Wann kommt das Abo-Modell beim Fahrrad?

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Wer sich in letzter Zeit mit Neuwägen, vor allem von deutschen Herstellern beschäftigen musste wird gemerkt haben, dass man inzwischen viele Funktionen als Abo zusätzlich buchen kann. In der Breite bekannt wurde das schon vor längerer Zeit durch BMW und das Sitzheizungs-Abo. Aber auch bei Mercedes z. B. kann man 3° mehr Lenkeinschlag zubuchen, bei VW z. B. mehr Motorleistung. Alles monatlich bezahlbar oder einmalig lebenslang (also 7 Jahre). Tesla konnte zum Beispiel bei einem Hurrikan die Batterie via Over-The-Air-Update kurzzeitig erweitern, damit die Nutzer das Katastrophengebiet verlassen konnten. Aber auch andere Sachen sind möglich, z. B. Stilllegung des Autos bei Nichtzahlung der Raten.
Jetzt frage ich mich: wann kommt das beim Fahrrad? Sattelstütze, Fahrwerk, Schaltung sind ja bereits elektronisch, Akku sowieso. Man könnte für 3,99 € im Monat schnelleren Sattelhub buchen. Bei der Schaltung wäre (wie bei Druckern) eine Deckelung der Schaltvorgänge denkbar, sagen wir 1000 im Monat. Weitere Schaltvorgänge müsste man dann extra buchen. Beim Fahrwerk könnte man gegen Aufpreis 20 mm mehr Federweg oder zusätzliche Funktionen abonnieren. Beim Akku wäre es am einfachsten, man bekommt 400 Wh als Basis und kann dann jeweils weitere Wh für einen begrenzten Zeitraum zusätzlich kaufen. Ginge natürlich auch mit Motorleistung.
Momentan hat es die Fahrradbranche ja sehr schwer, also wie immer, aber denkt ihr, dass man versuchen wird, bei der nächsten Hochphase diese Dinge dem Konsumenten schmackhaft zu machen oder aufzuzwingen?
 
Hilfreichster Beitrag geschrieben von hardtails

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Du solltest direkt als Ideengeber in der Industrie anfangen @Prego150

Ansonsten bleiben wohl die Fahrzeuge fürs Proletariat, sowohl Fahrrad als auch Auto, noch eine Weile von derlei Quatsch verschont.
 
Ansonsten bleiben wohl die Fahrzeuge fürs Proletariat, sowohl Fahrrad als auch Auto, noch eine Weile von derlei Quatsch verschont.
Der Zug ist abgefahren, die Abo's sind bei den meisten neueren Autos schon drin. Auch bei VW, oder Opel, egal ob elektrisch oder Verbrenner. Viele Funktionen sind 3Jahre kostenlos, dann Abo, oder verzichten.
 
Beim Akku wäre es am einfachsten, man bekommt 400 Wh als Basis und kann dann jeweils weitere Wh für einen begrenzten Zeitraum zusätzlich kaufen.

Die kWh wiegt ~4 kg plus Gehäuseanteil zusätzlich, vermutlich steigen potentielle Interessenten dann einfach auf Konkurrenzprodukte um, welche komplette Kapazitätsfreigabe bei geringem realem Gewicht zum Standard küren.

Man könnte für 3,99 € im Monat schnelleren Sattelhub buchen. Bei der Schaltung wäre (wie bei Druckern) eine Deckelung der Schaltvorgänge denkbar, sagen wir 1000 im Monat. Weitere Schaltvorgänge müsste man dann extra buchen. Beim Fahrwerk könnte man gegen Aufpreis 20 mm mehr Federweg oder zusätzliche Funktionen abonnieren.

Zum Glück bei Konzepten, welche den Tausch von Komponenten in Minuten ermöglichen, recht witzlos.

Chinas Hersteller freuen sich dann über reißenden Absatz bei Konkurrenzprodukten zu den big Playern (bspw. Wheeltop, welche noch dazu konfigurierbare Ritzelanzahl bereitstellen mit nur einem Schaltwerkmodell).

