer sind da. Man muß es nur schaffen, sich einen Namen machen. Daher galube ich nicht an die langfristige Dominanz der Massenhersteller, im Gegenteil (siehe Porsche im Automobilsektor).

Gruß
H-Walk
 
hi,

möchte mich hier nicht mit bwl-spezifischen formulierungen brüsten, daher sag ich es so, wie es für mich aussieht:

votec ist vor ein paar jahren vom erfolg beschwingt aus dem würmtal in die neuen räumlichkeiten gezogen.
technisch und ausstattungsmäßig war dann alles perfekt.
aber leider haben sie eines vergessen: wenn du einen laden so vergrößerst, MUSST du auch die entsprechenden strukturen schaffen.
das hat man aber leider vergessen.
wenn dann die ganze neue chose so weiterläuft wie bislang, das heißt, all die angestellten arbeiten so weiter wie bisher, keine kontrollen etc., ein bißchen nebenbei verkaufen und mauscheln usw. usw., dann paßt das bild samt all dem bereits gesagten zusammen und das ergebnis ist absehbar. (habe ich übrigens seit über einem jahr prophezeit :confused: )
und genau deswegen ist rotwild bisher auch noch nie in so eine schieflage gerutscht, was hoffentlich auch so bleibt :bier:
 
@ h-walk

Du hast vollkommen recht, dass viele drauf Wert legen, dass ihr Bike von anderen bewundert wird. Die Frage ist, WIE viele genau? Kann ich darauf mein Geschäft aufbauen? Und noch wichtiger: Bin ich der einzige, der davon profitieren kann, oder gibt´s jede Menge andere?

Nimm dein Beispiel Rolex: Wenn man mit einer Nische erfolgreich sein will, muss man sie ALLEIN besetzen: Fast alle Schweizer Traditionsuhrenhersteller sind bereits verkauft worden! Rolex ist praktisch allein übrig. Beispiel Autos: Ferrari, Maserati, Bugatti, Rolls-Royce, Bentley ..... wurden ALLESAMT verkauft, sie gehören schon längst zu großen Konzernen!
Das ist ja genau mein Punkt! Der „Edel-Bike“-Branche wird´s genauso gehen. Das ist unvermeidlich. Wenn man sich als Hersteller darauf einstellt, kann man diesen Prozess noch mitsteuern und zu seinen Gunsten nutzen, aber man kann ihn unmöglich aufhalten ...
 
Original geschrieben von Ultimate Jo

Nimm dein Beispiel Rolex: Wenn man mit einer Nische erfolgreich sein will, muss man sie ALLEIN besetzen: Fast alle Schweizer Traditionsuhrenhersteller sind bereits verkauft worden! Rolex ist praktisch allein übrig. Beispiel Autos: Ferrari, Maserati, Bugatti, Rolls-Royce, Bentley ..... wurden ALLESAMT verkauft, sie gehören schon längst zu großen Konzernen!

sei mir nicht böse ... aber du hast diesbezüglich keine ahnung und vergleichst äpfel mit birnen ...

uhrenhersteller:

A. Lange & Söhne
Alain Silberstein
Audemars Piguet
Blancpain
Breguet
Breitling
Bulgari
Cédric Johner
Chopard
Chronoswiss
Corum
Daniel Jean-Richard
Daniel Roth
Ebel
Franck Muller
gérald genta
Girard Perregaux
Glashütte Original
Hublot
Ikepod
IWC
Officine Panerai
Omega
Parmigiani Fleurier
Patek Philippe
Paul Picot
Piaget
Ulysse Nardin
Vacheron Constantin
Zenith


stimmt es gibt wirklich nur rolex !!!

Autos:

Fiat kann sich Ferrari bald nicht mehr leisten und muss wohl irgendwann die kronjuwelen verkaufen

der neue Bugatti wird nicht fertig für VW ein Millonengrab .. oder was meinste warum der neue Golf so teuer ist.

Maybach verkauft sich eher weniger gut ...

Porsche ist eigenständig
Lotus ist eigenständig
Maserati gabs quasi 10 jahre lang nicht bis Fiat sich dazu entschlossen hat noch mehr geld ins klo zu spülen



und jetzt frag ich dich wieso sollte sich ein hersteller wie Scott, Specialized, Trek, Giant usw.die das komplette Preissegment mit eigenen Modellen abdecken sich eine Marke wie Votec oder Rotwild oder Intense oder was weiß ich kaufen ?

das ergibt sowas von keinem sinn

und wieso mein hardtail 2500 euro gekostet hat kann ich dir sagen

1. es ist mein hobby -> ich liebe es
2. ich hab die kohle
3. dafür fährt das bike kein anderer

und jetzt hast du mal recht ... wenn ich mir nen lambo in die garage stellen müssen die 3 punkte ebenfalls zutreffen
 
Lotus ist schon seid Jahren nicht mehr eigenständig! Gehört glaube ich zu Proton bin mir aber ned 100%ig sicher.


