Adriatix - von Rom nach München

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Wörthsee, Grassau (zeitweise)
Probier einfach mal, 200GB Footage von einem ergiebigen 4k60-Tag von der GoPro auf die externe SD-Karte in deinem Android-Handy zu kopieren. Wir sprechen uns dann Weihnachten wieder... oder du ziehst halt das Kärtchen raus wie 2001.

GoPro weiss selbst 2020 noch nicht, das SD-Karten in Handys überhaupt existieren.
Die basteln bestimmt an einer Cloudstrategie, um mit Abos ein langfristig tragendes Geschäftsmodell zu etablieren. SD Karten sind so oder so oldschool und in Handys wie auch in anderen devices bald nicht mehr zu finden. Ob wirs gut finden oder nicht wird nicht gefragt.
 
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Gibt's beides nicht mehr zu kaufen: Aktuelle Gurte sind ähnlich leicht, Klettersteigsets wegen neuer Sicherheitsstandards schwerer.
sicher alles bekannt, aber vielleicht trotzdem interessant: die neue norm hilft i.w. sehr leichten oder schweren leuten. und das ultralight war nicht teil der umfassenden rückrufe. also was ich sagen will: das ks-set ist immer noch empfehlenswert, wenn man es hat.
 

stuntzi

alpenzorro
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14.08. 18:00 Rifugio Croz del Altissimo, 1459m


Um halb fünf hat der freitagliche Dauerregen endlich ein Einsehen und gewährt uns eine kurze Pause. Zeit genug für sechshundert schnelle Höhenmeter von Molveno...


... auf teils sackrattensteiler Bröselpiste...


... hinauf zum Rifugio Croz dell Altissimo am Fuß der Brenta. Von hier starten wir morgen früh eine kleine Kraxelrunde durch die felsigen Spitzerl. Hatten hier mit der Chefin ein Zeltplatzerl auf der Terrasse verabredet weil am Ferragosto-Wochenende natürlich jedes Zimmer besetzt war. Wegen dem Dreckswetter haben allerdings alle Warmduscher abgesagt, so dass wir jetzt doch nen Raum für uns alleine bekommen. Da werden wir doch gleich selbst zu Warmduschern... nach drei Tagen auf Tour darf man ja auch mal.
 

stuntzi

alpenzorro
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14.08. 06:30 Auf dem Weg in die Brenta, 1700m


Der frühe Kletterer fängt den Brentawurm? Um halb sechs kochen wir unser Frühstück auf der finsteren Terrasse am Rifugio Croz.


Als Anmarsch zu den Klettersteigen an der Brenta warten schlappe zwölfhundert Höhenmeter, die wollen erst mal erwandert werden. Und weil die Bergerl dort oben notorisch bekannt für nachmittägliche Gewitter sind, wäre ich gern bis zwölf Uhr schon wieder aus dem Gröbsten raus. Drum der frühe Start... und natürlich weil Morgensonne am Berg einfach geil ist.


Der Plan: Vom Rifugio Croz rauf zur Via Ferrata Spellini, selbiger folgen bis zur berühmten Brentadurchquerung auf der Ferrata Bochette und darauf zurück gekringelt zum Rifugio Pedrotti. Sollte bis zum Gewitter zu schaffen sein, wenn wir uns ein bisserl ranhalten.

Na dann... aufi auf'n Berg!
 

DyingOfTheLight

steinalt
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Bochette Weg hab ich 1968 mit meinen Eltern gemacht. Da war ich 9 und Vattern hatte mich an der Repschnur. (Zeitweise) Helm, Klettersteigset oder so gab es nicht. Stehlseile und Leitern schon. Azurro war Sommerhit und der Prager Frühling gerade vorbei.... War einer der geilsten Urlaube an die ich mich erinnern kannn. Die Bären waren damals auch schon Thema :)

GRuß
DoTL
 

stuntzi

alpenzorro
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15.08. 10:00 Via Ferrata Spellini in der Brenta, 2750m


Um sieben wirds sonnig...


