etrex30 Bewertung bitte um Meinungen !

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16. April 2011
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Ort
Frankfurt a.M.
Hallo zusammen,
ich möchte mir das etrex30 zulegen. Allerdings bin ich ein wenig verunsichert nachdem ich bei Amazon diese Bertung gelesen habe ob dies auch nach fw2.73 noch bestehende Mängel sind !?

Danke für Eure Hilfe !!!


Von
[ame="http://www.amazon.de/gp/pdp/profile/A17IR8I1KOEML6/ref=cm_cr_pr_pdp"]Homer J. Simpson[/ame] - [ame="http://www.amazon.de/gp/cdp/member-reviews/A17IR8I1KOEML6/ref=cm_cr_pr_auth_rev?ie=UTF8&sort_by=MostRecentReview"]Alle meine Rezensionen ansehen[/ame]


Rezension bezieht sich auf: Garmin GPS Handgerät eTrex 30, schwarz/grau (Elektronik)


- 1h im Stillstand (Fahrrad steht still) ergeben gelegentlich mal ~10km auf dem Odometer, ich hätte erwartet das ein dedizierter GPS-Empfänger vom Marktführer hier besser als ein Smartphone für 1/3 des Preises ist und keine "Wegpunktwolken" zählt, wenn es diese denn schon erzeugen muss. Eine Umschaltung der Modi/Profile scheint keine Verbesserung durch Umschaltung des "Static Navigation"-Verhaltens zu bringen, also müssen sich Geocacher und Strassennavigatoren wohl die gleiche "Static Navigation"-Einstellung teilen. Nach Beschwerden der Geocacher über "klebende" Positionen bei zu langsamer Bewegung hat Garmin das evtl. zurückgefahren so dass Mobilisten jetzt an der Reihe sind, sich an Nonsens-Entfernungsmessungen und im Stand zappelnde Positionsangaben zu erfreuen. One size fits all.





Routing (speziell für Radfahrer)
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Der kostenlose 1:100000 "Topo-Light"-Kartenschnipsel ist als solcher fast brauchbar und sogar routingfähig - im "Fahrrad"-Modus wird man allerdings trotzdem auf Bundesstrassen ohne Radweg oder Benutzungsgenehmigung geroutet, die Karte ist also auch in der Vollversion für Pedaleure recht wertlos. Allerdings gibt es z.B. Velomap und OpenMTBmap (Donationware), die speziell für Garmin-Geräte OSM-basierte Radkarten für Deutschland anbieten. Die sind sogar routingfähig und berücksichtigen dabei die Radfahrerbedürfnisse offenbar schon recht gut. Aber leider...

- Beim Berechnen von Routen mit den Karten (OpenMTBmap/Velomap) z.B. zu POIs bleibt das Gerät oft hängen und nach einiger Zeit gibt es einen Crash und das Gerät geht aus. Es versucht dann nach Wiedereinschalten die Route neu zu berechnen -> Crash/Gerät aus... Ob das nub an Gerät oder an den Karten liegt, es schränkt die internen Routingmöglichkeiten dann doch wieder stark ein. Aber auch wenn die Route extern z.B. auf bbbike.com (recht empfehlenswert für Stadtbewohner!) erstellt wurde, kann sich das Gerät beim Abfahren der Route aufhängen und geht dann wie üblich aus. Immerhin führte mich das Gerät nach dem Neustart weiter aber ich habe keine Ahnung ob das immer so sein wird. Jedenfalls verpasst das der Routenplanungs-Euphorie einen gehörigen Dämpfer und fühlt sich einfach nicht gut an.

Edit: Siehe 'Edit:' ganz unten für eine interessante Erklärung eines Teils der Abstürze.

- Schaltet man das eTrex z.B. während einer Rast aus, behauptet es beim Wiedereinschalten dass die Route nicht zu der verwendeten Karte passen würde. Ich nehme an das die längere Ladezeit von der SD-Karte hier nicht zum Timing der startenden Firmware passt, die diesen Fall wohl einfach nicht berücksichtigt.