Bei KFZ ist es recht schwierig, den Motor in fünfzehn Minuten samt Steuergeräten und Anbindung auszutauschen, wenn der Hersteller den Zugriff auf Konfigurationsmerkmale wie Leistung abonnementabhängig gestaltet. Und eine Aftermarket-Sitzheizung kostet wiederum extra, zudem Zeit zum Einbau - somit für Käufer in der Preisrange dieser Fahrzeuge abonnementseitig weniger "Aufwand". Wird häufig geschluckt, auch, wenn kein Kunde begeistert ist.

(Bei einigen Pedelec-Motorkits der big Player wiederum hängen die Fahrradhersteller im "Abo" fest, da die Mindestabnahmemengen für den weiteren Bezug der E-Komponenten recht hoch sind und somit den Profit des Motorenherstellers gewährleisten. Am Ende schlägt sich das auch auf den Kaufpreis drauf.

Dazu kommen proprietäre Aufnahmeschalen im Hauptrahmen, welche den Kunden bei Defekt zwangsläufig an den Motorenhersteller binden. Dies sind gleichermaßen die Wahlfreiheit der Kunden unterwandernde Konzepte.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Zug ist abgefahren, die Abo's sind bei den meisten neueren Autos schon drin. Auch bei VW, oder Opel, egal ob elektrisch oder Verbrenner. Viele Funktionen sind 3Jahre kostenlos, dann Abo, oder verzichten.
Hast du mal geschaut was diese neuen Autos kosten?

Da sehe ich Manni vom Bau und Kathi von der Kasse nicht jubelnd zum Händler rennen.

Mich auch nicht.
 
Zum Glück bei Konzepten, welche den Tausch von Komponenten in Minuten ermöglichen, recht witzlos.
Nicht, wenn diese Komponenten an das Steuergerät gebunden werden. Das wäre eine notwendige Maßnahme, um das Abomodell zu realisieren.
Man könnte bei Ebikes ein ABS Abo realisieren.
Da befürchte ich eher, dass per Gesetz ABS bei allen Zweirädern vorgeschrieben wird. Das ist genauso gut, wie das Abo-Modell.

Auch wenn ich es nicht hoffe, fürchte ich doch, dass das Abo-Modell in irgendeiner Form kommen wird. Vielleicht nicht so, wie der TE beschrieben hat, aber irgendelche Funktionen, die nur gegen Bezahlung eine gewisse Zeit verfügbar sind, kann ich mir schon vorstellen. Man lockt die Leute mit günstigen Angeboten und wenn die Abhängigkeit mal da ist, kassiert man ab…
 
Ich kenne nur Abonnements für Zeitschriften und Handyspiele. Alles andere ist mir suspekt.
Allerdings wäre ich dafür das man für Blinker ein Abo einführt. Dann brauch man die in 90% der Autos nicht mehr einbauen (Produktionskosten sparen!) und ein paar Gewillte können sie sich die für 29,95 pro Monat dazubuchen 8-)
 
in 90% der Autos nicht mehr einbauen (Produktionskosten sparen!)
Du hast das Prinzip der Abos nicht verstanden?
Die Karren sind voll ausgestattet, man kann es nur nicht nutzen, wenn das Abo nicht bezahlt ist. nix sparen
Und da jetzt jedes Auto eine SIM-Karte hat und online ist (danke Notrufassistent) kann der Hersteller bestimmen, was Du nutzen kannst und was nicht.
Was glaubst, warum Oltimer so im kommen sind? 🖕
 
ist doch eine Marktlücke, beim Ebike den Turbo nur in den Monaten abonnieren in denen gefahren wird, Umsatzplus in den Sommermonaten, dafür nix im Winter. Mit dem unterschiedlichem Nutzungsprofil Fahrrad zu Auto ist der Business-case nicht ertragsstark genug.
 
ist doch eine Marktlücke, beim Ebike den Turbo nur in den Monaten abonnieren in denen gefahren wird, Umsatzplus in den Sommermonaten, dafür nix im Winter. Mit dem unterschiedlichem Nutzungsprofil Fahrrad zu Auto ist der Business-case nicht ertragsstark genug.

das ist aber ein ganz schlechtes geschäft, bekanntlich nutzt den niemand.
man fährt maximal eco um das zusätzliche gewicht auszugelichen.
 