... und zwei verhinderte Radler ohne Radl tauchen langsam aber sicher ein...


... in die felsige Bergwelt der Brenta.


Utah hin, Colorado her, die Dolomiten sind trotzdem einzigartig.


Nach über zwei Stunden Anmarsch vom Rifugio Croz sind die Berge und damit vielleicht auch die Via Ferrata Spellini wenigstens Mal in Reichweite.


Dann schlüpfen wir mal in den zartroten Stringtanga...


... und fangen mit der Kraxelei an.


Auf der Via Ferrata Spellini jagt eine Leiter die nächste. Manche gemütlich...


... und manche ziemlich überhängend.


Kettle...


... steht offensichtlich drauf. Oder mein oft wiederholtes "immer lachen wenn die Kamera läuft" zeigt endlich Wirkung.


Panoramablick durch die felsnadlige Brenta hinüber in die Gardaseeberge? Großartig.
 
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Nette Kraxelei.... und mal wieder super Bilder von dieser Gegend. :) Und wegen der Übernachtung... ich denke, unter diese Umständen ist ein Strich auf der Bikepacking Strichliste durchaus gerechtfertig. Das war ja jetzt wirklich eine gezwungenermaßene Weicheirhotelwarmduschersituation. Angenehme Nacht und schönen Sonntag wünsche ich....
 

Allgaeufex

Old Mountain Man
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Die Brenta ist schon Genial :love:
1982 sind wir da sechs Tage lang von Hütte zu Hütte über alle möglichen Klettersteige gekraxelt .
Einfach ein Traum , aber damals haben die Leitern und Stahlseile noch nicht so sicher Ausgesehen :oops:
Vielleicht gibts ja auf der anderen Seite von Madonna di Campiglio eine Möglichkeit für Euch an Adamello oder Presanello vorbei Richtung Schweitz zu kommen ?
Allerdings gab es dort 1983 noch ein sehr großes Gletschergebiet und ich weiß nicht wie es jetzt da Ausschaut ?
Viel Spaß Euch beiden noch :bier:
 
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stuntzi

alpenzorro
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15.08. 10:45 Via Ferrata Bochette Centrale, 2650m


An der Bocca degli Armi mündet die Ferrata Spellini in den bekannteren "Bochette-Weg". Mehrere Tage lang kann man auf dieser Hüttenexpedition das komplette Brenta-Massiv auf großer Höhe durchqueren: fluffige Edelweisswiesen, gemeine Schotterkare, steile Altschneefelder, alles dabei. Meistens allerdings kraxelt man auf eher leichtem Klettersteig über schmale Felsbänder um die senkrechten Gipfelzacken herum.


Wir gehen heute nur den südlichen Teil namens "Via Ferrata Bochette Centrale". Vermutlich bin ich vor Urzeiten als kleiner Bergstöpsel hier schon mal ganz durchgewandert, richtig erinnern kann ich mich nicht mehr. Die alten Fotoalben würden helfen... aber wer hat die schon unterwegs bei der Hand.


Normalerweise sollte hier an einem Samstag im August der Bär tanzen. Aber nachdem gestern bei Dauerregen wohl niemand zu den Hütten aufsteigen wollte, sind wir heute beinahe allein unterwegs. Gefällt.


Via Ferrata Bochette Centrale: Schon am Vormittag wabern sich die notorischen Brentawolken ihre Weg um die Gipfel.


Via Ferrata Bochette Centrale: Könnte man beinahe radeln. Aber nur beinahe... heute übliche Lenkerbreiten wären nicht geeignet.


Via Ferrata Bochette Centrale: Rein in den Schlitz, raus aus dem Schlitz.


Via Ferrata Bochette Centrale: Der neblige Felsturm in der Bildmitte heisst Campanile Basso und kratzt an der Dreitausendermarke: nicht der höchste Gipfel der Brenta, aber vermutlich der Coolste. Sollte man eigentlich mal eben raufklettern, aber wir sind leider kein Huaberbuam: free solo im sechsten Grad ist nicht im Repertoire.


