Video: Never Enough
Prolog
Vom Grund auf ist das Fahrrad nur ein einspuriges Fortbewegungsmittel auf zwei Rädern. Für die meisten von uns ist es aber noch viel mehr: Angefangen vom Freiheitsgefühl oder dem sportlichen Ausgleich bis hin zum Lifestyle. Vor allem der Gravity-Sektor bietet von Dirt über Slopestyle, Enduro und Freeride bis hin zu Downhill fast unendliche Möglichkeiten.
Nach über 20 Jahren im Sattel und davon zehn Jahren als Fahrtechniklehrer und Downhill-Racer hat Sascha aka Bam Hill einige Lektionen gelernt.
Basics
Egal ob man mit vier Jahren mit dem Sport startet oder ob man schon über 40 ist – der wichtigste Schlüssel zum Erfolg im Mountainbike-Gravity-Segment lautet Spaß am Sport. Nur so kann Leidenschaft entstehen, die dabei hilft, die eigene Fahrtechnik zu verbessern und über Jahre motiviert zu bleiben.
Airtime
Das menschliche Gehirn wurde nicht für große Flugmanöver entwickelt. Dennoch wird diese Aussage Tag für Tag von unterschiedlichsten Athleten widerlegt. Die Grenzen werden ständig neu definiert – während ein zehn Meter Sprung vor 20 oder 30 Jahren noch riesig war, gehört er heute selbst für die Young Guns im Sport zum Alltag.
Der Sport hat sich weiterentwickelt, und damit auch die Dimensionen der Sprünge. Besonders wichtig ist es jedoch, klein anzufangen und sich Schritt für Schritt nach oben zu arbeiten. Fliegen ist ein unglaubliches Gefühl – auf die Nase zu fliegen eher nicht.
Speed
Geschwindigkeit stabilisiert – diese Aussage ist grundsätzlich richtig. Dennoch ist es wichtig, auch hier seine Lektionen Stück für Stück zu lernen. Natürlich möchte niemand mit angezogener Handbremse fahren, aber Körper und vor allem Kopf müssen sich an die Geschwindigkeit gewöhnen.
Die Koordination zwischen Auge, Gehirn und Körper muss trainiert werden, damit man die Strecke schnell lesen und die richtige Linie wählen kann. Nur so kann man mit maximalem Flow durch die Downhill-Strecke fahren, statt sich am nächstbesten Hindernis aufzuhalten.
Flexibility
Tricks machen nicht nur Spaß, sie sehen auch gut aus und helfen dabei, Körpergefühl und Beweglichkeit zu verbessern. In jungen Jahren funktioniert die Koordination oft intuitiver, doch der entscheidende Faktor ist die Vorstellungskraft.
Wenn man sich einen Sprung oder Trick wie einen Film im Kopf vorstellen kann, ist ein großer Teil bereits geschafft. Bestehen hingegen Zweifel, ist es sinnvoll, zunächst einfachere oder kleinere Manöver zu trainieren.
Progression
Das richtige Verhältnis zwischen Druck und Vorsicht ist entscheidend für eine stabile Lernkurve. Eine gesunde Selbsteinschätzung ist dabei der wichtigste Faktor. Überschätzung führt häufig zu Stürzen und längeren Pausen, während zu viel Zurückhaltung Fortschritt verhindert.
Ein ausgewogenes Maß an Progression ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg und dauerhaftem Spaß am Sport.
Control
Volle Kontrolle über das Bike entsteht durch intensives und kontinuierliches Training. Entscheidend ist es, möglichst viele unterschiedliche Situationen zu erleben, um das eigene Repertoire zu erweitern.
So kann beispielsweise das Springen auf dem Dirtbike wertvolle Technik für schnelle und flüssige Linien auf Trails oder Downhill-Strecken vermitteln. Jede Disziplin verlangt spezifische Fähigkeiten, die sich gegenseitig sinnvoll ergänzen.
Experience
Jeder sammelt seine eigenen Erfahrungen – gute wie schlechte. Entscheidend ist es, diese richtig einzuordnen und daraus zu lernen. Negative Erfahrungen helfen dabei, Fehler künftig zu vermeiden, während positive Erlebnisse motivieren und voranbringen.
Am wichtigsten ist es jedoch, überhaupt Erfahrungen zu sammeln, statt auf der Stelle zu bleiben. Geh raus und arbeite an deinem Traum.
Focus
Fokus beim Radfahren lenkt von den Herausforderungen des Alltags ab. Die notwendige Konzentration sorgt dafür, dass Sorgen in den Hintergrund treten.
Besonders intensiv wird dieses Gefühl bei Nachtfahrten: Das Sichtfeld konzentriert sich auf den Lichtkegel der Lampe, während alles andere ausgeblendet wird. Es zählt nur der Moment.
Connection
Radfahren kann man alleine ausüben, doch gemeinsam mit Freunden gewinnt es eine zusätzliche Dimension. Gegenseitige Beobachtung, Feedback und Motivation fördern den Fortschritt.
Tricks lassen sich leichter erlernen, wenn man voneinander lernt und sich gegenseitig unterstützt. Auch die Geschwindigkeit und Sicherheit auf Trails verbessern sich oft im Team deutlich schneller.
Never Give Up
Es gibt gute und schlechte Tage auf dem Bike. Manchmal läuft alles perfekt, an anderen Tagen will nichts funktionieren. In solchen Momenten ist es wichtig, ruhig zu bleiben und sich nicht unter Druck zu setzen.
Nicht alles gelingt sofort. Wenn etwas nicht klappt, hilft es, eine Pause zu machen, etwas anderes zu trainieren und später mit neuer Motivation zurückzukehren.
Schlusswort
Das Leben ist zu kurz für Langeweile. Auch im Gravity-Sport ist es möglich, lange aktiv zu bleiben. Regelmäßige Zeit auf dem Bike – und in der Luft – hält Körper und Geist fit.
Routine ist der Schlüssel, um mit der nächsten Generation mitzuhalten und langfristig Freude am Sport zu behalten.
Was bedeutet Radfahren für euch – Freiheit, Progression oder einfach Spaß?
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Kommentare
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Bam Hill: Never Enough
Was bedeutet Radfahren für euch – Freiheit, Progression oder einfach Spaß?
Den Namen hab ich jetzt aber auch lange nicht mehr gehört.
Ich saß jetzt seit August nicht mehr auf einem Rad (Verkehrsunfall). Ich hoffe ich kann zeitnah wieder Radfahren und auch MTB und nicht nur Stadtrad.
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