HomeMagazinTestsTeileAcros A-Flat SL 2013 – All-Mountain Pedal im Fahrbericht — 3. März 2013 16:38

Acros A-Flat SL 2013 – All-Mountain Pedal im Fahrbericht

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Acros hat sich in der Fahrradindustrie für qualitativ hochwertige Steuersätze, Naben und Innenlager einen Namen gemacht. Was weniger bekannt ist: Der deutsche Hersteller [Link zum Hausbesuch] hat auch Pedale im Programm. Die neuste überarbeitung das Topmodells A-Flat SL hat Acros auf der Eurobike 2012 präsentiert [Link zum Artikel] und ist seither bei uns an diversen Testrädern montiert gewesen. Hier kommt der MTB-News.de Testbericht zum Acros A-Flat SL Pedal.


# Das Acros A-Flat SL Pedal ist schlank und leicht – und das ganz ohne Titan. Was es in der Praxis zu leisten im Stande ist haben wir für diesen Test analysiert.

Technische Daten

  • Hersteller: Acros
  • Modell: A-Flat SL
  • Modelljahr: 2013
  • Produkttyp: Pedal, Platform
  • Trittfläche: 90x97x18-20mm (LxBxH)
  • Pins: 8 Stück pro Pedalseite, 4x 3mm lang von oben eingeschraubt, 4x 5mm lang von unten eingeschraubt
  • Material Käfig: Aluminium
  • Material Achse: Cr-Mo
  • Lagerung: 1x extra langes Gleitlager, 1x doppelt gedichtetes Edelstahl-Industrie-Kugellager
  • Dichtung: R2 (Gummi-Lippendichtung)
  • Farben: Silber, schwarz, rot, blau
  • Einsatzbereich: XC, All-Mountain
  • Gewicht: 346g
  • UVP: 109,95€
  • Online-Preis ab 97,50€


# Acros A-Flat SL Pedal 2013

In der Hand

Bunt eloxiert in silber, rot oder blau und dazu ein dezentes Schwarz. Dazu niedriges Gewicht durch einen filigran gefrästen Pedalkörper und eine feine Nachbearbeitung mit Laserlogos und abgefasten Kanten – Acros zeigt bei den A-Flat SL Pedalen viel Aufwand in der Fertigung und im Finish und lagert das leichte Pedal hinter aufwändigen Dichtungen doppelt. Auf der Kurbelseite der Achse ist ein besonders langes Gleitlager eingebaut, während am anderen Ende der Pedalachse ein doppelt gedichtetes Industriekugellager für leichten Lauf sorgen soll. Der Pedalkörper selbst soll durch eine leicht konkave Form für eine gesteigerte Traktion sorgen. So ist die Mitte des Pedals gegenüber den Außenseiten um 2mm schlanker gestaltet und unterstützt so den Grip-Aufbau unter der Sohle.


# 5mm lange Pins für maximalen Halt. Acros legt Unterlegscheiben bei, damit man die Pins je nach Wunsch auch “kürzen” kann.


# Der Pedalkäfig ist leicht konkav um besseren Halt zu bieten. Mit minimal 18mm Bauhöhe gehören die Pedale zu den flacheren auf dem Markt, auch wenn andere Pedale nochmals deutlich flacher bauen.

Mit 346g ist das A-Flat SL leicht aber nicht für alle Einsatzbereiche freigegeben. Mit 346g liegt das Acros A-Flat SL im Bereich der leichteren Pedale, auch wenn extreme Leichtbaumodelle mit Magnesium-Käfigen und Titanachsen nochmals deutlich die 300g Marke unterschreiten. Zieht man jedoch den Preis mit zur Bewertung hinzu, kann das A-Flat SL überzeugen. Der Preis im Internet pendelt sich bei knapp unter 100€ ein und ist damit auch für diejenigen noch erschwinglich, die kein Interesse an Pedalen im Preisbereich bis zu und über 200€ haben. Im Vergleich zu anderen Pedalen mit gleichem Materialeinsatz im ähnlichen Preissegement wie etwa dem Sixpack Icon Al Pedal [Link zum Fahrbericht] bietet das A-Flat SL etwa 100g Gewichtsvorteil. Der Gewichtsvorteil resultiert hier eindeutig aus dem filigran gestalteten Pedalkörper, der jedoch auch mit einer Einschränkung des Einsatzbereiches zu Buche schlägt: Acros sieht das A-Flat SL Pedal für den XC und All-Mountain Einsatz und nicht für Freeride und DH-Bikes vor. Wer das Pedal zum Enduro-Fahren verwenden möchte, sollte sich genau überlegen, wie sein Gewicht und Fahrstil sich hier auswirken. Im Zweifelsfall ist die Lebensdauer des Pedalkäfigs bei z.B. harten Steinkontakten eingeschränkt.