Via Ferrata Bochette Centrale: Hier "unten" in der zweiten Etage ist's allerdings auch ganz hübsch.
 
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Bei dem was ich so über Blitzeinschläge bzw. deren Ableitung weiß, halte ich die Position des Zeltes für absolut selbstmörderisch.
Man berichtige mich, wenn ich falsch liege.
Es gibt vier Typen von Männern und die Kenntnis der Existenz der letzten beiden Typen ist schon viel Wert:

Diejenigen, die wissen und wissen, dass sie wissen ...
Diejenigen, die wissen, aber nicht wissen, dass sie wissen ...
Diejenigen, die nicht wissen, aber wissen, dass sie nichts wissen ...
Diejenigen, die nicht wissen, und nicht wissen, dass sie nichts wissen ...

 

Jabberwoky

Ein Leben ohne Rad ist möglich, aber sinnlos!
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Vielen Dank für die generöse Sonntagsmorgenunterhaltung :daumen:
 

DocB

PrivDoz
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Puh, kein Radeln und extreme Tiefblicke - ich scrolle lieber mal weiter..
 

stuntzi

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15.08. 12:00 Rifugio Pedrotti, 2470m


Weiter auf dem Bochette-Weg: Ein Band folgt auf das andere, manche breit, manche schmal, alle gemütlich, alle erschreckend ausgesetzt: Ein Panoramaspaziergang durch senkrechte Felswände.


Auf der Ostseite der Berge liegt auf den Schotterkaren noch ein bisserl Restschnee. Stört aber nicht, der Fels ist sauber.


Ist der Weg zu klein, bist du zu groß.


Kurz vor Ende des Klettersteigs in der Bocca di Brenta...


... folgt nochmal ein fluffiger kleiner Quergang.


Dann ist's geschafft... sind am Ende ganz schön durchgebrezlt, um vor zwölf Uhr am Ausstieg zu sein. Gewitter hier oben mag niemand.


Das Rifugio Pedrotti steht dann gleich ums Eck, wie praktisch.


So muss ein Klettersteig aufhören! Brentafazit? Leichte Kraxelei ohne Schwierigkeiten in faszinierender Umgebung. Hat zwar wenig bis gar nix mit Bergradln zu tun, aber zu Fuß kommt man halt doch an Fleckerl, die ein Radler nicht erreicht. Drum ist Biketour mit Klettersteigen ne tolle Kombination... alles super... ausser dass wir jetzt wieder zwölfhundert schlappe Höhenmeterchen runter zu laufen. Herzlichen Glühstrumpf.
 
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:Brian

[bri:an]
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Das ist auch das, was mich an Kraxel-Tagestouren immer stört: Häufig lange Anmarschwege und ewige Bergablauferei, mag ich so gar nicht. Von Hütte zu Hütte, dagegen, perfekt!
Und die Brenta, ganz großes optisches Vergnügen, danke für's Mitnehmen!
 

HaiRaider66

Hardtail seit '76 ;-)
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Lohmar
Runterlaufen ist Mist, geht bei mir maximal ´ne viertelstunde gut, danach ist es Quälerei. Da würde ich einen Lift bevorzugen. Dann lieber nochmal 1200 hm rauf. Schöne Bilder, meine Frau hat wegen Höhenangst aber schon dankend abgelehnt.
 
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13.08. 19:30 Waldcamp bei Molveno, 850m


Nach dem Klettersteig ist vor dem Singletrack. Vom Gipfel bis ins Tal sind's im Paganella-Bikepark über eintausend Tiefenmeter, da lässt sich schon was finden. Neben den drei Murmelbahnen "Willy Wonka", "Hustle and Flow" und "Peter Pan" gibt's auch einen Haufen Wanderwege kreuz und quer über den Berg. Da kann man sich durchaus ne Weile beschäftigen. Wir trailen allerdings erst mal nur zum nächsten Hütterl mit Pasta... der Hunger ruft.


