Welches Navigationsgerät fürs MTB? Garmin, Wahoo oder Alternativen? Welche Software?

ExcelBiker

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Die Behauptung hast Du jetzt schon mehrfach aufgestellt und ich glaube Dir auch, dass das DEM, welches diverse auf OSM basierende Karten verwenden nicht so genau ist wie es sein könnte.
Ich habe jetzt aber mal versuchsweise einen Track aus einer Gegend, in der ich mich sehr gut auskenne (Livigno) mit der Opentopomap verglichen. Ganz ehrlich: Die Abweichung ist in einem Bereich, wo es für den Zweck der MTB-Tourenplanung echt nicht drauf ankommt.
"Nutzlos" sind sie jedenfalls keineswegs.
Ist halt die Frage, wie anspruchsvoll man ist. Als Beispiel habe ich zwei Abschnitte gemacht, die die Unterschiede deutlich machen.
OTM.JPGBayAt.JPG

Ein mal OpenTopoMap, ein mal BayernAtlas. Während auf dem BayAt gut zu erkennen ist, dass dort nach Osten ein scharfer Geländeabbruch ist, ist davon auf der OTM nichts zu erkennen. Das liegt nicht nur an den Höhenlinien, sondern auch an der Schummerung, die bei OTM viel zu glattgespült ist. Die originalen SRTM-Daten würden das schon deutlicher zeigen, aber in den OSM-basierten Höhen werden die gnadenlos glattgefiltert.

Der Weg vom Abereck nach Nordosten verläuft in der OTM östlich vom Rücken, tatsächlich ist er westlich davon, im Osten wäre man im Steilhang. Die Geländekante vom Heuraffelkopf nach Nordosten verschwindet bei OTM komplett. Der Weg zwischen Abereck und Heuraffelkopf schaut auf der OTM aus wie auf einem flachen Rücken, dabei geht er direkt am Abgrund vorbei. Nach dem OTM-Gelände könnte man auf die Idee kommen, direkt vom Abereck nach Osten abzusteigen (oder anders rum aufzusteigen). Dabei ist das Gelände dort nicht sinnvoll begehbar (Kletterausrüstung wäre nötig), was beim BayAt deutlich raus kommt.

Das Gelände dort ist zwar kaum interessant für MTB, aber die Problematik, gute Strecken zu finden, sollte mit dem Vergleich schon raus kommen. Beim BBS kann es ja durchaus vorkommen, mal das Bike ein Stück weglos hoch zu tragen. Mit OSM-Höhendarstellungen würde ich das nicht planen wollen.

Vielleicht wird auch jetzt eher klar, warum ich die OSM-Höhendarstellungen für "nutzlos" halte, gerade im kleinteiligen Gelände (was bei mir hier häufig vorkommt).
 

mw.dd

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Ein mal OpenTopoMap, ein mal BayernAtlas. Während auf dem BayAt gut zu erkennen ist, dass dort nach Osten ein scharfer Geländeabbruch ist, ist davon auf der OTM nichts zu erkennen. Das liegt nicht nur an den Höhenlinien, sondern auch an der Schummerung, die bei OTM viel zu glattgespült ist. Die originalen SRTM-Daten würden das schon deutlicher zeigen, aber in den OSM-basierten Höhen werden die gnadenlos glattgefiltert.
Also ich erkenne vor allem, dass die Höhenlinien ungefähr gleich liegen (wie gleich genau, lässt sich an Hand der Screenshots nicht einschätzen). D.h. die Datenbasis passt; der Rest ist ein Problem der Darstellung - nicht von OSM.
Der Weg vom Abereck nach Nordosten verläuft in der OTM östlich vom Rücken, tatsächlich ist er westlich davon, im Osten wäre man im Steilhang
Stimmt. Der Wegverlauf scheint richtig, nur ist der Verlauf des Rückens nicht richtig erfasst. Das könnte man mal nacharbeiten ;)
ok ;)
Vielleicht wird auch jetzt eher klar, warum ich die OSM-Höhendarstellungen für "nutzlos" halte, gerade im kleinteiligen Gelände (was bei mir hier häufig vorkommt).
Wenn Du präzisiert hättest "für meinen speziellen Anwendungsfall nicht ausreichend" wäre das ok; Freiwilligenarbeit aber pauschal als "nutzlos" zu bezeichnen, weil sie den eigenen (dazu eher speziellen) Bedürfnissen nicht genügt, kommt aber etwas unangenehm rüber.

Ich gehe übrigens davon aus, dass diejenigen, die vorhaben, sich im weglosen alpinen Gelände zu bewegen in der übergroßen Mehrheit die OSM maximal zur Grobplanung nutzen, spezielle Karten zu Rate ziehen und über ausreichend alpine Erfahrung verfügen.
 

