Das Lapierre Spicy Team Ultimate ist das extrascharfe Enduro Race-Bike der französischen Firma - wie schlägt sich das Arbeitsgerät von Adrien Dailly und Co. im Vergleich zur Konkurrenz? Wir haben das 5.299 € teure Carbon-Bike, das nicht nur aufgrund des RockShox Coil-Dämpfers am Heck aus der Masse heraussticht, getestet!
Die Geometrie des Lapierre Spicy ist modern, fällt aber insgesamt nicht allzu extrem aus - unser Testbike in Größe L hat einen Reach von 461 mm, einen 66° flachen Lenkwinkel und 435 mm lange Kettenstreben. Mit einer Absenkung von 5 mm ist das Tretlager vergleichsweise hoch. Ob Lapierre den perfekten Mix gefunden hat?
Der RockShox Super Deluxe Coil RCT-Dämpfer am Heck ist eines der auffälligsten Features des Lapierre Spicy Team Ultimate - der Stahlfeder-Dämpfer kontrolliert die satten 170 mm Federweg des OST+ Hinterbaus.
Auch vorne hat das Lapierre Spicy Team Ultimate 170 mm Federweg.
Diese werden von einer bewährten RockShox Lyrik RCT3 kontrolliert.
Lapierre verbaut am Spicy Team Ultimate SRAM Guide RSC-Bremsen mit 200 mm großen Bremsscheiben vorne und hinten.
Die Bereifung aus dem Hause Michelin konnte im Test mit guter Traktion und Pannensicherheit überzeugen.
Das SRAM X01 Eagle-Schaltwerk gehört mittlerweile fast schon zum Standard-Inventar an den meisten Enduro-Bikes - ungewöhnlich hingegen ist der Schutz für das Schaltwerk!
Der Sag-Indikator am Hinterbau des Lapierre Spicy Team Ultimate ist ein ebenso praktisches Detail …
… wie der großflächige Gummischutz, der die Kettenstrebe und auch die Sitzstrebe bedeckt.
Auf der Unterseite ist das Unterrohr großflächig gegen Steinschläge geschützt.
Kurz hinterm Steuerrohr verlaufen die Kabel sauber und klapperfrei durch den Rahmen.
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In hartem, ruppigem Gelände fühlt sich der französische Enduro-Bolide pudelwohl - der Hinterbau arbeitet überragend und saugt jede noch so kleine Unebenheit sensibel auf. Dank ausreichender Progrressivität muss man keine Durchschläge befürchten.
Auf flachen Trails ist das Spicy zwar erstaunlich agil – ein Beschleunigungswunder ist es jedoch nicht.
Bergauf macht das Lapierre eine ordentliche Figur. Der Hinterbau generiert viel Traktion und die Sitzposition ist angenehm zentral.
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Abziehen in ruppigen Passagen? Kein Problem! Kein anderes Bike in unserem Vergleichstest vermittelt so viel Downhill-Feeling wie das Lapierre Spicy Team Ultimate.
Lapierre ist mit dem Spicy Team Ultimate ein sehr guter Mix aus Laufruhe und Agilität gelungen. Ein reines Geradeaus-Bolzbike ist das Spicy nicht.
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Bergauf stellt man zwar keine Rekorde auf, die Sitzposition ist aber angenehm zentral und der Hinterbau bietet viel Traktion - ein Griff an den gut erreichenden Lock Out-Hebel des RockShox-Dämpfers eliminiert das Wippen effektiv. Bergab spielt der Stahlfeder-Dämpfer dann seine Stärken voll und ganz aus.
Der Trigger-Hebel der RockShox Reverb-Sattelstütze bietet eine hervorragende Ergonomie - aufgrund des Rahmendesigns können die Trigger am Lenker jedoch unsanft ins Oberrohr knallen, wenn man den Lenker (unfreiwillig) zu stark eindreht.
Vor allem auf harten, Downhill-lastigen Trails ist das Lapierre Spicy Team Ultimate dank des hervorragenden Hinterbaus voll und ganz in seinem Element - das macht es zu einer sehr guten Wahl für den Enduro Race-Einsatz. Bergauf bevorzugt das Spicy hingegen eine gemächlichere Gangart. Die Ausstattung und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind sehr gelungen!