Nochmal zur Oberflächenbeschichtung von Stahrahmen.
Habe mich mit dem Thema auch intensiv beschäftigt und viel Kontakt zu diversen Rahmenbauern im In- und Ausland gehabt, da ich mir (wenn ich mal groß bin) auch unbedingt einen (Custom-)Stahlrahmen zulegen möchte.
Dabei gibt es Rahmenbauer, die Kunststoffbeschichtungen rundweg ablehnen. Dies aus ästhetischen und gestalterischen Gründen, aber auch technologisch begründet:
Die Pulverbeschichtung ist eigentlich "nur" ein Kunststoffüberzug. Wird die Kunststoffbeschichtung allerdings beschädigt und unterwandert, kommt es zu verdeckter Korrosion, weil unter der Schicht in der Regel blankes Metall liegt. Die einzige Möglichkeit dies zu verhindern wäre eine vorherige Verzinkung.
Der Lack dagegen, baut sich mindestens aus Grundierung und Deckschicht auf; dieser Minimalismus gilt aber nur für Baumarktbikes. Eine gut gemachte Lackierung für das Stahl-MTB beginnt mit der Oberflächenbehandlung (Strahlen, Bürsten, ...), dann kommt die Grundierung (Kathodischer Tauchlack oder/und Epoxy-Primer), mindestens eine Farbschicht und mehrere Klarlackdurchgänge. Was noch unbedingt dazu gehört, ist der Korrosionsschutz innen.
Don Trailo hatte ja schon darauf hingewiesen, dass sich dadurch schon ein bemerkenswerter Prozentsatz an den gesamten Herstellungskosten aufbauen kann.
Daher kann man nicht erwarten, dass z.B. ein Sobre Dad Rahmen für 400 EUR (der mir aber gut gefällt) in diesem Punkt etwas für die Ewigkeit ist.
Wie immer also alles eine Frage der Bedürfnisse und des Geldbeutels - und zwar sowohl für Hersteller, als auch für Endkunden.