Ansonsten hört sich das irgendwie arg stark nach erstsemester an.

Es wird immer kleine feine Firmen geben egal in welcher Branche
Auto/Bike/Uhren/Handwerker/ etc etc.

Das es einen schön langer anhaltenen Trend gibt das die Weltkonzerne die kleinen Firmen schluckt ist leider nicht von der Hand zu weisen allerdings sind die Großen halt auch immer schwerfällig und da liegt nunmal das große plus bei den Mittelständlern!!!!!!!

deswegen fahr ich ja auch nen Steppwolf!!!
 
...LOOOOL...ich brech ab!
ich arbeit in dem laden, und ich kann euch sagen,
die überlegen grade ob sie ne nachtschicht einführen sollen,
weil sie die stückzahl nicht rauskriegen, und die produktion für
die nächsten 2 jahre schon verkauft ist...

...aber hier geht´s ja um fahrräder
 
Original geschrieben von Ultimate Jo
.... Ich wurde aber in meiner negativen Einschätzung bestätigt, wenn ich mir das gebotene Halbwissen einiger Poster durchlese.
...........
Erstens, ein Fahrrad ist heutzutage durch und durch standardisiert. Der eine positioniert seine Dämpferaufhängung einen Zentimeter weiter oben oder unten, das war´s schon...



Titus
Turner
Ventana
Ellsworth
Intense
Santa Cruz
Norco
Devinci
etc.

sind Kleinschmieden , die schon seit Jahren etabliert sind, die aktuelle Fahrwerkstechnologie stärker prägen als Großserienhersteller wie Trek, Specialized oder Giant, und die alle Rahmen bauen, die in ihrer Charakteristik verschieden sind. Eben nicht standardisiert.
Um die Unterschiede zu kennen, reicht aber Halbwissen nicht aus.

Gerade in den letzten 2 Jahren haben alle der o.g. Hersteller einiges an Neuentwicklungen zustande gebracht, und ihre Modellpaletten erneuert und erweitert; allen geht's wohl ganz gut, soweit.
Allerdings bedienen sie auch einen grösseren und anspruchsvolleren Markt als Votec.

Gruss
N
 
...ich denke es ist unnötig sich hier gegenseitig der unwissenheit zu bezichtigen oder den colonel raushengen zu lassen.


Original geschrieben von Ultimate Jo
Aber bei der gegenwärtigen Wettbewerbsstruktur haben sie keine Chance (nach rein wirtschaftlichen Kriterien).
da kannst du mal sehen was von rein wirtschaftlichen kriterien zu halten ist. sehr wenig!

aber den trend, dass kleine independent-marken von den großen aufgekauft wurden gab es ja in den neunzigern zur genüge (bsp: trek kaufte u.a. bontrager und klein). warum auch immer. aber ich denke das hat abgenommen und der wunsch nach individuellen bikes wird auch den kleinen schmieden ihren markt lassen.


rob
 
da muß ich auch mal was dazu geben:

Bei Votec ist das ein ganz anderes Problem und zwar Überheblichkeit die zu dieser Situation geführt hat!

Bei Votec sind in den letzten Jahren einige Fehlentscheidungen getroffen worden, die ich als Händler sehr gespürt habe.

