Hat die Leichtbaufahnenstange ein Ende?

Vermutlich nicht.

Wenn doch, wäre es in Sachen Pedal mit dem NC17 MG II Ti S-Pro sicher erreicht. Ein ganz schön schwerer Name für ein ganz schön leichtes Teil!

Fakt ist: Ein minimalistischer Körper aus leichtem Magnesium, gepaart mit hochwertigen Industriekugellagern und Achsen aus Titan – hier wurde nicht gespart. Das Gewicht ist dem entsprechend niedrig: Angegeben mit 296g stoppte meine Waage sogar schon bei 293g – wohlgemerkt für das Paar, und nicht ein einzelnes Pedal.

In Folge dessen war ich durchaus etwas skeptisch, ob den Teilen zu trauen ist – schließlich wogen meine Vorgänger zum Teil mehr als das Doppelte!

Also, nichts wie los, angeschraubt, ausprobiert: Wo wurde das Gewicht eingespart? Beim Grip? Der Größe? Der Haltbarkeit?

Der Grip scheint es nicht zu sein – nach einigen Fahrten durch ruppiges Gelände, zum Teil mit Matsch und Schnee zwischen Schuh und Pedal, würde ich ihn auf Niveau des Shimano DX einstufen (Spürbar besser als dieses mit kurzen, wenig schlechter als dieses mit den langen Pins).

Und auch an der Größe hat man nicht gespart, Breite und Länge sind nahezu identisch mit den erwähnten DX oder Crank Brothers 5050.

Und die Haltbarkeit? Nach drei Monaten ein erstes Fazit: Die Pedale drehen sich seidenweich wie am ersten Tag. Der Lack zeigt sich widerstandsfähig, weist allerdings schon erste “Ermattungserscheinungen” auf. Die Kratzanfälligkeit – zum Beispiel beim Ablegen des Rades – ist vermutlich etwas höher als bei einer anodisierten Oberfläche. Sollten die Pins einmal stumpf / verbogen / verloren sein, sind fast alle austauschbar und bereits Ersatzpins im Lieferumfang enthalten.

Damit wären wir auch schon bei einem meiner Kritikpunkte: Der Klavierlack hält zwar ziemlich gut, kommt meiner Meinung nach aber nicht an ein schönes Elox-Finish ran. Das ist ein Nachteil, den man bei Magnesium in Kauf nehmen muss. Außerdem droht bei tiefen Schrammen Korrosion. Die Titanachse ist dezent silber gehalten, was sehr edel wirkt. Außerdem ist es wohl nicht möglich, einen Magnesium-Körper so dünn zu gestalten, wie ein Aluminium-Pendant: Das DX-Pedal ist minimal flacher, die hauseigene Konkurrenz namens Sudpin III S-Pro sogar ein ganzes Stück.

Und: Edle Materialien sind nicht ganz günstig, in diesem Fall 169€.

Fazit:

Eine beeindruckende Gewichtsersparnis mit minimalen funktionellen Beeinträchtigungen – so macht Leichtbau Spaß! Aber: Nicht ganz billig, dazu etwas dicker und (Achtung: Geschmackssache!) weniger schick als ein Alu-Pedal.

  1. benutzerbild

    theworldburns

    dabei seit 06/2002

    hochqualifizierte kommentare mal wieder hier :D

    danke für die infos - nun schert euch bier trinken, is samstag abend.
  2. benutzerbild

    theworldburns

    dabei seit 06/2002

    die nuss ist da.
    das rechte pedal war innerhalb von ner minute mit neuer fettpackung wieder zusammengeschraubt.
    nur das linke... direkt beim ersten mal ansetzen die alukappe komplett rundgedreht -.-
    mal abwarten wie lange es dauert, bis ich die muße habe den dremel anzusetzen :)
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  4. benutzerbild

    jatschek

    dabei seit 07/2004

    Oha, die Abdeckkappen haben auf beiden Seiten ein rechtsgewinde. Die Haltemutter auf der Achse hat einmal links und einmal rechtsgewinde. Nicht verwechseln. ;)

    Wie schlimm schaut denn der 6kant aus? Manchmal kann man das Material stauchen und dann klappt es wieder. Oder versuchen einen Torx reinzuschlagen. Aber dann würde ich noch unterstützend das Gehäuse warmmachen.
  5. benutzerbild

    theworldburns

    dabei seit 06/2002

    ich habs ja richtig herum zu drehen versucht aber das ding war wirklich sofort rund...
    ich glaub so n großen torx schlüssel hab ich nicht :) ich werd das teil mim dremel schlitzen, öffnen und dann eine der 4 abdeckkappen montieren, die ich an den beiden paar MG I mit stahlachse noch so rumfliegen hab :)

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