Hi Andy,
ich glaube, Dein Interesse ist eher generell, oder?
Profi im Radsport ist eine sehr heftige Sache! Idealerweise beginnt man schon im Jugendbereich mit intensivem Ausdauertraining. Das alleine kann schon mehrere Jahre dauern, damit eine optimale Grundlage für das spätere intensive Kraftausdauertraining gelegt wird.
Im Normalfall kann man davon ausgehen, dass man bis zu 10 Jahre organisiertes Training braucht, um bei entsprechender Begabung in die Topkreise des MTB-Sports vor zu stoßen. Es gibt Ausnahmefälle wie z.B. Sabine Spitz, die erst mit 24 Jahren angefangen hat. Aber auch die ist ja erst seit höchstens 1,5 Jahren so richtig erfolgreich - und ganz sicher nicht reich davon geworden.
Organisiertes Training basiert auf regelmäßigen Leistungstest und dem disziplinierten Befolgen von Trainingsplänen. Dabei geht es überhaupt nicht darum, voller Ehrgeiz mit ungeheuren Kilometer-Distanzen um sich zu werfen. Du musst vielmehr aufgrund Deiner individuellen Werte Deine Stärken und noch vielmehr Deine Schwächen trainieren. Grundlage dafür sind Zeitdauer, Puls- und Laktat- und neuerdings Wattwerte.
Es ist eine absolute Plackerei, die viel Disziplin verlangt. Ich seh es bei meiner Frau! Die ist keine Profi-, aber Lizenz-Fahrerin und trainiert genauestens nach Plan, betreut vom Medico-Sport-Institut in Essen. Zwei freie Abende in der Woche!
So, und wenn Du das alles durchhältst und dann bei Rennen auch noch sehr gute Ergebnisse erzielst, fällst Du vielleicht jemandem auf, oder Du musst überall Klinken putzen.
Mit 26 Jahren im Männerbereich ist der Zug für eine Rennfahrerkarriere längst abgefahren. Es sei denn, man käme aus einer artverwandten Ausdauersportart. Z.B. zieht der ehemalige mehrfache Deutsche Meister im Ski-Langlauf, Thomas Kopplin, seine Senioren 2 Gegner reihenweise deutlichst ab, allerdings in der Hobbyklasse. In der Lizenz-Klasse sähe es auch für ihn schon wieder ganz anders aus.
Ich z.B. trainiere jetzt seit drei Jahren und werde gegen meinen Schwager, der 7 Jahre älter ist und seit 15 Jahren Rennen fährt, nie auch nur den Hauch einer Chance haben.
So ist das eben. Man muss realistisch sein. Es ist auch schön, sich einfach so einem Verein anzuschließen und die Vorteile (z.B. Versicherung) zu genießen. So stärkst Du gleichzeitig auch noch die Rolle des MTB-Sports in der Breite.
Wenn Du Dir mal ein Bild von der Rennszene machen willst, dann schau Dir doch mal ein NRW-Cup-Rennen an. Das Nächste ist das von uns ausgerichtete Finale in Wetter/Ruhr am 17.8. . Dort kannst Du sehen, wie es zur Sache geht.
Beste Grüße!