Fatbike Tubeless

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Fährt jemand von euch bereits ohne Schlauch die dicken Dinger?

Ich selbst fahre alles außer die schmalen 28"-Renner inzwischen Tubeless und grinse bei Dornen im Wald oder auf der Wiese nur noch. Aber beim Fatbike komme ich nicht so recht voran und könnte ein paar Tipps und besonders ErFAHRungen gebrauchen.

Hier mein bisheriger Favorit und dasselbe nochmal.
 
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Ghetto-Tubeless... einfach und preiswert... hatte vorher Moppedschläuche... ohne ists aber noch besser... ich musste bei den Robssons auch nicht unterfüttern die sitzen eh schon sehr stramm
 
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was wichtig wäre zu wissen: welche Felge, welcher Reifen? Problem ist, dass du je nach Felge relativ viel in der Mitte der Felge auffüllen musst, um einen guten Sitz zu bekommen (z.B. bei der Large Marge). Der Reifen sollte schon ne Weile normal gefahren sein damit er nicht mehr die kleine Unwucht von Beginn hat. Aber alles in allem funktionierts.
 

Rake109

Bier git Kraft
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Ich hab kürzlich mein On-One Fatty mit der Ghetto-Methode auf Tubeless umgerüstet.
Also die On-One Felgen und Reifen.
Als Felgenband bzw. Schlauch habe ich Schwalbe Nr 7 (20" mit AV-Ventilen) verwendet.
Um das Felgenbett aufzufüllen hab ich so Verpackungsschaum, wie in deinem Link beschrieben, genommen. Das wäre wohl nicht nötig gewesen, aber wenn's schon mal drinnen ist...
Mit dem Kompressor ging's ganz flott, dicht wars auch ohne Milch.
Luftdruck ist aktuell 0,5 vorne und ca 0,6 hinten. Evtl. gehe ich noch etwas runter
 
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Habe meine Laufräder jetzt auch (versucht) zu tubelssisieren. Der Nate an der Front bleibt dicht, aber der Knard am Heck hat vom letzten Platten einen schönen Riß im Mantel der mit Milch nicht dicht wird.

Ich fürchte zumindest der Knard hat zu empfindliche Flanken um im steinigen Geläuf zu bestehen. Jetzt ist wieder der kenda DH-Schlauch gefüllt mit Milch drin.
 

Pimper

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Hab's jetzt auch geschafft. Nach einigen Versuchen und Fahrten zur Tanke, hier eine kurze Anleitung für Tubeless, ohne Unterfütterung, ohne Ghetto-Tubeless und ohne Kompressor:

1. Komplettes Laufrad senkrecht hängen lassen (am Montageständer aufängen etc....Bild 1)

2. Aus dem aufgepumpten Reifen (noch mit Schlauch drin) Luft ablassen.

3. Eine Seite des Reifens mit Reifenhebern von der Felge lupfen. Der Reifen bleibt auf der Felge. Die andere Seite des Reifens muß auf der Felgenschulter sitzen bleiben.

4. Den komplett entleerten Schlauch (einseitig) aus dem Reifen ziehen. Felgenband bleibt drin.

5. Ventil zwischen zwei Finger wie eine Zigarette und durch das Ventilloch popeln. Immer vorsichtig, dass die gegenüber liegende Reifenseite nicht von der Felgenschulter rutscht.

6. Milch rein (150 - 180 ml)

7. Die ausgehebelte Reifenflanke mit Reifenheber wieder in die Felge hebeln. Jetzt ist bei weit sitzenden Reifen-Felgen-Kombinationen ein fetter Spalt zwischen Reifen und Felge, wo die Luft beim Aufpumpen schnell entweichen würde. (Hier würde eigentlich die Unterfütterung ins Spiel kommen.)