Zum einen hat ja Votec anfangs die Bikes von Porsche und Steppenwolf auch noch mitproduziert oder teilproduziert und kam so auf eine ordenliche Stückzahl mit denen es sich einfach Rechnet. So nun hat Steppenwolf vor einigen Jahren eine eigene Produktion aufgebaut und ist somit von Votec weg.
Nach dieser Aktion baute Votec eine rießige Produktionshalle mit Produktionsstraße usw. die nen Haufen Kohle gekostet hat. Aus irgendeinem Grund hat es sich Votec auch mit Porsche verscherzt, diese welchselten nun mit der Produktion zu Storck! Somit ist das Problem entstanden. Auf der einen Seite rießige Kosten und auf der anderen Seite ist der Umsatz weggebrochen. Hinzu kommt noch das es aus dem Hause Votec in den letzten Jahren nicht wirklich neue Produktentwicklungen gegeben hat, gut bis auf ein paar Kleinigkeiten. Es kam mal ein Carbonrahmen hinzu wobei ich den anschein habe das es den nicht mehr lange geben wird oder aus der Doppelbrücke wurde eine Einfachbrücke.
Aber am Funktionssystem hat sich nichts geändert immer noch der selbe Typ (F7,C9,M6 usw.)wie schon vor Jahren, da gabs keine Weiterentwicklung.
Bestes Beispiel ist das M6 mitlerweile habe ich bei jedem Kunden der sich bei uns ein M6 oder M6 light gekauft hat (egal welcher Fahrergewichtsklasse) den Hinterbau auf Garantie 1-2 mal ausgewechselt! Und das auf Kosten von Votec, da diese immer an der selben stelle brechen. Das ist mittlerweile 2 Jahre her und der Hinterbau wird immer noch unverändert verbaut ohne das da etwas verstärkt worden ist!

Gut es ist nun neu der Viergelenker hinzu gekommen, darüber kann ich noch nichts sagen, nur ob es für den nicht schon zu spät ist, da evtl. bei Votec wieder eine Pleite ins Haus steht.

So long
 
Tja, jetzt bin ich einigermassen sprachlos – und zwar wegen der Sitten hier. Ich wollte eigentlich eine Problematik ansprechen, die eher wichtig ist, bekomme hier aber hauptsächlich Beleidigungen an den Kopf geworfen.

Inhaltlich gibt’s bis jetzt keine klare, konsistente Gegenaussage.

Zb bluesky: Da hast du ja eine nette Liste aufgeschrieben. Hast du dabei auch nachgedacht? Mein Punkt war, dass die “kleinen” Hersteller aufgekauft werden, wenn sie sich um eine “Nische” pruegeln. Was ist passiert? Ausser Rolex wurden praktisch alle deine Firmen von anderen Konzernen uebernommen: Danke, dass du mir hier eine weitere Bestätigung meiner These lieferst. Weiters: Ich habe den uhrenvergleich nicht gestartet, sondern nur darauf geantwortet. Auch das zeigt mir, dass du meine Postings nicht einmal gelesen hast, aber gleich draufprügelst.
Drittens: Im Uhrenvergleich (und auch bei den Autos) wird eine Industrie-Dynamik gezeigt, aus der sich sehr wohl allgemeine Prinzipien ableiten lassen. Ich fuehre euer Unverstaendnis aber einfach auf mangelnde Erfahrung zurueck.

@ alle anderen, von wegen BWL 1. Semester (welch gelungener Scherz! Ihr seid ja echte Stimmungskanonen!): Selbst wenn ich BWL Student im 1. Semester wäre, hätte ich euch immer noch dieses eine, mickrige Semester voraus.

Leute, auch wenn ihr es nicht versteht wollt, weil ich eure Lieblinge beleidigt habe: Es wird immer Firmen geben, die glauben, sie produzieren in einer Super-Nische, und die Kunden werden sich nur so um ihr Produkt reissen, weil es halt soooo toll ist und ganz anders als die Konkurrenten. Es ist halt angenehm zu glauben, dass man selber so etwas Einzigartiges herstellen kann. Leider kann die Konkurrenz das in den meisten Faellen auch. Und 95% dieser Traeumer gehen in wenigen Jahren drauf.

Mich nervt der Ton in diesem Thread etwas, und eine faktisch orientierte Diskussion kommt nicht zustande, da einige hier glauben, die Anonymität ihrer Nicks für ihren Aggressionsabbau nutzen zu müssen. Also lassen wir’s ab jetzt ganz einfach bleiben.
 
Ich weiß nur eins !
Wenn Rotwild von Cannondale gekauft wird, dann gehört Lada der Audi Konzern :D
Es wird immer genug Leute geben die "kleine" deutsche Marken den er weitverbreiteten "Massenmarken" bevorzugen werden, egal was sie kosten.
Wenn dann noch das Managment der Firmen stimmt und sie das Geld richtig investieren werden sie auch auf lange Sicht bestehen können.
Und das ist auch gut so !
Made in Germany steht immer noch in vielen Bereichen für unerreichbare Qualität
:love: :daumen: :love: :daumen:
MfG Ümmel
 
Original geschrieben von Ultimate Jo
@ alle anderen, von wegen BWL 1. Semester (welch gelungener Scherz! Ihr seid ja echte Stimmungskanonen!): Selbst wenn ich BWL Student im 1. Semester wäre, hätte ich euch immer noch dieses eine, mickrige Semester voraus.

