Der "Alternative Sportarten-Thread" im B/B

Nach ein wenig mehr als 10 Stunden Schlaf und einem entspannten Frühstück mit frischen Hörnchen war es an der Zeit Abschied von der gemütlichen Behausung zu nehmen. Draußen erwartete uns ein klarer und knackig kalter Morgen. Das Thermometer zeigte angenehme -12°C an und der Wind war (noch) kaum spürbar und zu unserem großen Glück waren wir quasi alleine unterwegs.

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Sonne am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

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Der Aufstieg durch den tiefen unverspurten Schnee war deutlich beschwerlicher als uns lieb war. Irgendwie hatten wir uns das ganz anders vorgestellt.

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Unser Weg führte uns zunächst einmal noch 300 HM bis auf über 1500m über Null aufwärts. Auch wenn die Wolken immer wieder für kurze Momente aufrissen, so sahen wir leider nicht viel von den phantastischen Ausblicken die sich einem auf dem Kammweg des Riesengebirges, welcher ziemlich genau dem Tschechisch-Polnischen Grenzverlauf folgt, immer wieder bieten.

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Zu unserem Glück verbesserten sich die Bedingungen relativ schnell von "extremer Herausforderung" auf "Herausforderung".

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RR beim Textilstopp, Klamotten nachlegen war angesagt

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... und weiter gehts

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Die Route über den Kamm war durchaus abwechslungsreich und in keinster Weise langweilig. Lockerer und mindestens Knietiefer Pulverschnee wechselte sich mit extrem festgefrorenen und unnachgiebig harten Schneefeldern ab. Die Abfahrten über diese Eisplatten sind durchaus als ein Erlebnis zu bezeichnen. Von einer Loipe war weit und breit nix zu sehen und wir waren froh, wenn wir in den Tiefschneefeldern noch Spuren von anderen Wanderern ausnutzen konnten. Die Grenzen von Mensch und Material waren immer wieder deutlich spürbar.

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Gegen 13 Uhr erreichten wir dann endlich endlich die Spindlerbaude welche wir am Morgen als Ziel für die Mittagspause ausgegeben hatte. Wir gönnten uns neben einem heißen Tee natürlich eine weitere Landesübliche Spezialität, einen Palatschinken. Mann war der lecker :) Leider war in der Touristenbaude die Portion mal wieder ein wenig zu klein für die gewohnt hungrigen Tagesgäste aus Berlin.

Nach dem Essen ging es dann weiter in Richtung Osten. Um zur Schneekoppe zu gelangen mussten wir als erstes über die kleine Sturmhaube. Anschließend querten wir noch ein tiefverschneites Hochtal und dann war es endlich soweit. Zu unserem Glück besserten sich die Wetterverhältnisse von Minute zu Minute mehr und wir hatten somit einen freien Blick auf den höchsten Berg Tschechiens.

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RR beim Aufstieg auf die kleine Sturmhaube

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Zu unserem Glück verzogen sich die Wolken immer mehr und es boten sich atemberaubende Aussichten

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Foto: RR

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Jeder einzelne Schritt musste hier schwer erkämpft werden
Foto: RR


Es war bereits kurz vor 16 Uhr als wir nur noch wenige Meter von der Wiesenbaude entfernt den immer kälter werdenden Wind immer stärker durch unsere Kleidung und insbesondere durch die Handschuhe spürten. Wir entschlossen uns daher für den direkten Weg in die Baude. Da es bereits zu spät für den Aufstieg auf die Schneekoppe war und das Thermometer inzwischen Temperaturen von -17°C anzeigte beschlossen wir den Tag in der Baude enden zu lassen.

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Noch schnell ein Blick zurück...

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RR mit der vierten zweiten Luft des Tages am Horizont entschwindend

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Das Halbzeitziel war bereits zum Greifen nah

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Jetzt noch schnell den Hügel runtergebrettert und dann husch ab ins warme

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Ein letzter Blick auf unser nächste Ziel

Die knapp 20km bei teilweise ziemlich ungemütlich kalten Wind und über die teils extrem Langläuferunfreundlichen Pisten hatten deutlich Kraft gekostet und wir waren froh, dass wir nicht mehr weiterlaufen mussten. Wir entschieden uns daher für das Economy Zimmer (welches auf Rang 2 der Vierstufigen Luxusskala der Baude angesiedelt war) und erfreuten uns an einem Klimaanlagenbeheizten Raum in dem die moderne Technik ihrem Namen (Alaska) alle Ehre machte.

