Chatdebatte kann man es nicht gerade nennen – für diese aktuelle Debatte haben wir uns mit Günther und Manuel, zwei der Gewinner der SRAM GX Eagle Schaltung, und SRAM-Mann Carsten bei der Schaltungsmontage in Schweinfurt unterhalten. Und obwohl wir nur vier Diskussionsteilnehmer waren, gingen die Meinungen schon erstaunlich weit auseinander. Ring frei für die Handydebatte.

Hannes: Also ich freu mich immer wahnsinnig wenn ich mein Handy dabei habe, denn ich mache sehr gerne Fotos während der Tour, die ich auch später gerne nochmal wiederverwende und als Erinnerung an die Fahrt gerne erneut anschaue. Und ich habe fast immer Strava laufen.
Manuel: Puh, also ich bin meistens auf meinem Hometrail unterwegs und den kenn ich, da brauche ich keine Fotos mehr machen. Und wenn ich mal im Bikepark bin oder irgendwo anders, dann weiss ich nicht wie die Bedingungen sind und sowas und dann hab ich das Handy eigentlich nicht dabei und hab eher Schiss dass ich drauf fliege. Kostet ja auch was, das Handy.

Bei Strava im Hauptquartier - ohne die App geht auf Trails weltweit für viele Fahrer nix mehr
# Bei Strava im Hauptquartier - ohne die App geht auf Trails weltweit für viele Fahrer nix mehr

Hannes: Und was ist wenn du dir auf dem Hometrail das Bein brichst und irgendwo im Wald liegst?
Manuel: Das ist ein gutes Argument. Das ist mir bisher noch nicht passiert, das kommt wahrscheinlich dann auf wenn’s passiert. Ich bin aber nicht soweit ab vom Schuss dass ich da nicht gefunden werden würde, außerdem bin ich meistens mit Freunden unterwegs.
Carsten: Ich fahr seit 11 Jahren nach Portes du Soleil in den Bike-Urlaub und es gibt nicht ein Fahrfoto von mir. Ich glaube das sagt alles!
Hannes: Du fährst also immer ohne Handy auf dem Trail?
Carsten: Ich versuche ohne Handy zu fahren, weil mein Handy auch mein Geschäftshandy ist und deshalb versuche ich das im Urlaub oder auf dem Trail, möglichst daheim zu lassen und zwei Stunden Ruhe zu haben. Ich bin auch nicht bei Strava, bin da nirgendwo angemeldet. Ich bin komplett autark, was das angeht.

Günther: Ich habs immer dabei. Einfach aus Sicherheitsgründen. Ich wohn aber auch in den Alpen und da bist du hin und wieder irgendwo Gefahren ausgesetzt. Ich habs immer mit. Meistens hab ich auch Empfang, Notruf geht sowieso auch ohne Empfang über GPS.
Manuel: Es wird bestimmt viele User geben, die halt mit Strava oder Komoot oder was weiss ich was fahren. Bin ich zum Beispiel auch kein Freund davon. Ich sag immer: Wenn das Bier abends besonders gut schmeckt, dann war’s ne gute Tour. Dann ist es mir egal, wieviele Kalorien ich verbrannt hab, wieviel Höhenmeter das jetzt genau waren und wie mein Puls war…
Carsten: Negativbeispiel – ich kenne persönlich Menschen die nicht auf eine Tour gefahren sind, weil ihr Handy oder Garmin nicht geladen war. Und das ist so die Gruselvorstellung von mir.

Günther, Manuel und Carsten beim Diskutieren und Schrauben.
# Günther, Manuel und Carsten beim Diskutieren und Schrauben.

Hannes: Das ist schon hart! Also ich tracke in erster Linie alles, weil wir immer aktiv im Winterpokal sind und wenn man da Strava anhat, kann man es direkt übertragen. Bei uns ist es ein zusätzliches Ding, was das Tracken angeht: Wenn wir Testteile dran haben, katalogisier ich die vorab bei Strava ein wenn ich sie kriege und weiss am Ende genau, wieviel Kilometer die drauf haben. Aber das sind natürlich Einzelfälle.
Günther: Bei uns war das auf der Hausrunde im Frühjahr – da ist einer alleine gefahren, ist auf einer Schotterstraße in der Kurve gestürzt und hat sich den Oberschenkel gebrochen. Und da kannste dann nicht mehr hüpfen und nix, der hat die ganze Nacht im Regen im Straßengraben gelegen und sich mit Blättern zugedeckt, und er wurde gottseidank am nächsten Tag von einer Pensionistin gefunden. Der hatte kein Handy mit und konnte daher auch keinen Notruf absetzen.

Der POC Tectal verfügt über einen integrierten RECCO-Reflektor
# Der POC Tectal verfügt über einen integrierten RECCO-Reflektor - Es bleibt abzuwarten, ob sich RECCO als Suchprinzip im Sommer etablieren wird. Aus unserer Sicht scheint das zweifelhaft, da für eine Suche ja weiterhin zunächst ein Notruf erfolgen muss. Ohne Handy eher schlecht!

Carsten: Also in den Alpen find ich ein Handy als Sicherheit ok, das will ich auch nicht verurteilen.
Hannes: Okay – da haben wir auf jeden Fall ein paar Meinungen… da bin ich gespannt, was unsere Leser dazu sagen!