Mich nervt der Ton in diesem Thread etwas, und eine faktisch orientierte Diskussion kommt nicht zustande, da einige hier glauben, die Anonymität ihrer Nicks für ihren Aggressionsabbau nutzen zu müssen. Also lassen wir’s ab jetzt ganz einfach bleiben.

Wer beleidigt Dich denn hier und wer baut hier Agressionen ab? :eek: Wenn für Dich keine Diskussion zustande gekommen ist, dann wird das wohl daran liegen, dass Du einfach nur nicht akzeptieren kannst, dass Deine These so nicht haltbar ist - das ist alles! Und wenn Du tatsächlich noch nicht einmal dieses "1 Semester" hast, dann hängst Du einigen hier aber verdammt weit hinter, die Du als halbwissend bezeichnest! :lol:
 
Original geschrieben von Ultimate Jo
Mich nervt der Ton in diesem Thread etwas,

und

Original geschrieben von Ultimate Jo
Da hast du ja eine nette Liste aufgeschrieben. Hast du dabei auch nachgedacht?

Ich fuehre euer Unverstaendnis aber einfach auf mangelnde Erfahrung zurueck.
da frage ich mich ehrlichgesagt, wer hier einen nervigen ton drauf hat. so wie man in den wald hineiruft, so schallt es auch wieder heraus.


Original geschrieben von Ultimate Jo
Es ist halt angenehm zu glauben, dass man selber so etwas Einzigartiges herstellen kann. Leider kann die Konkurrenz das in den meisten Faellen auch. Und 95% dieser Traeumer gehen in wenigen Jahren drauf.
das porblem das du hast will sich mir nicht ganz erschließen. sicherlich gab und gibt es die tendenzen, kleine und erfolgreiche firmen aufzukaufen. meist werden die dann ganz schnell abgewickelter mainstream. aber wir können doch glücklich sein, dass es noch solche firmen, die du abwärtend als 'träumer' bezeichnest, gibt (und die gibt es sehrwohl). die sind innovativ, bringen nischenprodukte raus um deren segment sich eine große firma nicht kümmern würde, sie bauen meist optisch sehr ansprechende und individuelle produkte.

achja, mal zum thema dieser diskussion: votec ist imho weder kult noch edel.

rob
 
Um auf das eigentlich angesprochene Thema ' Votec und die anderen deutschen Kult/ Edelschmieden' zurückzukommen:

Es gibt im Bereich des (sehr allgemein formuliert : ) Deutschen Ingenieur(maschinen)bau einigen Nachholebedarf.
Es gibt Schlappen wie der ICE, oder die LKW-Maut.

Interessant sind die "Ausfälle" bei unseren vielgeliebten Fahrradschmieden.
Da flext die Schwinge bei Nicolai wie eine überreife Banane,
da stimmt die Geometrie nicht, wie bei Storck,
da werden Geometriedaten, wie der Federweg extrem geschönt, wie bei Chetah, und, und, und.

Votec's Problem ist meineserachtens, daß sie alles selber, d.h. besser machen wollen.
Nenn es ruhig Überheblichkeit, oder auch falscher Perfektionismus.

Daß andererseits gerade die mangelhaften Teile so ausgeschlachtet werden liegt meines Erachtens daran,
daß sich nie jemand um die Gegenseite, also die Positiv-Erfahrungsliste der Bike-Marken kümmert.
Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute.
Oder hat schon jemand darüber nachgedacht, wie viele ganze Votec durch die Gegend fahren?

Oki, genug geplaudert.

gn8
ujb

P.S.:
Hat jemand das neue (oben angemerkte) V8 irgend wo mal gesehen?
Auf der Homepage gibt es noch keine Aktuallisierung.
An anderer Stelle hab ich mal was von "Hardcore Freerider" gelesen. ist es das Bike?
 
fahren nicht mehr viele im Originalzustand rum. Das stand sogar mal im der Bike das es da Probleme gibt.

Ich sag ja auch nicht das das ganze prinzipell schlecht ist, ganz im Gegenteil, ich meine wenn ich mich in einen Hersteller hineinversetze und habe einen Rahmen oder eine Serie wo ein Problem immer wieder auftritt (das braucht gar nicht die Regel zu sein) versuche ich doch dieses Problem so aus der Welt zu schaffen, das es überhaupt nicht mehr vorkommen kann. Weil zum einen an den Rädern die auf Garantie oder Kulanz etwas bekommen verdient der Hersteller nichts sondern hat Kosten und was noch schlimmer ist, die Leute werden verärgert und die Marke ist nicht mehr das was sie mal war.