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Hier hat der Winterdienst noch tüchtig zu tun

Es sollten sich noch bizarre Szenen im weiteren Laufe des Abends in unserem Zimmer abspielen. Zusammenfassend bleibt zu vermerken, dass unser Zimmer letztendlich erst am nächsten Morgen durchaus angenehme Temperaturen aufweisen konnte. Im Angesicht der -22°C auf die das Thermometer inzwischen abgestürzt war hielt ich mich mit Unmutsbekundungen deutlich zurück und versuchte mich stattdessen noch an ein paar Fotos von der nächtlichen von einem ziemlich hell leuchtenden Mond beschienenen Landschaft rund um die Baude. Schließlich wollte ich mir hinterher nicht selbst vorwerfen müssen, dass Stativ 4 Tage lang umsonst mitgeschleppt zu haben.

Ein weiterer Vorteil eines solchen Ausfluges in die Eiseskälte ist der Umstand, dass einem anschließend selbst die kühlen Zimmertemperaturen als angenehm warm vorkommen :)

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Gute Nacht :winken:
 
Zuletzt bearbeitet:
Na elegant ist das nicht wirklich mit dem Brandenburger Hausfrauenbrettl auf`m Eis ;) obwohl ich den Tag das Stativ als Unwuchtausgleich aufm Rücken hatte.

Aber man muss mal positiv die Leistung erwähnen, bei den Temperaturen immer wieder die Kamera aus dem Rucksack zu schmelzen. Das ist mir bei weitem nicht so oft gelungen.
 
http://www.ergis.cz/krkonose/index.php?lang=de&menu=3&navid=178&ID=2913
http://www.ergis.cz/krkonose/index.php?lang=de&menu=3&navid=178&ID=2913&detail_photo_2913=1


http://www.ergis.cz/krkonose/iframe.php?lang=de&ID=2913&page=map&map_type=places http://www.ergis.cz/krkonose/iframe.php?lang=de&ID=2913&page=map&map_type=places


Die Baude Luční bouda (Wiesenbaude) ist die älteste und die größte Baude auf den Riesengebirgskämmen. Vermutlich ist sie in der 2. Hälfte des 16. Jhs. am Schlesischen Pfad entstanden und gehörte der Familie Renner. Die Baude diente mit ihren 100 Hektar Weidefläche und Heustellen mit 30 Stück Rindvieh und einer ähnlichen Zahl von Ziegen vor allem der Baudenwirtschaft. Bekannt wurde insbesondere der hiesige Kräuterkäse. Die Baude wurde im Zusammenhang mit dem Aufschwung des Touristenverkehrs einige Male umgebaut. Der erste Umbau fand im Jahre 1809 statt, dadurch wurde die Baude zu einem gefragten Berghotel. Sie diente hauptsächlich als Unterkunftseinrichtung für Ausflüge auf die Schneekoppe. Die Baude, damals im Besitz der Familie Bönsch, brannte am 2.10.1938 unter unklaren Umständen nieder, woraufhin sie während der Erneuerung in den Jahren 1939-40 ihr heutiges Aussehen bekam. Während des Kriegs diente die Baude als Ausbildungszentrum der Wehrmacht. Der Tschechoslowakische Verband für Körperkultur nahm nach dem Krieg die Dienstleistungen für Touristen und Sportler wieder auf.
 
Die Wiesenbaude wirkt wirklich wie ein Magnet in dieser beeindruckenden Arktischen Einöde.Schöne Bilder.Suchtgefahr .Ich möchte da auch mal wieder hin.
Vorerst haben Wir Uns damit
http://www.cielab.org/forum/comments.php?DiscussionID=9898&page=2#Item_35
begnügen müssen.:rolleyes:
Freue mich schon mal auf die Fortsetzung Euerer Erlebnisse im "Abendprogramm".
Beste Grüße
ULF
 
Toller Bericht. :daumen:

auch wenn sich das Fortbewegungsmittel ändert, eines ändert sich nicht. Einer ist mit Pulsuhr unterwegs, der andere mit der Kamera ...:D
 
Aber man muss mal positiv die Leistung erwähnen, bei den Temperaturen immer wieder die Kamera aus dem Rucksack zu schmelzen. Das ist mir bei weitem nicht so oft gelungen.