Später wird dann auf "Peter Pan" gemurmelt...


... und nach Molveno am gleichnamigen See gerollt. Wildcampen am Ufer fällt alledings aus, ist zu viel los im August. Sind allerdings hauptsächlich Italiener unterwegs, ausländische Touristen sieht man dieses Jahr wenige.


Wir verstecken uns ein bisserl im Wald am Nordufer. Ist auch nicht schlecht... windgeschützt und ruhig in jedem Fall. Natürlich könnte man hier des Nachts von einem fallenden Baum erschlagen werden, aber da mach ich mir jetzt mal keinen Kopf.
 
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Schwarzwald
13.08. 19:30 Waldcamp bei Molveno, 850m


Nach dem Klettersteig ist vor dem Singletrack. Vom Gipfel bis ins Tal sind's im Paganella-Bikepark über eintausend Tiefenmeter, da lässt sich schon was finden. Neben den drei Murmelbahnen "Willy Wonka", "Hustle and Flow" und "Peter Pan" gibt's auch einen Haufen Wanderwege kreuz und quer über den Berg. Da kann man sich durchaus ne Weile beschäftigen. Wir trailen allerdings erst mal nur zum nächsten Hütterl mit Pasta... der Hunger ruft.


Später wird dann auf "Peter Pan" gemurmelt...


... und nach Molveno am gleichnamigen See gerollt. Wildcampen am Ufer fällt alledings aus, ist zu viel los im August. Sind allerdings hauptsächlich Italiener unterwegs, ausländische Touristen sieht man dieses Jahr wenige.


Wir verstecken uns ein bisserl im Wald am Nordufer. Ist auch nicht schlecht... windgeschützt und ruhig in jedem Fall. Natürlich könnte man hier des Nachts von einem fallenden Baum erschlagen werden, aber da mach ich mir jetzt mal keinen Kopf.
Hallo Stuntzi,da haben wir uns um 2 Tage verpasst schade ? Sind auch mit Zorrocarrys unterwegs ?
Euch viel Spass wieder ??✌
 

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stuntzi

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15.08. 15:10 Rifugio Croz dell Altissimo, 1480m


Ich habe fertig. Bergab latschen und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Zum Glück hab ich mein Bike wieder.


Der anvisierte Singletrack hinüber zur Seilbahn von Molveno ist allerdings ein no-go. Wird zwar häufig gefahren auf Strava, aber an einem Ferragostosamstagnachmittag braucht man mit sowas wirklich nicht anfangen. Na egal, rollen wir halt nachher wieder die Hüttenpiste runter. Hauptsache nicht mehr laufen... keinen Schritt!


Später am Molvenosee.
 

stuntzi

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16.08. 07:15 Knautschkissensteg im Lago Molveno, 880m


Statt uns wie vorgestern im Wald am See zu verstecken, zelten wie heute einfach bei einem ortsnahen Picknicktisch. Interessiert ungefähr niemanden hier, selbst am vollsten Wochenende der Saison. Man beachte übrigens die bärenkonforme Lagerung unserer Essensvorräte fünf Meter vom Zelt entfernt. Ist aber niemand des Nachts gekommen und hat zugegriffen... kein Bär, kein Fuchs, kein hungriger Wanderer.


Der Weg zum Frühstücksplatzerl auf den Knautschsofas im See ist dann auch erfreulich kurz. Fazit zur Gegend am Molvenosee? Leistet ziemlich viel für Bikeparker und Klettersteigler und Wildcamper. Nach der vierten Nacht werden wir heute allerdings die sprichwörtlichen Zelte hier abbrechen und mal ein bisserl gen Westen radeln. Irgendwie ist der Adriatixzugabix streckenmäßig von Trento noch nicht so besonders weit gekommen. Wissen immer noch nicht, ob's über Madonna und Tonale oder über Bruffione und Croce Domini weitergehen soll. Euch ist's vermutlich total egal... :).
 
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