BMC Speedfox 2018 im ersten Test: Das Speedfox war BMCs erster 29er, der 2012 in die Fahrradläden rollte. Zwei Jahre später stellten die Schweizer eine Carbon-Variante des flinken Fuchses vor. Doch irgendwie fristete das Trailbike in BMCs Offroad-Portfolio ein gewisses Mauerblümchen-Dasein. Das könnte sich mit dem neuen Speedfox ändern: Trailsync heisst das Schlagwort. Doch auch in anderen Belangen besticht das neue BMC Speedfox. Hier ist der erste Test!

Speedfox nennt sich das Trailbike aus dem Hause BMC. Der flinke Fuchs wird zukünftig in zwei Laufradgrößen angeboten – Größe S rollt auf 27,5″-Laufrädern (130 mm Federweg), die Größen L und XL hingegen auf großen 29ern (120 mm Federweg). Bei der Rahmengröße M hat der Kunde die Wahl. Wie alle BMC-Fullys kommt das Speedfox mit dem APS-Federungssystem und ist außerdem entweder als Carbon- oder Aluminium-Variante erhältlich.

Flinker Fuchs mit Trailsync-Technologie
# Flinker Fuchs mit Trailsync-Technologie - wir haben das BMC Speedfox 2018 getestet!

BMC Speedfox 2018 – kurz & knapp

  • je nach Rahmengröße 27,5″- oder 29″-Laufräder
  • 120 mm (29″) bzw. 130 mm (27,5″) Federweg
  • Advanced Pivot-Hinterbausystem
  • Trailsync-Technologie
  • erhältlich als Carbon- oder Aluminium-Variante
  • auch als Rahmenkit verfügbar
  • Einsatzbereich: Trail

Preise: 1999 € – 6999 € (je nach Ausstattung)

Trailsync: Innovation im Sattelrohr

Für den neuen Speedfox hat BMC ordentlich in der Innovationskiste gekramt. Herausgekommen ist die sogenannte Trailsync-Technologie: Der Speedfox hat eine in den Rahmen integrierte Variosattelstütze – keine Eightpins-Variostütze, sondern eine Eigenentwicklung. Der Clou ist aber nicht das Hubwerk im Einzelnen, sondern die Kopplung mit dem Dämpfer. So benötigt man für die Bedienung der Variostütze und des Dämpfers nur einen Daumenhebel. Die Stütze funktioniert mechanisch und kann über zwei Positionen abgesenkt werden.

Nahezu unsichtbar: Das Trailsync-System ist sehr schön in den Rahmen integriert.
# Nahezu unsichtbar: Das Trailsync-System ist sehr schön in den Rahmen integriert.
Über diesen Hebel lässt sich die integrierte Vario-Stütze bedienen
# Über diesen Hebel lässt sich die integrierte Vario-Stütze bedienen - gleichzeitig wird beim Betätigen die Plattform des Dämpfer aktiviert.
BMC Speedfox 2018 (15 von 20)
# BMC Speedfox 2018 (15 von 20)
BMC Speedfox 2018 (5 von 20)
# BMC Speedfox 2018 (5 von 20)

Ist die Stütze ausgefahren, aktiviert gleichzeitig ein Kabelzug die Plattform am Dämpfer. Wird die Stütze für Bergab-Passagen hingegen abgesenkt, öffnet sich auch der Dämpfer – und bietet dem Fahrer die volle Leistung. Die Idee dahinter: Der Fahrer soll sich auf dem Trail um so wenige Hebel wie möglich kümmern müssen. Die Hublänge der Trailsync-Stütze wächst mit der Rahmengröße. Der Rahmen in S bietet 80 mm Hub, in Größe M stehen 100 mm Hub zur Verfügung und die Ausführungen in Größe L und XL haben 120 mm Hub.

Hier zu sehen: man sieht nicht viel vom Trailsync am BMC Speedfox 2018
# Hier zu sehen: man sieht nicht viel vom Trailsync am BMC Speedfox 2018

Technische Daten

Das neue BMC Speedfox 2018 kommt wie alle Fullys der Schweizer mit dem APS-Federungssystem und in drei Ausführungen:

  • BMC Speedfox Modell 01 mit Hauptrahmen und Hinterbau aus Carbon
  • BMC Speedfox Modell 02 mit Kohlefaser-Rahmen und Aluminium-Hinterbau
  • BMC Speedfox Modell 03 komplett aus Aluminium.