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Über den Autor

Hannes

Johannes Herden, 1986 geboren, ist das Nordlicht des Teams und wohnt am obersten Rand von NRW nahe des Teutoburger Waldes. Studierter Sportwissenschaftler und bei MTB-News als Redaktionsleiter tätig - außerdem kümmert er sich um Tests, Interviews, News und Fotos jeglicher Art. Mountainbike-technisch am liebsten auf flowigen bis technischen Trails unterwegs, aber auch Dirtbike, Downhillrad und Rennrad werden rege genutzt. Website: johannesherden.de

Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    Sentilo

    dabei seit 08/2009

    ExcelBiker
    Ich weiß ja nicht, wo du beim biken bist, aber da, wo ich unterwegs bin, waren noch nie Telefonzellen.
    Dann fahr halt mal in die Berge, Jung :o

    View attachment 658233
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    LB Jörg

    dabei seit 12/2002

    Enrgy
    +1

    weil ich es sowenig nutze, werde ich von zeit zu zeit mit kündigungsdrohung genötigt, wieder aufzuladen. :rolleyes:
    Man hat ja 50 Tage Zeit, hab ich in der Mail, die ich im Spamordner gefunden hab gelesen :D

    G.:)
  4. benutzerbild

    walati

    dabei seit 02/2005

    Hab mein iphone seit 3 Jahren immer dabei um meine Touren aufzuzeichnen bzw. gefahrene Routen nachzufahren. Weiterhin wird mir der Puls angezeigt und der Pulsbereich auch angesagt. Oft bleibt das Display während der Tour komplett aus und ich lass mir nur den Pulsbereich ansagen. Ich benutze die Mountainbikeapp von Runtastic aber auch Strava. Beides aber nur für mich.
    Beim Motorradfahren zeichne ich auch gerne meine Routen auf oder klick mir Routen auf L und K Straßen zusammen und lass mich dann navigieren. Dafür benutze ich Scenic am liebsten. Mich motiviert das mehr Fahrrad/Motorrad zu fahren und ich mag Statistiken. Ziele setz ich mir keine, aber es ist nett, wenn ich sehe, dass meine Leistung beim Mountainbikefahren besser war, als ich es selbst wahrgenommen habe. Anrufe bekomm ich selten und da muss man ja nicht rangehen.
  5. benutzerbild

    f_t_l

    dabei seit 09/2015

    ExcelBiker
    Er selbst hat keine Ahnung gehabt, daß sein Smartphone einen GPS-Empfänger hat. Am Ende hat der Bergwachtler in der Zentrale ihm per WhatsApp eine App geschickt, die selbständig die GPS-Position an die Bergwacht gesendet hat. In dem Fall war die halbwegs genaue Position (Umkreis 30 m) extrem wichtig, weil es darum gegangen ist, auf welche Seite vom Berg sich die Bergwachtler abseilen sollen.

    Also: Unbedingt sich mit GPS und Koordinaten beschäftigen, damit man seine Position auch angeben kann.
    So einen Fall hatten wir die Tage auch in meiner Nachbarschaft. Und das war sogar relativ nah an der Zivilisation...
    Handyortung ist imho immer nur die allerletzte Option (Totaler Schock oder Bewusstlosigkeit).

    Koblenz
    Mountainbiker nach Wildschwein-Unfall in Not

    Nach einem Unfall mit einem Wildschwein im Koblenzer Stadtwald hat die Polizei einen verletzten Mountainbiker mit einem Hubschrauber aufgespürt. Der Mann hatte sich per Notruf gemeldet, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Ein Wildschwein habe ihn umgerannt, sein Bein sei gebrochen. Die Rettung gestaltete sich schwierig, da der Radfahrer nicht genau sagen konnte, wo er sich befand. Auch eine Handyortung sei fehlgeschlagen, sagte der Polizeisprecher. Feuerwehr und Polizei fanden den Verletzten schließlich mit Hilfe eines Hubschraubers und einer Wärmebildkamera.
    Quelle: SWR RP Koblenz
  6. benutzerbild

    Cpt. Crash

    dabei seit 09/2014

    f_t_l
    So einen Fall hatten wir die Tage auch in meiner Nachbarschaft. Und das war sogar relativ nah an der Zivilisation...
    Handyortung ist imho immer nur die allerletzte Option (Totaler Schock oder Bewusstlosigkeit).

    Koblenz
    Mountainbiker nach Wildschwein-Unfall in Not

    Nach einem Unfall mit einem Wildschwein im Koblenzer Stadtwald hat die Polizei einen verletzten Mountainbiker mit einem Hubschrauber aufgespürt. Der Mann hatte sich per Notruf gemeldet, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Ein Wildschwein habe ihn umgerannt, sein Bein sei gebrochen. Die Rettung gestaltete sich schwierig, da der Radfahrer nicht genau sagen konnte, wo er sich befand. Auch eine Handyortung sei fehlgeschlagen, sagte der Polizeisprecher. Feuerwehr und Polizei fanden den Verletzten schließlich mit Hilfe eines Hubschraubers und einer Wärmebildkamera.
    Quelle: SWR RP Koblenz
    Und der junge Kerl, der sich zwischen Immendorf und Arenberg im Wald verfahren hatte und mittels Handy die Polizei gerufen hat, die dann mit Hubschrauber gesucht hat.
    Ist jetzt knapp 2 Monate her

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