Ich weiß das sehr zu würdigen und Respekt Herr EP. Das hatte ich an jenem saukalten WE auch beim Langlaufen. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis die Finger diese Schmerzen des Auftauens hinter sich haben.

Aber es sind atemberaubende Bilder geworden !!! Coole Sache.... und wie ging es mit dem Muskelkater ?

S.
 
Ich möchte garnicht weiter auf die wunderschönen Bilder
und den dazugehörigen Bericht von @EP und @RR eingehen,
faszinierend !!!
Ihr seid einfach geile Typen und auch wenn @Timtim opponieren
sollte,zum Fotojahresrückblick erwarte ich einen ausgiebigen
Bericht auch darüber !!!:daumen::daumen::daumen:

Und sollte es hier Leute geben,die den Blick über den
2 rädrigen Tellerrand genauso mögen,offen sind für Neues
und sich auch gerne mal inspirieren lassen,da hätte ich eine
Idee:

Klick hier

axl:winken:
 
Der Morgen dämmerte bereits als ich meine Augen aufschlage. Ich kämpfe mit mir und überlege... aufstehen? liegenbleiben?

Ich spüre meine Beine inzwischen deutlich und merke was wir die letzten beiden Tage getan haben. Im Bett ist es gemütlich warm und vor der Baude ist es sicher deutlich unter -20°C warm. Außer der Schneekoppe, die sich gleich im ersten Tageslicht bestimmt reizvoll zum Fotografieren anbieten wird spricht maximal noch unsere schnaufende Klimabox "Alaska" dafür das gemütliche Bett zu verlassen.

Also, aufstehen oder liegenbleiben? Ich überlege noch gefühlte 7 Sekunden bevor ich mich dafür entscheide liegen zu bleiben und weiterzuschlummmern.

Es gibt eigentlich keinen Grund warum ich jemandem empfehlen würde unbedingt in der Wiesenbaude zu übernachten. Allerdings habe ich am Morgen dann doch noch einen gefunden. Es ist das Frühstück! Selbstgebackene, noch warme Hörnchen und das sogar "all you can eat" dazu ein gut gefülltes Buffet. Was will man mehr? Mit einem guten Frühstück welches schmeckt und auch satt macht kann man bei mir richtig punkten.

Kurz nach 9 Uhr stehen wir wieder auf den Skiern. Ich spüre meine Füße bei jedem Schritt aber unerbittlich geht es weiter ostwärts. Nur noch die letzten 4 Kilometer bis zur Schneekoppe und von da aus geht’s ja auch schon wieder zurück. Wir erreichen den Aufstieg recht schnell und lassen die Skier nach wenigen Metern einfach am Weg liegen um zu Fuß den Aufstieg fortzusetzen. Der Winteraufstieg auf die Schneekoppe erinnert mich ein wenig an Himalaya Expeditionen nur dass wir wahrscheinlich nicht ansatzweise nachvollziehen können wie viel härter es im richtigen Hochgebirge ist. Um kurz nach 10 Uhr stehen wir jedenfalls auf dem Gipfel und genießen das Panorama.

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Gleich wirds schattig und das in jeder Beziehung

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Nur noch 100 HM dann haben wir es geschafft

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Runterrauf auf den letzten Metern

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Links Piroggenland, Rechts Knödelparadies

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Ziemlich mittig ganz hinten am Horizont kann man den Jeschken sehen bzw. mehr erahnen (live war das besser zu sehen)

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Nach wenigen Minuten verziehen wir uns allerdings in das Gipfelrestaurant was auch von innen ein Erlebnis ist. Da wir heute noch ca. 15-18km vor uns haben steigen wir zügig wieder ab. Dank Rückenwind und guter Bedingungen dauert es nicht lange bis wir wieder an der Wiesenbaude stehen. Für den weiteren Rückweg haben wir uns einen Weg unterhalb des Kammweges rausgesucht.

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Runterrauf im Runterrausch

Da es weder Schilder noch Spuren im Schnee gibt setzen wir unseren Weg im festen Glauben an die Karte querfeldein fort. Am Horizont steht einzig ein Baum welcher sich später als Wegweiser herausstellt. Wir befinden uns mitten im nichts und nur hier und da lassen sich gelegentlich Spuren erahnen. Durch eine traumhafte Tiefschneeabfahrt, welche mit Langlaufski gar nicht so einfach zu bewältigen ist, fahren bzw. stürzen wir uns in das Tal hinein.