8. Ohne Unterfütterung: Den Reifen nun waagerecht auf den Boden legen mit der ursprünglich ausgehebelten Seite nach unten. (Die Milch läuft nicht raus, da der Reifen ja eine konkave Form hat.) Man schaut also auf die Seite des Laufrades, die fest auf der Felgenschulter geblieben ist (und hoffentlich immernoch fest auf der Schulter sitzt). Bild 2

9. Nun wird's schwierig zu beschreiben: Mit der Handfläche auf das Reifenprofil drücken/deformieren (Bild 3) und mit den Fingern an der (losen) Unterseite fühlen, wie der Reifen sich bewegt. Man merkt, dass der Reifen auf der losen Seite auch in Richtung Felgenschulter will. Mit den Fingern die Reifenflanke quasi "nachziehen" zur Felgenschulter hin. Stellt euch vor, ihr wollt eine Speckrolle bei eurer Freundin kneten/quetschen..^^

10. Man bekommt den losen Reifendraht nicht komplett auf die Schulter, so gut kann man mit den Fingern nicht "nachziehen". Aber es reicht um den Spalt zu minimieren, so dass möglichst wenig Luft entweicht, wenn man aufpumpt. Die Schwerkraft (durch waagerechte Position) "hilft" etwas mit, den Reifen ringsrum nahe an der Schulter zu halten.

11. Wenn die Unterseite gut und möglichst nahe der Felgenschulter positioniert ist (einmal ringsrum ertasten) eine CO2-Patrone in die CO2-Pumpe und in das (immernoch waagerecht liegende Laufrad) reinjagen.

12. Eine Patrone reicht um die lose Seite auf die Felgenschulter zu "ploppen". Mit Standpumpe nachpumpen und Milch verteilen.


Die meisten Tubelessfahrer haben ihr Tubeless ja schon längst. Ich hatte allerdings eine extrem lose Reifen-Felgen-Kombination und keinen Kompressor zur Hand. Bei vielen Tubless-OPs wird oft stillschweigend vorausgesetzt, dass man zu Hause einen Kompressor der 300-EUR-Kategorie oder mehr hat. Die Tankstellenkompressoren haben bei mir nichts genützt.
Auch habe ich mich geweigert zu unterfüttern, und hatte ebenso weing Lust ausgerechnet für Tubeless einen Schlauch zu verwenden (Ghetto-Tubeless).
 

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mr.gould

Guest
Prima, Gratulation! Sehr schöne Beschreibung & Methode (ohne Schlauch u. Schaum) :daumen:

Werde ich genauso bei meinen Reifen vornehmen.

Evtl. könnte man ja die eine Seite mit starkem Klebeband fixieren um ein Abrutschen zu vermeiden. Vielleicht ja auch um die lose Mantelseite wieder auf die Felge zu ziehen (bevor man die Luft ablässt fixieren)?
 

Pimper

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Alles probiert. Ich habe zwei Tankstellen eingeschäumt, ich habe einige Hundert Meter Tape verbraucht. Bringt alles nix. Am Ende half nur Gefühl in den Fingern und sich in die Lage eines Reifens und einer Felge versetzen können...^^

Der Reifen rutscht nicht so leicht von der "festen" Seite, wie es sich aus der Beschreibung vielleicht rausliest. Man kann da schon etwas fummeln und kneten. Wollte aber betonen, dass das Ganze nur geht, wenn eine Seite wirklich dicht auf der Schulter sitzt. Sonst reicht eine CO2-Patrone nicht.

Auch muß das Laufrad in den jeweils beschriebenen Positionen gehalten werden (erst senkrecht hängend dann waagerecht) sonst bilden sich Spalte, die die Luft später rauslassen...

Viel Glück ! :daumen:
 
M

mr.gould

Guest
Bin schon am kneten.. der eigenen Speckröllchen. :heul:

Wie ist das neue Fahrgefühl denn so?
 

Pimper

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Wie ist das neue Fahrgefühl denn so?
Weiß noch nicht. Muss ich noch ausprobieren. :D

Aber ich denke nicht, dass ich was merken werde. Bin jetzt eine ganze zeitlang nicht mit dem Fatbike gefahren, d.h. mir wird der unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleich fehlen. Aber das Bike ist 620 g leichter und es wird wohl leichter rollen.
 
M

mr.gould

Guest
620g! :eek: :lol:
Glaub ich nicht das Du es nicht merken wirst; spätestens am Berg dann.
 

