Das Deviate Guide ist ein spannendes Enduro-Bike, das einem nicht jeden Tag über den Weg läuft: Der High-Pivot-Hinterbau ist in Kombination mit dem Pinion-Getriebe ein echtes Alleinstellungsmerkmal - Das außergewöhnliche Carbon-Rad verfügt über 160 mm Federweg an Front und Heck, rollt auf 27,5"-Laufrädern und ist ab einem Preis von £ 5.699 (aktuell zirka 6.420 €) erhältlich.
Bei der Geometrie gehen die Schotten von Deviate kein Risiko ein: Der Lenkwinkel liegt bei 65,8°, während der Sitzwinkel 75° misst. Der Reach fällt mit 450 mm in Größe M recht geräumig aus - die Kettenstreben sind 440 mm lang und die Tretlagerabsenkung beträgt 9 mm.
An der Front des Deviate Guides arbeitet eine Cane Creek Helm-Federgabel mit 160 mm Federweg und Luftfeder - die erste Federgabel der Amerikaner bietet zahlreiche externe und interne Verstellmöglichkeiten und lässt sich somit an fast jeden Fahrstil anpassen.
Entgegen der Serien-Ausstattung ist an unserem Testbike ein schicker Intend Grace EN-Vorbau sowie der Intend-Stiffmaster verbaut.
Die verbaute 9point8 Fall Line-Variostütze verfügt über 150 mm Verstellweg und wird mit einem minimalistischen und ergonomischen Hebel bedient.
Den Antrieb übernimmt das Pinion C1.12-Getriebe, das über 12 Gänge und eine Bandbreite von 600 % verfügt.
Der neue Pinion DS2-Schaltgriff fügt sich dank kompakter Bauweise besser ins Cockpit ein als das Vorgängermodell.
Die verbauten Stan's No Tubes Arch MK3-Laufräder sind eher für Trailbikes geeignet, der ZTR Flow MK3-Laufradsatz wäre hier eigentlich die logischere Wahl gewesen - allerdings traten während des Tests keine Probleme auf.
Der Cane Creek DBAir CS-Dämpfer leistet in Kombination mit dem Hinterbau ausgezeichnete Arbeit, wenn man ihn richtig eingestellt hat - dies kann aufgrund der zahlreichen Verstelloptionen jedoch etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Der High-Pivot-Hinterbau des Deviate Guides ist ungewöhnlich und aktuell eher selten an Enduro-Bikes zu finden.
Die Kettenumlenkung ist bei diesem Hinterbau-Konzept nötig, um störenden Pedalrückschlag zu eliminieren.
Das Getriebe aus dem Hause Pinion sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und für weniger ungefederte Masse auf der Hinterradachse, als es bei herkömmlichen Kettenschaltungen der Fall ist.
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Die Züge werden allesamt innerhalb des Carbonrahmens geführt - ein Klappern ließ sich während des Testzeitraums nicht feststellen.
Dank des tief sitzenden Dämpfers bietet der Hauptrahmen ausreichend Platz für eine Trinkflasche.
Die Carbon-Sitzstreben sind durch einen dicken Gummi-Protektor vor Kettenschlägen geschützt.
Bergauf macht das Deviate Guide keine allzu gute Figur – das hohe Gewicht und der niedrige Wirkungsgrad des Antriebs zehren an den Kräften des Fahrers.
Zwar mag das Deviate Guide bergauf Schwächen zeigen, dafür brilliert es in der Abfahrt - Die Kombination aus hoher Laufruhe und einer hervorragender Hinterbau-Performance sorgt für hohe Geschwindigkeiten und viel Spaß.
Das schottische Getriebe-Bike liegt sehr satt in der Kurve und stellt jede Menge Traktion bereit.
Egal wie ruppig der Untergrund ist, das Deviate Guide wirft so schnell nichts aus der Bahn.
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Bergab gibt es am Deviate Guide wenig auszusetzen, das Enduro-Bike mit 160 mm Federweg sorgt für "Downhill-Bike-Feeling" auf den Trails.
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Der Hinterbau leistet in Kombination mit dem Cane Creek DBAir CS-Dämpfer eine hervorragende Arbeit, die wir so von Enduro-Bikes nicht gewohnt sind.
Das Pinion-Getriebe hat seine Vor- und Nachteile. In Verbindung mit der Kettenumlenkung und dem leicht wippenden Hinterbau war die Tret-Effizienz spürbar schlechter als eine Kettenschaltung.
Das Deviate Guide ist ein besonderes Enduro-Bike und sicherlich kein Bike für jedermann. Während es bergauf Schwächen zeigt, lässt es die Enduro-Konkurrenz bergab mit seiner Downhill-Performance erblassen - Fahrer, deren Prioritäten in der Abfahrt liegen und die für die maximale Downhill-Performance gerne auf ein wenig Effizienz im Uphill verzichten, sollten sich das Deviate Guide genauer anschauen