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RR flowt talwärts

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Freeride auf Langlaufski, es fuhr sich übrigens genauso bescheiden wie es aussieht :D
Foto: RR


Für die folgenden 3 Kilometer haben wir dann letztendlich nur eine geschlagene Stunde gebraucht bevor wir endlich die Weißwasserbaude erreichten. Ich möchte nur am Rande darauf eingehen, dass wir uns mehr oder weniger permanent in irgendwelchen Steilhängen und wenn vorhanden dann maximal Skibreiten Pfaden bewegt haben auf denen man permanenter Absturzgefahr ausgesetzt war.

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Noch glauben wir daran, dass wir in wenigen Minuten an der Baude sind...

Damit natürlich noch nicht genug, irgendwann stand Runterrauf fluchend mit einem Dreiteiligen Skistockset vor mir und er konnte die Fahrt nur noch mit einem Skistock fortsetzen. Es war ein wirklich spannender Weg und wir waren heilfroh, als wir nach 1,5h Fahrzeit für die 4 Kilometer von der Wiesenbaude zur Weißwasserbaude ins warme treten konnten. Zur Belohnung gab es Knödel mit Heidelbeerfüllung:love: und dazu natürlich noch nen Apfelstrudel... kulinarisch Reisen mit Runterrauf wie es im Buche steht.

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Dann endlich die Rettung: Wärmespender, Gaumenschmeichler und Ersatzteillager in einem - die Weißwasserbaude

Zu unserem Glück hat in der Gegend anscheinend jeder Wirt noch einen alten Skistock in der Garage stehen und hilft auch gerne und unkompliziert aus. So konnte RR die weitere Fahrt wieder mit kompletter Ausrüstung fortsetzen.

Da unser Zeitpolster durch unsere etwas experimentelle Abfahrt wieder dahin war mussten wir relativ schnell weiter. Dabei wäre ich so gerne noch länger sitzen geblieben.... Nächstes Ziel war jedenfalls der Schlepplift an der Davydova Baude. Wir schafften es pünktlich kurz vor 16 Uhr vor Ort zu sein und kauften uns ein Ticket für die Auffahrt.

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RR beim einbrennen einer frischen Loipe in die Landschaft

Wer jemals Bekanntschaft mit den tschechischen Schleppliften gemacht hat weiß was nun folgte. Mann schnappt sich den Bügel und keine Zehntelsekunde später wird man von der Gewalt der Technik den Berg hochgerissen:D Mein Start verlief reibungslos und ich sauste bequem den Berg hinauf.

Ungefähr 500m vor dem Ende des Lifts beging ich einen Fehler, den man auf einem Schlepplift niemals begehen sollte. Ich hörte damit auf, mich auf die Auffahrt zu konzentrieren und schaute in der Gegend umher, überlegte, ob und wie ich oben von RR nen Foto machen könnte (bin ja gleich da) und wo RR eigentlich ist ... (hinter mir war weit und breit niemand zu sehen) .... und während ich so vor mich hinträumte, kam es wie es kommen musste und es riss mich auch schon aus dem Gleichgewicht...

Während ich also den Rest laufend zurücklegte sauste nur kurze Zeit später RR an mir vorbei. Der Weg wurde irgendwie immer länger und ich fühlte mich irgendwie wie in der tschechischen Version von Jackass. Irgendwann kam ich auch oben an und RR berichtete mir, dass unser geplanter Weg nicht existiert und wir über die Moravska Baude fahren müssten. Da die Sonne bereits tief am Horizont stand und der Tag schon eine Menge Kraft gekostet hatte, hatte ich eigentlich keine Lust mehr auf weitere Umwege. Letztendlich ließ ich mich aber überzeugen und wir setzten unseren Weg fort.

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Was für ne Schei$e :lol: darauf brauch ich erstmal nen Schluck heißen Tee
Foto: RR


An der Moravska Baude wurde es aber nicht besser, im Gegenteil, wir mussten einen unverspurten Tiefschnee-Steilhang mit ca. 150hm rauf und jeder der das nach einem oder mehreren langen Skitagen noch nicht ausprobiert hat sollte das unbedingt mal ausprobieren.
Ich glaube es war das erste und letzte Mal auf der Tour, dass ich mich laut schimpfend durch die Gegend grummelte.

