Transamerika Sommer 2009

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7. Juni 2008
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Hallo,

da gehen die Finanzsysteme in die Knie und eine wirtschaftliche Krisenmeldung folgt der nächsten. Etwas gutes hat’s aber doch: Wenn schon der Arbeitgeber einen zu einem Sabbatical ermutigt, kommt man schon ins Grübeln was man denn mit ca. 3 Monaten freier Zeit alles anstellen könnte. Ich habe fast zu Ende gegrübelt und bin dabei unter anderem auch auf das hier gestoßen:

http://www.adventurecycling.org/sto...25E3F0FEE86F2&jsessionid=46308ed1daee23611675

Jetzt wäre doch die richtige Zeit um sich mal die USA auf dem Rad anzuschauen.
Kurz vorweg. Ich bin MTBler, 29 und letztes Jahr die erste Transalp auf der Albrechtsroute gefahren. Sonst im Mittelgebirge unterwegs.

Wenn ich also in den nächsten Tagen zu meinem Chef gehe und seine Lohnliste für einige Zeit erleichtern sollte, müssen noch ein paar Dinge durchdacht werden. Vielleicht habt Ihr hier ein paar Tipps für mich. Ich bemühe mich das Ganze strukturiert zu halten, damit das Antworten leichter fällt. Jede Art von unstrukturierter Antwort ist natürlich gleichermaßen willkommen!

A. Hat jemand Erfahrung mit der Strecke/Tipps?
Da der Ausstieg nur kurzfristig möglich ist, habe ich keine Zeit für die Planung einer Individualtour und greife auf bestehendes Material zurück. Kennt jemand die Adventure Cycling Organisation: http://www.adventurecycling.org/. Was haltet Ihr von der Strecke? Sonstige allgemeine Anmerkungen zu einer Transamerica?

B. Welches Bike?
Hier gibt’s eigentlich drei Möglichkeiten:
1. Mein Fully Canyon Nerve XC 7.0 aus 2008, das mich schon sicher über die Alpen getragen hat  https://www.canyon.com/img/outlet/A1010806_img_bike.jpg

2. Ich möbel mein altes (aber immer noch geliebtes) Hardtail Marin Rocky Ridge aus 1996 auf und rüste es zum Tourenbike um. (siehe z.B. hier: http://www.chowahbeng.com/wp-content/gallery/bikes-traci/marin-rocky-ridge-001.jpg) Der Rahmen hat allerdings noch die gestreckte Haltung aus der guten alten Zeit. Der aufrechte Sitz kam ja erst ein paar Jahre später. Das kann bei der langen Strecke vielleicht nervig werden.
Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob ich beim Austausch/Erneurung der wichtigsten Verschleißteile gleich auch Scheibenbremsen drauf mache etc. Wenn ich alle Verschleißteile erneuere wird das sicher ein teuerer Spaß, so dass

3. die Anschaffung eines neuen 28 Zoll Tourenrades auch noch möglich wäre. Aber eher ungern, da mittlerweile schon fast genug im Stall stehen​

Haltet Ihr es für sinnvoll 6000 km mit dem Canyon zu fahren? Woran sich auch schon die nächste Frage anschließt:

C. Welches Gepäcksystem?
Ich werde mehr Gepäck als bei einer Transalp haben (Zelt, Campingzeug etc.). Was ist besser: Anhänger wie der Bike Yak oder Gepäckträger und Taschen? So unsympathisch ist mir der Anhänger gar nicht. Vor allem weil man schnell und unkompliziert das Ding abhängen kann und dann für einen Tag wie eh und je ins Gelände. Was meint Ihr?
Und vor allem: Würde sich ein solcher Anhänger mit meinem Fully vertragen oder sind die wirkenden Kräfte ungesund für Rahmen und Federsystem?