Wie bei Acros üblich sind alle Einzelteile des Pedals separat erhältlich und der Service sollte wenn nötig in Deutschland in kurzer Zeit möglich sein.

Unter’m Fuß

Das Testprogramm für das Acros A-Flat SL hat neben regelmäßigen Ausfahrten in den Bayerischen Voralpen auch Trips nach Innsbruck im Winter und Mallorca im Frühjahr beinhaltet. So haben wir unter verschiedensten Bedingungen und an verschiedenen Fahrrädern die Qualitäten des Pedals feststellen können.


# Die Trittfläche der Acros A-Flat SL Pedale ist etwas kleiner als bei anderen Flat-Pedalen.


# Besonders deutlich wird die Fläche der Pedale in der Froschperspektive. Die breite Five.Ten Sohle (Größe 44) würde noch genügend Gummi für ein breiteres Pedal bieten. Foto von Christoph Laue.

Grip

Die zentrale Qualtiät eines Pedals ist der Grip, den es den Füßen des Fahrers / der Fagrerin bietet. Für unseren Test haben wir Schuhe von Sombrio und Five.Ten verwendet, um zu prüfen, was die acht Pins pro Seite der A-Flat SL Pedale auf dem Trail zu leisten im Stande sind. Im Vergleich zu vielen anderen Pedalen sind die Pins mit 5mm Länge auf der langen Seite angesiedelt und können nach Wunsch durch kleine Unterlegscheiben an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Über diese Option sollten sich insbesondere diejenigen Gedanken machen, die nicht vornehmlich bergab unterwegs sind und den Grip kontrollieren wollen. In Kombination mit Schuhen von Five.Ten und auch von Sombrio erzielen die A-Flat SL mit den langen Pins Bestnoten. So ist es – wenn der Fuß erst einmal platziert ist – nur durch ein aktives Anheben der Sohle möglich, die Fußstellung zu korrigieren. Wer beim Driften zwischen Kurven mit dem Fuß Halt sucht, wird sich darüber freuen. Wer jedoch entspannte Touren fahren oder seine Sohle schonen will, der sollte von den Unterlegscheiben Gebrauch machen.

Acros schränkt den Einsatzbereich der A-Flat SL Pedale bewusst auf alle Anwendungen bis hin zum All-Mountain Einsatz ein. Diese Einschränkung betrifft maßgeblich den Pedalkäfig und materialisiert sich einerseits in der schlanken Ausführung, andererseits jedoch auch in der vergleichsweise kleinen Trittfläche von 90x97mm. Somit sind die Pedale für den Einsatz auf ruppigen DH- und Freeride-Strecken ohnehin nicht ideal geeignet, da hier ein Pedalkörper mit mehr Fläche mehr Sicherheit und Stabilität bietet. Diese Einschränkung sollte man beim Kauf der A-Flat SL Pedale im Hinterkopf haben. Da der Grip dennoch ausgezeichnet ist, muss der kleinere Körper nicht zwingend ein Nachteil sein.


# Die Acros A-Flat SL montiert am Bergamont Fastlane MGN Testbike. Bild von Christoph Laue.


# Wo gehobelt wird, fallen Späne. Bei den mittleren vier Pins ist das egal, wenn die vorderen Pins jedoch beschädigt sind, kann ein Austausch komplizierter werden. Besser wäre es, wenn die Schrauben auch hier von oben angesetzt wären. Ein Musterbeispiel für solche Pins bieten Straitline und Twenty6 an ihren Pedalen.


