Auf der Jagd nach Geschwindigkeits-Rekorden stürzte sich der Downhill-Mountainbiker Max Stöckl schon in den entlegensten Regionen der Erde über Berge und Steilhänge. Die Suche nach perfekten Pisten für seine Leidenschaft führte den Kitzbüheler schließlich zurück in die Heimat, an seinen Hausberg. Nicht einem neuen Speed-Rekord, sondern der härtesten Ski-Abfahrt der Welt stellte sich der Österreicher auf zwei Rädern nur wenige Tage vor dem 78. Hahnenkamm-Rennen. Als erster Mensch mit einem Mountainbike schoss Max Stöckl auf Schnee über die legendäre Streif, frisch präpariert für die mutigsten Athleten im alpinen Ski-Weltcup.

Weltrekordhalter kehrt zum Hausberg zurück. Seit mehr als 20 Jahren brettert Max Stöckl aus Oberndorf bei Kitzbühel über die steilsten Hänge rund um den Globus. Den Geschwindigkeits-Weltrekord brannte der Downhill-Mountainbiker 2007 mit über 210 km/h in den Schnee der chilenischen Anden. Auf Schotterpisten hält der Tiroler ebenfalls die Bestmarke. Ende 2016 beschleunigte er in der Atacama-Wüste mit einem Serien-Mountainbike auf 167,6 km/h. Nicht allein Speed oder Rekorde sind es, die den 43-Jährigen antreiben. Es muss eine einzigartige Herausforderung sein und vor allem: „Es muss richtig Spaß machen!“ Den – für seine Maßstäbe – dazu perfekten Berg und die perfekte Strecke hat der Tiroler direkt vor der Haustür: den Hahnenkamm in Kitzbühel.

Erster Downhill-Biker im Winter auf der Streif. Jedes Jahr im Januar bäumt sich in den Tiroler Bergen die härteste Rennstrecke des Alpinen Ski-Weltcups auf. Sobald die Streif für eines der Sport-Highlights Österreichs präpariert ist, braucht es Steigeisen, um sich zu Fuß auf ihr zu halten. Nur wirklich gute Skifahrer haben überhaupt eine Chance mit zwei Brettern. Ausschließlich die besten Abfahrer der Welt stürzen sich auf diesem 3,3 Kilometer langen Höllenritt 860 Höhenmeter in die Tiefe. Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h werden beim Zielschuss gemessen, den Streckenrekord hält seit 1997 der Österreicher Fritz Strobl mit 1:51,58 Minuten. Noch nie zuvor hat ein Athlet die Streif im Winter mit einem Mountainbike bezwungen. Ehe Stars, wie Max Franz, Matthias Mayer, Hannes Reichelt, der Norweger Aksel Lund Svindal oder der Vorjahres-Sieger Dominik Paris aus Südtirol am Samstag auf Max Stöckls Hausberg voll angreifen, forderte er diese unbarmherzige Rennstrecke als erster Mensch auf zwei Rädern heraus.

Nach ausgiebiger Vorbereitung ...
# Nach ausgiebiger Vorbereitung ... - Foto: Philip Platzer, Red Bull Content Pool
... geht es an den Start der wohl härtesten Ski-Abfahrt der Welt
# ... geht es an den Start der wohl härtesten Ski-Abfahrt der Welt - Foto: Philip Platzer, Red Bull Content Pool
Max Stöckl ...
# Max Stöckl ... - Foto: Samo Vidic, Red Bull Content Pool

