Kurventechnik, warum das Bike in die Kurve neigen?

Rudirabe

Was mich nicht umbringt, macht mich nur härter...
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Nicht nur "ganz gut", sondern sehr gut. Das Bike in den Kurven zu neigen verbessert die Kurventechnik radikal. Übertrieben könnte man sagen, man fährt mit dem Bike Ski.
 

Marc B

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Das Video bringt für die "normalen Viewer" nix Neues, was mir als jemand mit viel Erfahrung als Coach etc. fehlt, ist das genauere Ausführen, durch was das Bike in die Kurve geneigt wird. Da besteht ja der fundamentale Unterschied. Ich empfehle die Bike Neigung durch die Körperrotation zu erzeugen und nicht durch das Roboter-mäßige Drücken/Legen mit den Armen. Dadurch bekommt man mehr Grip und senkt das Risiko, dass Leute das "Gucken mit dem Körper" vernachlässigen oder sich Traktion rauben, wenn sie stark mit dem inneren Arm das Bike in der Kurve drücken.
 
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Ich glaube man darf das Video nicht einzeln betrachten, sondern als Ergänzung zu den vielen Kurventechnik Videos die es schon gibt. (meine ich wird im Video auch anfangs gesagt)

Das erwähnte Ziel, die Bike Neigung, ist definitiv richtig, die Fragt ist wie komme ich dahin. Für mich gehört gut Kurvenfahren zu den anspruchsvollsten Techniken, weil sehr viele Kleinigkeiten zusammen kommen:
  • Knie Position
  • Blickführung
  • Körperdrehung
  • Positionierung auf dem Bike
  • Armhaltung
  • ...
Aber alles mit dem Ziel, das Bike in die Kurve zu legen. Jetzt zu sagen: "Kurven fährt man durch Körperrotation" greift meiner Meinung nach genauso zu kurze wie "Kurven fährt man durch beugen und strecken der Arme".

[*] Bremsen und Linienwahl hatte ich bewusst raus gelassen, weil das für mich nochmals einzelne Fahrtechniken sind.
 
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Das Video bringt für die "normalen Viewer" nix Neues, was mir als jemand mit viel Erfahrung als Coach etc. fehlt, ist das genauere Ausführen, durch was das Bike in die Kurve geneigt wird. Da besteht ja der fundamentale Unterschied. Ich empfehle die Bike Neigung durch die Körperrotation zu erzeugen und nicht durch das Roboter-mäßige Drücken/Legen mit den Armen. Dadurch bekommt man mehr Grip und senkt das Risiko, dass Leute das "Gucken mit dem Körper" vernachlässigen oder sich Traktion rauben, wenn sie stark mit dem inneren Arm das Bike in der Kurve drücken.
Wie wichtig ist die genaue ausführung? Und weshalb erzeugt das neigen durch die körperrotation mehr grip? Der soll doch durch die nutzung der seitlichen stollen entstehen? Einzig die stärkere oder geringere belastung des vorderrades kann hier noch mehr oder weniger grip hervorrufen also auch traktion rauben. Was hat das mit dem gestreckten arm zu tun? Auch mit körperrotation kann man den lenker zu wenig belasten. Und sorry to say auch die körperrotation kann man roboterhaft ausführen.
... Das erwähnte Ziel, die Bike Neigung, ist definitiv richtig, die Fragt ist wie komme ich dahin. Für mich gehört gut Kurvenfahren zu den anspruchsvollsten Techniken, weil sehr viele Kleinigkeiten zusammen kommen:
  • Knie Position
  • Blickführung
  • Körperdrehung
  • Positionierung auf dem Bike
  • Armhaltung
  • ...
Aber alles mit dem Ziel, das Bike in die Kurve zu legen. Jetzt zu sagen: "Kurven fährt man durch Körperrotation" greift meiner Meinung nach genauso zu kurze wie "Kurven fährt man durch beugen und strecken der Arme".
...
Nun bin ich sicher nicht der, der über kurventechnik rässonieren sollte. Dazu schaue ich eher den 12 -14 jährigen auf dem flow trail zu. Und dabei merkt man mit der zeit, dass korrekturmöglichkeiten eine wichtige rolle spielen. Wir diskutieren hier immer den idealzustand als zeitlich konstante haltung. Aber was ist, wenn man ihn nicht erreicht oder einhält? Wenn etwas dazwischen kommt? In welcher haltung kann man am effektivsten korrigieren? Und da scheint mir der gestreckte arm nicht ideal zu sein. Mit ihm kann man nicht schnell nach beiden seiten agieren. Nach einer ist er ja schon gestreckt. Andererseits kann ein gestreckter arm helfen, die selbstverstärkung des eindrehenden vorderrades zu vermindern.
Das sind alles sachen, die man für sich nur durch probieren herausfinden kann, indem man verschiedene vorgeschlagene versionen durchprobiert.
In dem video, das zwar gut ist, aber mit halbem redeaufwand besser wäre, hat mich sehr entttäuscht, dass die kurvenfahrt zum krönenden abschluss keine kurven enthielt, allenfalls einen leichten bogen.
 
