HomeAllgemeinGotthard by Bus: Tom Malecha und der größte Bikeshuttle der Welt [Video & Interview] — 10. Dezember 2012 12:49

Gotthard by Bus: Tom Malecha und der größte Bikeshuttle der Welt [Video & Interview]

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Neues von “Filme von Draussen”-Macher Tom Malecha: Er und sein MTB-Kollege Ben Schulz waren im August dieses Jahres mit dem größten Bike-Shuttle der Welt unterwegs – den Schweizer Postautos. Von ihrem Trip durch das Gotthard-Massiv haben sie einen Film mitgebracht, der sicherlich bei dem einen oder anderen Zuschauer für Reiselust und Bergweh sorgen wird – wie eigentlich jeder Film von Tom.
Wir haben uns mit Tom Malecha alias “teecee” unterhalten und ihn um ein paar Tipps für Nachahmer gebeten.

Das grösste Bike-Shuttle der Welt. von teecee – mehr Mountainbike-Videos

Warum «Gotthard by Bus»?

Im Gotthardgebiet gibt es auf engstem Raum jede Menge hochalpine Pässe – zum Beispiel den Grimselpass, den Furkapass und den Nufenenpass. Und auf die meisten davon fahren mehrmals am Tag Postautos.

Was sind denn genau Postautos?

Die Postautos sind Busse, die modernen Nachfolger der Postkutschen. In vielen Regionen der Schweiz sind sie das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel. Und – wie der Name schon sagt – nach wie vor werden abgelegene Orte durch sie mit Post beliefert.

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# Einer der klassischen Postbusse

Wie viel Zeit braucht man für den Trip?

Wir haben die Tour auf zwei Tage aufgeteilt und in Oberwald übernachtet. Wir brauchten die Zeit, um zu filmen. An der Stelle muss man vielleicht sagen: Wir sind zu dieser Tour durch Thomas Giger inspiriert worden, der im Ride Magazin darüber geschrieben hat. So wie er dort die Tour beschrieben hat, kann man alle vier Abfahrten an einem Tag machen.

Wie werden die Bikes transportiert?

An vielen Postautos gibt es mittlerweile am Heck einen Träger, an dem bis zu 6 Bikes Platz finden. Was aber ganz wichtig ist: Fahrräder müssen vorher angemeldet werden. Und wenn das Postauto keinen Träger hat, ist man auf die Kulanz der Fahrer angewiesen, die die Bikes dann im Transportraum oder im Bus unterbringen.

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# Maximal 6 Bikes passen hinten an den Bus

Wie sind die Busfahrer auf Biker zu sprechen?

Die meisten waren sehr nett und hilfsbereit. Andererseits ist unsere Tour nicht ohne Pannen verlaufen: Manche Postbusse fahren nur auf Bestellung. Wir hatte telefonisch angemeldet, dass wir am Sonntag morgen mit dem ersten Bus auf den Grimselpass wollen. Der ist dann aber nicht aufgetaucht, was unseren Plan ziemlich durcheinander gebracht hat. Als dann das nächste Postauto kam, wollte uns der Fahrer zuerst nicht mitnehmen, weil wir ja keine Reservierung für den Bus hatten.

Der hat uns dann auch ins Gesicht gesagt, dass Fahrradfahrer das Schlimmste für ihn sind. Als wir nach dem Grund gefragt haben, kam heraus, dass er damit die Rennradfahrer meinte. Und ich muss zugeben, für einen Busfahrer, der tagaus und tagein über die engen Passstrassen schaukelt, sind Fahrradfahrer vermutlich ein wirklich lästiges Hindernis. Als wir ihm versichert haben, dass wir nie und nimmer auf Asphalt nach unten fahren würden, besserte sich die Stimmung zusehends.

Was für ein Bike ist optimal für das Terrain?

Die Trails, die wir gefahren sind, waren nicht besonders schwer, aber sehr verblockt, mit vielen Stufen. Insofern ist Federweg von Vorteil. Ich hatte mein Orbea Rallon mit 160mm Federweg dabei und ich muss sagen, das war perfekt. Worauf man achten sollte: Reifen, die deutlich dicker als 2.4 sind, kriegt man eventuell nicht mehr in den Fahrradhalter.

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# On-board-Sicht mit Toms Orbea Rallon

Wenn man nur eine Abfahrt machen kann, welche würdest du empfehlen?

Mir persönlich hat die Abfahrt vom Grimselpass nach Oberwald sehr gut gefallen. Runter nach Innertkirchen war’s auch spektakulär. Die Abfahrt vom Furkapass ist – wie auch im Film erwähnt – eine ziemliche Katastrophe. Da müsste man schauen, ob es da noch eine lohnendere Alternative gibt. Eine andere Option, die wir nicht probiert haben, wäre vom Nufenenpass ins Tessin abzufahren, Richtung Airolo. Das steht definitiv noch bei uns auf der Liste.

Was kostet die Fahrt?

Leider habe ich den genauen Preis nicht mehr im Kopf, aber diese Tour ist nichts für Sparfüchse. Selbst mit dem Halbtax, dem Schweizer Äquivalent der Bahncard 50, muss man 20 Franken mindestens rechnen. Aber als Trost: Dafür ist es aber eine viel individuellere Art des Shuttlens.

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# Wunderschöne Aussicht in der Schweiz

Hast du vielleicht abschließend noch ein paar Infos zum Film für uns?

Wir haben hier recht minimalistisch gearbeitet, ich bin ja zusammen mit Ben auch der Fahrer. Zum ersten Mal hatte ich hier eine gehackte Panasonic GH2 mit einem alten Minolta 50mm und einem Olympus 8-18mm im Einsatz. Die Kamera stand die meiste Zeit auf einem leichten Manfrotto-Stativ. Außerdem hatte ich eine Gopro 2 für die Cablecam und die POV-Shots bei mir.

Weitere Infos

ÜbernachtungHoliday Camp Sand, für Schweizer Verhältnisse recht günstige Zimmer

Optimaler Zeitpunkt: Die Postbusse verkehren auf den Pässen üblicherweise zwischen Juni und Oktober.

Fahrpläne: Formular der SBB, Infos auf Postauto.ch

Reservierungen: Bis 16:00 am Vortag anmelden unter +41 (0)58 448 20 08.

Infos zur Tour gibt es zur groben Orientierung hier:  http://goo.gl/maps/3aEnE

Touren-Reportage des Ride Magazins: Ausgabe September 2011 als kostenpflichtiges PDF.

Danke für das Interview an Thomas Malecha – wir sind schon gespannt auf den nächsten Trip!

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