Im saarländischen Sankt Ingbert wurden an diesem Wochenende die neuen Titelträger in der olympischen Cross-Country-Disziplin gesucht und gefunden. Manuel Fumic konnte in einer sehr knappen Entscheidung den Titel in der Elitekategorie der Herren verteidigen, während Elisabeth Brandau sich erstmals den Cross-Country-Titel sicherte.

Herren – Fumic sprintet zum Sieg

Manuel Fumic wurde beim Rennen der Herren seiner Favoritenrolle gerecht, auch wenn ihn die Fahrer der „jungen Generation“ mächtig unter Druck setzten. Der sehr wellige Kurs in Sankt Ingbert war nicht geschaffen für große Zeitabstände und so etablierte sich vom Start weg eine vierköpfige Spitzengruppe.

Alter und neuer deutscher Meister: Manuel Fumic
# Alter und neuer deutscher Meister: Manuel Fumic

Georg Egger, Martin Gluth und Ben Zwiehoff setzten den Titelverteidiger Manuel Fumic unter Druck. Doch der Kirchheimer vom Cannondale Team ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und forcierte in den letzten drei von acht zu fahrenden Runde das Tempo. Lediglich Georg Egger konnte zunächst folgen, doch wenig später gelang auch noch Ben Zwiehoff der erneute Anschluss. So entwickelte sich in der letzten Runde ein Dreikampf den Manuel Fumic von vorne für sich entscheiden konnte.

Georg Egger hatte sich bei der Anzahl der zu fahrenden Runden verzählt und somit nicht seine kompletten Kräfte mobilisiert. Nichtsdestotrotz konnte er sich knappe 1,7 Sekunden vor Ben Zwiehoff die Silbermedaille sichern. Auf Rang vier landete Martin Gluth, gefolgt von Markus Schulte-Lünzum.

Georg Egger verzählte sich bei der Anzahl der Runden und konnte so Manuel Fumic in der letzten Runde nur bedingt gefährlich werden
# Georg Egger verzählte sich bei der Anzahl der Runden und konnte so Manuel Fumic in der letzten Runde nur bedingt gefährlich werden - Foto: Team Lexware

Damen – Brandau souverän zum ersten XC-Titel

Die Folgen des heftigen Sturzes in Val di Sole bei Sabine Spitz scheinen doch größere Nachwirkungen mit sich gebracht zu haben als zunächst erhofft. Die Mission Titelverteidigung beendete Spitz bereits zur Hälfte des Rennens, da ein verhärteter Rückenmuskel immer noch große Probleme bereitet. So war der Weg frei für die Favoritin Elisabeth Brandau, die souverän an der Spitze der Konkurrenz enteilte.

Adelheid Morath verlor bereits früh den Anschluss, nachdem Nadine Rieder vor ihr fahrend stürzte und somit die entscheidende Lücke entstand. Im Verlauf des Rennens blieb die Freiburgerin im zweiten Cross-Country-Rennen ihrer Saison lange Zeit in Schlagdistanz zu Brandau, ohne ihr je wirklich gefährlich zu werden. Sie sicherte sich den Vizetitel vor Nadine Rieder, die sich gegen Hanna Klein durchsetzen konnte. Kleiner Wehrmutstropfen im Rennen der Damen: Lediglich acht Damen standen an der Startlinie des Rennens, drei Fahrerinnen weniger als im Jahr zuvor.

U23 – Eibl und Brandl souverän

Auch in der U23-Klasse konnten sich sowohl bei den Damen als auch bei den Herren der Favorit bzw. die Favoritin durchsetzen. Max Brandl musste sich dabei in einem teaminternen Dreikampf mit Luca Schwarzbauer und Vinzent Dorn durchsetzen. In der zweiten von sieben zu fahrenden Runden attackierte der Wahl-Freiburger und setzte sich entscheidend ab. Schwarzbauer und Dorn folgte stets mit überschaubarem Abstand, konnte die Lücke aber nie schließen. Erst in der letzten Runde trennte sich das Verfolgerduo: Schwarzbauer attackierte und sicherte sich so die Silbermedaille. Vinzent Dorn landete auf dem dritten Rang.