Alle drei Ausführungen weisen eine geringe Überstandshöhe aus und kommen in schlichten bis poppigen Farbkombinationen. Für Fans des Custom-Aufbaus bietet BMC außerdem ein Rahmenkit an.

Die Kabel verlaufen sauber durch den Rahmen.
# Die Kabel verlaufen sauber durch den Rahmen.
Das Unterrohr ist gegen Steinschläge geschützt.
# Das Unterrohr ist gegen Steinschläge geschützt.
Ein schönes Detail, das Matsch an delikaten Stellen verhindern soll.
# Ein schönes Detail, das Matsch an delikaten Stellen verhindern soll.

Geometrie

Der neue BMC Speedfox 2018 bietet je nach Laufradgröße einen Lenkwinkel von 67,5° (27,5″) bzw. 68,25° (29″) und einen Sitzwinkel von 73,25° (27,5″) bzw. 73,75° (29″). Bei Rahmengröße M hat der Kunde die Wahl, ob er 27,5″-Laufräder oder einen 29er bevorzugt. Der Reach fällt mit 450 mm in Rahmengröße L relativ geräumig, aber nicht allzu extrem aus. Erhältlich ist der neue BMC Speedfox in vier Rahmengrößen von S bis XL.

GrößeSMMLXL
Laufradgröße27,5"27,5"29"29"29"
Lenkwinkel67,5°67,5°68,25°68,25°68,25°
Reach413 mm436 mm430 mm450 mm465 mm
Stack584 mm595 mm610 mm620 mm635 mm
Steuerrohrlänge110 mm120 mm105 mm115 mm135 mm
Oberrohrlänge587 mm613 mm611 mm634 mm653 mm
Sitzwinkel73,25°73,25°73,75°73,75°73,75°
Sitzrohrlänge410 mm430 mm440 mm480 mm510 mm
Kettenstrebenlänge430 mm430 mm445 mm445 mm445 mm
Radstand1111 mm1138 mm1145 mm1169 mm1189 mm
Tretlagerabsenkung22 mm22 mm37 mm37 mm37 mm

Ausstattung

Der BMC Speedfox 2018 ist in drei Ausführungen erhältlich, die sich hinsichtlich des Rahmenmaterials unterscheiden. Beim Modell 01 bestehen Hauptrahmen und Hinterbau aus Carbon. Die Modelle 02 und 03 sind in jeweils drei Ausstattungen erhältlich. Hier sind der Hinterbau (Modelle 02) bzw. der komplette Rahmen (Modelle 03) aus Aluminium gefertigt. Außerdem ist das BMC Speedfox 2018 auch als Vollcarbon-Rahmenkit mit Fox Float DPS-Dämpfer erhältlich.

Zur kompletten Ausstattung: BMC Speedfox 01

Zur kompletten Ausstattung: BMC Speedfox 02

Zur kompletten Ausstattung: BMC Speedfox 03

BMC Speedfox 2018 (9 von 20)
# BMC Speedfox 2018 (9 von 20)
BMC Speedfox 2018 (20 von 20)
# BMC Speedfox 2018 (20 von 20)
BMC Speedfox 2018 (7 von 20)
# BMC Speedfox 2018 (7 von 20)

In der Hand

Die Liebe zum Detail schlägt sich in allen Ausführungen des BMC Speedfox 2018 nieder, sticht aber beim 01er besonders hervor. Carbon-Führungen leiten Kabel und Leitungen säuberlich durchs Innere von Rahmen und Hinterbau und verhindern dabei ein lästiges Klappern. Spritzgussschützer an Kettenstreben und Unterrohr, ein Mud Flap welches das Haupt-Link sowie den Kabelübergang schützt und gleichzeitig versteckt und der Multiport für die Umwerfermontage sind weitere Merkmale des neuen Speedfox. Insgesamt wirkt das neue Trailbike der Schweizer optisch wie aus einem Guss.

