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Hallo, nur ein paar Gedanken zu den Ereignissen und Diskussionen der letzten Zeit ...
Die Pleite von Votec war vorhersehbar, und viele andere werden folgen. So toll die Ingenieurleistungen auch sind, es gibt auch ein paar wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Und die sind: Man kann ein Fahrrad nicht zu einem beliebigen Preis verkaufen, sondern muss sich an dem von der Konkurrenz vorgegebenem Niveau orientieren. Zweitens, das Gesetz der Skalenerträge: Je mehr Bikes der Hersteller verkauft, desto mehr kann er in Forschung und Entwicklung investieren, oder umgekehrt gesehen, desto geringer sind die Fixkosten aus F&E pro Bike.
Diese zwei Gesetzmäßigkeiten kombiniert ergeben zwangsläufig, dass sich die Votecs, Rotwilds etc. gegenüber der internationalen Konkurrenz in einem Wettbewerbsnachteil befinden. Denn Trek, Cannondale usw. verkaufen um ein Vielfaches mehr, und das bedeutet:
- Entweder haben die kleinen Schmieden geringere Nettoerlöse pro Bike bei ähnlichem Entwicklungsaufwand
- Oder die kleinen haben gleiche Erträge, aber bei viel geringerem Budget für Entwicklung.
So oder so, sie sind langfristig nicht konkurrenzfähig. In vielen anderen Branchen konnte man dieses Muster schon sehen.
Beispiel Antrieb: Sicher hat ein Antrieb ohne Kette viele Vorteile, aber eine Minifirma (verglichen mit zb Shimano) wie Votec ruiniert sich, wenn sie so etwas selbst entwickeln will: Die Kosten sind enorm und können über die wenigen verkauften Bikes einfach nicht hereingebracht werden. Sobald das System auf dem Markt ist, konstruieren die Konkurrenten um die Patente herum eigene Lösungen, und wieder bleibt Votec auf den Kosten sitzen. Der vielzitierte First Mover Advantage ist leider nur ein Märchen, erfolgreich in solchen Märkten sind meist die Firmen, die Ideen billig kopieren. Paradox, aber man kann auch zu innovativ sein.
Ich will ja nicht zu negativ klingen, und mir sind diese Kleinschmieden sympathisch, denn sie arbeiten mit voller Überzeugung am Endprodukt, und das sind hochwertige Bikes. Aber bei der gegenwärtigen Wettbewerbsstruktur haben sie keine Chance (nach rein wirtschaftlichen Kriterien). Als einzigen Ausweg sehe ich, dass das Konkurrenzdenken untereinander aufhört, und sich ein paar der kleinen zusammenschließen, um Kosten zu sparen ...
Nix für ungut
Die Pleite von Votec war vorhersehbar, und viele andere werden folgen. So toll die Ingenieurleistungen auch sind, es gibt auch ein paar wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Und die sind: Man kann ein Fahrrad nicht zu einem beliebigen Preis verkaufen, sondern muss sich an dem von der Konkurrenz vorgegebenem Niveau orientieren. Zweitens, das Gesetz der Skalenerträge: Je mehr Bikes der Hersteller verkauft, desto mehr kann er in Forschung und Entwicklung investieren, oder umgekehrt gesehen, desto geringer sind die Fixkosten aus F&E pro Bike.
Diese zwei Gesetzmäßigkeiten kombiniert ergeben zwangsläufig, dass sich die Votecs, Rotwilds etc. gegenüber der internationalen Konkurrenz in einem Wettbewerbsnachteil befinden. Denn Trek, Cannondale usw. verkaufen um ein Vielfaches mehr, und das bedeutet:
- Entweder haben die kleinen Schmieden geringere Nettoerlöse pro Bike bei ähnlichem Entwicklungsaufwand
- Oder die kleinen haben gleiche Erträge, aber bei viel geringerem Budget für Entwicklung.
So oder so, sie sind langfristig nicht konkurrenzfähig. In vielen anderen Branchen konnte man dieses Muster schon sehen.
Beispiel Antrieb: Sicher hat ein Antrieb ohne Kette viele Vorteile, aber eine Minifirma (verglichen mit zb Shimano) wie Votec ruiniert sich, wenn sie so etwas selbst entwickeln will: Die Kosten sind enorm und können über die wenigen verkauften Bikes einfach nicht hereingebracht werden. Sobald das System auf dem Markt ist, konstruieren die Konkurrenten um die Patente herum eigene Lösungen, und wieder bleibt Votec auf den Kosten sitzen. Der vielzitierte First Mover Advantage ist leider nur ein Märchen, erfolgreich in solchen Märkten sind meist die Firmen, die Ideen billig kopieren. Paradox, aber man kann auch zu innovativ sein.
Ich will ja nicht zu negativ klingen, und mir sind diese Kleinschmieden sympathisch, denn sie arbeiten mit voller Überzeugung am Endprodukt, und das sind hochwertige Bikes. Aber bei der gegenwärtigen Wettbewerbsstruktur haben sie keine Chance (nach rein wirtschaftlichen Kriterien). Als einzigen Ausweg sehe ich, dass das Konkurrenzdenken untereinander aufhört, und sich ein paar der kleinen zusammenschließen, um Kosten zu sparen ...
Nix für ungut