Eines der Traditionsevents im MTB-Breitensport ist zumindest vorerst wohl Geschichte – der diesjährige 16. Black Forest Ultra Bike Marathon wird voraussichtlich der letzte seiner Art bleiben – und das trotz über 5000 Teilnehmern. Hier teilen die Organisatoren die Gründe für das Aus mit:

16 Jahre lang ist der Black Forest ULTRA Bike Marathon durch den Schwarzwald geradelt. Dabei hat sich die Veranstaltung mit dem Motto „Keine Gnade für die Wade!“ frühzeitig zum größten Mountainbike-Marathon in Mitteleuropa entwickelt. Vorläufiger Höhepunkt: die diesjährige Veranstaltung, die mit 5.278 Anmeldungen, 5.062 Startern und 4.820 Finishern gleich drei Rekorde brachte…

Doch jetzt die Vollbremsung! Der dreiköpfige Vorstand des Organisationskomitees hat heute in einer Pressekonferenz geschlossen seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Warum?

„Wir haben in den letzten beiden Jahren deutlich und sehr schmerzhaft erfahren müssen, dass es in großen Teilen der Bevölkerung in Kirchzarten (und im gesamten Schwarzwald) keinerlei Wertschätzung für über 20 Jahre MTB-Geschichte und insbesondere auch den Black Forest ULTRA Bike Marathon gibt“, stellte Erhard Eckmann fest. Der OK-Sportchef ernüchtert: „Die ganzen Jahre haben wir einfach still vor uns hin gearbeitet – die begleitende Begeisterung, Mithilfe und Unterstützung, die für die Weiterentwicklung eines solches Großprojekts notwendig wäre, fehlte total!

Walter Hasper ergänzte: „Für uns war die Veranstaltung mit einem Umsatzvolumen von rund 500.000 Euro immer ein Ritt auf der Rasierklinge! Diesen haben wir stets mit viel Engagement und jeder Menge Spaß bewältigen können.“ Der OK-Finanzchef resigniert: „Doch wenn Du nach und nach nur noch Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommst – dann macht es natürlich irgendwann keinen Sinn mehr!

Carmen Iber betonte: „Uns geht es dabei keineswegs um Dankbarkeit oder Lobhudelei – diese Anerkennung haben wir durch die Sportler Jahr für Jahr jede Menge bekommen.“ Die OK-Bürochefin beklagte ebenfalls das komplett mangelnde Bekenntnis zum Mountainbike-Sport in „unserer tollen und dafür idealen Region!“ Iber: „Die Gemeinde hätte sich mal überlegen sollen, wie viel Geld in Werbung hätte gesteckt werden müssen, um Kirchzarten weltweit so bekannt zu machen!

Eigene Fehler:

„Ja klar haben wir welche gemacht!“, sagt Erhard Eckmann – und nennt gleich den größten: „Wir waren wohl eindeutig zu betriebsblind und zu naiv, haben gar nicht gemerkt, dass Kirchzarten alles andere als DAS deutsche Moutainbikemekka ist.“ Dazu räumt der OK-Chef zwei handwerkliche Fehler bei der Präsentation der Streit auslösenden Bike-Arena ein. „Wir hätten sie nicht Bike-Arena nennen dürfen, denn das hätte sie dem Namen eh nicht gerecht werden können und sollen. Und wir hätten nicht gleich einen komplett ausgearbeiteten Plan vorlegen, sondern lieber mit einer Strichzeichnung anfangen sollen.“ Carmen Iber: „Doch wir haben es – wie immer – einfach von Beginn an richtig perfekt machen wollen.“

Das Fazit: Eckmann und seine Kollegen „glauben nicht mehr an eine Zukunft des Mountainbike Sports in Kichzarten sowie im Dreisamtal und sogar im gesamten Schwarzwald!“ Daher der logische und konsequente Rücktritt…

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    McMannen

    dabei seit 08/2006

    gurkenfolie
    die wollen ihr geld halt für sinnvollere projekte ausgeben, kitas, ganztagesschulen usw.

    ausserdem braucht man zum trainieren keine bike-arena.
    Hasifisch
    Nein, man kann seine Kinder in BW natürlich weiter illegal auf die Trails schicken und sie da ihren Kampf mit Wanderern ausfechten lassen.
    Und du hast sowieso recht - Sport ist nix Sinnvolles.
    Genau! Und 150 Kinder im Training ist ja auch kein Argument!
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    gurkenfolie

    dabei seit 04/2003

    Hasifisch
    Nein, man kann seine Kinder in BW natürlich weiter illegal auf die Trails schicken und sie da ihren Kampf mit Wanderern ausfechten lassen.
    Und du hast sowieso recht - Sport ist nix Sinnvolles.
    in BW kann man super biken, gastronomie ist top, die leute sind superfreundlich. ich bin auch mehrmals im jahr im schwarzwald, da hab ich auch noch nie irgendwas ausfechten müssen.
  4. benutzerbild