BigJohn

Doktor der Bierologie
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Gestern hab ich bei meinen gelochten Singlewalls den Vorderreifen gewechselt, weil bei dem eckigen Profil nicht viel mit Kantengrip war. Ich bin bislang mit Ghettotubeless gefahren, Schlauch und Reifen waren an der Überlappung richtig schön miteinander verklebt. Dummerweise musste die Verbindung lösen und mit den neuen Pellen hats nicht mehr geklappt :( Bei mir funktioniert das pro Schlauch immer nur einmal (Hinterrad ist schon länger gescheitert). Sollte ich nochmal einen Versuch starten, werde ich mehr Schlauch Überstehen lassen...
 
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Nachdem ich es schon ein paar mal im On One-Thread angekündigt hatte, hier meine Variante wie ich meine LRS auf schlauchlos umgerüstet habe:

Materialien waren:
  1. Schere
  2. Klebeband. Ziemlich egal welches
  3. Teppichmesser
  4. Schraubenzieher oder irgendetwas anderes halbwegs Rundes
  5. Reifenheber
  6. 20" Schlauch, ich hatte den Schwalbe SV7C
  7. Dichtmilch, z.B. die Stans No Tubes Milch
  8. Schaumstoff. Ich hatte noch etwas von dem Schaumstoff übrig, den man unter Laminat legen kann. Schön wäre wohl geschlossenporiger Schaumstoff, wenn man den hat. Der behält die Höhe besser.
  9. Seife
  10. Pinsel
  11. Kleine Schüssel für die Seifenlauge
  12. Die Sache wird auch unheimlich erleichtert, wenn man eine Felge und Reifen besitzt :) Bei mir war das die On One Felge vom Fatty und Surly Nate.


Zuerst habe ich den Reifen mit Schlauch aufgezogen und bei Seite gelegt, damit der Reifen etwas Form bekommt. Bei mir war das aber nur eine viertel Stunde oder so. Braucht also nicht ewig lange. Ein Foto davon braucht's eigentlich wohl nicht, aber der Vollständigkeit halber :)



Damit der Reifen sich gut aufpumpen lässt, benötigt meine On One-Felge einen Schaumstoff-Unterbau. Dazu habe ich den 5mm starken Schaumstoff in 5,5cm breite Streifen geschnitten. Insgesamt braucht man ca. 1,80m:



Die Streifen verbindet man mit dem Klebeband:



Klebt den Streifen dann in der Felge zu einem Ring zusammen:



und macht ein Loch fürs Ventil:



Dann schneidet man den Schlauch sauber in der Mitte auseinander (Beim Schwalbe war dort wie eine "Naht" oder so, an der man die Mitte gut erkennen konnte) und macht ihn schön sauber, damit das Talkum weg ist:



Dann wird der Schlauch auf die Felge aufgezogen. Der passt gerade so rein, man muss hier also etwas Geduld haben, damit der Schlauch genau sitzt:



Nun den Reifen aufziehen. Durch das erhöhte Felgenbett geht das kaum ohne Reifenheber. Damit alles etwas besser flutscht und der Schlauch sich nicht auf der Felge verschiebt, habe ich hier schon ein wenig mit Seifenlauge "geschmiert". Wenn man der Sache traut, kann man auch direkt die Milch rein tun. Bei mir waren das ca. 170ml (eigentlich 170g, aber der Unterschied dürfte nicht so entscheidend sein :) ). Wenn der Reifen drauf ist überall kontrollieren, dass der Schlauch auch noch überall ordentlich sitzt:



Dann schön mit Seifenlauge einpinseln:



und auf ca. 0,7 bar aufpumpen. Bei mir ging das auf beiden Felgen problemlos und gemütlich sogar mit einer Standpumpe. Dafür ist aber der Unterbau in der Felge sehr wichtig! Das Resultat sollte dann so aussehen:



Damit die Milch sich verteilt den Reifen gut schütteln und drehen. Wenn man möchte kann man auch noch seitlich auf den Reifen drücken, um die Dichtheit zwischen Reifen und Schlauch zu erhöhen bzw. den Dichtprozess zu beschleunigen. Ich habe dazu den Reifen auf den Tischrand gelegt und mich mit der Hand und vollem Gewicht darauf abgestützt:



Knackpunkte, auf die man achten sollte:
  • Der Schaumstoffunterbau muss hoch genug sein. Nur dann lässt sich der Reifen gut aufpumpen.
  • Den Reifen nicht unnötig hart aufpumpen. Ich hatte bei meinem ersten Versuch 2 bar drauf gemacht, damit sich alles schön "setzen" kann. Das ist nicht nötig und hatte zur Folge, dass sich das Schaumstoffbett gesetzt hatte. Als der Reifen dann - noch ohne Milch - langsam die Luft verlor, konnte ich den Reifen sogar mit Kompressor nicht mehr aufpumpen.
  • Da man beim Positionieren des Schlauches sehr genau arbeiten muss, wäre es vielleicht besser einen Schlauch zu nehmen, der etwas mehr Breite hat.
Bis jetzt habe ich eine Testrunde von ca. 45 Minuten und eine Tour auf typischen Pfälzerwald-Trails damit gemacht. Gefahren bin ich zwischen 0,5 und 0,7 bar. Ein ganz klein wenig Schaum konnte man an der Felge noch sehen. Aber das passiert sogar bei manchen Tubeless-Felgen bei "normalen" Rädern. Druckverlust konnte ich aber zumindest im Zeitraum von einigen Stunden keinen feststellen.

Bin guter Dinge, dass das alles soweit gut hält. Morgen gibt's die nächste Tour mit dem Fatty :)

Gruß, Tom
 
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tommybgoode viel Dank für deine Mühe - so, oder sehr ähnlich hatte ich es auch probiert. - Leider erfolglos.

Der Unterschied, den wir beide in der Vorgehensweise haben ist der, dass ich den aufgeschnittenen Schlauch nicht zwischen Felgenhorn und Reifen haben möchte. Hatte ihn damals passend geschnitten, damit er nur abdichtet und nicht die eh schon geringe Klemmkraft im Felgenhorn noch weiter minimiert.

Ich bin gespannt auf deine Langzeiterfahrung. Hast du mal mit 0,4-0,5 Bar probiert?

 
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30. Juli 2008
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Ich bin gespannt auf deine Langzeiterfahrung. Hast du mal mit 0,4-0,5 Bar probiert?
Ist natürlich noch keine Langzeiterfahrung, aber die Tour heute lief absolut problemlos mit 0,5 vorne und 0,6 hinten. Weniger möchte ich glaube ich auch nicht. Aber wenn man nur 60 Kilo oder so wiegt, wäre das bestimmt auch möglich. Schaumbläschen an der Seite waren jetzt auch gar keine mehr. Wüsste nicht was da jetzt noch groß schief gehen könnte.
 
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Hallo zusammen
Ich möchte auch kurz Auskunft geben zu meiner Vorgehensweise:
Marge Lite mit Nate waren die Ausgangsbasis, Milch von Notubess, Ventile von Mavic.
Oranges Felgenband habe ich belassen, darüber 2 Lagen gelbes Tesa Gewebe-Band, das bringt das orange Band besser zum leuchten.
Die Nahtstelle der überlappenden Tesa-Lagen habe ich nochmal separat abgeklebt.
Danach Pneu gut mit Bremsreiniger gesäubert und von allfälligen Wachsspuren gereinigt, speziell gut an den Flanken aussen.
Jetzt den Pneu in die Felgenmitte gelegt, mit einem Spannset leicht vorgespannt und über das neu eingesetzte Tublessventil (ohne Einsatz), mit 8 Bar Kompressor-Druck reingepustet......der Reifen hat nach etwas nachhelfen und nochmal lösen und spannen, sofort Luft aufgenommen.
Bei ca. 2 bar hat es "geploppt". Seither sitzt der Pneu im Felgenrand, genau so, wie bei jeder anderen Tublessfelge ....prima.
Probefahrt mit ca. 0.8 bar absolut problemlos, werde mich bis 0,6 bar herantasten, darunter gefällt mir das Fahrverhalten sowieso nicht mehr.
Das Fahrgefühl ändert sich enorm, viel spritziger im Antritt....das Fahrgeräusch hat sich auch verändert, durch den grösseren Resonanzraum dröhnt es auf Asphalt ein wenig.
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