- Es gibt auch noch ein Problem mit den Karten und Profilen: Beim Umschalten zwischen Profilen werden die im vorigen Profil verwendeten Karten nicht abgeschaltet, sondern nur die im geladenen Profil gespeicherte Karte zu den vorhandenen hinzugefügt. Ausserdem schaltet sich der Garmin-Topokartenschnipsel jedesmal wieder dazu.




Kompass
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- Der Kompass dekalibriert sich ständig einfach nur so durch Betriebsdauer (ca. 10°/h und mehr). Ich teste seit einem halben Jahr auch Navigation auf einem Android-Phone und musste dessen Kompass noch nie kalibrieren, sogar wenn das Gerät den ganzen Tag zwischen ablenkenden Geräte-Magnetfeldern auf dem Tisch lag. Im Gegensatz dazu zeigt der eTrek-Kompass spätestens nach ein paar Stunden abwechselnd in alle Himmelsrichtungen. Man muss also vor Antritt jeder Tour und auch mittendrin immer wieder mal erst den Menüpunkt finden+aufrufen, dann das Gerät aus der Halterung nehmen und um alle 3 Achsen rotieren. Bei meinem Smartphone würde es ausreichen das Gerät einfach nur so, ohne Menü um alle Achsen zu rotieren - wenn es denn nötig würde.

Edit: Inzwischen habe ich das auf vorgenanntem Tisch mit den Störfeldern mal getestet: Der EMF-Sensor scheint alle Anzeichen einer starken Anfälligkeit für Eigenmagnetisierung zu haben, schon einige Minuten in geringen MF-Störungen reichen für Desorientierung +/- 90°, was sich auch erst Minuten nach der Entfernung aus der MF-Störung wieder weitgehend behebt, wobei auf das Gehäuse klopfen den Vorgang beschleunigt.

Das man den Kompass vor der Fahrt kalibrieren soll wusste ich, das es so intensiv werden kann habe ich allerdings nicht erwartet. Der maue Kompass ist dann wohl auch der Grund warum man ihn nur auf "Aus" und "Auto" stellen kann: Im Fahrbetrieb schaltet das eTrex zum Glück automatisch auf GPS-Heading um, so kann das magnetische Schätzeisen nicht dafür sorgen dass sich ihre Route in 2 Stunden nur noch mit schiefem Hals korrekt ablesen lässt. Nur wenn Sie stehen wird das Ding wohl aktiv und dann darf man's erstmal wieder kalibrieren und dann erst haben Sie einen Kompass. So eine Sorte Kompass hatte ich schon öfter als Schlüsselanhänger. Das ärgerte mich ziemlich zusammen mit dem...

Höhenmesser
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Auch das hier musste ich nach der Recherche umschreiben:

Der Höhenmesser ist nicht so leicht zu verstehen - keinesfalls funktioniert er so simpel wie man es z.B. von einem Flugzeughöhenmesser erwarten würde. Mein Problem war:

- Auch wenn ich die automatische Kalibrierung abschalte und den aktuellen Luftdruck manuell eingebe, driftet der eingestellte Luftdruckwert über wenige Stunden vom Sollwert (ich bin dabei stationär und bewege mich nicht!) und muss dann wieder manuell auf den vorher eingestellten und immer noch aktuellen Wert zurückgestellt werden. Schalte ich die Autokalibrierung ein fährt das Ding erst so richtig Fahrstuhl.

Soweit ich inzwischen verstanden habe sind gleicht die Autokalibrierung den Höhenmesser im "Variable Elevation"-Modus mit der GPS-Höhe ab und passt die Luftdruckanzeige an, das Barometer wird praktisch nur zur Dämpfung der GPS-Werte verwendet. Der Vorgang kann wohl relativ lange dauern nachdem man den Höhenmesser zum ersten Mal manuell kalibriert hat (was man wohl trotz Autokalibrierung am Anfang einmal tun sollte). Im Ergebnis hat man dann eine ungenauere Anzeige als mit dem Barometer alleine, die aber nicht mehr so schnell auf Schwankungen im Sat-Empfang reagiert.