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So langsam ist es Zeit anzukommen

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Schön zu sehen, links hinter dem Haus der Anstieg zur kleinen Sturmhaube, mittig hinter dem Haus (nicht sichtbar) die Schneekoppe und rechts neben dem Haus das Tal des Grauens bzw. der Weißen Elbe

Irgendwann waren wir jedenfalls oben, die Sonne war bereits untergegangen und im Prinzip sollten es auch nur noch 4 oder 5 Kilometer bis zur Baude sein. Es sprach einiges dafür, dass wir endlich mal dazu kommen würden, dass sinnlos mitgeschleppte Licht zum Einsatz zu bringen.

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Huch, die Sonne ist ja bereits untergegangen :rolleyes:

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Unterwegs im Zauberwald :love:

Letztendlich hatten wir aber Glück und dank einiger spannender Abfahrten, nur noch weniger Höhenmeter und einer überraschend entdeckten Abkürzung erreichten wir gerade zur einsetzenden Dunkelheit die Martinovska Baude.

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Ein Glück, endlich haben wir es geschafft!!!
Foto: RR


Da unsere Glückssträhne weiterhin anhielt war sogar noch ein Zimmer für uns frei und es dauerte nicht lange bis wir es uns schlemmend am mollig warmen Ofen gemütlich gemacht haben. Grinsend ließen wir den Tag noch einmal Revue passieren...

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So siehts also bei Navratilovas unterm Dach aus

@S-Punkt: Muskelkater war bei mir glücklicherweise nicht wirklich nen Thema, genau wie kalte Finger, die GoreTex Bikehandschuhe waren echt Klasse
 
Zuletzt bearbeitet:
Wir haben Tag 4 und das Drama nimmt seinen Lauf, es wird gejammert und tiefgestapelt und das auf höchstem Niveau. Der Tagesplan sieht vor den kürzesten Weg zum Auto links liegen zu lassen und stattdessen noch einen kleinen Schlenker über Rokytnice zu fahren. Das Frühstück bei Famillie Navratilovas ist eher als durchschnittlich aber gut zu bezeichnen. Auf den "Centre Court" schaffen sie es bei mir damit jedenfalls nicht.

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Die größte Hoffnung des Tages ist die Tatsache, dass es fast nur noch bergab geht. Dummerweise müssen wir gleich am Anfang bis zur Elbbaude erstmal noch ein paar Meter bergauf. Die Temperaturen sind heute deutlich angenehmer und so entledige ich mich im Anstieg erstmals sogar meiner Handschuhe.

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Runterrauf beim nachtanken

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Anschließend wurde nochmal richtig Druck aufs Stöckchen gemacht

Nach der Elbbaude geht es noch einmal auf über 1400m hinauf und wir genießen letztmalig das wunderbare Riesengebirgspanorama. Die Schneekoppe ist inzwischen bereits wieder in weite Ferne gerückt.

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Der Loipenkönig bei der aktiven Erholung oder ist es Mentaltraining?

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Die nächste Station auf unserem Weg wäre die Dvoracky Baude gewesen. Hier war eigentlich eine größere Pause in der Sonne und mit Palatschinken eingeplant. Blöderweise verfahren wir uns genau am letzten Abzweig zum ersten Mal in den 4 Tagen. In unserem Abfahrtsrausch erreichen wir direkt die Bergstation des Skilifts am Lysa Hora. Von hier ist jetzt die Abfahrt auf der blauen Piste angesagt - Alternativen? Fehlanzeige!

Was gäbe ich jetzt für ein Tourenski oder ein Splitboard? Naja egal, wir sind ja schließlich zum genießen hier und schon geht es auf den Langläufern auf der Piste talwärts. Das ganze ist jedenfalls sehr spannend und unterhaltsam und irgendwie kommen wir auch da heil runter.

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Na shledanou Riesengebirge

Vom Ende der Piste sind es nochmal 7 Kilometer bis zum Auto und wir sind traurig und glücklich zugleich als wir gegen 14 Uhr den Parkplatz erreichen. Vier Tage Winterspaß in einer traumhaften Umgebung, bestes Wetter und superleckeres Esssen... Was will man mehr? Das Riesengebirge ist im Winter auf jeden Fall auch ohne Mountainbike eine Reise wert.

