Große Brenta-Runde -TOURBERICHT

TAG 4 Riva - Molina di Ledro

Der Wetterbericht ist recht eindeutig: Heute wird es nass :rolleyes:

Schon auf dem Weg von unserer Unterkunft zur Ponale beginnt es heftig zu schütten. Wir flüchten in eine der mit Sonnenmarkisen geschützten Bars am Piazza Tre Novembre und schlürfen einige Getränke, aber es hilft nix.
Von Zeit zu Zeit kommt eine Servicekraft und schiebt mit einem Besen die bedrohlich durchhängende Markise nach vorne aus und das angesammelte Wasser ergießt sich mit einem sehenswerten Schwall auf das Pflaster.

Auf dem Platz hat sich eine große Ansammlung von teueren Sportwagen aufgestellt. Die offenkundig von sich selbst und ihren Autos begeisterten Piloten lassen immer wieder ihre spritsaugenden Dreckskarren aufheulen, so dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht :mad:

Wir ziehen endgültig unsere Regenrüstung an und setzen uns Richtung Ponale in Bewegung.

Riva mal ganz anders als auf den Postkarten :)

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Im Hotel San Carlo in Molina di Ledro ist noch ein Zimmer frei und so beenden wir den Radltag schon nach rd. 15 km und rd. 700 HM

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Mensch und Ausrüstung können in Ruhe trocknen, Wäscheservice haben wir mit dem Junior-Cheffe auch klar gemacht und wir freuen uns auf trockene und wohlriechende Klamotten am nächsten Morgen.

Gegen Nachmittag hört sogar der Regen auf und wir geniessen den formidablen Ausblick von unserem Balkon auf das Ufer und steinezitliche Pfahlbauten mit Reetdach...

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...und den schönen Ledrosee.

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Prost :)

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TAG 5 Molina di Ledro - Albergo Brenta

Der Wettergott hat uns noch mal 2 Tage Verschnaufpause gewährt, bevor eine große Kaltfront endgültig die Regie übernehmen wird. Die Luft ist sehr klar nach dem ausgiebigen Regen und die Temperaturen sind etwas nach unten gerutscht.

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Auf die Frage nach unserer Wäsche herrscht etwas Ratlosigkeit an der Rezeption, der Junior-Cheffe ist nicht im Dienst. Ich mache mich selber auf die Suche im Heizungsraum, wo mir der charakteristische Geruch von über mehrere Tage vollgeschwitzten und wieder angetrockneten biker-Klamotten in die Nase steigt.
Im aufkeimenden Gefühl der Verzweifelung hoffe ich noch kurz, dass die Textilien auf der Wäscheleine nicht von uns sind. Aber als ich mein Trikot und mein hässliches Stirnband wiedererkenne, wird es zur Gewissheit: Cheffe hat anscheinend TROCKNEN anstatt WASCHEN verstanden. Wir werden heute nicht fein riechen :D

Umgeben von großen Fliegenschwärmen geht es am Ufer des Ledrosees bis nach Pieve di Ledro und weiter nach Tiarno di Sotto...

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...wo in Recht angenehmer Steigung der Anstieg zur Bocca Giumella beginnt.

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Der Monte Cadria in bereits recht herbstlicher Stimmung...

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...und gegenüber die vollständig bewaldeten Gardaseeberge Richtung Tremalzo.

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Am Passübergang genießen wir die wärmende Mittagssonne und machen erst mal Brotzeit.

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Mit vielen Tiefblicken in das Valle del Chiese queren wir am Kamm entlang...

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...auf einem schönen trail nach Norden zur Malga Ringgia.