Max Brandl auf dem Weg zur Titelverteidigung
# Max Brandl auf dem Weg zur Titelverteidigung - Foto: Team Lexware

Ronja Eibl aus Albstadt ist die neue deutsche Meisterin der U23-Kategorie. Sie feierte damit ihren ersten Erfolg bei nationalen Titelkämpfen. Von Beginn an setzte sich die Fünftplatzierte des Weltcuprennens von Val di Sole vor zwei Wochen an die Spitze und gab die Spitzenposition nicht mehr her. Überraschend dicht folgte Kim Anika Ames, die Bronzemedaillengewinnerin der deutschen Marathon-Meisterschaften vor einigen Wochen. Bronze ging Antonia Daubermann.


Nachwuchsklassen – Kaiser und Koch werden Favoritenrolle gerecht

In der Juniorenklasse konnten sich mit Leon Kaiser und Franziska Koch ebenfalls die Favoriten durchsetzen. Koch gelang die Titelverteidigung dank einer Solofahrt von vorne weg. Leoni Fend und und Emma Eydt kämpften dahinter um den Vizetitel, mit dem besseren Ende für Eydt. Im Rennen der männlichen U19-Fahrer konnte sich der „Bulle“ Leon Kaiser in einem Dreikampf durchsetzen. Gemeinsam mit Moritz Schäb und Lars Hemmerling fuhr er an der Spitze des Feldes ehe Schäb an einem Anstieg das Tempo forcierte. Lediglich Kaiser konnte folgen, der in der letzten Runde noch mehr Körner übrighatte.

In der männlichen U17-Kategorie krönte sich der Bruder von Lars Hemmerling, Thore Hemmerling zum neuen deutschen Meister. Bei den Damen gewann Luisa Daubermann. Die neuen deutschen Meister der U15-Kategorie heißen Benjamin Krüger und Carla Hahn.

Das Siegertrio in der männlichen Juniorenkategorie: Moritz Schäb ,Leon Kaiser und Lars Hemmerling (von links)
# Das Siegertrio in der männlichen Juniorenkategorie: Moritz Schäb ,Leon Kaiser und Lars Hemmerling (von links) - Foto: Team Lexware

Alle Ergebnisse der deutschen Meisterschaft im Cross-Country 2018 findet ihr hier.




  1. benutzerbild

    Cubinator

    dabei seit 01/2013

    Schaule
    Punkt 3 Strecke: geiler Kurs der Spaß macht. Alles mit der entsprechenden Technik fahrbar. Leider zu eng gebaut. Wer sich nach der Startphase nicht nach vorne gearbeitet hat, konnte im Rennen kaum noch nach vorne aufschließen.
    Ich finde es gibt genug Möglichkeiten zu überholen. In fast allen Anstiegen gibt es Passagen die zweispurig ausgeführt sind. Ansonsten ist das eben beim XCO so, dass der Start enorm wichtig ist. Das bergab nicht überholt werden kann ist ja klar, außer es geht nur Forstweg bergab.

    Schaule
    Und die ganze Veranstaltung kam rüber wie ein "Dorfrennen"
    Da hast du wohl noch keine richtige "Dorfrennen" gesehen :D
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    reblaus_MSP

    dabei seit 09/2015

    Wo finde ich Ergebnislisten? Auf den einschlägigen Seiten bin ich bisher nicht fündig geworden.
  4. benutzerbild

    Jobal

    dabei seit 05/2001

    Fand die Veranstaltung sehr gut.
    Man konnte die ganze Strasse parallel der Autobahn zum Parken nutzen u. genauso alle Grünflächen im Umfeld zum Stadion . Ich habe mit meinem Bus Sa u. So problemlos einen Parkplatz gefunden.

