Campagnolo Stellenabbau 120 Jobs sollen gestrichen werden

Der italienische Traditionshersteller Campagnolo plant Medienberichten zufolge einen umfangreichen Stellenabbau: Rund ein Drittel der Belegschaft könnte betroffen sein.
Titelbild

Wie unsere Kollegen von Rennrad-News.de berichten, soll laut einem Artikel des Corriere del Veneto Campagnolo die Gewerkschaften darüber informiert, dass 120 Stellen wegfallen sollen. Der Traditionshersteller aus Vicenza reagiert damit auf die anhaltende Krise im Fahrradmarkt. Nach dem deutlichen Nachfrageeinbruch der vergangenen Monate seien die Umsätze spürbar zurückgegangen, was nun zu dem geplanten Stellenabbau führt.

Hintergründe der Entwicklung

Wie das Portal berichtet, weist der konsolidierte Jahresabschluss bis zum 31. Mai 2024 einen Produktionswert von 82 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 132 Millionen. Gleichzeitig soll ein Nettoverlust von 15 Millionen Euro entstanden sein – deutlich mehr als die Minusbilanz des Vorjahres. Bereits zuvor hatte Campagnolo erste Maßnahmen eingeleitet, darunter die Reduzierung des Personals in der rumänischen Tochter, das Zurückholen bestimmter Fertigungsschritte sowie die Bündelung der Logistik.

Für 2025 setzt das Unternehmen laut Bericht auf erste mögliche Marktsignale und auf neue Produkte. Im Sommer wurde mit der Super Record 13 ein neues 13-fach-Schaltsystem vorgestellt, das künftig eine wichtige Rolle in der Produktstrategie spielen soll. Im Herbst folgte dann die Super Record 13 X für Gravel.

Campagnolo informiert Mitarbeitende – Gewerkschaften fordern Klarheit

In Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretungen wurde laut Corriere del Veneto betont, dass für weitere Schritte ein klares und belastbares Zukunftskonzept nötig sei. Vertreter der Gewerkschaften äußerten die Sorge, dass es sich eher um eine wirtschaftliche Restrukturierung handeln könnte, bei der am Standort nur das Notwendigste erhalten bliebe. Auch wenn keine konkrete Produktionsverlagerung angekündigt wurde, sollen interne Hinweise entsprechende Befürchtungen verstärken.

Die Gewerkschaften planen nun Versammlungen mit den Beschäftigten und wollen in weiteren Runden mehr Klarheit über die tatsächlichen Absichten des Unternehmens einfordern.

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33 Kommentare

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  1. Das ist eher 30-40 Jahre her wo Campa state of the art bei den damaligen High End Rennrädern war.
    Spätestens mit der Dura Ace und Ultegra haben sie in den 90ern mächtig Gegenwind bekommen.
    MTB haben sie komplett verschlafen und das was dann mal kam war teurer aber nicht besser als die Konkurrenz.
    es ist eher so das die altherrenliga die campafetischisten waren nicht mehr auf dem RR sitzen
  2. Natürlich verstehen das die Buchhalter und Hamsterradläufer nicht, hier geht es um Passione und Emozione. Ich kauf mir auch keine Ducati, weil die so günstig oder zuverlässig ist (obwohl, das hat sich gebessert).

  3. Offenbar ja nicht, sonst wären sie nicht in der aktuellen Situation.
    Da wurden ganz klar einige Dinge verpennt, bzw. falsch eingeschätzt.
    Jede Firma kann sich mal einen Flop erlauben, bei Campa waren es aber wohl ein paar zu viel und irgendwann funktioniert die Nummer mit Emozione, Tradition und völlig überteuerter Exklusivität halt nicht mehr. Das wird in Zukunft auch nicht einfacher, denn viele chinesische Firmen haben den Bogen schon gespannt.

    Das stimmt so nicht, denn die waren bis vor ca. 20 Jahren quasi der Exklusivausstatter bei Rennrädern. Das muss man echt können, sich so aus dem Markt zu kegeln.
    Mit MTB-Komponenten haben sie es ja auch mal versucht. War nicht so der Riesenerfolg.
    Ich habe noch so eine Record OR am Reiserad. Schaltgetriebe und Umwerfer waren erste Sahne. Optisch ansprechend und funktionell. Der Drehgriff war genauso Schrott wie die mit O-Ringen „abgedichteten“ Naben.

    Details am Griff waren ganz gut, wie die leicht einstellbare Reibung, jedoch war halt der gesamte Griff Teil der Schaltung, was auch im leichten Gelände sehr schlecht zu bedienen war.

    Nach jeder Regenfahrt konnte man mit der Fettpresse (das war wiederum ein schönesDetail) einmal neues Fett in die Naben durchpressen.

    Schalthebel wurden durch Shimano ersetzt und HG auf den Freilauf der Hügi.

    Die alten Super Record waren schon ein Traum, eine Dura Ace zwar nicht viel billiger, aber zuverlässiger und besser zu bedienen.

    Und die neuen Carbonteile mögen ja gut funktionieren, aber irgendwie fehlt der „italienische Flair“.

    Was bei Campa fehlt war der langfristige Plan mit vielen Verbesserungen und Neuigkeiten, das Lernen und Reagieren.
    Nicht umsonst ist SRAM jetzt da wo sie sind.

    Campa hielt viel zu lange an alten Dingen fest, wie auch zum Teil Shimano (die aber eine riesige Bude sind) und wurde abgehängt.

    Campa hätte die Chance gehabt die gute Basis der OR-Serie zu verbessern (mit der Centauer gab es ja auch eine preislich attraktive Gruppe), aber nein das ganze wurde schnell wieder eingestampft.
  4. es ist eher so das die altherrenliga die campafetischisten waren nicht mehr auf dem RR sitzen
    Das ist eher 30-40 Jahre her wo Campa state of the art bei den damaligen High End Rennrädern war.
    Spätestens mit der Dura Ace und Ultegra haben sie in den 90ern mächtig Gegenwind bekommen.
    MTB haben sie komplett verschlafen und das was dann mal kam war teurer aber nicht besser als die Konkurrenz.

    Na klar... dieser "alter" Mann namens Tadej Pogacar gewann damit 2021 die Tour de France...
  5. Na klar... dieser "alter" Mann namens Tadej Pogacar gewann damit 2021 die Tour de France...
    hat ja keiner abgestritten, dass die aktuell noch auf dem Markt sind und durchaus brauchbares Zeug bauen
    Nur haben sie sich von Shimano und in den letzten Jahren auch von Sram ihre Marktanteile wegnehmen lassen.
    Die Gründe dafür sind wahrscheinlich vielfältig, führen jetzt in der aktuellen Situation aber eben zum Stellenabbau.
    Das werden auch nicht die Letzten sein von denen man das hört.
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