Auf dem Trail

Das BMC Speedfox-Testbike war für mich in Größe M reserviert – als 27,5″-Variante mit 130 mm Federweg und in der edlen 01-Ausführung. Mit einer Körpergröße von 178 Zentimetern falle ich zwar in die Medium-Abteilung, fahre aber wegen kurzer Beine und langem Oberkörper meist Large-Rahmen. Ich belasse es allerdings beim M-Modell und mache mich mit dem flinken Fuchs auf dem Parkplatz vertraut. Verspielt, komfortabel und seitensteif: Das sind die ersten Gedanken über das neue Gefährt. Dieser Eindruck bestätigt sich dann auf den ersten Metern der langen Abfahrt. Wer hat schon einmal einem Fuchs beim Spielen zugeschaut, zumindest auf Youtube? Genau! Diese süßen Pelztiere sind ungeheuer flink – und genauso fühlt sich der BMC Speedfox 2018 an. Sehr agil meistert es schnelle Richtungswechsel gefolgt von Bunny-Hops über Steine und natürlich Spitzkehren. Ein wahrer Genuss!

Perfekte Kulisse für den Test des BMC Speedfox 2018!
# Perfekte Kulisse für den Test des BMC Speedfox 2018!

Bergab

Trotz seiner Agilität wirkt der BMC Speedfox keinesfalls nervös, wenn es schneller und ruppiger bergab geht. Erst bei hohen Geschwindigkeiten, die auf nicht gesicherten Strecken – besser bekannt als „Wanderweg“ – nicht mehr ratsam sind, gibt das Hirn dem Bremsfinger den Befehl in Aktion zu treten. Das Fahrwerk überzeugt auf der ganzen Bandbreite. Der Fox Float DPS-Dämpfer spricht fein an und arbeitet sich danach schluckfreudig durch die Unebenheiten bis ins letzte Drittel des Hubs. Hier setzt die Progression ein und bietet im letzten Viertel satten Support.

Ja, das BMC Speedfox ist wirklich verspielt!
# Ja, das BMC Speedfox ist wirklich verspielt!
Auch auf dem Trail lassen sich spaßige Manöver mit Leichtigkeit einstreuen.
# Auch auf dem Trail lassen sich spaßige Manöver mit Leichtigkeit einstreuen.

Bergauf

Drehen wir den Spieß: Es geht bergauf. Leicht und knackig fährt sich der Speedfox. Kurze, steile Anstiege knallt man einfach so rauf, wie es sonst eher mit einem Cross Country-Bike gemacht wird. Den kräftigen Wiegetritt erwidert der steife Rahmen mit reichlich Vortrieb und der Hinterbau wippt kaum – dieser ist bei ausgefahrener Sattelstütze ohnehin durch die Plattform gestrafft. Aber auch abgesenkt und offen wippt der Fox-Dämpfer nur minimal. Das ist kaum wahrnehmbar und im Gelände erst recht nicht. Technische Passagen bergauf sind mit dem Speedfox schon fast ein Genuss. Auch am Rande der Haftungsgrenze klettert das Bike noch hervorragend. Das Vorderrad muss dann – auch angesichts der knappen Rahmengröße – etwas nach unten gepresst werden.

Bergauf macht das BMC Speedfox 2018 eine sehr gute Figur
# Bergauf macht das BMC Speedfox 2018 eine sehr gute Figur - die Trailsync-Technologie trägt ihren Teil dazu bei!

29er vs. 27,5″

Wenn es auch ein sehr kurzer war offenbarte der Wechsel auf die 29er-Ausführung folgende Fahreigenschaften: Der BMC Speedfox 2018 mit großen Laufrädern bietet nahezu dieselbe Verspieltheit bei etwas besserer Laufruhe. Berghoch ist der großrädrige Bruder ebenfalls etwas stärker – wie auch bei der Traktion. In kniffligen Passagen macht das 27.5er-Füchslein aber deutlich mehr Spaß.

Trailsync-Technologie auf dem Trail

An die versprochene Einfachheit, die die Trailsync-Technologie bieten soll, muss ich mich erst einmal gewöhnen. Doch es dauert nicht sehr lange und der Multitasking-Hebel – endlich können das auch Männer – betätigt Sattelstütze und Dämpfer tadellos. Es ist wahrlich angenehm, nicht ständig zwischen zwei Remotes wechseln zu müssen.