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Auf die mail gibt es keine Rückmeldung, du musst anrufen. Auf Englisch geht das aber nur so holprig, dass man sich nicht wirklich sicher ist, ob die Reservierung tatsächlich geklappt hat...
Wir waren jetzt das dritte Mal da, es war jedesmal holprig, aber hat doch immer geklappt.
Da hatte ich wohl vor 4 Jahren den richtigen Ton getroffen, ich hatte Antworten auf meine Mails 8-)

Deine Touren sind immer wieder ein Genuss und machen Lust aufs Nachfahren. Wird Zeit das die Rente kommt :), dauert aber schon noch ein wenig. :)
 
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Von der Malga Ringia geht es runter zum Talboden des Valle del Chiese und dann immer nach Nord-Osten über Bondo und Tione di Trento.

Hinter dem kleinen Weiler Pez...

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...geht es dann nach Norden ins Val Algone.

Liebevoll geschmückte Madonnenstatuette in einer natürlichen Felsnische mit Leiterzustieg :)

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Eingerahmt von steilen Felsen zur Rechten und Rio Algone zur Linken geht es immer weiter bergan...

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...bis wir schließlich die Grenze des Naturparks Adamello-Brenta erreichen.

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Ab hier wird's offiziell bärig...

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Eine kleine Kneipp-Anwendung bringt Leben in die müden biker-Füße.

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Es wird immer felsiger, wilder und einsamer...

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...und wir sind froh, nach einem langen Tourentag endlich unsere Herberge für die kommende Nacht zu erblicken: Albergo Brenta

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Genüg Holz ist vor der Hütte...

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Die Kammer ist einfach und zweckmäßig und wir springen beide zügig unter die Dusche. Die Klamotten waren jetzt aber auch wirklich durch...

Verdammt, keine Handtücher im Bad. Aber ist ja auch eine einfache Hütte, vielleicht muss man hier das eigene Handtuch mitbringen :ka:

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Der Wirt klopft und sagt uns, dass wir doch Zimmer 7 haben und nicht 4.
Zimmer 7 ist auch viel schöner und im Bad hat es Handtücher. Das upgrade ist willkommen :p

Vom Balkon kann man einen schönen Blick auf die in der Abendsonne leuchtenden Spitzen der Brenta erhaschen.

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Wir fragen den Wirt natürlich nach den Bären und er erzählt uns, dass sein Sohn vor knapp einer Woche ein stattliches Exemplar keinen Kilometer vom Rifugio entfernt gesehen habe. In der Brenta leben wohl derzeit an die 100 Exemplare :eek:

Auf unsere naive Frage "Was it dangerous?" kommt nur ein lapidares "It's a bear..."

Mit leichtem Schauern denke ich an die Duftspur, die wir beide das Val Algone hinauf gelegt haben müssen. Zum Glück riechen ungewaschene bike-Klamotten nicht nach Honig, sonst wär's spannend geworden :D

57 km und 2.300 HM

Am Ufer des Ledrosee's schön zum Einrollen, angenehemer Anstieg zur Bocca Giumella, spannender Trail zur Malga Ringia, etwas Fleißarbeit im Talboden des Valle del Chiese und wildromantische Bergankunft im Reich der Bären.
 
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TAG 6 Albergo Brenta - Unsere Liebe Frau im Walde

Der Tag beginnt, wie der Gestrige aufhörte: Mit einem schönen uphill in angenehmer Steigung.

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Schon bald verlassen wir den Wald und das Gelände öffnet sich zunehmend in weite Almwiesen und dahinter aufragende Brentatürme.

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Eine wunderschöne Stimmung am frühen Morgen, die Sonne vertreibt die Wolken und den Morgennebel immer mehr.

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Weiter entlang schöner Almwiesen geht es...

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...zur unbewirtschafteten Malga Movlina mit einem imposant langen Stallgebäude.

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Der Gegenhang verhüllt sich etwas in Wolken, lediglich die Gipfelpyramide des rd. 3.500 m hohen Care Alto spitz heraus.

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Eine sehr lieblich anmutende Landschaft...

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...mit tollen Blicken in die Felstürme der Brenta.

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Wir erreichen zuerst den Bärenpass und queren dann hinüber zum Passo Bregn de l'Ors.

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Von hier geht es auf einem schönen trail mit Wahnsinnsausblick hinunter...