    Keine Zuschauer??? Überall auf dem superkompakten Rundkurs waren Zuschauer, ein Riesenvorteil von St. Ingbert, es gab eben nicht nur einen Hotspot zum Anschauen, sondern es gab überall was zu sehen, dementsprechend waren überall Zuschauer

    Von allen XC Strecken, die ich gefahren bin, gehört IGB zu den geilsten, konditionell schwer u. fahrtechnisch herausfordernd. Besser als dieses Forstweggeschrubbe mit gelegentlicher Technikeinlage.

    Ciao Jobal
  5. benutzerbild

    BiesOAS

    dabei seit 05/2013

    Schaule
    Anbei mal ein paar Kommentare aus meiner Sicht:
    Punkt 1 Parkplatzisituation: Rund um die Veranstaltung sind so gut wie keine Parkplätze zur Verfügung gewesen. Wenn man früh genug da war konnte man mit etwas Glück eine Lücke zwischen den parkenden Autos der Anwohner finden.

    Punkt 2 Duschen und WC: Für die Menge an Fahrern und Begleitern zu wenig. Von Zuschauern kann man nicht sprechen, da eigentlich nicht vorhanden.

    Punkt 3 Strecke: geiler Kurs der Spaß macht. Alles mit der entsprechenden Technik fahrbar. Leider zu eng gebaut. Wer sich nach der Startphase nicht nach vorne gearbeitet hat, konnte im Rennen kaum noch nach vorne aufschließen.

    Punkt 4 Ausschreibung: Wenn ich es als Senioren 3 Fahrer noch einmal erleben darf das man getrennt von Sen2 gewertet wird, singe ich ein Halleluja...

    Der Rest war OK. Bei der U17m immerhin 74 Fahrer am Start. Der veranstaltende Verein gab sich sichtlich Mühe in allen Belangen. Aber hey: Das ist die DM. Das wichtigste Rennen in Deutschland im Jahr. Und die ganze Veranstaltung kam rüber wie ein "Dorfrennen". Da erwarte ich von allen einfach mehr!

    Mh also mal aus Zuschauer-Sicht:

    Parken war an der Straße überall möglich, ich habe in einer nahen Seitenstraße problemlos einen Platz gefunden, zusätzlich war (zumindest glaub ich das gelesen zu haben) ein Shuttle Service von einem zentralen Parkplatz eingerichtet, denke das ist somit gut gelöst worden.

    Zu den Duschen kann man als Zuschauer wenig sagen, nur soviel, bei der Anzahl der Starter sollte das mit bissl Geduld möglich gewesen sein wenn ich mich dran erinnere wie viele Menschen sich bei Vorbereitungsturnieren der Fußballer Duschen teilen. Vllt. kann hier der Veranstalter aber auch z.B. mit einem Duschtruck für zukünftige Events nachbessern, daher guter Kritikpunkt.

    Die Strecke war für Zuschauer perfekt, man hat super viel gesehen, hatte quasi immer Biker um sich herum und ich glaube das ist wichtig um den Sport attraktiver zu machen. Überholmanöver hab ich einige gesehen, und ich denke die Strecke war schon cool. Ob man hier und da was nach den Erfahrungen dieses Jahr optimieren kann sollte der Verein sich anschauen (Feedback muss immer in Planungen einfließen), aber die Basis find ich sehr cool!

    Ausschreibung ist zu verstehen, die Frage ist, gibt es dann genügend Starter?

    Dorfrennen kann ich nicht als Ansicht teilen, da hab ich schon Hobbymäßigeres gesehen und auch Zuschauer waren da, wenn auch während dem Rennen im Wald etwas verteilt. Zu den Zieleinläufen bei Herren und Damen war der Zielbereich recht gut gefüllt. Klar sprechen wir nicht von Traditionsrennen wie dem Bike the Rock und Co. aber ich denke da war schon etwas los!

    Alles in allem, coole Veranstaltung, würde mich freuen wenn es als international gemeldetes Rennen weitergeht und vllt. hier und da die Kritikpunkte noch verbessert werden. Als Saarländer wäre es schön so eine Veranstaltung halbwegs in der nähe Besuchen zu können!

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