Steckbrief: Halo Vortex
Fett. Ganz schön fett. Aber neben der großen Felgen-Innenweite von 33 mm ist auch der Rest der Beschreibung des Halo Vortex-Laufradsatzes gefüllt mit interessanten Features. Halo setzt an der Vortex-Felge auf ein asymmetrisches Design, um die gleiche Speichenspannung auf Antriebs- und Bremsseite zu erzielen. Um trotz dieser Felgenkonstruktion ein gleichmäßiges Fahrgefühl zu erzielen, sind die Wandstärken auf beiden Seiten optimiert. Gleichzeitig soll die Varianz in der Wandstärke für Gewichtsersparnisse sorgen, damit die Asymmetrie nicht zum Nachteil wird. Verbunden ist die Aluminium-Felge über hauseigene J-Bend-Speichen mit der neuen MT Nabe. Diese bietet mit einer 120-fachen Verzahnung einen kleinen Einrastwinkel von nur 3°. Durch einen großen Flansch-Abstand an Front und Heck verspricht das Laufrad in Kombination mit der gleichmäßigen Speichenspannung hohe Steifigkeit und lange Haltbarkeit.
- Laufradgröße 27,5″ oder 29″
- Einbaumaße Boost, X12, Schnellspanner
- Material Aluminium
- Innenbreite Felge 33 mm
- Gewicht 2239 g (29″, Boost)
- Farben Schwarz, zusätzlich sechs Sticker-Farben verfügbar
- Preis 484,80 € (UVP) Bikemarkt: Halo Vortex kaufen

Im Detail
In schlichtes Schwarz gehüllt, aber mit der Option auf sechs verschiedene Decal-Kits, hat man am Halo Vortex-Laufradsatz die Option auf den All-black-everything-Look oder einen frischen Spritzer Farbe. Vor allem die Dezent gehaltene Option mit glänzend schwarzer Felge kann einen gelungenen ersten Eindruck vermitteln. Die Waage bestätigt den soliden ersten Eindruck des Laufradsatzes: 2239 g zeigt die Waage in der Konfiguration mit 29″-Durchmesser, Boost-Einbaumaß und Shimanp-Freilauf an. Trotz der großen Innenweite der Felge lieg der Halo Vortex-Laufradsatz also nicht gerade am unteren Ende des Gewichts-Spektrums.
Mit 38 mm Breite und 20,75 mm Höhe liegt das Felgenprofil eher auf der flachen Seite. Ab Werk ist das Felgenbett mit Tubeless-Felgenband versiegelt, trotzdem fällt die spezielle Form auf. Wie üblich sitzt eine Vertiefung in der Mitte – diese ist aber sehr weit zu den Rändern gezogen und bietet dem in Position gerutschten Reifenwulst somit wenig Spielraum nach innen. Von der Vertiefung zum Sitz des Reifenwulsts geht es recht steil nach oben. Halo verzichtet aber auf eine Überhöhung dazwischen, die der Reifen überwinden müsste. Insofern ist die Reifenmontage trotz unüblicher Form kein Problem. Kurze, aber breit abgestützte und mit Haken versehene Felgenhörner versprechen Steinen viel entgegenzusetzen.
Halo führt im eigenen Portfolio auch Speichen und Nippel – so wundert es kaum, dass an den Vortex-Rädern die hauseigenen Produkte zum Einsatz kommen. Doppelt konifizierte Stahl-Speichen treffen auf Messing-Nippel und verbinden die Vortex 29″-Felge mit den MT-Naben. Hier wird es vor allem beim Blick auf den Freilauf spannend: 120 Zähne sorgen für einen kleinen Einrastwinkel von nur 3° – übertragen wird die Antriebskraft von drei Sperrklinken. Supadrive nennt Halo diesen Freilauf, der an HG- oder XD-Freilaufkörpern zum Einsatz kommt. Eine Option auf Shimanos neuen Freilauf-Standard für die XTR-Schaltgruppe gibt es noch nicht.
Halo Nabensound von Grinsekater – Mehr Mountainbike-Videos
Unser Test-Laufradsatz kommt mit Boost-Einbaumaßen, Halo bietet aber auch eine 135/142 mm Option an. Auch an der Front kann angepasst werden: Ein einfacher Achs-Ersatz ermöglicht den Umbau von 15 x 100 mm auf Schnellspanner. Für das Boost-Vorderrad können Torque Cap-Adapter zugekauft werden. Diese werden anstatt der Standard-Adapter aufgeschraubt, nicht gesteckt – analog dazu funktioniert der Umbau von 12 x 142 mm auf 9 x 135 mm für den Schnellspanner-Einsatz.
Marke | Modell | UVP | Gewicht | Innenweite | Maximalgewicht | |
---|---|---|---|---|---|---|
Fun Works | AM Ride 30 | 499,90 € | 1768 g | 30 mm | 120 kg | Testbericht lesen |
Newmen | Evolution SL A.30 | 698,00 € | 1669 g | 30 mm | 125 kg | Testbericht lesen |
Halo | Vortex | 484,80 € | 2239 g | 33 mm | N/A | |
Hope | Tech Enduro | 485,00 € | 2063 g | 28 mm | N/A | Testbericht lesen |
Stans NoTubes | Baron MK3 | 699,00 € | 2046 g | 35 mm | 104 kg | Testbericht folgt |
Stans NoTubes | ZTR Flow MK3 | 599,90 € | 1918 g | 29 mm | 113 kg | Testbericht lesen |