# Wer ohnehin nicht zimperlich mit Pedalen umgeht und einen hohen Verschleiß hat, wird mit den A-Flat SL Pedalen von Acros nicht immer glücklich werden.

Lagerung

Wie zu erwarten gewesen ist vom der Lagerung der A-Flat Pedale im Betrieb kein negativer Einfluss zu spüren gewesen. Durch die Kombination aus Kugel- und Gleitlager dreht sich das Pedal ohne spürbaren Widerstand und bleibt dennoch in unbelastetem Zustand direkt stehen ohne frei weiterzudrehen. Damit erfüllt die Lagerung die Anforderungen, die an ein modernes Mountainbike Pedal zu stellen sind. Nach dem bisherigen Test-Pensum hat sich an einem Pedal ein minimales Spiel eingestellt, das jedoch noch im tolerierbaren Rahmen liegt. Wir werden das Pedal über die Saison weiterhin im Einsatz haben und über die weitere Entwicklung in diesem Thema berichten. Das Gleitlager sollte jedoch – wie schon bei den ähnlich gelagerten Straitline AMP Pedalen [Link zum Test] – für eine sehr gute Haltbarkeit der Lagerung auch bei hohen Belastungen sorgen. Die erhöhte Reibung im Gleitlager ist beim Acros A-Flat SL nicht negativ zu spüren gewesen.

Selbstreinigung

Dank vortrefflichen Eis-, Schnee- und Matschbedingungen haben wir beste Chancen gehabt, um die Selbstreinigung der A-Flat SL Pedale testen zu können. Insbesondere bei Temperaturen unter Null und Schnee haben viele Pedale das Problem, dass sie vereisen und dem Fuß nur noch wenig Halt bieten. Ähnlich verhält es sich mit zähem Matsch, der die Oberfläche des Pedals zusetzen kann. Das A-Flat SL hat sich in dieser Hinsicht sehr gut geschlagen. Die schmalen Stege und großen Öffnungen sorgen dafür, dass Dreck nicht auf dem Pedal festsitzt sondern durch das Pedal auf den Boden getreten wird. Ähnlch verhält es sich mit Schnee und Eis, die ebenfalls keinen Halt auf der schlanken Oberfläche finden. So gerüstet macht das Pedal auch bei wirklich widrigen Witterungsbedingungen noch Spaß.


# Wir wünschen uns endlich sonnige Tage und steigende Temperaturen. Für die Acros A-Flat SL Pedale sind die Testbedingungen in diesem Winter besonders gemein gewesen. Zum Abschluss gab es dann noch eine Packung Sand auf Mallorca. Foto von Christoph Laue

Fazit Acros A-Flat SL

Leicht, schön und mit einem ausgezeichneten Grip ausgestattet empfehlen sich die Acros A-Flat SL Pedale für viele Einsatzbereiche. Einschränkungen gibt es im Hinblick auf den Einsatz am Downhillbike: Hier kann der schlanke Pedalkäfig von der Stabilität her an seine Grenzen kommen und auch die Trittfläche selbst ist eher klein. Freigegeben ist das Pedal für den XC und All-Mountain Einsatz und erfüllt hier alle Erwartungen, die wir an ein gutes Plattform-Pedal haben.

Stärken

    + sehr guter Grip

 

    + sehr gute Reinigung bei Matsch und Schnee

 

    + saubere Verarbeitung

Schwächen

    - für groben Abfahrts-Einsatz zu schlanker und kleiner Pedalkörper

 

    - eingeschränkter Einsatzbereich


# Mit dem Acros A-Flat SL Pedal unterwegs auf Mallorca. Foto von Christoph Laue

Weitere Informationen

  • Acros Homepage
  • Text: Tobias Stahl | MTB-News.de 2013
  • Bilder: Tobias Stahl & Christoph Laue

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