Und wenn du das Abo nicht verlängerst wird das Bike dann ab 0:00 Uhr 5kg schwerer! 😅

Aber da es bekanntlich 98% der Nutzer egal ist (weil nach entsprechenden Berechnungen irrelevant) würde sich damit ja kein Geld verdienen lassen. 🤔
 
Nicht, wenn diese Komponenten an das Steuergerät gebunden werden. Das wäre eine notwendige Maßnahme, um das Abomodell zu realisieren.

Das wird meist über die proprietäre Abhängigkeit gelöst.

Shimano, Bosch, Pinion usw. Aufnahmeschale im Rahmen = kein Umstieg auf Fremdhersteller möglich (mit diesem Rahmen - ohne Umschweißen - und dank schlechter Verfügbarkeit der Aufnahmeschalen für Kunden schwerlich möglich).

Gleiches für Akkusysteme bei Shimano und Bosch bspw.
Bidirektionale Kommunikation, nicht einfach ersetzbar durch Fremdmodelle. Akkukapazität nach 5+ Jahren erschöpft? Premiumaufpreis für kompatiblen Ersatz.

Der Akku selbst ist simpel und durch Fremdprodukte ersetzbar, doch ohne Kommunikation = Steuergerätezertifikation läuft das System nicht.

Dito für elektrische Schaltungen. E-Tube genutzt? Integration von Drittsystemen nicht einfach möglich.

Die Abhängigkeit ist demnach schon vorhanden, nur statt monatlichem Abonnement auf den Wiederkauf mit Herstellerbindung ausgelegt.
 
Nicht, wenn diese Komponenten an das Steuergerät gebunden werden. Das wäre eine notwendige Maßnahme, um das Abomodell zu realisieren.
Man muss es eben nur verkaufen können. Technisch ist das problemlos möglich, bei diversen Elektronikherstellern (Apple z. B.) kann ja erkannt werden, ob der Akku oder die Festplatte von Apple (also erlaubt ist) oder nicht. Sogar bei Ladegeräten oder Kabeln.
Man begründet dann den nicht möglichen Austausch von Sattelstütze/Gabel/Motor/Akku/Schaltung mit "Sicherheit" und fertig.
 
Bei der Schaltung wäre (wie bei Druckern) eine Deckelung der Schaltvorgänge denkbar, sagen wir 1000 im Monat.
Das ist so diabolisch, das gefällt mir :D

Dachte zuerst an sowas wie bei einem steilen Anstieg "Das dein Abo für das größte Ritzel ist ausgelaufen! Du kannst es jetzt für 4,99 oder 250 SRAM-Coins dazubuchen." Aber direkt zu sagen "du hast diene Schaltvorgänge aufgebraucht" ist natürlich noch gemeiner >:-)

Generell sehe ich aber definitiv auch das missbrauchspotential von elektrischen Komponenten am Rad ("Hilfe, seit dem letzten Softwareupdate funktioniert meine Bremse nicht mehr!"). Ich persönlich bleibe da standhaft und lasse nur mechanische Teile ans Rad (außer Tacho und Licht). Wenn man sich die Entwicklung der Technologie in den letzten Monaten und Jahren anschaut, ist es allerdings nicht auszuschließen, dass sowas auch auf uns zukommt 🤮
 
Nicht, wenn diese Komponenten an das Steuergerät gebunden werden. Das wäre eine notwendige Maßnahme, um das Abomodell zu realisieren.

Da befürchte ich eher, dass per Gesetz ABS bei allen Zweirädern vorgeschrieben wird. Das ist genauso gut, wie das Abo-Modell.

Auch wenn ich es nicht hoffe, fürchte ich doch, dass das Abo-Modell in irgendeiner Form kommen wird. Vielleicht nicht so, wie der TE beschrieben hat, aber irgendelche Funktionen, die nur gegen Bezahlung eine gewisse Zeit verfügbar sind, kann ich mir schon vorstellen. Man lockt die Leute mit günstigen Angeboten und wenn die Abhängigkeit mal da ist, kassiert man ab…
Ja und eine jährliche Hauptuntersuchung für die Sicherheit.
Da kommt dann ein Graukittel und nörgelt an der Karre rum. Lenkergriffe sind porös, Simmerringe an der Gabel undicht, Profiltiefe zu gering (am Rennrad), Riss im Sattel, sämtliche Reflektoren und Klingel fehlen :daumen:
 
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