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..zum Lago di Valagola.

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Ein echtes Kleinod...

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...in imposanter Kulisse.

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Wir verweilen eine Zeit an diesem schönen Platz und versuchen, möglichst viel von dieser Atmosphäre aufzusaugen.

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Weiter geht es über trails und Forstpisten Richtung Madonna di Campiglio. Wieder eine schöner Ausblick auf die Cascate di Mezzo.

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Parco Naturale Adamello-Brenta: :love:

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Vom Bärenpass bis runter zur Straße sind ja mind. 15 km über Schotter-/Sandpiste. Kann mich auch nach über 20 Jahren noch gut daran erinnern, dass meine Kassette danach so geglänzt hat wie nie zuvor. Schön sandgestrahlt.

Tolle Bilder vom See!
 
Von Madonna di Campiglio und dem ganzen Skizirkus bekommt man relativ wenig mit. Ab dem Passo Campo Carlo Magno geht es erst mal lange bergab...

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...vorbei an der Malga Mondifra und immer weiter bis in den Talboden des Val di Sole.

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Der Plan war eigentlich, zum Rifugio Peller aufzufahren, dort zu übernachten und die Tour mit einem schönen trail hinunter nach Cles abzuschließen. Leider ist für die Nacht und den ganzen morgigen Tag Dauerregen angesagt und so entschließen wir uns schweren Herzens, heute noch bis zum Auto zu fahren.

Direkt am Talausgang des Val di Sole gibt es einen schönen Blick auf den Lago di Santa Giustina.

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Im kleine Dörchen Cagno dann eine Eisdiele mit schönem Seeblick und dem besten Eiscafe meines Lebens :love:

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Weiter geht es durch beschauliche kleine Örtchen im Nonstal. Die Häuser und Straßen sind sehr gut in Schuss, der Apfelanbau ist ein einträgliches Geschäft.

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Ab Fondo beginnt die Kletterei in angenehmer Steigung Richtung Gampenpass.

Blick über nahezu das gesamte Nonstal mit Menedelkamm links und Brenta-Ausläufern rechts.

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Nach der alpinen Umgebung der letzten beiden Tage findet sich hier wieder eine liebliche Mittelgebirgslandschaft.

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Mit schönen Blicken auf die Felsbänder bei Tret und St. Felix erreichen wir wieder unser Auto am Gasthaus Pfitscher.

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82 km und 2.400 HM

Grandiose Kulisse in der Brenta am Bärenpass und an einem der am schönsten gelegenen Bergseen, die ich kenne. Abfahrt nach Dimaro meist auf schmaler Piste mit kleineren Traileinlagen. Dann Fleißarbeit im weniger spektakulären aber durchaus beschaulichen Val di Sole und Nonstal.
 
FAZIT

Durch die späte Jahreszeit und größere Wahrscheinlichkeit von Schneefällen wollten wir weiter in den Süden und auch nicht unbedingt ins Hochgebirge. So wurde es eine klassische Herbsttour in vorwiegend mittleren Lagen mit dem Roen als höchsten Punkt knapp über der Baumgrenze.
Obwohl die hohen und spektakulären Übergänge einer Sommertour fehlen, hat es mit dem Mendelkamm, dem Gardasee und der Brenta-Westumfahrung wirklich schöne Abschnitte, die für Abwechselung und tolles Panorama sorgen.
 
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Da wir wetterbedingt etwas einkürzen mussten, konnten wir noch vier Tage im Karwendel dranhängen. Hier einige Impressionen, für alle, die gerne Bilder schauen ;)

Gaistal

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Gaistal - Igelsee

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Ehrwalder Alm - Seebensee

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Die junge Isar

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Ladizalpe vom Hochalmsattel

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Kleiner Ahornboden

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Karspitzen von der Vereinalm

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit :)
 
Wie immer wunderbarer Bericht, tolle Bilder aus erstklassigen Landschaften ... da wächst der Wunsch, doch sofort loszukommen :daumen:

Vielen Dank!
 
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