Während die rennsport-interessierte Fraktion der MTB-Welt den Saison-Auftakt bereits beim World Cup in Pietermaritzburg feiern konnte, mussten sich die Freeride-Fans der FMB World Tour noch gedulden.

Doch jetzt ist es endlich soweit – das Warten hat ein Ende und die Freeride-Saison beginnt. Am kommenden Wochenende startet die FMB World Tour mit dem ersten Contest in die neue Saison: den Auftakt macht das Kult-Event “Vienna Air King” in der österreichischen Bundeshaupt Wien.

Bevor jedoch die Contest-Saison wieder voll durchstartet, präsentieren wir euch noch mal die wichtigsten Fakten zur FMB World Tour 2012: Den offiziellen Kalender der Tour mit der Aufteilung der Events und welche Contests ihr euch schonmal vormerken solltet, außerdem die 2012er Prognosen zu den Top10-Fahrern des letzten Jahres und nicht zuletzt Infos dazu, wie sich die Fahrer in der Off-Season auf die 2012er Saison vorbereitet haben.

Übersicht

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Kalender der FMB Tour

FMB World Tour Event Calendar 2012

 

Die wichtigsten Events

Sonntag, 1.04.2012
Vienna Air King, Wien/Österreich

Silver Event
Dirt Jump

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Freitag, 13.04.2012
Rocket Air, Thun/Schweiz

Silver Event
Slopestyle

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Freitag, 17.05.2012
FISE Slopestyle, Montpellier/Frankreich

Gold Event
Slopestyle

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Samstag, 19.05.2012
Red Bull Berg Line at iXS Dirtmasters, Winterberg/Deutschland

Gold Event
Slopestyle

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Sonntag, 27.05.2012
26TRIX at Out of Bounds Festival, Leogang/Österreich

Gold Event
Dirt Jump

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Sonntag, 08.07.2012
Châtel Mountain Style, Châtel/Frankreich

Gold Event
Slopestyle

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Samstag, 14.07.2012
iXS Slopestyle at Crankworx Les 2 Alpes, Les 2 Alpes/Frankreich

Gold Event

Slopestyle

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Samstag, 21.07.2012
Claymore Challenge, Northfield/USA

Gold Event
Slopestyle

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Samstag, 28.07.2012
Crankworx Colorado, Winter Park Resort Colorado/USA

Gold Event
Slopestyle

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Samstag, 04.08.2012
Bearclaw Invitational, Mt. Washington/Kanada

Gold Event
Slopestyle

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Samstag, 18.08.2012
Red Bull Joyride at Kokanee Crankworx, Whistler/Kanada

Diamond Event
Slopestyle

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Sonntag, 07.10.2012
Red Bull Rampage 2012, Zion/Utah

Diamond Event
Freeride

 


Das Slopestyle-Event der Superlative – der Red Bull Joyride beim Kokanee Crankworx in Whistler

Die besten Fahrer

Die kommende Saison verspricht, eine der besten und trickreichsten zu werden – nicht nur aufgrund des von Jahr zu Jahr steigenden Fahrer- und Trick-Niveaus. Auch die Organisation der FMB durch Rasoulution ist mittlerweile perfekt eingespielt und bot schon im vergangenen Jahr wenig Grund zur Kritik. Auch fanden bereits im letzten Jahr neue Judge-Lehrgänge statt, um auch das Niveau der Judges zu steigern. Alle teilnehmenden Fahrer und Favoriten hier vorzustellen, würde den Rahmen sprengen – dafür gibt es einfach zuviele Fahrer mit viel Potenzial. Drum werden im Folgenden für euch noch mal die Top Ten der letzten FMB-Tour und die deutsche Fraktion der FMB-Fahrer vorgestellt.

1 – Brandon Semenuk
Letztes Jahr hat er es endlich geschafft – nach dem Verletzungs-Aus in 2010 konnte der Kanadier 2011 den Gesamtsieg feiern. Nach Siegen beim 26trix, der Claymore Challenge und dem Red Bull Joyride in Whistler war Semenuk nicht mehr von Platz 1 zu drängen.
Wenn ihn keine blöde Verletzung ereilt, ist der technisch brilliante Fahrer wieder einer der ganz großen Favoriten auf den Gesamtsieg 2012. Auch in Whistler stehen seine Chancen für den 1. Platz beim Joyride extrem hoch.