Technische Daten
Alle technischen Daten, Details und Standards zum Halo Vortex-Laufradsatz findet ihr in der folgenden Tabelle zum Ausklappen:
Was? | Antwort |
---|---|
Felgenbreite | 38 mm |
Felgen-Innenweite | 33 mm |
Felgenhöhe | 20,75 mm |
Felgen ERD | 595 mm |
Felgenprofil | Mit Haken, offen |
Felgen Material | 6061 T-10 Aluminium |
Gewicht Felge | 600 g |
Preis Felge | 84,90 € |
Maximaler Luftdruck | N/A |
Maximale Speichenspannung | N/A |
Unterlegscheibe nötig? | Nein |
Nippel | Black ED Messing |
Speichenzahl | 32 |
Speichentyp | J-Bend |
Speiche | Halo Double Butted Black |
Bremsaufnahme | 6 Loch |
Freilauftyp | SRAM XD, Shimano HG (je 86 € Nachkaufpreis) |
Sperrklinken | 3 Stück |
Rasterung | 120 Zähne |
Achsstandard | Boost 148 oder X12 |
Gewicht Hinterrad Nabe | 339 g |
Gewicht Vorderrad Nabe | 150 g |
Preis Hinterrad Nabe | ca. 171 € |
Preis Vorderrad Nabe | ca. 63 € |
Lageranzahl Hinterrad Nabe | 5 Stück (XD-Freilauf) oder 4 Stück (HG-Freilauf) |
Lageranzahl Vorderrad Nabe | 2 Stück |
Auf dem Trail
Ein geringer Einrastwinkel ist eine feine Sache, wenn es auf technischen Uphills entlang geht – der ständige Wechsel zwischen Beschleunigung und Stopp ist besonders angenehm, wenn man nicht erst ins Leere tritt. Fast direkt wird beim Halo Vortex-Laufradsatz die Kraft auf den Boden übertragen und Vortrieb generiert. Leider spielt hier aber das etwas hohe Gewicht, das weit außen an den 600 g schweren Felgen sitzt, eine große Rolle. Während die Kraftübertragung sehr direkt erfolgt, benötigt es auch reichlich davon – das Gewicht will schließlich beschleunigt werden. Für Fahrer mit sehr rundem Tritt fällt diese Eigenheit im wahrsten Sinne des Wortes weniger ins Gewicht. Flatpedal-Piloten mit unrundem Tritt schubsen das Rad hingegen gefühlt Kurbelumdrehung für Kurbelumdrehung den Berg hoch.

