MTB Frame Development – Episode 11 Erstes vollständig verklebtes Frontdreieck

In Episode 11 der Entwicklungsdokumentation ist ein entscheidender Schritt gelungen: Das erste vollständig verklebte Frontdreieck des VHP X ist fertiggestellt und ausgehärtet.
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The First Bonded VHP X Frame – MTB Frame Development – Episode 11
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Erstes vollständig verklebtes Frontdreieck

In Episode 11 der Entwicklungsdokumentation ist ein entscheidender Schritt gelungen: Das erste vollständig verklebte Frontdreieck des VHP X ist fertiggestellt und ausgehärtet.

Verklebung unter Zeitdruck

Vom ersten Anschleifen der Aluminium-Lugs bis zur finalen Applikation des Klebstoffs bleibt ein klar definiertes Zeitfenster.

Aluminium bildet unmittelbar nach der mechanischen Bearbeitung eine Oxidschicht. Für strukturelle Verklebungen gilt in der Praxis, dass der Klebstoff möglichst innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten nach der Oberflächenvorbereitung aufgebracht werden sollte, um Reoxidation und Verunreinigungen zu minimieren.

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Der eingesetzte Strukturklebstoff besitzt eine Verarbeitungszeit (Pot Time) von rund 1,5 Stunden. In der Praxis bedeutet das dennoch: strukturierter Ablauf, klare Rollenverteilung und kein unnötiger Zeitverlust.

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Der aktuelle Rahmen entstand noch unter nicht optimierten Bedingungen – ohne Reinraumumgebung oder final definierten Serienprozess. Ziel war es, den kompletten Ablauf unter realistischen Werkstattbedingungen umzusetzen und zu validieren.

Das Ergebnis: Das Frontdreieck ist erfolgreich verklebt und ausgehärtet.

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Galvanische Korrosion – deutliche Ergebnisse

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Untersuchung galvanischer Korrosion zwischen Carbon und Aluminium.

Die Versuchsreihe umfasste verschiedene Konfigurationen mit direktem Kontakt, unterschiedlichen Oberflächenzuständen sowie Verklebungen als Trennschicht.

Die Ergebnisse waren eindeutig:

  • Direkter Kontakt zwischen Carbonfasern und Aluminium führte zu deutlicher Korrosion.
  • Ein Aluminium-Rivet-Nut zeigte sichtbare Korrosionserscheinungen.
  • Anodisierte Aluminiumbauteile blieben unauffällig.
  • Edelstahl zeigte ebenfalls keine Auffälligkeiten.
  • Proben mit einer durchgehenden Klebstoffschicht zwischen Carbon und Aluminium zeigten keine sichtbaren Korrosionserscheinungen.
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Damit bestätigt sich, dass eine saubere elektrische Trennung der Materialien entscheidend ist – und im getesteten Setup zuverlässig funktioniert.

Klebstoffbewertung

Im Rahmen der Umwelt- und Belastungstests zeigte ein getesteter Klebstoff keine ausreichende strukturelle Stabilität und wurde entsprechend ausgeschlossen.

Die aktuell favorisierte Lösung blieb stabil und zeigt unter den getesteten Bedingungen keine Auffälligkeiten.

Nächster Schritt: Externe Prüfung

Die interne Testmatrix lieferte klare Tendenzen und technische Entscheidungsgrundlagen. Für belastbare Kennwerte sollen nun mehrere definierte Proben mit dem finalen Prozess an eine Hochschule für angewandte Wissenschaften übergeben werden.

Dort erfolgen professionelle mechanische Prüfungen unter standardisierten Bedingungen.

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Verklebung auf anodisierten Oberflächen

Parallel dazu wird aktuell untersucht, ob eine Verklebung auf vollständig anodisierten Aluminiumoberflächen möglich ist.

Eine anodische Oxidschicht bietet zwei potenzielle Vorteile:

  • stabile, definierte Oberfläche ohne zeitkritische Reoxidation nach dem Anschliff
  • zusätzliche elektrische Trennung gegenüber Carbonfasern

Entscheidend ist dabei, ob die strukturelle Haftfestigkeit mindestens auf dem Niveau der mechanisch vorbereiteten Oberfläche liegt. Entsprechende Vergleichstests sind in Vorbereitung.

Aktueller Stand

Episode 11 markiert damit den Übergang vom reinen Entwicklungs- und Teststadium hin zu einem real existierenden, strukturell verklebten Rahmen.

Parallel dazu sind die CNC-gefertigten Bauteile für den Pivot- und Tretlagerbereich eingetroffen. In der kommenden Episode wird der vollständig aufgebaute Rahmen zu sehen sein.

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Zu welchen Details wünscht ihr euch mehr Einblicke?

Text: Kavenz

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12 Kommentare

» Alle Kommentare im Forum
  1. Verstehe ich das richtig, dass die Gefahr ist, dass sobald man das Alumium an der Oberfläche bearbeitet hat, es praktisch schon mit der Umgebungsluft reagiert?

    Das ist richtig. Die natürliche Oxidschicht von Aluminium bildet sich nach dem bearbeiten wie z. B. Schleifen stets neu durch Kontakt mit der Umgebungsluft. Natürlich nicht sofort, der Vorgang des Oxidierens braucht seine Zeit.
  2. Bin echt gespannt wenn das Ding final auf eigenen Rädern steht

  3. Wäre genial wenn man die Anodisierungsfarbe der Lugs für seinen Rahmen aussuchen und so richtig custom-made all-in gehen könnte.

    Ich hoffe, dass die Entscheidung die "Bottombracket-Einheit" nicht aus einem Stück zu machen, sondern diese zu verschrauben, später nicht zu unnötigem Knarzen führt.

  4. Nein, Aluminium wird mit inertem Gas geschweißt, das hält den Sauerstoff der Umgebungsluft von der Schweisszone fern. Nach dem Schweißen bildet sich die natürliche Oxidschicht neu.
    Argon heißt das inertem Gas......durch das AC/DC schweißen wird die Oberfläche/Oxidschicht aufgerissen und das Argon schütz die Schweißnaht beim Schweißen vor der Umgebung Luft...
  5. Interessant zu lesen was hier alles getestet wird. Ich dachte solche Dinge wären seit Jahren ausgetestet und geklärt und somit irgendwo dokumentiert und nachlesbar, denn wirklich neu ist verkleben jo nicht
    Das ist natürlich schon getestet und die lesen ja das wichtigste nach. Oberflächenvorbehandlung, Kontaktorossione etc. haben ja die Entwickler nicht selbst erforscht sondern im Stand der Technik nachgelesen.
    Das befreit einen aber leider nicht davor, den eigenen Prozess zu optimieren und zu validieren.
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