2 – Cameron Zink
Der toughe US-Amerikaner ist bekannt für seine “Do or die”-Tricks – sein massiver 360er Drop bei der Rampage 2010 hat schon jetzt ähnlichen Kultstatus wie Benders Jaw-Drop. Cam Zink, erster FMB-Toursieger überhaupt, hat technisch alles drauf – schwächelt aber gelegentlich in der Ausführung und kann auch schonmal böse einschlagen. Um ganz oben zu landen, muss er beim aktuellen Niveau des Fahrerfeldes noch einmal eine Schippe drauflegen. Hat als Big Mountain-Experte allerdings beste Chancen auf Siege in Châtel und bei der Rampage 2012.

3 – Sam Pilgrim
Der Brite mit dem fehlenden Schneidezahn hatte im letzten Jahr großes Pech – durch zwei Platten in beiden Finalläufen beim Crankworx Joyride-Contest ließ er eine Menge Punkte liegen. Frustbewältigung gab es beim District Ride in Nürnberg: Sam war nicht zu stoppen, trickste überall und gewann überlegen. Auch für diese Saison könnte es für ihn ganz nach oben gehen , sofern er bei den großen Events plattfußfrei bleibt und als Dirt-Trickser auch bei den Big Mountain-Events ein paar Punkte holt.

4 – Anthony Messere:
DIE große Überraschung im Vorjahr. Um gute Prognosen abzugeben, ist es nach einem Jahr vielleicht noch etwas verfrüht – eine große Rolle wird er aller Voraussicht nach auf jeden Fall spielen. Nach einem dritten Platz beim Red Bull Joyride und weiteren soliden Ergebnissen ist mit dem jungen Kanadier definitiv zu rechnen – auch wenn er oft noch etwas übermütig agiert und dann mitunter böse crasht. Seine Tricks finden auf allerhöchstem Niveau statt und das in einem Alter, wo die meisten Kontrahenten noch nicht mal an Backflips dachten. Wenn Anthony so weitermacht wie bisher, sind die Top3 im Gesamtklassement nicht unrealistisch!

5 – Martin Söderström
Oder auch “der ewige Fünfte”. Nach zwei fünften Plätzen im 2010er und 2011er Gesamtklassement will der smarte Schwede dieses Jahr richtig angreifen. Schon letztes Jahr zeigte er mit dem Gewinn des Winterberg-Slopestyles und dem ersten Triple Tailwhip in einem MTB-Wettkampf überhaupt, was für ein Potential in ihm steckt – nur vor der Rampage hat er allergrößten Respekt, wie er uns jüngst im Interview verriet. Abgesehen vom Big Mountain-Freeriden bringt Martin allerdings sonst alles mit, was ein FMB-Sieger braucht – auch für ihn sind definitiv die Top 3 drin! Wenn er nicht verletzt ist, wird er auch beim Joyride in Whistler weit nach vorne kommen – und auch den Winterberger Slopestyle wird er erneut gewinnen.

6 – Cam McCaul
Wie Darren Berrecloth ist Cam McCaul schon jetzt eine Art lebende Legende im Freeride-Zirkus – er ist seit Jahren dabei und liefert bei fast jedem Wettkampf ordentlich ab. Letztes Jahr ist er aufgrund langwieriger Bänderverletzungen im Schulterbereich nur unter Schmerzen und vielen Tabletten Sechster im Gesamtranking geworden – die Off-Season nutzte er zur OP und Regeneration. Wir hoffen, dass Cam dieses Jahr wieder voll angreifen wird und ähnliche Tricks wie beim letztjährigen District Ride reißt, wo sein Frontflip Superman einer der Highlights war. Mit Cam McCaul ist immer zu rechnen, wenn er fit ist – ganz nach oben wird er es im Gesamtklassement angesichts des Trick-Repertoires der Konkurrenz wahrscheinlich nicht packen. Wie im letzten Jahr wird er seine Chancen eher beim kleinen Crankworx-Bruder in Colorado nutzen.

7 – Yannick Granieri
Der kreative Franzose fährt jetzt für Polygon aus Malaysia, die schon White Style-Gewinner Sam Reynolds ins Team geholt hatten – die Zusammenarbeit könnte für mächtig Input sorgen und Aufwind für die 2012er Saison geben. Yannick ist ein Garant für dicke Tricks, was er schon letztes Jahr mit seinen beiden zweiten Plätzen bei der Claymore Challenge und dem FISE in Montpellier eindrucksvoll bewies. Interessant wird sein, wie er bei der Rampage abschneidet – in 2010 schied er, im Gesamtklassement auf Platz 2 liegend, vorzeitig aus. Die Top 10 Gesamt sind definitiv drin, bei einigen Gold-Events wird er sicher in die Top 3 fahren.