:winken:

Nachtrag:

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Runterrauf am ersten Abend beim austüfteln der besten Route für die nächsten 3 Tage - sehr alternativ
 
... interessant, wie klein manche Dinge im Riesengebirge wirken...

@S.Punkt, den stärksten Muskelkater hatte ich die nächsten Tage in den Augen :D
 
Schöne Bilder und eine wahrhaft epische Tour.
Tolle Idee, da kommt glatt ein wenig Neid durch, nicht mitgetan zu haben.:heul:

Nachdem mich die Berlinale jetzt losgelassen hat, könnte ja direkt das Erzgebirge noch mal locken, bevor die Latten in die Ecke gestellt werden.
@Hackepeter: die Hohe Tour klingt ja nicht schlecht. Aber ich habe das Gefühl, der Frühling naht mit großen Schritten macht, ob man da Ende der Woche noch fahren kann ...
 
@Eispickel: Hey, das macht Laune zu lesen, klasse Bericht und Hammer Bilder:daumen:
Ist ja fast Verschwendung eure Skiabenteuer in ein preußisches Lokalforum zu stellen ;-)

Falls ihr solche Expeditionen öfters macht, würd ich überlegen auf Tourenski umzusteigen, da habt ihr wesentlich mehr Spaß mit. Mit Langlaufski im Tiefschnee bergauf-bergab stell ich mir vor wie mit dem Rennrad einen Downhill zu fahren^^

Grüße aus dem Vorallgäu!
Britta
 
Ziemlich genial ihr Verrueckten , und im Winter nicht ungefährlich ,aber das habt Ihr ja schon selbst bemerkt ! Lucni Bouda und Schneekoppe immer interessant ,grad im Winter .Man kann sich schlecht vorstellen das ein grad 1600m hoher Berg so eine Herausforderung darstellen kann .Begegnungen mit Rübezahl nicht ausgeschlossen.......
 
:)Den Weg von der Weisswasserbaude ist,wie ich mich erinnere ein unmarkierter Sommerweg. Sind den mal bei Nebel und nahezu 5m Sichtweite zur Wiesenbaude an den Lawinenhängen hoch. Nachdem,was ich im Nachhinein und bei guter Sicht nachvollziehen konnte,sind Wir so ca.2-300 m vor dem Erreichen des Zieles umgekehrt. Sind dann beim runterfahren immer in irgendwelchen Löchern und Schneewehen gelandet weil Wir nichts mehr gesehen haben..zumindest partiell..
Es war Stürmisch ,aber nur knapp unter Null.Der Spaß blieb erhalten.
Zum Glück hatte ich die Karte der Dübener Heide eingepackt.
Die Richtige lag im Bus.
Also bloß keine Tour mit mir machen.:)
Grützii und Horridoo
ULF
Die Fotos machen mich irgrndwie neidisch und man ärgert sich schon,daß Alles mit dem Winter vorbei sein soll:heul:
 
Danke an alle für das positive Feedback!! :)

Speziellen Dank auch nochmal an Hackepeter für die exzellente Beratung im Vorfeld.

@Britta: wir waren in den 4 Tagen auf unseren Wegen mehr oder weniger die einzigen, die da mit Langlaufski unterwegs waren. Die Tourenskigeher habe ich (irgendwie auch nen bissl) neidisch beobachtet und gesehen, dass das deutlich einfacher ist.
Mir tun heute noch die Füße weh :D ... allerdings, wo liegt denn bei Tourenski bitteschön die Herausforderung... dann doch lieber Downhill mit dem Rennrad ;)

:winken:
 
*über Fred stolper*
*mal hochhol*

Ich möchte garnicht weiter auf die wunderschönen Bilder
und den dazugehörigen Bericht von @EP und @RR eingehen,
faszinierend !!!
Ihr seid einfach geile Typen und auch wenn @Timtim opponieren
sollte,zum Fotojahresrückblick erwarte ich einen ausgiebigen
Bericht auch darüber !!!:daumen::daumen::daumen:

Mir fällt auf, Axls Wunsch wurde beim Fotoabend erhört. ;) :daumen:
Also wer beim Fotoabend ganz fasziniert von der Farbenpracht :D war und Anregung für die bevorstehenden Ferien oooooder so möchte, hier gibts die Fotos zum nochmaligen Anschauen!
 
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