    Hasifisch

    dabei seit 03/2010

    gurkenfolie
    in BW kann man super biken, gastronomie ist top, die leute sind superfreundlich. ich bin auch mehrmals im jahr im schwarzwald, da hab ich auch noch nie irgendwas ausfechten müssen.
    Was hat das Alles mit dem Thema zu tun?
  5. benutzerbild

    powderJO

    dabei seit 08/2004

    Hasifisch
    Nein, man kann seine Kinder in BW natürlich weiter illegal auf die Trails schicken und sie da ihren Kampf mit Wanderern ausfechten lassen.
    Und du hast sowieso recht - Sport ist nix Sinnvolles.
    du hast mir die antwort erspart. danke

    gurkenfolie
    in BW kann man super biken, gastronomie ist top, die leute sind superfreundlich. ich bin auch mehrmals im jahr im schwarzwald, da hab ich auch noch nie irgendwas ausfechten müssen.
    alles top in bw? habe zum diesjährigen ulktrabike ein zimmer in einer kleinen nachbargemeinde gebucht. in meiner anfrage stand ausdrücklich - wegen ultrabike.

    kam da mit meiner freundin samstags an, die pensionswirtin sieht das wir biker sind, sagt "bikes auf keinen fall ins zimmer, suchen sie sich ein anderes hotel" und schlägt uns die tür wieder vor der nase zu. dabei hatten wir die bikes noch nicht mal aus dem auto geladen und nur gefragt, wo wir sie sicher unterstellen können.
  6. benutzerbild

    client

    dabei seit 04/2010

    ultraschwer
    was sich hier abzeichnet ist die zukunft:

    alte menschen machen politik für die mehrheit (alte menschen)

    ich bedauere meine kinder.

    ich hab auch dieses jahr meine guide-tätigkeit ausgesetzt. mir wurden ständig neue praxisfremde auflagen gemacht.
    hier in bawü ist der mtb-sport unerwünscht und wird angefeindet.

    die jäger und wandererlobby ist zu mächtig. den rest besorgt der sogenannte umweltschutz.

    ich war zur downhill wm dort , muss so 1993 rum gewesen sein. wer hätte damals gedacht, dass es sich so entwickelt.
    Ganz so schwarz sehe ich die Zukunft nicht!
    Ich gehöre auch zu der Generation, die in Kürze eine giganische Rentnerschwemme auslösen wird.
    Wir werden aber auch die erste Generation sein, die in ihrer Dauerpubertät feststeckt und das Alter nicht annehmen will.
    Deshalb werden die meisten vermutlich auch tendenziell eine Politik befürworten, die dem Jugendkult frönt.
    Die Gefahr lauert vermutlich nicht in der Politik der Alten gegen die Jugend, sondern darin, dass die vielen reichen Rentner in den Discos den jungen Männern die Frau ausspannen werden;).

    Ich fahre immer noch MTB Marathon, erziehe meinen Sohn zum sozialen Ungehorsam (wenn es gerechtfertigt ist), und da in der Republik schon jetzt Arbeitskräfte schwer zu finden sind und die Sogwirkung der Ballungszentren noch zunehmen wird, werden Regionen, wie der Schwarzwald in wenigen Jahren (für viele Gemeinden zu spät) erkennen, dass die dort gefüllten Altenheime die Zukunft zerstört haben.
    Wer einmal seine Jugend oder die Junggeblieben verjagd hat, der hat seine Zukunft zerstört.
    Das müssen derzeit schon sehr viele Ostgemeinden erleben, wobei dort die Ursachen der Regionalflucht über jahrzehnte vorbereitet wurden.

    Vielleicht übernimmt in wenigen Jahrzehnten das Militär die meisten Schwarzwaldregionen als Großübungsplatz oder Wolf und Bär finden im Schwarzwald ihr dauerhaftes Zuhause im neuen Deutschen Urwald!

    Ich kenne mehr als eine handvoll Personen nebst ihren Familien, die vom Alter her bestens in die Gruppe der typischen Schwarzwald- Besucher passen und auch gerne wandern, aber wegen der allgemein vorhandenen MTB- Feindlichkeit die Region meiden (nachdem dort selbst negative Erfahrungen gesammelt wurden).
    Wer MTB Sport mit Umweltzerstörung oder Landschaftszerstörung gleich setzt, der hat sich für jede weitere Diskussion disqualifiziert!

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