Es gibt genügend Hersteller (auch deutsche) denen ihr selbst gemachtes schlechtes Image zum Problem wurde. Die haben alle zu spät auf die Rahmenrückläufe reagiert oder gar nicht und sind dann ganz oder zum Großteil von der Bildfläche verschwunden. Siehe auch Hawk, Pur Power oder ähnliche.
Und ich will mal beaupten das dieses Problem früher oder später auch mal Nicolai zum Problem wird. Wir hatten zwei Rahmen eingeschickt, da sie an eigentlich unmöglichen Stellen Risse hatten. Das Ergebnis war, es gab keinen Garantieersatzrahmen, nein das defekte Rohr wurde ausgestauscht, ein neues eingeschweißt. Jeder der sich ein wenig mit Rahmen aus kenn müßte die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Jeder weiß das die Rahmen geärtet werden, nur die Härtung geht verloren wenn man den Rahmen an einzelnen Stellen erhitzt wie durch das schweißen. Zudem mußte der eine ca. 7 Monate und der andere knapp 11 Monate auf seinen reparierten Rahmen warten. Und das ist doch unter aller S.. finden wir. Da wirds irgend wann mal große Probleme geben.

Es gibt aber auch jedemenge guter kleiner deutschen Firmen bei denen so etwas ein Fremdwort ist.

z.B.
Grossman Project
Rotwild
HiTec (Österreich)
usw...

mit denen haben wir nur gute bis sehr gute Erfahrungen gemacht.
Die haben vor allem auch ein Konzept nach nachvollziehbar ist und funktioniert.
Leider gibt es von diesen nicht genug.
 
Original geschrieben von Ultimate Jo
Tja, jetzt bin ich einigermassen sprachlos – und zwar wegen der Sitten hier. Ich wollte eigentlich eine Problematik ansprechen, die eher wichtig ist, bekomme hier aber hauptsächlich Beleidigungen an den Kopf geworfen...@ alle anderen, von wegen BWL 1. Semester (welch gelungener Scherz! Ihr seid ja echte Stimmungskanonen!): Selbst wenn ich BWL Student im 1. Semester wäre, hätte ich euch immer noch dieses eine, mickrige Semester voraus.


Also der mit dem 1. Semester kam von mir, war vielleicht kein besonders freundlicher Begriff. Sieh ihn hiermit bitte als nichtig an.

Die Ursache hierfür lag in deiner nicht immer sehr glücklichen Ausdrucksweise. Auch wenn man Aussagen in mehr Fremdwörter packt, ändert sich an ihrem Inhalt nix. Das Fremdworte dann meist genutzt werden, um wackelige Sachverhalte sprachlich zu untermauern ist nur zu wahr (Kennt jeder der in der Wissenschaft ist oder war;)) Und einige deiner Aussagen sind schlicht unbewiesene Statements die, meines Erachtens recht sunstanzlos sind.

Inhaltlich gibt’s bis jetzt keine klare, konsistente Gegenaussage.

Doch, die steht oben!

Das ist doch ein uraltes Spiel, Firmen wachsen und wachsen bis sie die Bodenhaftung verlieren, da si ezu gross sind, und werden abgelöst von kleineren, welche die neue Lage erkannt haben und besser agieren.
Dabei gibt es natürlich Ausnahmen, sowohl grosse die lange überleben, sowie kleine welche gar nicht wachsen wollen und auch überleben.
Un zu guter Letzt gehen immer auch welche pleite. Kleine wie mittlere und grosse.
So ist das nun mal.

Ich fuehre euer Unverstaendnis aber einfach auf mangelnde Erfahrung zurueck.

Bitte was den Umgangston und die Sitten angeht an die eigene Nase fassen!

Mich nervt der Ton in diesem Thread etwas, und eine faktisch orientierte Diskussion kommt nicht zustande, da einige hier glauben, die Anonymität ihrer Nicks für ihren Aggressionsabbau nutzen zu müssen. Also lassen wir’s ab jetzt ganz einfach bleiben.

Da ist was dran, aber bitte Ursache und Wirkung im Auge behalten. Dies ist auch mein letztes Statement zum Thema.
Tschüss
 
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