Wie soll das Vorderrad einem Hinderniss denn seitlich ausweichen, wenn nicht dadurch, dass es sich mehr neigt als der Rest des Rades? Woher die im Artikel beschriebenen "seitlich einwirkenden Kräfte" kommen sollen ist mir auch nicht klar!?
Durch den erwünschten Torsionsflex macht das Vorderrad sozusagen eine ausweichende Lenkbewegung, obwohl der Lenker diese Bewegung nicht vorgibt. Bei Vollgas durch ein grobes Steinfeld z.b. könnte kein Fahrer entsprechend schnelle Lenkbewegungen machen, bei einer unendlich steifen Gabel hätte das bei einem entsprechend großem Stein den Abflug über den Lenker zur Folge. Durch den seitlichen (horizontalen) Flex lenkt die Gabel, übertrieben gesagt selbstständig durch das Steinfeld.
Die dritte Brücke soll dagegen verhindern, das z.B. wenn sich der Fahrer in eine Rechtskurve legt, die linke Gabelseite stärker einfedert als die rechte, und so sich sozusagen das Vorderrad stärker in die Kurve legt als der Rest des Fahrrads (vertikaler Flex). Denn dies hat ein schwammiges Fahrgefühl und ein Verkanten der Gabel zur Folge.
Die Emerald könnte, wenn es denn funktioniert, die Vorteile von USD und "normalen" Gabeln vereinen. USD Gabeln lassen, bei großer Bremssteifigkeit, dennoch einen guten Torsionsflex zu, neigen aber dazu auf beiden Seiten unterschiedlich weit einzufedern. Normale Gabeln federn zwar logischerweise immer gleichmäßig weit ein, habe aber i.d.R. das Problem das sie entweder komplett Steif (gute Bremssteifigkeit, schlechter Torsionsflex), oder komplett weich (schlechte Bremssteifigkeit, guter Torsionsflex) sind, bzw irgeneinen Kompromiss darstellen.
Funktioniert die dritte Brücke der Emerald könnte sie die erste Gabel mit gutem Torsionsflex, guter Bremssteifigkeit und gleichmäßigem Einfedern sein. Ich hoffe das war einigermaßen verständlich.