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Habe nur die ersten 2-3 und die letzte Seite gelesen. Hat inzwischen jemand mit dem Müll aufgeräumt, dass man ein Motorrad im Hangoff fährt, weil es schwerer ist als der Mensch?
hangoff: hiermit wird mehr Gewicht nach unten gebracht, weil das Motorrad nicht noch mehr Schräglagenfreiheit hat. Problem: schnelle Kurvenwechsel erfordern es, den Körper extrem zu verlagern. Weniger Kontrolle bei Rutschern, dafür fällt man nicht so tief (außer highsider)
Supermoto (früher): Motorrad gedrückt, um schneller wedeln zu können und aufrechter zu sein, umd das Mopped im Drift zu kontollieren. Heute gibt es da wohl auch vermehrt hangoff, weil Drift wohl doch nicht schneller ist.

Ob man jetzt durch Gewichtsverlagerung mehr Gewicht ins Gesamtsystem bekommt (Fußrasten/Stollen belasten), ist eine Frage, die ich weder von einem "beliebigen" youtuber noch selbst ernannten Trainer glauben mag. (Verlagerung vorne<->hinten ist was anderes).

Außen mehr Grip als innen würde ich bei Stollen in speziellen Fällen durchaus gelten lassen. Aber wissen tue ich da auch nix, nur schon sehr viele Theorien gehört - ich warte auf Beweise.
 
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Und dabei merkt man mit der zeit, dass korrekturmöglichkeiten eine wichtige rolle spielen. Wir diskutieren hier immer den idealzustand als zeitlich konstante haltung. Aber was ist, wenn man ihn nicht erreicht oder einhält?
Ich erwähne es nicht immer explizit, aber vllt sollte ich es machen: für mich geht es mehr um Bewegungen als um statische Positionen. Aber ja, auch hier um den idealen Bewegungsablauf.
Ich möchte aber immer gerne verstehen welchen Einfluss welche Bewegung hat, dadurch erklären sich viele Korrekturmöglichkeiten von selbst.
 

Marc B

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@mad raven Die von Dir genannten Punkte als Liste quasi fasse ich zusammen mit Körperrotation :) Keep it simple, weil es auch simpel ist im Fundament. Man guckt mit dem Körper. Da sind dann alle Aspekte drin, die Du aufzählst. Und es passiert viel intuitiv dabei.

@Oldie-Paul Wenn Leute mit dem inneren Arm das Bike in die Kurve drücken, kann dies das wegrutschen des VR sogar beschleunigen ab einem gewissen Punkt des Traktionsverlustes. Da sollte man bei Bedarf den Druck besser über die äußere Hand ausüben. Ich mache das viel über die Beine während ich die Körpermitte stark rausdrehe und bei Bedarf sogar das äußere Knie gegen den Rahmen drücke. Aber by the way, bei den ganzen Gedanken an "das VR muss mehr belastet werden" wird meistens vergessen, dass es dies in einer zentralen und tiefen Position schon sehr stark ist, auch ohne bewusstes noch mehr Druck auf das VR bringen über den Lenker. Es klingt in den Beschreibungen immer so, als wenn der Normalzustand ein sehr grip-armes da zu wenig belastetes VR ist. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn man nicht in einer zentralen Haltung im Bike steht, sondern zu weit hinten.
 
