HomeMagazinProdukte & TechnikNeuheitenFahrbericht: Spank Spike Race 28Evo Laufradsatz im Test — 14. Oktober 2012 20:08

Fahrbericht: Spank Spike Race 28Evo Laufradsatz im Test

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Laufradsätze gibt es wie Sand am Meer, doch nicht zuletzt die Diskussionen im Rahmen des Communitybikes haben gezeigt: Die Anforderungen sind hoch, nicht viele Räder kommen ihnen wirklich nach. Mit dem Spike Race 28Evo hat Spank ein interessantes Modell für Downhill-Racer und Enduristi im Programm, was es kann, klärt unser Fahrbericht.

Dieser Whip wird nicht grade gelandet - die Spike-Laufräder stört's wenig
# Dieser kleine Whip wird nicht grade gelandet – macht das dem Testlaufradsatz etwas aus?

Aus der Box

Seit Spank vor einigen Jahren seine erste Felge vorgestellt hat, verfügen die Modelle über das so genannte “Ooh Bah”-Profil. Der Name ist, so die Legende, Teamfahrer Tibor Simai entfahren, als er das erste mal auf den Rädern unterwegs war. In jedem Fall ist die aufwölbung im Felgenbett charakteristisch, Ziel ist die Erhöhung der Steifigkeit. Links und rechts daneben sorgt das “Double Beadnip”-Profil dafür, den Reifenwulst am Felgenrand zu fixieren. OohBah erhöht das Flächenträgheitsmoment und das Torsionsmoment, was zumindest in der Theorie für eine steifere Felge sorgen sollte. Ein sogenanntes Micro Grain Refinement, also eine Oberflächenbehandlung, bei der das Aluminium durch Oberflächenbestrahlung mit einer härteren Außenschicht versehen wird, soll vor Kratzern schützen, und stellt eine der besonders hervorgehobenen technischen Möglichkeiten von Laufrad-Partner Fratelli Industries dar. Die Aufkleber sind entfernbar, das Felgenloch für Autoventile gewappnet.

Spank Spike28 Evo Race01 Spank Spike28 Evo Race02 Spank Spike28 Evo Race03 Spank Spike28 Evo Race06
Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

Kombiniert wird die Spike-Race-Felge mit verbesserten Spoon-Naben. Hier wird für die Hinterachse der Schnellspann-Adapter mitgeliefert, erhältlich ist der Laufradsatz für 20mm Steckachse am Vorderrad, am Hinterrad stehen Schnellspann und Steckachs-Varianten für 135, 142 und 150mm Ausfallenden zur Verfügung. Die Naben sind 4-fach Kugelgelagert, einige Bohrungen sparen Gewicht am Nabenkörper und sorgen für etwas Style. Farblich sind die Naben in Schwarz, Rot oder Blau eloxiert zu haben, kombiniert mit ein paar weißen Speichen und der Schwarzen Felge mit passenden Aufklebern entsteht ein recht modisches Produkt, das entfernen der Aufkleber wird schlichter gesinnte Geschmäcker jedoch glücklicher machen.

Spank Spike28 Evo Race08
# In der Mitte: OohBah-Profil, links und rechts daneben der ganz kleine “Double Beadnip”

Auffällig ist neben dem Beutel mit dem Umrüstkit für Schnellspannachse der handsignierte Karton zwischen den Speichen. Auf ihm findet sich neben dem Namen des Monteurs auch die Spannung der 32 doppelt konifizierten Speichen. Die Räder werden handeingespeicht, was auf ein langes Leben hoffen lässt, die Unterschrift ist eines dieser netten Extras, wie man sie sonst von nobleren Laufradbauern kennt.

Spank Spike28 Evo Race14
# Maximal ausgefräster Stahlfreilauf, am Flansch extra verstärkte Speichen.

Machen wir noch Halt an der Waage: Mit Kappen für 20mm (Front) und 135x12mm (Heck) sowie Spank Felgenband bleibt die Waage bei 917g für das Vorderrad und 1066g für das Hinterrad stehen, nach Abzug des Felgenbandes wird das angegebene Gewicht von 1960g perfekt erreicht.

Auf dem Trail

Ein guter Laufradsatz ist nur so gut wie die Summe seiner Komponenten – gehen wir dafür die einzelnen Bauteile durch:

Hingucker: Die 8 weißen Speichen pro Laufrad.
# Hingucker: Die acht weißen Speichen pro Laufrad.

1. Felgen

Die Spike Race-Felgen sind mit 23mm Innenbreite ausreichend breit, um dem Reifen viel Volumen zu geben. Die Montage geht leicht, aber nicht zu leicht von der Hand, nach dem Aufpumpen sitzt der Reifen sauber, er bleibt nirgendwo hängen. Aus dem Karton laufen die Felgen perfekt rund, die Speichenspannung wirkt – ohne sie nachgemessen zu haben – sehr gleichmäßig. Gewichtsmäßig liegen die Felgen bei 560g, wodurch sie sich, kombiniert mit Enduro-Reifen, angenehm leicht beschleunigen lässt.