8 – Greg Watts
Einer der stabilsten und auch schmerzfreiesten Fahrer, der immer für eine Überraschung und “Big Balls”-Tricks gut ist – so gesehen beim 2010er Crankworx Colorado, wo er fast den Best Trick Contest gewann, dann aber mit seinem Double Truckdriver den Step down-Sprung hinunter hart crashte. Letztes Jahr wurde er Gesamt-Achter, insbesondere durch seine vierten Plätze beim Joyride und der Claymore Challenge und den Gewinn des Ranch Style-Contests. Greg wird seine Routine ausspielen und auch 2012 heftige Tricks landen. Doch auch hier gilt: Das Niveau der jüngeren Fahrer könnte mittlerweile zu hoch für ihn sein, insbesonderes was die neuen Trickvariationen angeht.

9 – Darren Berrecloth
Die Freeride-Legende, die schon fast alles gewonnen hat: Zweimaliger Monster Park-Gewinner, Slopestyle-Sieger beim Crankworx-Festival, Gesamtsieger der Nissan Qashqai-Tour, dreimaliger Gewinner beim Adidas Slopestyle in Saalbach-Hinterglemm. Kurz: Darren muss niemandem mehr etwas beweisen. Dennoch geht immer noch einiges beim robusten Kanadier – immerhin wurde er Neunter im letztjährigen Gesamtklassement und hat augenscheinlich immer noch extrem viel Spaß bei Wettkämpfen. Weite, hohe und heftige Tricks sind seine Spezialität – beim Technikgetrickse der jungen Garde kann er aber nicht mehr mithalten. Bei dem aktuellen Niveau so vieler Fahrer werden die Top 10 für dieses Jahr äußerst schwer. Darren wird allerdings gerade bei den beiden Big Mountain-Wettkämpfen alles geben, denn insbesondere bei der Rampage in Utah bringt er unheimlich viel Routine mit. Wenn alles perfekt läuft, ist hier definitiv die Top 3 drin.

10 – Kurtis Sorge
Kurt Sorge in den Top Ten? Davon bekam man in Deutschland kaum etwas mit. Ihn sollte man allerdings auch für die kommende Saison im Auge behalten, denn der 23-jährige Kanadier wird auch dieses Jahr bei den Big Mountain-Contests eine Rolle spielen. Nicht umsonst gewann Kurt 2008 die Rampage und im Jahr darauf den Châtel Mountain Style – auch im letzten Jahr stand er in Châtel auf dem Treppchen. Bei den Dirtjump- und Park-Wettkämpfen wird er nicht die größte Rolle spielen – aufpassen sollte man allerdings, wenn es heftiger und weiter zur Sache geht. Im Gesamtklassement werden die Top 10 schwierig werden.

Die deutschen Fahrer

Selbstverständlich wird auch Deutschland bei der FMB-Tour vertreten sein – und das durch nicht wenige Fahrer. Die deutsche Delegation wird nun schon eine Weile vom konstant auf Weltniveau fahrenden Amir Kabbani angeführt. Der Mongoose-Fahrer und Boppard-Local trainiert hart, um in der Weltspitze weiter nach oben zu klettern. Letztes Jahr war er Gesamt-Elfter, gewann den “Air Strike” in Saalbach und wurde Siebter beim Crankworx Colorado. Dieses Jahr werden die Top Ten drin sein – wenn die Judges in Nordamerika die Europäer ebenso fair bewerten wie die Locals. Auch Andi Wittmann meldet sich nach einer langen Verletzungspause zurück. Sofern Andi die verletzungsbedingten Rückschläge des vergangenen Jahres gut verarbeiten konnte, so dürfte er dieses Jahr aus deutscher Sicht ein ganz heißes Eisen bei der FMB World Tour sein.
Die weiteren deutschen FMB-Athleten:

Simon Kirchmann (2011: 29. Platz)
Urs Reinosch (2011: 31. Platz)
Hendrik Tafel (2011: 33. Platz)
Peter Henke (2011: 36. Platz)
Magnus Baumann (2011: 40. Platz)
Felix Rosendahl (2011: 43. Platz)
Tobi Wrobel (2011: 47. Platz)
Dominik Dierich (2011: 57. Platz)
Dominic Amberger (2011: 58. Platz)
Andi Wittmann (2011: 65. Platz, war lange verletzt)


Nach einer kleinen Auszeit nun wieder dabei – Red Bull Rampage!