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@mad raven Die vIn Dir genannten Punkte als Liste quasi fasse ich zusammen mit Körperrotation :) Keep it simple, weil es auch simpel ist im Fundament. Man guckt mit dem Körper. Da sind dann alle Aspekte drin, die Du aufzählst. Und es passiert viel intuitiv dabei.
Ich hab bei mir im Bekanntenkreis die Erfahrung gemacht, dass häufig nicht alles intuitiv passiert. Zwei/Drei Punkte ja, aber häufig mindestens einer kaum bis gar nicht.

Ich bin kein Fahrtechniktrainer, aber wir treffen uns häufiger mal um konkret nur an der Fahrtechnik zu arbeiten. Die Erfahrung die ich dabei gemacht habe ist, dass es am besten funktioniert die Unterschiedlichen Bewegungen erst isoliert* zu üben und dann Schritt für Schritt kombinieren Zum Beispiel
  • 1. Runde: Nur Blickführung
  • 2. Runde: Blickführung und Bike Neigung
  • 3. Runde: Blickführung und Knie Positionierung
  • 4. Runde: Blickführung Bike neigen und Knieposition
  • 5. Runde: Bewusst äußeren Ellenbogen heben.
sobald eine Runde nicht mehr so sauber läuft wie die vorherige wird der Grund analysiert, dieser Teil explizit isoliert geübt und dann wieder kombiniert.

Nach einigen sauberen bewussten Durchgängen (egal welche Runde) geht's darum den Parcours einige Male ohne großartig nachdenken zu fahren. (Ich meine bei dir heißt das innerer bzw. äußerer Fokus).
Danach überlegen wir warum manche Dinge nicht rund liefen und dann wird wieder bewusst daran gearbeitet.

Man muss nicht auf jedes Detail eingehen, aber zu wissen worauf man gerade achten soll und was egal ist hilft häufig.
Insbesondere beim Kurvenfahren haben die "Untertechniken" auch eine Priorisierung und ich arbeite mich von essentiell zu "nice to have" oder "geht auch ohne".
Aber ohne gute Blickführung geht gar nichts. Neige ich das Bike nicht, ist es egal wohin meine Knie zeigen.... die selbe Reihenfolge wie oben)

Ist aber auch alles eine Frage des Anspruchs. Ich möchte nicht nur sicher unten ankommen, sondern sicher das Maximum aus mir und meinem Bike rausholen können. D.h. so schnell wie möglich und so smooth wie möglich.

* Natürlich macht man von allem etwas, aber der Fokus sollte isoliert sein.
 

Marc B

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@mad raven Alles intuitiv meinte ich auch nicht, aber Viele bringen schon viel Gutes mit auf das man bauen kann. Nicht selten ist es ja auch eher so, dass in Basics eine Baustelle ist, die dann in das Kurvenfahren mitgenommen wird.

Ich werde Dir in Deiner Methodik nicht reinreden, wenn das für Dich gut so läuft ist alles supi. Ich spreche und schreibe hier ja primär als Coach, der seine Kursteilnehmer/innnen erstmal einmal in einem Tageskurs begleite. Sprich, da ist der zeitliche und gehirnfreundliche Rahmen eng, ich muss den cognitive load möglichst gering halten. Bei diesem Beispiel Kurventechnik ist es halt so, dass das "simplere" auch sehr schlüssig in sich ist. Weil wenn Du mit dem Körper schaust, dann nimmst Du alles mit, also Kopf, Hüfte, Schultern, Hüfte, Beine! Sich dann bewusst auf jedes Körperteil davon zu fokussieren, ist dann wenig zielführend. Klar, wenn individuelle Baustellen da sind, geht es auch mal ins Detail bei Fortgeschrittenen.

Für mich selber ist es so, dass das Grundprogramm da ist und ich situativ nach Gefühl auf der Jagd nach MEHR GRIP bin. Bei manchen Kurven auch nach mehr Pushen aus den Beinen. Schau Dir gerne mal im Les Gets Highlight Video bei Red Bull Bike auf Youtube die Körperarbeit in den Kurven an, speziell Offcamber. Immer spannend sowas!

LG,
Marc
 
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