Soviel zu diesem Zeitpunkt. Dank Euch für Eure Tipps und Ratschläge


Gruß Ben
 
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Hallo Ben,

coole Idee. Hatte ich auch schon Mal. Aber nicht genug Zeit. Prinzipiell finde ich die Route in dem vorgeschlagenen Link zu weit nördlich. Ich würde als Ziel San Francisco oder LA/San Diego wählen. Wohlgemerkt: bin noch nie in USA geradelt, nur mit Auto gereist. Grob würde ich folgende Route anpeilen: Start in Washington oder Charlotte (Direktflug ab München mit Lufthansa), durch die Great Smokey Mountains nach Knoxville, dann Nashville, Memphis (Tennessee ist ganz nett hügelig). Hinterm Mississippi wirds dann wohl extrem öde, von hier entweder südlich Dallas, Albuquerque, Flagstaff (Grand Canyon), Las Vegas, LA, ODER nördlich Denver, Salt Lake City, San Francisco. Ein Abstecher über Moab (Arches National Park, Slickrock Trails), Mountainbike Mekka könnte nett sein.

Ich würde die Entfernungen und die Einsamkeit nicht unterschätzen. Im mittleren Westen und auch in den Wüsten der Südweststaaten gibt es verdammt lange, einsame Gegenden. Insgesamt ist Europa sicherlich abwechslungsreicher, z.B. von Südspanien nach Stockholm.

Anyway: hier http://www.bikersbarbecue.com/fahrrad_amerika.html noch ein Link auf zwei Österreicher die wohl vor einigen Jahren mit extremen Low Budget die Durchquerung gemacht haben und ein sehr (zu?) lockeres Buch darüber geschrieben haben.

Zum Bike: Kein Fully. Wippt nur rum mit viel Gepäck / Anhänger, und wenn der Dämpfer im Nirvana stirbt, hast Du ein grosses Problem. Einfacher wartungsarmer Mainstream (kein Magura, Rohloff, ...) nur Shimano/SRAM.

Ansonsten braucht man in den USA eigentlich nur ne glühende Kreditkarte und einen guten Cholesterinspiegel.

Gruss

Thomas

Achso: Alternative würde sich natürlich auch eine grosse Schleife durch Kalifornien und die Nationalparks des Südens anbieten (San Francisco, Yosemite NP, Sequoia NP, Death Valley, Las Vegas, Zion NP, Bryce NP, evtl. Arches NP, Monument Valley, Grand Canyon, Route 66, Palm Springs, San Diego, LA, Santa Barbara, Highway No. 1 nach San Francisco). Ca. 6000km und sehr viele Highlights.
 
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Hallo Thomas,

Den Mittleren Westen schätze ich auch etwas dröge ein. Bis Denver, dann wirds super. Vielleicht wäre es besser den Teil anders und schneller zu bewältigen. Denver ist auf jeden Fall für die Route gesetzt, da ich dort Freunde besuchen möchte.

Ich will mich auf der Tour nicht stressen. Wenn's mir irgendwo gefällt will ich auch die Möglichkeit haben eine Weile dort zu bleiben und nicht ständig das Tagespensum im Kopf zu haben.

Eine etwas südlichere Route hatte ich auch schon im Auge. Die Ecke kenne ich gar nicht und Great Smoky Mountains oder das hügelige Tennesse das Du beschreibst klingen super. Da muss ich mich mal etwas besser informieren. Bleibt nur dabei, dass ich hier wohl keine fertige Route nachfahren könnte und beim einfach so drauf losfahren vielleicht die schönsten Ecken verpasse. Zeit für große Planungen ist leider knapp. GPS Tracks wären nett oder eine Beschreibung von Routen, die man kombinieren könnte... vielleicht gibts Literatur dazu?

Die Schleife durch Kalifornien ist bestimmt auch super. Allerdings kenne ich die Ecke schon mit dem Auto.

Ich hoffe ich kriege die Kreditkarte zumindest mal zum kurzen Auffflackern.. der Cholesterinspiegel wird schon einfacher.

Dank Dir schon mal für die Tipps

Gruß

Ben
 
Hallo,

noch eine Frage zu der Tour die Du vorschlägst ab Washington, Thomas. Wo meinst Du finde ich geeignetes Kartenmaterial so dass auch ich auch die schönen Highlights mitnehme und nicht nur auf größeren Straßen unterwegs bin? Gibt es vielleicht sogar GPS Tracks?

Wenn möglich will ich nicht die großen Verkehrswege benutzen, sondern lieber was idyllischeres...

Gruß
Ben
 
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