Drei Minuten langer Höllenritt vom Starthaus in die Ziel-Arena. Wenige Tage vor dem 78. Hahnenkamm-Rennen warf sich der Kitzbüheler aus dem Starthaus der prestigeträchtigsten Strecke im Weltcupzirkus in den Sattel. Unmittelbar nach dem Start beschleunigt der steilste Abschnitt – die berüchtigte Mausefalle – Ski-Rennläufer mit einem Gefälle von 85 Prozent innerhalb kürzester Zeit auf über 110 km/h. Max Stöckl manövrierte sein Bike mit artistischen Einlagen und rasantem Tempo über die vereiste Piste. Nach heiklen Passagen mit bezeichnenden Namen wie Steilhang, Geschöss, Lärchenschuss oder Hausbergkante heizte der Local Hero mit letzter Kraft und satten 103,64 km/h Top-Speed über den Zielschuss! Für den Streckenrekord von Fritz Strobl hat es zwar nicht gereicht, die Zeit von 3:06 Minuten ließ aber selbst den hartgesottenen ehemaligen Weltcup-Athleten staunen: „Nachdem ich mit Ski schon einen ordentlichen Respekt vor der Streif habe, erübrigt sich die Frage, ob ich das je mit einem Mountainbike machen würde!“

Husarenstück mit Serien-Mountainbike. Überwältigt vom wilden Ritt auf der härtesten Ski-Abfahrt der Welt und glücklich, diese Herausforderung gemeistert zu haben, grinste Max Stöckl:

„Wenn man mit dem Radl auf so einem Hang fahren darf, ist es eine besondere Ehre, die ich mit dem nötigen Respekt behandelt habe, um möglichst nicht die getane Arbeit des Skiclubs zu vernichten und 100 Meter Zaun abzuräumen. Die bekannten Schlüsselstellen waren auch für mich hart, wo ich schon sehr kämpfen musste, um die Tore zu erwischen. Das einzige, was anders ist, sind die Schrauben in den Reifen und einen Kotflügel habe ich mir machen lassen. Downhill-Mountainbiken funktioniert für mich nur ohne Spezialteile. Es soll ein Rad bleiben und kein Motorrad ohne Motor.“ – Max Stöckl

An Weltrekorde und Husarenritte, wie jenen auf der Streif, wagt sich der Kitzbüheler dabei nicht als professioneller Leistungssportler. Hauptberuflich betreibt er ein Mountainbike-Rennteam. Seinem Credo, ausschließlich auf Serien-Mountainbikes zu fahren, bleibt der Tiroler treu. Neben 15 mm langen Spikes und einem Karbon-Kotflügel kam eine normale Downhill-Ausrüstung zum Einsatz.

... fliegt durch die Mausefalle
# ... fliegt durch die Mausefalle - Foto: Philip Platzer, Red Bull Content Pool
Mit Vollgas Richtung Zielarena
# Mit Vollgas Richtung Zielarena - Foto: Philip Platzer, Red Bull Content Pool
Glücklich im Ziel
# Glücklich im Ziel - Foto: Samo Vidic, Red Bull Content Pool
Info: Pressemitteilung Red Bull




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Die neuesten Kommentare
  1. benutzerbild

    ghostmuc

    dabei seit 10/2013

    ufp
    Wer soll das sein?:ka: Bzw es hat dieser jemand mit dem Titel zu tun?
    Das ist der der die Streif noch schneller runter ist. Zwar nicht auf dem Bike. Aber irgendwie verdient auch jeder Skirennfahrer der sich die Streif runter stürzt Respekt.
    Übrigens sehr empfehlenswerter Film über die Streif
  2. benutzerbild

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  3. benutzerbild

    Fatbikebiker

    dabei seit 02/2015

    ufp
    Wer soll das sein?:ka: Bzw es hat dieser jemand mit dem Titel zu tun?
  4. benutzerbild

    ghostmuc

    dabei seit 10/2013

    Fatbikebiker
    Irgendwie machen österreichische Kommentatoren jedes Sportevent noch besser.
  5. benutzerbild

    ---

    dabei seit 07/2011

    ufp
    Wer soll das sein?:ka:
    Das ist der Deutsche der die Streif gewonnen hat :winken::D :aetsch:

    Gruß nach Wien! ;)
  6. benutzerbild

    ufp

    dabei seit 12/2003

    Aha. Naja, immerhin :o wußte ich Dank des Berichts über Max Stöckl, dass jetzt demnächst irgenwann die(se) Abfahrt stattfinden muss(te) ;).

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