Anfangs hatte ich Bedenken, ob die 100 Millimeter Hub der Stütze an diesem Bike ausreichen – doch sie reichten aus. Etwas gewöhnungsbedürftig ist hingegen die Hubunterteilung. Beim Ausfahren bis in die mittlere Position muss man etwas dagegenhalten, bis die Mechanik arretiert. Das passiert jedoch schneller, als es sich liest. Ansonsten gibt es an diesem System nichts zu meckern. Ob das System defektanfällig ist oder nicht, ließ sich während unseres Tests allerdings nicht ermitteln.

Fazit – BMC Speedfox 2018

Adieu Mauerblümchen-Dasein! Der neue BMC Speedfox 2018 ist ein sehr gelungener Wurf. Das Trailbike der Schweizer ist enorm vielseitig und spielfreudig. Abstriche muss man kaum machen – sowohl bergauf als auch bergab. Mit der Trailsync-Technologie hat BMC ein sehr gut funktionierendes und für den Fahrer simples System gebaut. Die etwas gewöhnungsbedürftige Hubunterteilung verhindert jedoch die Höchstwertung.


Weitere Informationen

Website: www.bmc-switzerland.com
Text & Redaktion: Balz Weber | MTB-News.de 2017
Bilder: Balz Weber, Jeremie Reuiller




Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    MrBrightside

    dabei seit 03/2017

    Die Aluversion hat normale Sattelstützen mit bis zu 150mm Hub.
  2. benutzerbild

    Anzeige

  3. benutzerbild

    der-gute

    dabei seit 12/2007

    Meine zwei Pfennige...ich kenn mich nur mit XL aus:

    Reach 465 - what? Soll L sein, oder?
    Lenkwinkel 68.25° - soll ein CC sein, oder?
    Sitzwinkel 73.xx° - im Sag wird das um 72°
    Sattelrohr 510 - is ein CC!
    120 mm Droper Post - wtf!? Ich fahre 200 mm.

    Das ist, mit Verlaub, ein typisches Radladen-Bike.
    Nicht zu flach, nicht zu lang, nicht zu viel Federweg usw. - lässt sich perfekt dem Ottonormalradler verkaufen.
    Zielgruppe: Radfahrer, nicht Mountainbiker.
    Das Ding wird man öfter auf der Radtour, als auf Trails sehen.

    Darum is es ja kein agressives Trailbike :D
  4. benutzerbild

    Florent29

    dabei seit 07/2014

    der-gute
    Meine zwei Pfennige...ich kenn mich nur mit XL aus:

    Reach 465 - what? Soll L sein, oder?
    Lenkwinkel 68.25° - soll ein CC sein, oder?
    Sitzwinkel 73.xx° - im Sag wird das um 72°
    Sattelrohr 510 - is ein CC!
    120 mm Droper Post - wtf!? Ich fahre 200 mm.

    Das ist, mit Verlaub, ein typisches Radladen-Bike.
    Nicht zu flach, nicht zu lang, nicht zu viel Federweg usw. - lässt sich perfekt dem Ottonormalradler verkaufen.
    Zielgruppe: Radfahrer, nicht Mountainbiker.
    Das Ding wird man öfter auf der Radtour, als auf Trails sehen.

    Darum is es ja kein agressives Trailbike :D
    Da pflichte ich dir voll bei - definitiv ein Rückschritt zum "alten" Speedfox.

    Als ich die Geotabelle gesehen habe dachte ich "Häh, warum bringen die das Antagonist eine Woche später noch mal raus?"

    Würde eigentlich nur Sinn machen, wenn es noch mal ein Modell zwischen Speedfox und Trailfox geben wird - oder das Trailfox wieder ein Trailbike wird und obendrauf noch ein Enduro kommt.

    Mal sehen.
  5. benutzerbild

    jim_morrison

    dabei seit 05/2013

    Darum sage ich ja zum Glück habe ich noch ein altes Speedfox [emoji41][emoji41]
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    Gesendet von meinem SM-G920F mit Tapatalk
  6. benutzerbild

    MTB_Daniel

    dabei seit 01/2004

    Zum Speedfox: complete fail. Was hier in den Tests alles gelobt wird...

    Ich hab das Trailfox und finde, dass es ein sehr gutes trail bike ist. Da wäre oberhalb noch Luft für ein Enduro a la E29.

    Würde mich allerdings sehr wundern wenn da was käme. Das Trailfox gibt's auch nicht mehr in Vollkarbon und aus der EWS sind sie auch raus.

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