HomeMagazinProdukte & TechnikArbeitsgeräteArbeitsgerät: Specialized Demo 8 von Troy Brosnan — 29. August 2011 13:48

Arbeitsgerät: Specialized Demo 8 von Troy Brosnan

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Troy Brosnan war, nicht nur aufgrund der Verletzungen seiner Teamkollegen, bei einigen Weltcups dieses Jahr der schnellste Fahrer des Specialized Monster Energy Teams. Der gerade einmal 18 Jahre junge Junioren Weltmeister ist bereits in den Top10 der Elite angekommen, in Val di Sole fuhr er souverän aufs Podium. Sein Bike sieht auf den ersten Blick nach einem normalen Specialized Demo 8 aus, bei genauerem Hinsehen finden sich aber sehr interessante Teile – ein Bikecheck.

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Rahmen

Der Demo 8 Rahmen, den Troy fährt, entspricht bis auf die Lackierung dem Serienrahmen Größe S. Er fährt keine andere Geometrie, als sie jeder im Laden kaufen könnte. Beim Paintjob hingegen kommt der Weltmeister durch: Weltmeister-Farben auf der Umlenkwippe, ein schwarz grüner Monster Energy Paintjob und der Name auf dem Oberrohr, die Aussie Flagge darf natürlich auch nicht fehlen. Um Geräusche zu reduzieren, sind Ketten- und Sitzstreben abgeklebt, die Zugführung verläuft auf dem Unterrohr, durch die Führung am Dämpferausgleichsbehälter und durch die oberen Drehpunkte zu Schaltwerk und Scheibenbremse.

Federung

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Auch Troys Rock Shox Boxxer Worldcup Solo Air ist mit dem passenden Design und den schwarzen DLC Standrohren ausgestattet, das Setup ist auf sein geringes Gewicht abgestimmt, die Highspeed-Zugstufe schnell, Lowspeed-Zugstufe langsam. Was Normalobiker als bei Drops kickend bezeichnen würden, empfindet der junge Australier als optimal, um nach großen Schlägen nicht im Federweg zu versacken, gleichzeitig klebt das Fahrrad bei kleinen Schlägen am Boden. Am Heck findet sich ein Rock Shox Vivid RC2 mit einem ähnlichen Setup und weicher Feder.

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Antrieb

Hier wird’s speziell: Die Truvativ Descendant Kurbel mit 165mm Kurbellänge nimmt ein extrem kleines 32t Kettenblatt und einen passenden e13 Supercharger Bashguard auf, die Kette wird von einer e13 SRS+ geführt, welche speziell für das kleine Kettenblatt gekürzt ist. Mit einem solch kleinen Kettenblatt ließe sich auf schnellen Streckenpassagen natürlich zu wenig Speed machen, deshalb finden sich auch hinten kleinere Ritzel.

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Die Kassette hat nur 6 Ritzel mit 9-17 Zähnen, die Gangsprünge sind also deutlich größer als bei einer 10fach Rennradkassette. Der Hintergrund: Wenn es bergab geht, wird man tendenziell schnell schneller, kommt man in ein Flachstück, so ist ein leichterer Gang schnell nötig. Bisher mussten die Fahrer dann zwei oder mehrfach Schalten, mit den größeren Sprüngen genügt ein einziger Schaltvorgang, das spart Zeit, Konzentration und minimiert das Risiko von Verschaltern. Durch das kleine 9er Ritzel bleibt der größte Gang groß genug, dank des kleineren Kettenblatts hat man aber mehr Bodenfreiheit. Das XO Schaltwerk ist noch ein normales, also nicht “DH” und kommt in farblich nicht ganz passendem grün, der Specialized Bügel schützt das Schaltwerk vor Abreißen.

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Die größeren Ritzel sind durch einen Kunststoff-Kegelstumpf ersetzt, er wird wohl mit den in Zukunft erwarteten DT Downhill Nabe mit 6fach Freilauf überflüssig werden. Die Übersetzungsbandbreite entspricht einer 11-21t Kassette mit 38t Kettenblatt. DT unterstützt das Projekt mit Freiläufen, Sram ist hingegen trotz Team-Sponsoring nicht voll dabei. Bei den aktuellen Kettengliedern sind alle Ritzel kleiner als 13 Zähne effizienzmäßig sehr suboptimal, schon 11t sind ein Kompromiss. Die 9er Ritzel werden entweder von Specialized selbst hergestellt oder es handelt sich um Shimano Capreo Ritzel, darüber gab es keine Auskunft.

Laufrad und Bremse

Der DT Swiss N’Duro 1750 Laufradsatz ist fast serienmäßig: Er verfügt über einen speziellen Freilauf mit einer Stufe für die äußersten drei Ritzel, damit das kleine 9er Ritzel montiert werden kann. Am Samstag in La Bresse, also bei mäßig feuchten bis trockenen Bedingungen, fuhr Troy Specialized Butcher 2.5″ DH Reifen, am Sonntag hingegen war er auf Hillbillys unterwegs. Verzögert werden die Räder durch Avids Elixier CR Bremsen mit 203mm Scheiben vorne wie hinten – alles 2012er Modelle mit Blackbox Finish, also schwarz mit “B” Logo und Namen auf den Hebeln.

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Fahrerkontakt

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Egal ob Matsch oder Trockenheit, maximaler Sattelgrip wird durch einen SDG Storm sicher gestellt, I-Beam Stütze obligatorisch. Die Schuhe klippen in Crank Brothers Mallet Pedale, an der Steuerzentrale finden sich wieder Vorserien-Teile. Renthal wird diesen zweiteiligen DirectMount Vorbau wohl bald bringen, auf der Eurobike ist er zu sehen. Er besteht aus einem Ober und einem Unterteil, die Länge lässt sich laut Mechaniker auf 45 und 50mm einstellen. Am Lenker fährt Troy viel Rise, ein Renthal Fatbar mit 40mm um genau zu sein. Auch die Griffe kommen aus dem Hause Renthal,  der X0 Schalthebel ist per Matchmaker am Bremshebel montiert.

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Gewicht: Kein Kommentar – übergewichtig sieht das Rad aber nicht aus.

In Val di Sole war Troy noch mit diesem Rad unterwegs – am Wochenende werden wir vielleicht aber schon ein ganz anderes interessantes Specialized Demo sehen, nämlich eines aus Carbon. Ob nur Sam Hill oder auch Troy Brosnan damit unterwegs sein wird ist allerdings noch unklar.


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