Mutter, nehm mich wech vonne Zeche ! Ich kann dat Schwatte unter die Fingernägel nich mehr sehen !
Für alle, die auch eine anstrengende Woche hinter sich haben: ein kleines "Plauderstündchen" von Micha.....
Von Jugend an, haben mich 2 Dinge immer fasziniert : Radfahren und Fotografieren ! Auf etwas gemütlicheren Touren lässt sich beides schön kombinieren.
Was soll nun dieser Thread-Titel ???
User, die mich hier schon länger kennen, verdrehen evtl. schon die Augen.....ja , jetzt fängt der olle Micha wieder an zu erzählen.....
Aber warum auch nicht ? Man kann das Hobby doch auch leicht "literarisch" begleiten.....
Nun denn......eine kleine Plaudereinlage zum Abschalten -
Teil 1
Wenn man in Norddeutschland aufgewachsen ist und seine Kindheit und Jugend dort erlebt hat, ist man in der Regel an den "weiten Blick" gewöhnt. Wer einmal am Weserstrand oder der Weserpromenade stand, wer sich die leisen Wellen der Ostsee um die nackten Zehen spülen liess, der weiss, was ich meine.
Wohlig erinnere ich mich an eine Kindheit ohne Handy; eine Kindheit zu der wir am Wasser spielten, an kleinen Bachläufen Dämme bauten oder auf scheinbar bis zum Horizont reichenden Wiesen und Feldern Drachen steigen liessen......
Aber das Leben geht seine Bahn und wenn man als Mensch des Nordens beruflich in den Ruhrpott gespült wird, dauert es lange lange Zeit, bis man diese Umstellung geschafft hat. Manch einer schafft es auch nie !
Anfangs vermisst man vor allem den freien Blick, den Geruch des Salz- oder wenigstens Brackwassers, den Schrei der Möwen.........zuweilen erinnert mich das an eine Passage im "Herr der Ringe" wo die Waldelben durch den Schrei der Möwen verführt werden, ihre Wälder zu verlassen und zu den grauen Anfurten zu pilgern. Oh, hast Du einmal den Schrei der Möwen gehört ......!
Und doch : mit der Zeit gewöhnt man sich und entdeckt auch hier im Ruhrgebiet immer wieder überraschend schöne Ecken, oft da, wo man sie gar nicht vermutet - und oft sind es nicht immer die großen High-lights, sondern eher die kleinen Entdeckungen am Wegesrande, die das alte Herz erfreuen......
Nachdem ich die letzten Tage an meinem neuen Fund, einem alten Indian Iowa Trekkingrad, gebastelt hatte, kam heute die erste etwas längere Probefahrt.
Freilich noch als ziemlich "nacktes" bike - ich weiss noch nicht genau, wohin der Weg geht : sportlicher, nackter 28" Hybrid oder soll es doch ein gemütlicher Tourer mit GT und Schutzblechen werden ?
Wie dem auch sei, erst mal einfahren die Kiste ! Man wird meinen Bildern anmerken, dass ich mich schon etwas in dieses Rad verguckt habe - man möge es mir verzeihen !
Das verblüffende am "Ruhrgebiet" ( zumindest, wenn man an dessen Rande wohnt ): Du startest deine Tour zwischen vielen Häuserschluchten, die dir den Blick versperren und ganz plötzlich entdeckst Du kleine Pfade, die dich schnurstracks in eine hübsche Natur entführen können !
Raus gehts aus dem Ortskern...
Das Holzbrücken-Foto darf natürlich nie fehlen
und rasch ist man auf einem Weg, den in einer anderen Zeit und einer anderen Welt vielleicht auch der gute Bilbo gewählt hätte !
Vorbei sind die Zeiten, wo der Micha beim Toilettengang, seine Haarpracht hochbinden musste..
Aber ab einem gewissen Alter ( und körperlicher Statue ) ist es auch mal ganz vorteilhaft und angenehm, sich nicht in hautenge Rennrad-Team-Trikots werfen zu müssen !
Weiter gehts durch Wiesen und Felder....manche Türen sind ganz schön groß !
Schnell ist man raus aus dem verträumten Datteln und erreicht die Nachbarstadt Oer-Erkenschwick. Zur Erinnerung : hier wuchs "der Fahnder", Klaus Wennemann auf ! Was habe ich diese Fernseh-Serie geliebt !
Hier wo einst das Grubengold gefördert wurde........
Mittlerweile befinden sich auf dem Gelände einige Lokalitäten und Kleinbetriebe...
weiter gehts zu Teil 2.....