ExcelBiker

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Der Wegverlauf scheint richtig, nur ist der Verlauf des Rückens nicht richtig erfasst. Das könnte man mal nacharbeiten ;)
Das blöde ist nur, dass du nur den Weg korrekt erfassen kannst, aber nicht das Gelände nacharbeiten kannst. Die Höhendaten in OSM kommen immer aus SRTM, und werden immer mit den gleichen Tool erstellt. Du müsstest also hier an den Grundsätzen von OSM was ändern.
 

mw.dd

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Nun ja, OSM bietet schon die Möglichkeit, Steilkanten zu erfassen!
Richtig. Sogar gar nicht weit vom Heuraffelkopf schon passiert:
1655300822060.png

Zum Vergleich der Bayernatlas:
1655300902371.png


Edit ist übrigens gerade aufgefallen, das in der OSM mehr Wege drin sind als im Bayernatlas.
 
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Was aber kein Problem von OSM oder speziell von Opentopomap ist, sondern ausschließlich von den frei verfügbaren Höhendaten.
 

Bener

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OSM hat mit SRTM mal gar nichts zu tun!

Opentopomap basiert auf OSM und SRTM.

Wenn ich mir die opencyclemap anschaue, sehen die Höhenlinien genau so aus. Und da ist auch SRTM genutzt.

Ob beide Renderer allerdings die Höhendaten nochmal glätten und wenn ja, wie, weiß ich nicht.


@ExcelBiker Kannst Du ne Karte nennen, die rohe SRTM nutzt, um mal zu vergleichen?
 

ExcelBiker

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Wenn ich mir die opencyclemap anschaue, sehen die Höhenlinien genau so aus. Und da ist auch SRTM genutzt.

Ob beide Renderer allerdings die Höhendaten nochmal glätten und wenn ja, wie, weiß ich nicht.
Ja, sehen gleich aus, weil sie beide auf den gleichen Algorithmen basieren.
@ExcelBiker Kannst Du ne Karte nennen, die rohe SRTM nutzt, um mal zu vergleichen?
Ich versuche gerade, die Daten zu visualisieren. Die SRTM-Daten habe ich.

SRTM hat ne Auflösung von ca. 25m. Was erwartest Du da?!? :ka:
Eine ganze Menge. Das Problem liegt nicht am ungenauen DEM mit 25 m, sondern dass sie massiv geglättet werden. Von Bayern bekommt man kostenlos nur ein 50 m DEM, und auch da sind die Ergebnisse deutlich besser als die OSM-Darstellungen.
 

mw.dd

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ExcelBiker

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Umso wichtiger wäre es, das genauere DEM, welches der Bayernatlas verwendet und dessen Erstellung ja aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde öffentlich zur Verfügung gestellt wird.
Es ist wieder interessant, wie die Länder die EU-Vorgabe, die Daten recht genau bereit zu stellen, interpretieren. In Bayern eben nur 50 m, für Slowenien gibt's ein 1 m DEM, Österreich und Italien 10 m DEM.
 

ExcelBiker

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Ich versuche gerade, die Daten zu visualisieren. Die SRTM-Daten habe ich.
So auf die Schnelle bekomme ich da nichts wirklich sinnvolles raus. Es hängt dann immer noch am Renderer.

Den Beispielausschnitt habe ich jetzt mit SRTM V3-Daten dargestellt (Topo-Karte ist BayernAtlas ohne Schummerung). Ich habe eine Schrägansicht gemacht, um zu sehen, ob die Geländekanten besser zu sehen sind.

SRTM.JPG

Zu sehen ist z.B. dass der Gipfel vom Heuraffelkopf schon im "Steilhang" ist. Hier sind also die SRTM-Daten falsch. Der Rücken vom Heuraffelkopf nach Nordosten kommt aber raus, den ignoriert aber der Renderer für OSM. Die von mir gewählte 3D-Darstellung ist in diesem Fall wenig geeignet, weil da auch zu viel Rechnerei passiert.
 

ExcelBiker

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So, hab noch eine Darstellung erstellen können. Diesmal das 50 m DEM von Bayern, auf 10 m DEM umgerechnet und anders projiziert. Karte ist die gleiche BayernAtlas ohne Schummerung wie vorher.
BayAt50.JPG
Da ist der Gipfel vom Heuraffelkopf auch am höchsten Punkt zu sehen. Der Weg vom Abereck nach Nordosten ist westlich vom Abbruch, wobei der Abbruch selbst nicht raus kommt. Der Rücken vom Heuraffelkopf nach Nordosten kommt sehr deutlich raus.

Leider habe ich hier unterschiedliche Renderer verwendet (vorher bei SRTM GlobalMapper, hier beim Bayern DEM CompeGPS Land). Der Unterschied in der Qualität der DEMs SRTM vs. Bayern DEM sollten aber raus kommen. Dass die Schummerung und Höhenlinien in den OSM-Karten aber noch mal ein ganzes Stück schlechter ist, sollte auch zu sehen sein.
 
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