Entsprechend froh ist man, wenn es bergab geht, denn dann hilft viel rotierende Masse die Geschwindigkeit zu halten. Durch die höhere rotierende Masse steigen auch die gyroskopische Kräfte – theoretisch zumindest, denn in der Praxis spürt man diese höchstens, wenn man sein Rad in der Luft um 90° querstellen will. Ansonsten punktet der Halo Vortex hier und kann durch hohe Spurtreue und Präzision überzeugen – hoch genug, um sich der Erdanziehungskraft anzuvertrauen und die Bremsen offen zu lassen. Hält man mit viel Geschwindigkeit in Kurven, hilft die Steifigkeit der Laufräder. Zu den Seiten ist diese etwas höher. Trotzdem lassen die Felgen ein bisschen Flex zu, um seitlicher Belastung die Spitzen zu nehmen und den Grip nicht abreißen zu lassen. In Richtung Achse kann das flache Felgenprofil härterem Geläuf ebenso die Spitzenlasten nehmen. In Summe liegt der Halo Vortex am steiferen Ende der Mitte und ist somit für aktive Fahrer ein gutes Werkzeug für blitzschnelle Kurvenwechsel, ohne dass man dabei zu stark ermüden würde.
Zur Mitte des Testzeitraums war ein Ausflug auf den Zentrierständer dringend notwendig. Lose Speichen hatten den Rundlauf des Hinterrads beeinträchtigt und für seitliches Ausschwenken gesorgt. Im späteren Verlauf des Tests, nach zwei Tagen auf den Drei-Länder-Endurotrails am Reschenpass, wurde die Felge außerdem von der Beulenpest heimgesucht: Mehrere Dellen schmückten trotz leichtem Test-Piloten das Hinterrad.

Das ist uns aufgefallen
- Haltbarkeit Während der Laufradsatz anfangs überzeugen konnte, zeigte er sich vor allem im härteren Einsatz nicht von seiner besten Seite.
- Gewicht Nichts für Leichtbaufans und Bergsprinter: Der Halo Vortex will lieber gemütlich bergauf – am besten mit rundem Tritt.
- Fahrqualität Gewicht und Steifigkeit hemmen die Fahrqualität oft, vor allem wenn sie jeweils an den extremen Enden des Spektrums liegen. Der Halo Vortex liegt hier angenehm im Mittelfeld und kann mit hoher Fahrqualität punkten.
- Grip Viel hilft viel: die breite Innenweite der Felge konnte selbst weniger beliebten Testreifen ausreichend Grip entlocken.

Fazit – Halo Vortex
Der Halo Vortex-Laufradsatz steht sich ein bisschen selbst im Weg. Während er durch gute Fahrqualität, viel Grip und eine direkte Umwandlung der eingebrachten Energie in Vortrieb sehr gute Eigenschaften aufweist, können das hohe Gewicht und die Dellen-Anfälligkeit der Felge nur schwer wegargumentiert werden – vor allem im Vergleich mit anderen Laufradsätzen dieser Preiskategorie.

Pro / Contra
Stärken
- Fahrqualität
- Einrastwinkel
- Grip
Schwächen
- Gewicht
- Dellen-Anfälligkeit
- Seitenschlag-Anfälligkeit