Das Felgenprofil soll Snakebites verhindern oder seltener machen, wir konnten eine derartige Wirkung nicht feststellen. Bei Durchschlägen, die Snakebites hervorrufen, hatten wir auch mit den Spike Race-Felgen Snakebites. Erfreulich ist dabei aber, dass trotz teils spitzer Kanten solche Aktionen ohne sichtbare Spuren vonstatten gingen, in Sachen Dellen-Anfälligkeit gibt es ganz andere Felgen. Das breite Felgenhorn der Spank-Felge macht sogar mit plattem Reifen fahrend zu Ende gebrachte Abfahrten problemlos mit.

In schnellen Kurven ist ein steifes Laufrad eine Freude.
# In schnellen Kurven ist ein steifes Laufrad eine Freude.

2. Speichen und Nippel

Die doppelt konifizierten Speichen verjüngen sich von 2.0mm auf 1.8mm, um sich am Nabenflansch auf 2.2mm zu verdicken. Dieser Speichenquerschnitt ist zum Beispiel auch von DT Alpine III bekannt und besonders robust, was das Abreißen des Speichenkopf angeht, gleichzeitig sorgt die Verjüngung für etwas flexibilität und natürlich auch ein geringeres Gewicht. Ob die zusätzliche Robustheit nötig ist, sei dahingestellt, schaden tut sie jedenfalls nicht. Die Messing-Nippel sind “Prolock”, aber offenbar mit Loctite montiert – jedenfalls lockerte sich in unserem Test nichts.

Drängler: Mit den Race 28Evo Rädern will man Gas geben.
# Drängler: Mit den Race 28Evo Rädern will man Gas geben.

Wichtiger als die reinen Materialien ist hier jedoch die Einspeichqualität. In unserem Fall war es eine gewisse “Ann”, die einen guten Job gemacht hat. Die Spannung ist gleichmäßig hoch, ein Setzen der Speichen nach den ersten Ausfahrten war nicht merklich.

3. Naben

Zu den Spoon-Naben lässt sich nur folgendes sagen: Der Freilauf arbeitet mit einem unaufdringlichen Geräusch, greift sauber und mit klassischen 15° Auslösewinkel. Dieser Wert ist nicht außergewöhnlich, im Alltag aber voll in Ordnung. Gut gefällt uns, dass er zwar aus Stahl gefertigt, aber großzügisgst ausgefräst ist: Dadurch bleiben Einkerbungen oder gar ein Durchdrehen der Ritzel erspart, das Gewicht passt. Die Lagerung läuft sauber, alles andere wäre aber auch nach drei Monaten Einsatz unpassend. Die Anpassbarkeit auf verschiedene Achsstandards ist mittlerweile Standard, funktioniert hier ohne Probleme und Werkzeug.

Location: Bikepark Winterberg. Foto: Johannes Herden
# Location: Bikepark Winterberg. Foto: Johannes Herden

Verglichen mit den normalen Spoon Naben kommt im Spike Race LRS verbesserte Kompontenten zum Einsatz: Japanische Präzisionslager, der leichter gefräste Freilaufkörper und innere Achsen aus Aluminium.

Zusammen ergeben die Komponenten einen Laufradsatz, der einen sehr guten Kompromiss bietet: Er ist stabil genug für verkorkste Aktionen, steif genug für schnelle Kurven, und leicht genug für gute Beschleunigungswerte. Mit schräg gelandeten Whips, Durchschlägen und Abfahrten mit platten Reifen konnten wir nicht einmal eine müde Acht oder eine schöne Delle provozieren, auch die Oberfläche machte sich im Kontakt mit Gestein gut, unzerstörbar ist aber natürlich auch sie nicht.

Fazit

Für 429€ erhält man bei Spank einen sehr harmonischen Laufradsatz: Recht leicht, von Hand eingespeicht, mit einer sehr ordentlichen Felge und vernünftigen Naben kann man ihn nur empfehlen. Allein eine Snakebite-verhindernde Wirkung kann auch das “Double Beadnip”-Profil für uns nicht erreichen. Felge und Einspeichqualität lassen diese Räder lange rund laufen, in drei Farben passen sie sich vielen Farbschemata an.

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Diese Fotos im Fotoalbum anschauen

Merkmale:

  • Felgen: Spike Race Evo, 26 Zoll, 28mm breit, 32-Loch
  • Naben: 20mm VR + 12/135 HR (inkl. QR adapter), auch als 12/150 HR,
  • Speichen: Doppelt konifizierte sandvik T302 Speichen, Messingnippel
  • Farben: Schwarz/rot, schwarz/blau, schwarz/weiß
  • Gewicht: 1960g (nachgewogen)

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Fotos: Produkt – Stefanus Stahl / Action – Hannes Herden


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