Stuntfrosch
Apnoe Biker mit Trail Demenz
Das Beispiel mit dem Motoröl ist ein extremes.Sehr schöner Beitrag.
Kann ich (fast) allem zustimmen.
Nur wahrscheinlich ist er zu lang für die Fraktion „Geiz UND keine Ahnung“.
Ich selber baue keine Laufräder auf (weil ich es nicht kann).
Wohl auch, weil ich persönlich Händler kenne, die es sehr gut können, und die dürfen das bei Bedarf für mich tun. Da weiß ich, was ich bekomme.
Der einzige Punkt, bei dem ich regelmäßig die Krätze bekomme ist jener: „… dieses Gewerbe eben auch stark darüber finanziert werden muss, das man eben an den verkauften Materialien etwas mitverdient.“
Hallo? Geht‘s noch? Ölwechsel in der KfZ-Werkstatt: 5 Liter Motoröl kosten den Endverbraucher 50 Euro, die Werkstatt wahrscheinlich wegen größerer Abnahmemengen weniger. Berechnet wird aber das Doppelte. Plus Arbeitsleistung. Bei sowas fühl ich mich verarscht. Worin besteht die Leistung, der Mehrwert? Die gemachte Arbeit, ok, die Erfahrung, ok, die Zuverlässigkeit in der Ausführung, ok! Für all das zahle ich gerne. Aber das Material?? Das ist für mich wie für die Werkstatt dasselbe. Null Mehrwert. Dafür einen höheren Preis abzurechnen finde ich nicht nur frech, sondern auch unmoralisch.
Das Beispiel kannst du auf alle Dienstleistungsbereiche übertragen, also auch auf Fahrradwerkstätten. Es begegnet einem immer wieder. Schlauchwechsel am Trekkingrad der alten Frau: Arbeitsleistung 20 Euro, Schlauch 10 Euro! Dabei kostet der Schlauch den Händler keine 5 Euro. SSD am Notebook tauschen? Arbeitsleistung für Öffnen, Tauschen und wieder Schließen plus doppelter Marktpreis für den Speicher. Passiert jeden Tag. Sowas finde ich einfach nur unseriös.
Es ist doch schon auch so: viele Händler und Werkstättenbetreiber leben von der Unwissenheit ihrer Kunden. Sie berechnen diesen neben ihrer Arbeitsleistung Preise für Materialien, von denen sie annehmen können, dass die Kunden die wirklichen Preise und vor allem die Preisvergleiche nicht kennen. Diese Unwissenheit bzw. „Dummheit“ der Verbraucher ist sozusagen Konzept der wirtschaftlichen Kalkulation und „eingepreist“ bzw. wird zum eigenen Vorteil ausgenutzt. Und da beginnt es für mich, unseriös zu werden.
Da ich mich aber ungern von jemandem für blöd verkaufen lassen möchte, der von meinem Geld auch seine Miete oder Angestellten bezahlt, halte ich es so: ich sage meinen guten Händlern vorab, dass ich sie gerne für ihre Erfahrung und Arbeitsleistung bezahle, nicht aber für „Aufpreise“ beim Material.
Es gibt nun Händler, die akzeptieren das und andere, die reagieren angepisst.
Du darfst nun raten, welche Händler mein Geld bekommen.
Aus eigener Erfahrung (kleiner Handwerksbetrieb ohne im Verdacht zu stehen reich zu sein) : Die Kalkulation ist eine Mischkalkulation. Wenn man nur mit Fremdmaterial arbeitet muss die Arbeitsleistung teurer werden. Was am Ende hängen bleibt, davon machen sich die Wenigsten ein Bild.
@HorstMaria du hast meine Gedanken in schönere Worte gekleidet