Off-Season

Tomas Zejda: Auch die Tschechische Republik sollte man dieses Jahr bei der FMB World Tour im Auge behalten – mit Tomas Zejda dürfte sie wohl auf vielen der Dirt Jump lastigen Contests gut vertreten sein. Der junge Tscheche verbrachte einen Teil des Winters im neuseeländischen Queenstown, wo er neben dem täglichen Training auch an der legendären Unit Farm Jam teilnahm. Tomas hat große Ziele für 2012 und bereitet sich erstmals auch auf die großen Events in Übersee vor. Mit einem neuen Slopestyle-Fully und dem einen oder anderen neu erlernten Trick möchte er beweisen, dass er mit der internationalen Slopestyle-Elite mithalten kann.

Andi Wittmann: Der Bad Aiblinger musste im vergangenen Jahr mächtig einstecken – mehrere Verletzungen machten es ihm unmöglich ins aktive Wettkampfgeschehen einzugreifen. Nachdem sich der Slopestyler im Winter endlich von seinen Verletzungen auskuriert hat, möchte er nun motiviert, wie nie zu vor, in die neue Saison starten. Auf unsere Anfrage, wie die Saisonvorbereitung für ihn verlaufen würde, antwortete uns Andi: “Wir waren im November noch einmal am Wildkogel zum Shooten, in dem Gebiet wo ich auch den Suzuki Nine Knights Event veranstaltet habe. Es war echt cool – gute Erinnerungen an das Event im August kamen zurück und vor allem war ich nach meiner ewig langen Schulter-Reha endlich wieder auf dem Bike. Es hat echt krass viel Spaß gemacht und die Stimmung dort war der Wahnsinn: Alles war so trocken und die Gräser färbten sich herbstlich golden – einfach traumhaft bei dem Panorama des Hauptalpenmassives, den Hohen Tauern.

Ansonsten sind ein paar Details meiner OPs zu sehen, nicht wirklich schön, aber zum Glück passt jetzt wieder alles und ich habe bis jetzt sehr viel Zeit mit Wintertraining neben dem Bike verbracht. Die Sportschule Puch in Fürstenfeldbruck gibt mir das optimale Training und draußen habe ich viel auf meinen Langlauf-Skating-Ski verbracht, was perfektes Schultertraining ist. Demnächst geht es wieder los mit dem Vienna Air King – ein Warm-Up-Event für mich dieses Jahr, mal sehen wies läuft. Ich will nichts überstürzen, da so eine Schulterverletzung schon hart ist und ich merke es immernoch. Das heißt, Wien ist für mich wirklich erst mal ein Test. Aber die großen Events stehen im Kalender und je nach Verlauf werde ich auch in Übersee an einigen Contests teilnehmen. Bin schwerst motiviert!”Andi Wittmann bei einer seiner ersten Ausfahrten nach der Verletzungsmisere. Foto: Lars Scharl

Zum Abschluss noch ein Video zur Einstimmung auf die neue FMB World Tour Saison – viel Spaß! 

Fotos: Max Leitner, Mike Kaufmann, Norbert Szasz, Blake Jorgenson, David Seetoh Lang, Erwin Polanc, Ian Hylands, John Gibson, Lars Scharl, Maxi Dickerhoff, Yorick Carroux/Red Bull Content Pool

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Freesoul

    dabei seit 10/2001

    naja, das war ja keine überraschung, dass der district ride dieses jahr durch die rampage ersetzt wurde.

    aus recht vertrauenswürdigen quellen habe ich aber letztens erfahren, dass der district ride im nächsten jahr fortgesetzt werden soll - aber (noch) keine gewähr darauf...;)
  2. benutzerbild

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    Marc B

    dabei seit 07/2001

    Nürnberg 2013 - das natürlich der Hammer :daumen:
  4. benutzerbild

    Tobias

    dabei seit 08/2001

    Schon ein dezent umfangreicher Artikel. Sehr gut :) Ich freu mich auf's Wochenende!
  5. benutzerbild

    Nduro

    dabei seit 02/2012

    Super Bericht macht schon mal Lust auf Sonntag. Bitte weiter so berichten. :thumbup:
  6. benutzerbild

    Bulli76

    dabei seit 10/2011

    Hi,

    hab noch nirgends etwas dazu gefunden und wollte es den "nachtschwärmern" unter euch nicht vorenthalten:

    Shimano Slopestyle finals ab 01:00uhr Live vom Colorado Freeride Festival:
    http://coloradofreeridefestival.com/webcast.html

    und als kleiner vorgeschmack hier die hochkarätige Teilnehmerliste
    http://coloradofreeridefestival.com/downloads/ss_complist.pdf

    Gruß,
    Bulli

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