Testablauf
Der Halo Vortex-Laufradsatz wanderte während mehrerer Monate Testzeitraum zwischen verschiedenen Rädern und Fahrern hin und her. Vom Fliegengewicht bis zum kräftigeren Fahrer, musste sich der Laufradsatz unter Rennbedingungen und in forderndem Gelände beweisen. Im Testzeitraum wurden verschiedene Reifen auf die Laufräder aufgezogen. Abgesehen von einem Ausflug an den Reschenpass mit Gondel-Unterstützung wurden sämtliche Anstiege aus eigener Kraft erarbeitet.
Hier haben wir die Halo Vortex getestet
- Anspruchsvolle, schnelle Strecken mit ruppigen Streckenabschnitten und technischen Sektionen. Lose, offene Untergründe und harte Böden, Naturtrails und gebaute Strecken.
- Fahrstil
- Schnellste Linie, auch wenn es mal ruppig ist
- Ich fahre hauptsächlich
- Singletrails, sprunglastiger Local Spot, Freeride, DH
- Vorlieben beim Fahrwerk
- Straff, gutes Feedback vom Untergrund, viel Druckstufe, moderat progressive Kennlinie
- Vorlieben bei der Geometrie
- Kettenstreben nicht zu kurz (ca. 430 mm oder gerne länger), Lenkwinkel tendenziell eher flacher
- Fahrstil
- flüssig
- Ich fahre hauptsächlich
- Downhill, Enduro
- Vorlieben beim Fahrwerk
- auf der straffen Seite, viel Druckstufe, Balance zwischen Front und Heck
- Vorlieben bei der Geometrie
- vorne lang, hinten mittellang, flacher Lenkwinkel
47 Kommentare
» Alle Kommentare im ForumDer Mehrwert ist durchaus vorhanden, es kommt aber darauf an, was miteinander verglichen wird.
Von meinem Chris King LRS (72 Einrastpunkte) merke ich beim Wechsel auf eines meiner Bikes mit Industry Nine LRS (120 Einrastpunkte) keinen deutlich spürbaren Unterschied. Die Differenz der Einrastpunkte entspricht hierbei ja in etwa der, die bei deinen beiden LRS vorhanden ist (48 - 52).
Wenn ich dagegen die Rohloff aus meinem Salsa Fargo als Referenz nehme, dann ist für mich klar, dass ich damit nicht wirklich gerne in technischem Gelände unterwegs sein möchte.
Hier fehlt wegen des großen Leerwegs schlicht die direkte Umsetzung eines Kurbelimpulses in Vortrieb, was aber wiederum für den Einsatz im Langstrecken-/ Reiserad keine große Rolle spielt. Schließlich rollt man in der Regel mit relativ konstanter Trittfrequenz/Geschwindigkeit dahin und abruptes Beschleunigen kommt eher selten vor.
Es geht ja bei der Erhöhung der Rastpunkte nicht um eine bestimmte Zahl sondern um ein prozentuales Verhältnis. Wenn ich von 18 auf 36 erhöhe, halbiere ich den Leerweg, obwohl ich nur 18 hinzufüge. Will ich dann wieder halbieren, muss ich schon 36 hinzufügen, danach 72 usw. Von 72 auf 108 sind es dagegen "nur" 33% Reduktion des Leerweges. Hinzu kommt dass sich der "Grenznutzen" von einer erhöhten Anzahl von Rastpunkten ganz einfach reduziert, da der Leerweg immer nur halbiert wird. Ob ich 20° oder 10° Leerweg habe, macht einen deutlich spürbaren Unterschied; 5° oder 10° dagegen ist schon deutlich weniger. Ich behaupte mal, dass man den Unterschied zwischen 72 (5°) und 108 (3,33°) bzw. 120 (3°) Rastpunkten nicht spürt.
Um auf dein Beispiel mit dem Zahnunterschied von ca. 50 Zähnen zu kommen: wenn ich eine Nabe mit 18 und eine mit 72 Rastpunkten vergleiche - also mit 54 Zähnen Differenz -, dann ist das ein himmelweiter Unterschied, da ich den Leerweg nicht nur prozentual stark reduzieren kann, sondern auch in Grad (also effektiv der Strecke, die die Kurbel zwischen zwei Rastpunkten zurücklegen muss).
Einfach Mal reintreten und sehen was einem zusagt. Ich bin Jahrzehnte King gefahren und jedes andere Rad war ein Schock. Konnte nicht glauben mit was sich Leute zufriedengeben.
Komm aber jetzt mit 36 easy aus weil ich nicht mehr Triallastig fahre. Die neue boostking liegt trotzdem im Warenkorb. All time favourite. Das Gewicht hält mich noch ab.
Du hast vollkommen recht, darauf wollte ich auch mit dem Vergleich mit der Rohloff hinaus.
Der Nutzen zusätzlicher Einrastpunkte hängt natürlich von der Anzahl ab, die als Ausgangsmenge festgelegt wird.
Ich weiß, was du meinst. Eine King fühlt sich einfach anders, besonders an. Fahre meine im Singlespeeder und empfinde das fehlende *Tschack*, das sonst die Sperrklinken machen, wenn sie einrasten, als extrem vertrauenserweckend. Das Teil wird halten und mir noch viele weitere Jahre Freude machen.
Industry Nine ist schon auch sehr geil, die Naben haben etwas weniger "Drag" als die King und laufen entsprechend leichter. Außerdem ist die Modularität mit den verschiedenen Endkappen genial. Hier macht Chris King einem das Leben nicht unbedingt leicht, wenn man einen LRS beispielsweise in zwei Bikes nutzen möchte.
Smoking Gun AC - 40mm Maulweite 29" bisher sehr stabil 1790 gramm mit Tublessgebabbel drann 1825...geht schon.
Einsatzbereich MitFat Enduro
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