Warum die Anzeigen nun wandern wenn man die Autokalibrierung abschaltet und sich die Umgebungsbedingungen gar nicht ändern ist mir ein Rätsel und aus den 30 verschiedenen Erklärungen zur Funktionsweise der Garmin-Höhenmesser die ich im Netz so finden konnte konnte werde ich bisher nur schwer schlau.

Also, GLONASS, Kompass und Höhenmesser sind was eTrex 20 und 30 unterscheiden. Die letzten beiden Features sind der Grund warum ich mich für das teurere Modell mit dem etwas dunkleren Display (das eTrex 20 im Laden machte mehr Licht) entschieden habe. Deswegen schrieb ich oben "daneben gegriffen". Grummel.

"Annoystick", Bedienung und Prozessor
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- Die Knopf-Funktion des Joysticks funktioniert nur unzuverlässig, man drückt oft mit deutlich hör- und fühlbarem taktilen Feedback auf das Ding, nix passiert und man wundert sich ob nur der Prozessor wieder eine Denkpause macht oder der Knopf nichts registriert hat. Das ist weder besonders funktionell noch fühlt es sich wertig an. Inzwischen hatte ich mehrfach, dass der Menüpunktaufruf sogar mit Quittungston bestätigt wurde, ich mit dem Stick aber immer noch im Menü navigieren konnte, das Gerät also auch nicht "hing". Die "Steuerkreuz"-Funktionen fühlen sich ähnlich schwammig an. Ich hoffe dass das Bauteil unter dem Gummi besser ist als es sich anfühlt.



- Die Geschwindigkeit, mit der der Joystick den Cursor über den Screen schiebt, lässt den Wunsch nach einer Einstellmöglichkeit aufkommen, denn...

- durch den etwas zähen Kartenaufbau beim Scrollen/Zoomen sorgt die ausgesprochen langsame CPU für ein nicht mehr ganz zeitgemässes Retro-Computer-Feeling bei der Suche nach dem Ende des gegenwärtigen Wegs. Dafür spart der Prozessor wahrscheinlich Strom. Das sollte aber nicht dazu führen, das man dem Prozessor mit dem Fahrrad "davonfahren" kann: Mit dem passenden Zoom-Level und etwas Beinmuskelarbeit ist es gelegentlich nicht weiter schwer aus dem Kartenausschnitt zu fahren, ohne das die Karte rechtzeitig nachgeladen werden kann.

USB 1.1:
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Was soll ich sagen, ein Glück das man Karten notfalls auch mit einem Cardreader auf die Speicherkarte bringen kann und das auch nicht übermäßig oft machen muß - Ende 2011 ein Gerät mit SD-Card-Slot und USB-Technik aus dem letzten Jahrtausend...tut das denn not? Das ist sicher "Wehklagen auf hohem Niveau" alias "Luxusbeschwerden" aber auch das findet man heute sozusagen an jeder Kaffeemaschine.




Die Mehrausstattung gegenüber dem eTrex 10/20 mit 3D-Kompass und Höhenmesser lohnt sich wegen der umständlichen Funktion dieser Teile aber leider nicht besonders, ich hatte in 24h mehr Probleme damit gehabt als an 2 HTC-Smartphones (die auch nicht für Mackenfreiheit berühmt sind) in Monaten, von denen ein paar erst nach mehrfachen Resets nach dem FW-Update weggingen. Ich bin inzwischen darüber informiert daß Garmin oft "Bananaware" auf den Markt wirft. Wenn sie denn wirklich reift ist das ja nicht per se eine schlechte Sache, nur sollte man seine Neukunden wissen lassen das hier Alpha+Beta-Testing und QA in Heimarbeit zu leisten sind und das alles gut wird.

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