Unsere Testbremse wenige Minuten vor dem Einbau: Wie würde sich die Hope Tech 3 E4 Scheibenbremse im Einsatz schlagen?
Der Hope Tech 3 Bremshebel ist ein kleines Fräskunstwerk - anders hätte man es auch nicht erwartet.
Passend dazu die Hope E4 Bremsangen - E steht für Enduro, die 4 für die vier Kolben.
Dank geteilter Klemme findet der Tech 3 Hebel bequem am Lenker Platz - bei der Montage ist man jedoch an die Seite gebunden.
Eine Besonderheit: Über die eine kleine Messingwalze wird die Kraft vom Hebel auf den Geberkolben umgelenkt.
Diese Umlenkung soll Vorteile bei der Modulation der Bremskraft geben.
Der Hebel fällt relativ lang aus, während der Ausgleichsbehälter und der Geberzylinder kompakt bauen.
Als Einstelloptionen bietet der Tech 3 Hebel zwei Rädchen, über die die Griffweite und der Leerweg bis zum Anlegen der Beläge an die Bremsscheibe eingestellt werden können.
Saubere Laser-Beschriftungen und fein gefräste Bauteile ergeben einen Bremshebel der besonderen Art.
Unverkennbar Hope - die gefräste Bremszange und die passende zweiteilige Bremsscheibe gibt es in dieser Form sonst nicht.
Trotz des großen Volumens der Bremszange wirkt sie optisch relativ schlank - das ändert jedoch nichts am bevorzugten Einsatzgebiet: Enduro und Downhill
Die E4-Zange montiert an einem Carver ICB. Der Leitungsabgang liegt gut geschützt auf der Innenseite der Bremszange
Kleine Kühlrippen zur Verbesserung der Kühlung und per Splint gesicherte Bremsbeläge, die nach oben entnommen werden können
Optisch gehört die Hope E4 zu den schönsten Bremsen am Markt - ob sie diesen Eindruck auf dem Trail mit satter Bremsleistung untermauern kann?
Auch wenn wir uns wiederholen: Die Fertigungsqualität ist bestechend.
Für die E4 bietet Hope zwei verschiedene Bremsbeläge an: Organische und Metallische. - Im Test zeigen sie deutliche Unterschiede, was die Performance der Bremse angeht.
Die Beläge können direkt nach oben entnommen werden, was den Wechsel einfacher macht. Die kleine Feder ist notwendig, um ein sicheres Zurückstellen zu gewährleisten.
Original Hope - die zweiteiligen Bremsscheiben mit IS 6-Loch-Aufnahme sind seit einigen Jahren unverändert.
Den Träger gibt es in verschiedenen Farben - verschiedene Größen sind selbstverständlich.
So wünschen wir uns das: Leitungsabgang nach innen und drehbar - jedoch mit einem Anschlag, so dass er nicht bis in die Speichen gedreht werden kann
Durch den relativ starken Winkel des Abgangs ist der Bedarf an der Winkelverstellung ohnehin relativ klein.
Passend für alle gängigen Montagestandards bietet Hope verschiedene Adapter an - hier im Bild der Adapter von PM 160 auf PM 203
Im Test zeigt die E4 mit den metallischen Belägen eine sehr gute Leistung - mit organischen Belägen fällt die Bremsleistung hingegen deutlich ab.
Unterwegs in Saalbach-Hinterglemm und im Bikepark Leogang musste die Hope E4 zeigen, wie es um ihre Dauerhaltbarkeit bestellt ist.
Insgesamt sind wir mit der Bremse im Testzeitraum gut 10.000 Höhenmeter abgefahren - mal flacher wie hier auf dem Hacklberg Trail und mal steiler wie in Tignes und Val d'Isere
Laufen lassen und Spaß haben - die E4 hat uns im Test keine Probleme gemacht. Wir empfehlen jedoch mit Nachdruck die metallischen Beläge, die mehr aus der Bremse holen.
Die sehr gute Dosierbarkeit und die hohe Bremskraft machen die Bremse zu einem zuverlässigen Begleiter im Gebirge.
Ob All-Mountain- oder Enduro-Touren...
... oder Bikepark - die Hope E4 hat immer zuverlässig verzögert.
Der Verschleiß der Beläge hält sich in Grenzen - insbesondere die Metallbeläge zeigen sich auch von langen Fahrten weitestgehend unbeeindruckt.
Zuverlässig und schön - so soll's sein.
Noch ein Gruß aus den Bergen - bis zum nächsten Test!